Leben der heiligen
Margareta Maria Alacoque

von Pfarrer August Ackermann

 

1. Die Jugendzeit

Am 22. Juli 1647 wurde auf dem Schlosse Lautecourd, in Burgund, Frankreich, ein Kind geboren, das bei seiner Taufe nach drei Tagen in der Pfarrkirche Verovres den Namen Margareta erhielt. Die Eltern hießen Claudius Alacoque und Philiberte Lamyn.

Die Heiligen sind die starken, gewaltigen Eichen, an denen das schwache Efeu emporrankt, sich fest hält und auch groß wird. Eine solche feste Eiche im Sturme des Lebens ist Margareta Alacoque geworden. Sie ist ein leuchtender Stern, der für alle Zeiten sein grelles Licht aus dem Feuermeer seiner Gottesliebe hinausleuchten läßt in die kalte Nacht religiöser Gleichgültigkeit. Sie erwärmt, erquickt und belebt die Menschenherzen, daß sie wieder höher schlagen in Liebe und Begeisterung für Gott. Von ihr wollen wir lernen.

Margareta mit dem Zunamen Maria, den sie bei der Firmung aus Liebe zur Gottesmutter selbst sich wählte, war eine jener seltenen Seelen, deren Gott von zartester Jugend an und auf immer die "einzige Liebe" und Herr des Herzens ist. Schon als kleines Kind fand sie im Gebete ihre größte Freude. Ihr Lieblingsaufenthalt war die Schloßkapelle und die Pfarrkirche. So oft man sie suchte, fand man sie dort. Die Händchen andächtig gefaltet, kniete sie unbeweglich vor dem Tabernakel und betete zu ihrem Heilande. Von Natur war sie lebhaft, lernte sich aber sehr frühzeitig überwinden. Täglich betete sie knieend den Rosenkranz, fastete alle Samstage und sobald sie lesen konnte, betete sie täglich die Tagzeiten von der Mutter Gottes. Zur Gottesmutter hatte sie eine ganz besondere Verehrung. Durch Maria richtete Margareta alle ihre Gebete an den lieben Heiland. Obwohl sie von der Verbindlichkeit eines Gelübdes keinen rechten Begriff hatte, betete sie eines Tages bei der Wandlung der heiligen Messe: "Mein Gott, ich weihe Dir meine Reinheit, ich gelobe Dir ewige Keuschheit". Stets floh sie alle Liebkosungen.

Mit acht Jahren verlor sie ihren Vater. Die ganze Sorge für sieben Kinder lag jetzt auf den Mutterschultern. Margareta Maria kam zu den Urbanistinnen nach Charolles, um von diesen Klosterfrauen standesgemäß erzogen zu werden. Mit neun Jahren empfing sie die erste heilige Kommunion, welche bei ihr tiefe Eindrücke und den Ansporn zur kommenden Heiligkeit hinterließ. Eine schwere, vier Jahre dauernde Krankheit brachte Margareta Maria wieder ins elterliche Schloß. Infolge eines Gelübdes wurde das von den Ärzten aufgegebene Kind durch ein Wunder gesund. Ihre Mutter hatte gelobt: "Heilige Mutter Gottes, wenn mein Kind gesund wird, soll es dir geweiht sein!" Infolge ihrer wunderbaren Heilung, ihrer Reinheit, ihrer hervorragenden Geistesgaben und ihrer besonderen körperlichen Schönheit hatte man für sie nur Liebe und Zärtlichkeit, die an ehrfurchtsvolle Verehrung grenzte. Das wurde für sie eine Gefahr zur Gefallsucht. Aber Gott schützte sie vor schwerem Falle. Nur einmal maskierte sie sich mit einer Freundin zu einem Fastnachtsball und das beweinte sie lebenslänglich als ihr größtes Vergehen. Gott prüfte seinen Liebling und Schützling. Margareta kam unter die Obhut von Verwandten, die sie sehr streng hielten und selbst vom Kirchenbesuch gewaltsam abhielten. Sie litt viel, sehr viel, aber sie betete auch viel. Jesus erschien ihr oft und tröstete sie. Sie müsse dies leiden, um ihm gleichförmig zu werden. Nie klagte sie. Die kindliche Teilnahme an der krank gewordenen Mutter vermehrte ihre Leiden. Jahrelang hatte sie keinen Führer als Gott allein. Über die kleinsten Sünden weinte sie in der Einsamkeit laut auf. Alle freie Zeit benutzte sie zum Gebete und zwar erfreute sie sich besonders am betrachtenden Gebete. Tagelang und Nächte hindurch hätte sie vor dem Tabernakel knien können ohne Langweile oder Ermüdung. Ihr Herz glich einer brennenden Wachskerze, die sich verzehrte in Liebe zu Jesus.

2. Kampf und Sieg

Von liebenswürdigem Charakter und schöner Erscheinung war sie von angesehenen und reichen jungen Männern zur Ehe begehrt. Selbst die Mutter vergaß ihres Gelübdes und drängte mit den Verwandten zur Heirat. Margareta hatte einen Kampf zu bestehen, der Ströme von Tränen kostete. Eine Zeit lang schien sie nachzugeben und auf die Bitten und Lockungen der Welt zu hören. Sie schmückte sich, um zu gefallen. Sie suchte Vergnügen und fand sie nicht. Einer verfolgte und verwundete mit den Pfeilen seiner Liebe ihr Herz. Es war Jesus. Er war eifersüchtig auf ihre Liebe. Eines Abends legte sie das Festkleid ab. Da stand der Erlöser vor ihr, mißhandelt und blutend wie bei der Geißelung und sagte: "Sieh her, was deine Eitelkeit mir angetan hat. Du verlierst die kostbare Zeit, über die du in der Todesstunde Rechenschaft geben mußt. Mir wirst du untreu! Mich verfolgst du, nachdem ich dir so deutliche Beweise meiner Liebe gegeben und dich mir gleichförmig machen wollte".

Diese Worte machten einen erschütternden Eindruck auf das unverdorbene Gemüt. Sie entschloß sich zu einer harten Sühne. Sie umgürtete sich mit einem knotigen Tau so fest, daß sie kaum atmen, noch Speise zu sich nehmen konnte. Dies tat sie so lange, bis der Gürtel in das Fleisch gedrungen war und nur unter heftigen Schmerzen entfernt werden konnte.

Die Lebensgeschichte der Heiligen war ihre einziger Lektüre. Sie sah, daß die Heiligen entweder nie gesündigt oder außerordentliche Buße getan haben. Den Armen gab sie ihren letzten Besitz. Gerne unterrichtete sie Kinder in den Wahrheiten der Religion und pflegte trotz anfänglichem Ekel häufig die Kranken. Oft erschien ihr der Heiland und gab ihr Anweisung, wie sie zu leben habe. Gegen ihr Verlangen, ins Kloster zu gehen, erhoben die Angehörigen fortwährende Einsprache und vereitelten es. Endlich nach vielen Jahren des Kampfes, des Gebetes und der strengsten Bußübungen erhielt sie die Erlaubnis zum Ordenseintritt.

3. Im Kloster

Papst Clemens X. hatte 1670 ein Jubiläum ausgeschrieben. Von einem Franziskaner-Mönch wurde dasselbe von Verovres gepredigt. Bei diesem Anlasse machte Margareta Maria eine Lebensbeichte. 1671 reiste sie am Feste der heiligen Magdalena von Pazzi mit ihrem Bruder Chrysostomus nach Paray-le-Monial und trat am 25. Mai in den Orden der Heimsuchung des heiligen Franz von Sales. Der Bischof von Puy schrieb 1657 von diesem Orden: "Die Hauptaufgaben dieser Ordensfrauen sind, die beiden Lieblingstugenden des heiligsten Herzens Jesu, die Sanftmut und die Demut nachzuahmen. Das sind die Grundsterne ihres Ordens, deshalb verdienen sie das Vorrecht, Töchter des heiligsten Herzens Jesu zu sein". Nicht ohne Opfer, aber glücklich waren für Margareta Maria die Tage des Noviziates. Stetsfort blieb sie in vertrautestem Verkehr mit dem göttlichen Heilande. Ihre Novizenmeisterin war Schwester Anna Franziska Thouvant. Ohne Erlaubnis ihrer Oberin nahm sie nie eine Bußübung vor. Der Gehorsam ging ihr über alles.

Der 25. August 1671 "war der Tag ihrer Verlobung", wie sie selbst sagte. An diesem Tage wurde sie eingekleidet. Immer mehr wuchs ihre herrliche Gottesliebe, der sie alles opferte, so z.B. eine heftige natürliche, wenn auch reine Zuneigung zu einer Mitnovizin. Im Kloster verrichtete sie die geringsten häuslichen Arbeiten. Um sich abzutöten, kämpfte sie heroisch acht Jahre lang gegen einen Ekel, den sie vor dem Käse hatte. Schließlich wurde ihr wegen ihrer Gesundheit der Käsegenuß verboten. Margareta Maria Alacoque enthielt sich stets aller geistigen Getränke. Sie war ihr Leben lang Totalabstinentin und ist auch als solche ein leuchtendes Vorbild der Entsagung aus Liebe zu Gott. Vom Himmel aus ist sie jetzt eine mächtige Fürbitterin und Schutzpatronin aller katholischen Abstinenten.

Mit der Menge ihrer Entsagung wuchsen ihre Gottesliebe und damit die himmlischen Tröstungen und Gnadenerweise so sehr, daß sie einst ausrief: "Herr, mein Herz ist überfüllt! vergrößere es oder halte diesen Überfluß zurück!" Sträubte sie sich, ein Opfer zu bringen, so erschien ihr der leidende Heiland mit seinen Wunden, mahnte sie zur Ausdauer und verhieß ihr seine Kraft.

Der 6. November 1672 war der Tag ihrer feierlichen Gelübde. Am Morgen nach der heiligen Kommunion ritzte sie sich einen Finger auf und schrieb mit ihrem Blute:

"Ich elendes, unwürdiges Nichts erkläre, daß ich mich meinem Gott ergeben und opfern will, um alles zu tun, was er von mir verlangt, und mich ganz seinem göttlichen Wohlgefallen zu überlassen. Ich verlange für mich nichts, als Eifer für seine Ehre und seine reine Liebe, der ich mich für immer hingebe. - Von nun an gehöre ich meinem Geliebten als seine Sklavin, seine Magd, sein Geschöpf, aber zugleich seine unwürdige Braut, Schwester Margareta Maria, gestorben für die Welt. Alles von Gott, nichts von mir; alles für Gott, nichts für mich."

4. Die Vertraute des Herzens Jesu

Ein Lieblingsort der Schwester Margareta Maria war ein Haselnußgebüsch im Garten. Hier betete sie sehr viel und hatte da eine Erscheinung ihres lieben Erlösers. Als Beschäftigung hatte sie eine Zeit lang das Amt einer Gehilfin der Krankenschwester. Je mehr sie voraneilte auf dem Wege zur Vollkommenheit, um so mehr wuchs der Neid des Teufels. Er verlangte, sie wie Job quälen zu dürfen. Alles was sie trug, stieß er ihr aus den Händen, was ihr viele Verweise eintrug. Sie ertrug alles in Geduld. Gott schützte sie, verlangte aber immer mehr Opfer, besonders schickte er ihr auch viele körperliche Leiden. Als der Teufel sie einmal heftig auf den Kopf schlug, litt sie lebenslang an furchtbaren Kopfschmerzen. Als Krankenpflegerin küßte sie wiederholt eiternde Wunden, um den Ekel der Natur zu überwinden. Vom Krankensaal kam Margareta in den Speisesaal, wo sie sich das Geringste und Schlechteste zuteilte. Obwohl sie sehr geschickt war, hatte sie durch Zulassung Gottes und durch Quälerei des Teufels viel Mißerfolg. Eine neue Beschäftigung erhielt sie, als ihr die Obsorge um die Pensionärinnen übertragen wurde. Diese liebten ihre Vorgesetzte sehr. Auch die Oberin des Klosters, Mutter Franziska Saumaise war voller stiller, zurückhaltender Bewunderung für Schwester Margareta Maria.

Eines Tages ließ ihr der liebe Heiland die Wahl zwischen einem höchst glücklichen Leben voll Trost, Friede und Gesundheit, voll Achtung und Zuneigung von seiten ihrer Mitmenschen oder aber einem Leben voll Widerspruch und Schmähung, in Leiden des Körpers, Ängsten und Versuchungen der Seele. Margareta Maria erwiederte: "Du genügst mir, Herr, ich will nur Dich, wähle Du für mich. Gib mir, was am meisten zu Deiner Ehre gereicht." Jesus wählte für sie ein Leben voll Schmerzen. Die bevorzugte Dienerin des Herzens Jeus nahm diese Gabe und küßte die Hand, welche sie ihr reichte. Ihre nun folgenden Leiden des Körpers und der Seele zu schildern, ist fast unmöglich. Wie groß auch die Leiden waren, Jesus stärkte sie in Seinem steten vertrauten Verkehr. Gab ihr Jesus einen Befehl, verbot die Oberin die Ausführung, und klagte sie es wiederum ihrem Lehrmeister, dann befahl Jesus, der Oberin zu folgen, er werde den Willen der Oberin schon lenken.

5. Die Schülerin des Herzens Jesu

Am 27. Dezember 1673 kniete sie nach der heiligen Kommunion vor dem Tabernakel in inniges Gebet versunken, da erschien ihr das göttliche Herz Jesu auf einem Flammenthrone, nach allen Seiten Strahlen sendend wie die Sonne, die Wunde der Lanze sichtbar, von einer Dornenkrone umgeben, und auf dem Herzen stand das Kreuz und Jesus sprach:

"Mein göttliches Herz ist so voll von Liebe zu den Menschen und besonders zu dir, daß ihre Flammen hervorbrechen, um sie durch dich den Menschen zu offenbaren, und sie zu bereichern mit den Schätzen, welche du siehst, und die überreiche aber notwendige Gnade enthalten, um die Menschen zu retten vor dem Abgrund des Verderbens. Dich, Unwürdige und Unwissende, habe ich auserwählt zur Erfüllung meiner Absichten, damit es klar werde, daß alles ganz mein Werk ist. Deshalb gib mir dein Herz!"

Sie tat wie befohlen, und der Erlöser nannte sie von jetzt an "Schülerin des Herzens Jesu". Jesus verlangte, daß das Bild Seines Herzens überall ausgestellt und verehrt werden soll, und daß auf die Orte, wo sein Bild den Ehrenplatz einnehme, die reichsten Segnungen herniederströmen.

Diese Erscheinungen erneuerten sich für Margareta am ersten Freitag eines jeden Monats.

Am 8. Februar 1674 erschien Jesus auf gleiche Weise, zeigte ihr sein Herz mit seiner Liebe zu den Menschen, die ihm aber nur mit Undank lohnten, was ihm schmerzlicher sei, als alle Qualen, die Er während seines bitteren Leidens erduldet habe.

"Gehe jeden ersten Freitag des Moants zur heiligen Kommunion." "Tue nichts ohne Gutheißung deiner Oberin, damit der Teufel dich nicht betrüge, denn über Gehorsame vermag er nichts." So befahl ihr Jesus. Schwere in Geduld ertragene Krankheiten und andere Prüfungen heiligten immer mehr die Gottesbraut, an der Gott immer neue Wunder wirkte.

1674 wurde P. Claudius de la Colombière Rektor der Jesuiten in Paray-le-Monial und zugleich Beichtvater und Seeelenführer der gottbegnadigten Ordensschwester. Claudius de la Colombière wurde am 16. Juni 1929 von Pius XI. selig gesprochen.

Am 19. Juni 1675, in der Fronleichnamsoktav, erschien ihr Jesus wieder, wie so oft, als sie vor dem Tabernakel kniete. Er entblößte sein Herz und sagte:

"Sieh hier das Herz, das die Menschen so sehr liebt, daß es nichts gespart hat, um sich zu opfern, und zu erschöpfen in Liebesbeweisen; und als Dank empfange ich von den meisten Menschen nur Kälte, Unehrerbietigkeit, Verachtung und Sakrilegien in diesem Sakrament der Liebe. Was mich aber am meisten schmerzt, ist, daß Herzen, die Mir besonders geweiht sind, Mir auf diese Weise begegnen. Darum verlange Ich von dir, daß der erste Freitag nach der Fronleichnamsoktav ein besonderer Festtag zur Verehrung Meines Herzens werde; daß man an dem Tage sich dem heiligen Tische nahe, und einen Ehrenersatz leiste, zur Sühnung all der Beleidigungen, welche Meinem Herzen, seit es auf den Altären weilt, zugefügt wurden, und ich verspreche dir, daß Mein Herz diejenigen im reichsten Maße den Einfluß seiner Liebe fühlen lassen wird, die es verehren, und die sorgen, daß es auch von andern verehrt werde."

Maragreta Maria hatte Bedenken gegen die große Aufgabe, die sie als "Schülerin des Herzens Jesu" erhalten; aber der Erlöser verhieß ihr seine Hilfe und schickte sie zu P. Claudius de la Colombière, ihrem Beichtvater, der ihr in der Ausführung ihres Auftrages behilflich sein soll. Am 21. Juni, am Fest des heiligen Aloysius, desselben Jahres, weihte sie sich ganz ungeteilt dem göttlichen Herzen Jesu. Schwerster Margareta Maria und P. Claudius de la Colombière führten trotz unzähliger Hindernisse mit der Hilfe Gottes den Befehl aus. Daß sie Erfolg hatten, zeigt der heutige Stand der Herz Jesu-Verehrung. 1676 wurde P. Claudius de la Colombière nach Paris und von dort nach England versetzt, von wo er mit dem Kloster in Paray-le-Monial in stetem Briefwechsel blieb.

6. Die Erbin des Herzens Jesu

Margareta Maria genoß weiter des fortwährenden Verkehrs mit dem göttlichen Heilande. Unter anderem sagte er ihr einst: "Die Hölle kann nicht schrecklicher sein, als der Zustand eines der Gnade Gottes beraubten Herzens." "Ich habe das Weihwasser gern, und liebe so sehr das Kreuz, daß ich die Seelen, die es um meinetwillen tragen, noch inniger mit mir verbinde."

1678 erhielt Margareta Maria in Péronne Rosalie Greyffié eine neue Oberin. Von diesem Jahre an erschien ihr Jesus stets in Begleitung eines Engels. Im selben Jahre verlangte ihr göttlicher Lehrmeister von ihr ein geistliches Testament, worin sie alle Arbeiten, Leiden und Verdienste ihm übergebe. Die Oberin unterzeichnete: "31. Dezember 1678, Schwester Péronne Rosalie Greyffié; die Erblasserin: Schwester Margareta Maria, Schülerin des Herzens Jesu." Mit einem Federmesser schnitt sie den Namen "Jesus" in ihre Brust und schrieb mit dem Blute dieser Wunde auf wörtliche Eingebung ihres göttlichen Lehrmeisters:

"Ich mache dich zur Erbin Meines Herzens und aller darin verborgenen Schätze, und dies für Zeit und Ewigkeit. Zugleich gelobe ich dir, daß es dir nie an Hilfe fehlen wird, solange es Meinem Herzen nicht an Macht gebricht. Du bleibst dessen Schülerin und Vielgeliebte."

Am 15. Februar 1682 starb P. Claudius de la Colombière in Paray-le-Monial, wohin er nach viel Leiden und Verfolgungen aus England zurückgekehrt war, an der Schwindsucht eines heiligen Todes.

Margareta Maria verlor an ihm ihren besten Freund. Sie betete nicht für seine Seelenruhe, weil sie von Jesus wußte, daß er am Tage der Beerdigung in den Himmel aufgenommen worden ist. Papst Leo XIII. hat am 8. Januar 1880 die Einführung des Seligsprechungsprozesses genehmigt und Pius XI. ihn am 16. Juni 1929 selig gesprochen.

Unter der neuen Oberin Maria Christina Melin wurde Margareta Maria Assistentin und Novizenmeisterin. In der Erziehung der Novizinnen hatte sie herrliche Erfolge. Sie wurde nie müde, in aller Herzen die Andacht zum göttlichen Herzen Jesu zu begründen und zu fördern. Zur Feier des Festes vom Herzen Jesu lud sie ihre Mitschwestern und die Novizinnen ein. Freilich waren noch viele Vorurteile und andere Schwierigkeiten gegen die Herz Jesu-Andacht zu überwinden. Jesus führte durch seine treue Dienerin seine Pläne zum Siege.

7. Erster Triumph

1686 wurde es Margareta Maria möglich, die ersten Darstellungen ihres neuen Herz Jesu-Bildes verteilen zu können. Ihre frühere Oberin Greyffié sandte sie ihr. Die Andacht zum göttlichen Herzen Jesu wuchs immer mehr im Kloster des heiligen Franz von Sales in Paray-le-Monial und verbreitete sich von dort auch nach auswärts, besonders durch die früheren persönlichen Bemühungen von P. Claudius de la Colombière und durch seine hinterlassenen Schriften, wie "Retraite spirituelle", die eifrig gelesen und verbreitet wurde. Am meisten trugen die geduldigen Leiden der Schwester Margareta Maria dazu bei.

Der liebe Heiland offenbarte Margareta Maria neue Verheißungen. Am 24. August 1685 schrieb sie solche an Mutter de Saumaise:

"Er (Jesus) versprach mir, daß alle, die sich diesem heiligen Herzen weihen, niemals verloren gehen werden, und daß Er, der Quell aller Segnungen, diese im Überfluß ausgießen wird über jene Stätten, an denen das Bild dieses liebenswürdigen Herzens ausgestellt ist, um verehrt und geliebt zu werden. Durch dieses Mittel wolle er die Zwietracht aus den Familien entfernen und denen helfen, die sich in Not befinden."

Am 21. Juni 1686 wurde das Herz Jesu-Fest im Kloster feierlich begangen und bald darauf im Hause die erste private kleine Herz Jesu-Kapelle mit dem Herz Jesu-Bilde errichtet.

Besonderen Glanz bekam die Herz Jesu-Andacht, als am 7. September 1688 im Klostergarten die erste größere Herz Jesu-Kapelle mit einem großen Herz Jesu-Bilde mit großer Feier eingeweiht wurde. Sie wurde der Lieblingsaufenthalt der Schwester Margareta Maria. In der Folge versah Margareta Maria wieder das Amt einer Krankenschwester und dann wieder einer Assistentin im Jahre 1687. Die Zahl der besonderen Verheißungen, welche ihr das göttliche Herz Jesu machte, beträgt zwölf. Sie hat sie alle in ihren Briefen aufgezeichnet. Hier sei noch besonders die sogenannte große Verheißung erwähnt:

"Ich verspreche dir im Übermaße der Güte Meines Herzens, daß Meine allmächtige Liebe allen, die in neun aufeinanderfolgenden Monaten am ersten Freitag die heilige Kommunion empfangen, die Gnade aufrichtiger Reue in der Todesstunde verleihen wird, so daß sie nicht in Meiner Ungnade sterben, sondern die heiligen Sakramente empfangen, und in der letzten Stunde einen sicheren Zufluchtsort finden in Meinem Herzen."

8. Ein heiliger Tod

1690 sollte Schwester Margareta Maria zur Ordensoberin gewählt werden. Doch sie bat den lieben Heiland, dieses Opfer nicht von ihr zu verlangen, und Jesus erhörte ihre Bitte. Schwester Lévy Chateaumourant wurde Oberin. Im selben Jahre sagte Margareta Maria ihren baldigen Tod voraus, sowie die Früchte, welche ein Buch über die Herz Jesu-Andacht von P. Croiset S.J. hervorbringen werde. Sie bat, noch 40tägige Exerzitien machen zu dürfen, die sie am 22. Juli 1690 begann. Am 8. Oktober mußte sie sich infolge schwerer Leiden zu Bette legen. Die Sterbesakramente wurden ihr gespendet. Ihre Vorbereitung auf den Tod war ergreifend und rührend. "Jesus" war ihr letztes Wort. Sie starb am 17. Oktober 1690 abends 8 Uhr mit 43 Jahren, von denen sie 19 im Orden zubrachte. Das Volk verbreitet die Todesnachricht mit den Worten: "Die Heilige ist tot!"

9. Gottes Lohn

Das heiligste Herz Jesu hatte die Seele seiner auserwählten Braut in den Himmel aufgenommen. Das Volk eilte in Menge ins Kloster, um die Dienerin Gottes nochmals zu sehen. Mehrere Kranke wurden auf der Stelle gesund. An ihrem Grabe geschahen fortwährend Wunder. Leo XII. gab ihr am 28. März 1824 den Titel "ehrwürdig". Pius IX. sprach sie selig, Benedikt XV. hat am 17. März 1918 den Heiligsprechungsprozeß abgeschlossen. Am 13. Mai 1920 wurde Margareta Maria Alacoque von Benedikt XV. heilig gesprochen.

Gott hat ein schwaches Geschöpf, Schwester Margareta Maria, benützt, um die Andacht zum Herzen Jesu einzuführen und zu verbreiten. Heute hat diese Andacht die Welt erobert. Ströme von Gnaden sind durch sie auf die heilige Kirche Gottes und ihre Kinder niedergeflossen und fließen immer noch weiter. Die Vorhersagung Margareta Maria's hat sich erfüllt: "Das Herz Jesu wird herrschen!"


Urteil der heiligen Margareta Maria Alacoque über die Herz Jesu-Andacht

"Ich wüßte keine Andacht im geistlichen Leben, die mehr geeignet wäre, eine dem Dienste Gottes ergebene Seele in kurzer Zeit zu einer höheren Stufe der Heiligkeit zu erheben, als diese Andacht. Ja, ich bin überzeugt, daß, wenn man wüßte, wie wohlgefällig dieselbe für Jesus ist, es keinen Christen gäbe, der diesen liebreichen Erlöser nur halbwegs liebt, sie nicht allsogleich ausübte. Mein göttlicher Erlöser hat mir zu erkennen gegeben, daß auch weltliche Personen durch diese Andacht alle Hilfe finden, die sie in ihrem Stande nötig haben, nämlich Frieden in ihrer Familie, Erleichterung in ihren Arbeiten, den Segen des Himmels in ihren Unternehmungen, Trost im Leiden und in diesem anbetungswürdigen Herzen eine Zufluchtsstätte im Leben und ganz besonders in der Stunde des Todes. O wie süß ist der Tod, wenn man das Herz desjenigen, der uns richten soll, stets verehrt hat!"

Was sagt Papst Pius XII. über die Herz Jesu-Andacht?

In seiner Enzyklika "Haurietis Aquas" vom 15. Mai 1956 schreibt Papst Pius XII. über die Herz Jesu-Verehrung u.a.:

"Unmöglich können die Gnadengaben aufgezählt werden, welche die dem heiligsten Herzen Jesu erwiesene Verehrung in die Seelen der Gläubigen ergießt, indem er sie reinigt, mit himmlischem Trost erquickt und zu allen Tugenden anregt... Ein unschätzbares Geschenk... Eine unerschöpfliche Fülle himmlischer Gaben...

Jesu Herz, als ein vornehmster Teil seiner menschlichen Natur, hypostatisch mit der Person des göttlichen Wortes verbunden, ist deshalb der gleiche Kult der Anbetung zu erweisen, womit die Kirche die Person des menschgewordenen Sohnes Gottes ehrt...

Sein Herz ist mehr als alle übrigen Glieder seines Leibes ein natürliches Zeichen oder Sinnbild seiner unermeßlichen Liebe zum Menschengeschlecht...

Nichts also steht im Wege, das heiligste Herz Jesu Christi anzubeten, da es ja teilhaft und ein natürliches, tief bezeichnendes Sinnbild jener unerschöpflichen Liebe ist, von der unser göttlicher Erlöser immer noch zu allen Menschen brennt. Wenn es nunmehr auch den Erschütterungen dieses sterblichen Lebens nicht mehr unterworfen ist, so lebt es doch und schlägt und ist unlösbar verbunden mit der Person des göttlichen Wortes und in ihr und durch sie mit seinem göttlichen Willen. Weil deshalb das Herz Christi überfließt von göttlicher und menschlicher Liebe und weil es überreich ist an allen Gnadenschätzen, die unser Erlöser durch sein Leben, sein Leiden und seinen Tod erworben hat, ist es wahrlich eine Quelle jener ewigen Liebe, die sein Geist in alle Glieder seines mystischen Leibes einströmen läßt.

Das Herz unseres Heilandes gibt also irgendwie das Bild der göttlichen Person des Wortes wieder, ebenso der doppelten, menschlichen und göttlichen Natur; und in ihm können wir nicht nur das Sinnbild, sondern auch die Zusammenfassung des ganzen Geheimnisses unserer Erlösung erblicken. Wenn wir das heiligste Herz Jesu Christi anbeten, so beten wir in ihm und durch es die ungeschaffene Liebe des göttlichen Wortes, wie zugleich seine menschliche Liebe, seine übrigen Gesinnungen und Tugenden an, da diese zweifacher Liebe unseren Heiland bewog, sich für uns und die ganze Kirche, seine Braut, hinzuopfern...

Diese Verehrung ist in ihrem Wesen nichts anderes als Verehrung der göttlichen und menschlichen Liebe des fleischgewordenen Wortes, ist wieder nichts anderes als die Verehrung jener Liebe, mit der auch der himmlische Vater und der Heilige Geist die sündigen Menschen umhegen...Bahnbrecher und Förderer der Verehrung des heiligsten Herzens Jesu waren die Heiligen Bonaventura, Albert der Große, Gertrud, Katharina von Siena, der selige Heinrich Seuse, die Heiligen Petrus Canisius und Franz von Sales, Johannes Eudes und an erster Stelle Margareta Maria Alacoque mit Hilfe des seligen Claude de la Colombière.

Dieser Kult hat seinen Ausgang nicht von einer göttlichen Privatoffenbarung genommen, noch daß er in der Kirche plötzlich dagewesen sei; er ist vielmehr von selbst erblüht aus lebendigem Glauben und inniger Andacht, die begnadete Menchen zum anbetungswürdigen Erlöser und seinen verklärten Wundmalen beseelte, jene das Menschenherz tief und mächtig ergreifender Zeugen seiner unermeßlichen Liebe... Dieser Kult hat seine Wurzel in den Grundlagen der christlichen Lehre...

(Am 6. Februar 1725 gestattete Papst Klemenz XIII. den Bischöfen Polens und der sogenannten Römischen Erzbruderschaft vom heiligsten Herzen Jesu die liturgische Feier des Herz Jesu-Festes. Am 23. August 1856 dehnte Papst Pius IX. das Herz Jesu-Fest auf die ganze Kirche aus.)

Wenn diese Andacht ausdauernd, mit klarer und tiefereindringender Einsicht geübt wird, muß ein gläubiges Herz zu jener wohltuenden Erkenntnis der Liebe Christi kommen, welche die Summe des christlichen Lebens ausmacht... Dieser Kult ist eine Frömmigkeitsform, welche die geistige, echte und wahre Gottesverehrung durchaus vervollkommnet...

Wenn der gläubige Christ das Herz Jesu verehrt, so verehrt er anbetend zusammen mit der Kirche das Zeichen und gleichsam die Spur der göttlichen Liebe, die so weit gegangen ist, daß sie auch mit dem Herzen des fleischgewordenen Wortes die mit so viel Schuld befleckte Menschheit liebte...

Die Verehrung des heiligsten Herzens gilt in Übung und Praxis als vollkommenes Bekenntnis der christlichen Religion. Das ist ja die Religion Jesu, die ganz in den Mittler Mensch - und - Gott gelegt ist, so daß man zum Herzen Gottes nur kommen kann durch das Herz Christi, wie er selbst sagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als durch mich" (Jo. 14,6)...

Die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu ist dem Wesen der Sache nach der Kult der Liebe, mit der Gott uns durch Jesus geliebt hat, und zugleich die Übung unserer Liebe zu Gott und den übrigen Menschen... Dies ist das Ziel dieser Verehrung, auf das sie geht, daß wir die Liebe, die uns mit Gott und den übrigen Menschen verbindet, zur höchsten Vollendung bringen, dadurch daß wir tagtäglich eifriger das neue Gebot (der Nächstenliebe) erfüllen...

Es geht hier nicht um eine gewöhnliche Andachtsform, die jeder nach Gutdünken den übrigen nachsetzen oder geringachten darf, sondern um eine Hingabe an Gott, die mächtig hilft zur Erlangung der christlichen Vollkommenheit...

Andacht ist (nach dem heiligen Thomas von Aquin O.P.) nichts anderes als ein Wollen, sich entschlossen dem hinzugeben, was zum Dienste Gottes gehört; kann dann ein Dienst Gottes pflichtgemäßer und notwendiger, aber auch edler und beglückender sein als der, welcher der Liebe zu dienen vermag? Was kann jedoch Gott willkommener und angenehmer sein als jener Dienst, der der göttlichen Liebe sich hingibt, da ja jeder freiwillige Dienst in gewissem Sinne ein Geschenk ist, und die Liebe "die Bedeutung des ersten Geschenkes hat, durch das alle Geschenke umsonst gegeben werden" (Heiliger Thomas, quae. 38, a. 2)...

Wo nun, ehrwürdige Brüder, ist gegen das viele Böse, das, wenn überhaupt je, so besonders heute die Einzelmenschen, die Familien, die Nationen und den ganzen Erdkreis in bedrückende Unordnung versetzt, Hilfe zu suchen? Gibt es eine Andacht, die hochwertiger wäre als die Herz Jesu-Verehrung, die genauer der Eigenart des katholischen Glaubens entspräche, die angepaßter den heutigen Nöten der Kirche und der Menschheit entgegenkäme? Welche Gottesverehrung wäre würdiger, ansprechender und heilsamer als sie, da der Kult, um den es geht, ganz auf die Liebe Gottes ausgerichtet ist? Was endlich kann wirksamer als die Christusliebe, und die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu entzündet sie täglich mehr, die Gläubigen bestimmen, das Gesetz des Evangeliums in ihrer Lebensführung zu verwirklichen, ohne das, wie das Wort des Heiligen Geistes, "das Werk der Gerechtigkeit ist der Friede" (Js. 32,17), überzeugend mahnt, keineswegs ein Friede unter den Menschen herrschen kann, der diesen Namen verdient.

"Seht, ein anderes Segen verkündendes und göttliches Zeichen bietet sich heute den Blicken dar: das heiligste Herz Jesu..., das in hellem Glanz unter den Flammen aufleuchtet. Auf dieses Zeichen ist alle Hoffnung zu setzen: von ihm ist das Heil der Menschen zu erflehen und zu erwarten" (Papst Pius XI. in der Enyzklika "Miserentissimus Redemptor" vom 8. Mai 1928)...

Es ist auch unser brennender Wunsch, daß alle, die mit Stolz sich Christen nennen und angestrengt für die Errichtung des Reiches Christi auf Erden kämpfen, die andächtige Verehrung des Herzens Jesu zum Wahrzeichen und zur Quelle der Einheit, des Heiles und Friedens wählen. Doch soll niemand glauben, daß durch diese Andacht den anderen Frömmigkeitsformen, in denen das christliche Volk unter Führung der Kirche den göttlichen Erlöser ehrt, irgendwie Abbruch getan wird. Im Gegenteil wird eine innige Herz Jeus-Andacht die Verehrung des heiligen Kreuzes und die Liebe zum hochheiligen Altarsakrament ohne Zweifel nur stark fördern..

Die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu ist die wirkungsvollste Schule der Gottesliebe...

Damit sich aber aus dem Kult des heiligsten Herzens Jesu auf die christliche Familie, ja die ganze Menschheit ein reicherer Segen ergieße, mögen die Christgläubigen mit ihr auch die Verehrung des unbefleckten Herzens der Gottesmutter eng verbinden. Denn da nach dem Willen Gottes bei der Durchführung des Erlösungswerkes der Menschheit die allerseligste Jungfrau Maria mit Christus derart untrennbar verbunden war, daß das Heil uns aus der innigen Verbindung der Liebe und der Leiden Christi mit der Liebe und den Schmerzen auch der Mutter kam, ist es recht und angebracht, daß durch das christliche Volk, das ja sein göttliches Leben von Christus durch Maria empfangen hat, nach der gebührenden Andacht zum heiligsten Herzen Jesu auch dem liebevollen Herzen der himmlischen Mutter Erweise der Anhänglichkeit, der Liebe, dankbarer und sühnender Gesinnung beigefügt werden."

Diese Enzyklika Pius XII. ergänzt die beiden anderen Rundschreiben über das Herz Jesu: "Annum sacrum" von Leo XIII. (2. Mai 1899) und "Miserentissimus Redemptor" von Pius XI. (8. Mai 1928).


Der Wortlaut der Verheißungen unseres Herrn Jesus Christus
an die heilige Margareta Maria Alacoque
für die Verehrer seines göttlichen Herzens

  1. "Die Weltleute werden mittels dieser liebenswürdigen Andacht alle für ihren Stand notwendige Hilfe finden."
    Vie et oeuvre de la B.M.M. Alacoque. Paris, Poussielque, 1867. Neue Ausgabe von Mgr. Gauthey, Bischof von Nevers, späterer Erzbischof von Besançon, 3 Bände, Paris, Gigord 1915, II. 286. Brief 132.
  2. "Er wird ihren Familien den Frieden schenken." "Er wird die getrennten Familien wieder vereinigen."
    L.c. und II. 68. Brief 35.
  3. "In ihrer Not wird er sie trösten."
    L.c. II. 268. Brief 132.
  4. "Sie werden in diesem Herzen ihre Zuflucht im Leben, besonders aber in der Stunde des Todes finden."
    L.c. II. 286.
    "Wie süß ist das Sterben, nachdem man eine beständige Andacht zum Herzen dessen unterhalten hat, der uns richten wird."
    L.c. II. 286.
    "Die, welche dieses heilige Herz verehren, werden nie verloren gehen."
    L.c. II. 64.
  5. "Über alle ihre Unternehmungen wird er Segnungen ausgießen."
    L.c. II. 286. Brief 132 und I. 289.
    "Er wird sie in allen ihren Arbeiten unterstützen."
    L.c. II. 64. Brief 32 und II. 68. Brief 33.
  6. "Ich hoffe, daß dieses göttliche Herz eine überfließende und unerschöpfliche Quelle von Barmherzigkeit und Gnaden werde..., um den gerechten Zorn Gottes für so viele Verbrechen zu besänftigen..., Gott wird im Hinblick auf die Liebe, die er zu diesem heiligen Herzen trägt, den Sündern verzeihen. Das heilige Herz ist wie eine Feste und ein sicherer Zufluchtsort für alle armen Sünder, die sich dorthin flüchten wollen, um der göttlichen Grechtigkeit zu entgehen."
    L.c. II. 190. Brief 95.
    "Das heilige Herz ist allmächtig, um Barmherzigkeit zu erlangen."
    L.c. II. 68. Brief 33 an M. Greyffié.
    "Das heilige Herz will eine große Menge vom Wege des Verderbens zurückziehen, um das Reich seiner Liebe daselbst zu errichten."
    L.c. II. 199. Brief 98.
  7. "Er hat mir versprochen..., die süße Salbung seiner brennenden Liebe über alle Gemeinden auszugießen, welche ihn verehren und sich unter seinen besonderen Schutz stellen werden: er wird die Züchtigungen seiner göttlichen Gerechtigkeit entfernen, um sie wieder eifrig zu machen, wenn sie lau geworden sein sollten."
    L.c. II. 65 und 68. Brief 32 an M. Saumaise und Brief 33 an M. Greyffié.
  8. "Ich kenne keine andere Übung der Frömmigkeit, die imstande wäre, in kurzer Zeit eine Seele zur höchsten Vollkommenheit emporzuführen."
    L.c. II. 285. Brief 132.
  9. "Mein göttlicher Erlöser gab mir zu verstehen, daß alle, welche am Heile der Seelen arbeiten, die Gabe haben werden, auch die verhärtetsten Herzen zu rühren; sie werden, falls sie nur selber eine zarte Andacht zu seinem heiligen Herzen pflegen, mit wunderbarem Erfolg arbeiten."
    L.c. I. 290. II. 200. Brief an M. Saumaise. II. 286. Brief 95.
    "Es genügt, das göttliche Herz bekannt zu machen und dann ihm die Sorge zu überlassen, die Herzen, die er sich vorbehalten hat, mit der Salbung seiner Gnade zu durchdringen: glücklich, wer zu dieser Zahl gehört!"
    L.c. II. 242. Brief 114.
  10. "Da er die Quelle allen Segens ist, so wird er diesen reichlich über alle Orte ausgießen, an denen das Bild dieses liebenswürdigen Herzens zur Liebe und Verehrung aufgestellt ist."
    L.c. II. 64. Brief 32 und II. 68.
  11. "Er ließ mich viele Namen schauen, die darin (im heiligen Herzen) eingeschrieben waren wegen ihres Verlangens, seine Ehre zu fördern, darum wird er es nie gestatten, daß sie daraus getilgt werden."
    L.c. II. 70. Brief 32 an M. Greyffié.
    "Er entdeckte mir Schätze von Liebe und Gnaden für die Personen, welche sich ihm weihen und hinopfern, damit sie ihm alle Ehre, Liebe und Verherrlichung verschaffen, die nur in ihrer Macht steht."
    L.c. II. 158. Brief 82 an M. Saumaise.
  12. "Im Übermaß meiner Barmherzigkeit verspreche ich dir, daß meine allmächtige Liebe all denen, welche neun Monate nacheinander am ersten Freitag kommunizieren, die Gnade der endlichen Bußfertigkeit gewähren wird; sie werden nicht in meiner Ungnade, noch ohne Sakramentenempfang sterben und mein Herz wird für sie eine sichere Zuflucht in dieser Stunde sein."
    L.c. II. 159. Brief 82 an M. Saumaise.

Andachtsübungen zum göttlichen Herzen Jesu

Morgengebete

O mein Gott, mit lebendigem Glauben und tiefster Ehrfurcht bete ich Dich an und danke Dir für alle Gnaden, die ich von Deiner freigebigen Güte empfangen habe, besonders für die Gnade der Erschaffung, der Erlösung und Erhaltung, für das Glück des wahren heiligen Glaubens, und daß Du mich diese Nacht vor einem plötzlichen Tode bewahrt hast. O heiligstes Herz, ich schenke und weihe mich Dir ganz: mein Herz, mein Gedächtnis, meinen Verstand und meinen Willen, damit alles, was ich tun und leiden werde, aus Liebe zu Dir geschehe und zu Deiner Ehre gereiche; damit ich Dich liebe durch alles, was ich sehen und hören werde; damit alle meine Worte ebenso viele Akte der Anbetung, der Liebe und Lobpreisung seien gegen Deine höchste Majestät, alle Bewegungen meiner Lippen ebenso viele Akte der Reue über die Sünden, die ich begangen, und über die Unterlassungen des Guten, welche ich verschuldet habe. O Herz der Liebe, möchte ich Dich so oft an mich ziehen können, als ich die Luft einatme, und dich dem ewigen Vater aufopfern, so oft ich sie wieder ausatme, zum Dank für alle seine Wohltaten!

Im Vertrauen auf Deine unendliche Barmherzigkeit mache ich auch die Meinung, alle heiligen Ablässe zu gewinnen, deren ich heute teilhaft werden kann, und bitte Dich, sie zum Heil meiner Seele gereichen zu lassen. Auch vereinige ich mich mit allen Gebeten, guten Werken und heiligen Absichten der leidenden, streitenden und triumphierenden Kirche.

Indem ich so mein ganzes Wesen den Anordnungen Deines heiligsten Willens überlasse, bitte ich Dich um Deinen heiligen Segen, o mein Gott.

Sei gegrüßt, o meine liebenswürdige Herrin, würdige Mutter meines Gottes, ich verehre dich von ganzem Herzen und weihe dir meine Freiheit, indem ich dich bitte, die Lenkerin meiner Schritte, die Beherrscherin meines Lebens und die Regel all meiner Absichten, Wünsche und Handlungen zu sein. Sei du auch, o heiligste Jungfrau, mein Stern auf dem Meere dieses Leben, der sichere Hafen meines Heiles und meiner Ewigkeit, und mit deinem Schutz und Segen, o süße Zuflucht der Sünder, verleihe mir die Gnade, wie du zu leben und zu sterben.

Heiliger Schutzengel und ihr, meine heiligen Patrone, seid gegrüßt! Verleihet mir, ich bitte euch, euren mächtigen Schutz und Beistand. Amen.

Vater unser. Gegrüßt seist du Maria. Ehre sei dem Vater. Der Engel des Herrn.

(Heilige Margareta Maria Alacoque)

 

Göttliches Herz Jesu, ich bitte Dich, schenke den Seelen im Fegfeuer die ewige Ruhe, denen, die heute sterben die Gnade eines guten Todes, den Sündern wahre Reue, den Heiden das Licht des Glaubens, mir und den Meinen Deinen Segen.

Erbarmungsvolles Herz Jesu, Dir empfehle ich alle diese Seelen. Für sie opfere ich Dir alle Deine Verdienste auf, auch die Verdienste Deiner seligen Mutter und aller Engel und Heiligen, sowie alle heiligen Meßopfer, Kommunionen, Gebete und guten Werke, die heute auf dem ganzen christlichen Erdkreis dargebracht oder verrichtet werden.

500 Tage Ablaß (Päpstliches Breve vom 13. März 1901; Poenit. 18. Januar 1933 und 10. März 1949).

 

Heiliges Herz Jesu, gieße in reicher Fülle Deinen Segen aus über die heilige Kirche, den Papst und den ganzen Priesterstand! Gib den Gerechten die Gnade der Beharrlichkeit, bekehre die Sünder, erleuchte die Ungläubigen, segne unsere Verwandten, Freunde und Wohltäter, stehe den Sterbenden bei und befreie die Seelen aus dem Fegfeuer! Breite über alle Herzen die süße Herrschaft Deiner Liebe aus! Amen.

500 Tage Ablaß. Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn man das Gebet einen ganzen Monat lang jeden Tag andächtig betet (Ablaßkongr. 16. Juni 1906; Poenit. 23. Juni 1934 und 18. Juni 1949).

 

Ich grüße Dich, heiliges Herz Jesu. Du bist die nie versiegende, erfrischende Quelle, die unvergängliches Leben spendet. Du bist die überreiche Schatzkammer der Gottheit, der brennende Herd der göttlichen Liebe. Du bist meine Ruhestätte und sichere Zuflucht.
Liebenswürdiger Heiland, entzünde in meinem Herzen die glühende Liebe, die in Deinem Herzen lodert! Gieße in mein Herz die reichen Gnaden, die Deinem Herzen entströmen! Dein Wille sei der meine, der meine sei stets gleichförmig mit dem Deinen. Amen.

500 Tage Ablaß (Poenit. 5. Februar 1935 und 18. Juni 1949)

 

Öffne mir Dein Herz, lieber Jesus, und laß mich seine Anziehungskraft verspüren! Vereinige mich für immer mit ihm! Gib, daß jeder Atemzug und jeder Schlag meines Herzens, das auch während des Schlafes nicht ausetzt, für Dich ein Beweis meiner Liebe ist und Dir sagt: Ja, Herr, ich bin ganz Dein. Das Zeichen Deiner Liebe ist meinem Herzen eingeprägt und wird nie verlöschen. Nimm das wenige Gute entgegen, das ich tue und gib mir die Gnade, alles Böse wieder gutzumachen, damit ich Dich preisen kann in der Zeit und in der Ewigkeit. Amen.

(Kardinal R. Merry del Val)
500 Tage Ablaß. Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen,
wenn man das Gebet einen ganzen Monat lang jeden Tag betet (Poenit. 8. Juni 1949).

Vater unser. Glaube. Der Engel des Herrn.


Die Betrachtung

Man mache jeden Morgen eine Betrachtung von 5 - 15 Minuten.

Das Partikularexamen

Eine Gewissenserforschung über bestimmte Fehler und bestimmte Tugendübungen.

Das Atmen der Seele

Im Verlaufe des Tages betet man sehr oft kleine Stoßgebetchen.

Mittags

Der Engel des Herrn und das Partikularexamen.

Abendgebete

Im Gefühle meiner tiefsten Niedrigkeit werfe ich mich vor Dir nieder, allerheiligstes, göttliches Herz Jesu, um Dir zu huldigen, Dich anzubeten, Dich zu lieben und zu preisen, so viel ich es vermag. Dir, o Jesus, meinem vollkommenen Freunde, opfere ich auf alle meine Nöten, und vertrauensvoll entdecke ich Dir mein Elend, meine Armut, meine Blöße, meine Schwachheit, meine Lauheit und Trägheit, mit einem Worte, alle Wunden meiner Seele und bitte Dich inständig, Du wollest Dich durch dieselben zum Mitleid bewegen lassen und nach der Größe Deiner Erbarmungen mir zu Hilfe eilen.

Heiligstes Herz meines Jesus, ich beschwöre Dich durch jene glühende Liebe, die Dich einst als ein Opfer der Liebe und der Schmerzen am Kreuze verzehrt hat, und die Dich dieses Opfer auf unsern Altären bis zum Ende der Zeiten fortsetzen läßt: gewähre, o Jesus, mir, Deinem armseligen, sündigen Kinde, die Verzeihung aller Sünden und Unbilden, die ich Dir zugefügt, aller Undankbarkeit und Untreue, die ich gegen Dich begangen, sowie auch, daß ich Deiner vergessen konnte. Verzeihe mir doch alle Sünden meines ganzens Lebens, die ich hasse, weil Du sie hassest, und die ich verabscheue, weil Du sie verabscheust. Aus Liebe zu Dir reut es mich sehr, sie begangen zu haben, daß ich, gäbe es auch weder Himmel noch Hölle, dennoch den größten Schmerz darüber empfinden würde, einzig darum, weil ich dadurch Dich beleidigt, der Du die unendliche Güte bist, würdig, über alles geliebt zu werden.

Ach! lieber tausendmal sterben, als Dich je wieder beleidigen, Dich, den ich weit mehr liebe, als mein Leben!

O liebenswürdigstes Herz, laß mich, meine Verwandten und Freunde und alle, die sich meinem Gebete empfohlen haben, und für die ich zu beten verpflichtet bin, Deine höchste Macht erfahren. Stehe ihnen bei, einem jeden in seiner besondern Not. - O Herz voll Erbarmen, erweiche die verstockten Herzen und tröste die Armen Seelen im Fegfeuer; sei Du die Zufluchtsstätte der Sterbenden, der Trost aller Bedrängten und Notleidenden; sei endlich mir, o Herz der Liebe, alles in allem; sei besonders die Zuflucht meiner Seele in der Stunde meines Todes und nimm sie auf in den Schoß Deiner Barmherzigkeit.

O heiligste, liebenswürdigste und glorreichste Jungfrau und Mutter Gottes, du unsere süße Hoffnung, laß uns deine Macht bei diesem liebenswürdigen Herzen Jesu erfahren und verwende dich für uns, daß wir ewig in ihm wohnen dürfen. In ihm schlafe ich ohne Sorge, und ruhe ich sicher.

(Heilige Margareta Maria Alacoque)

 

Gebet zu Jesus Christus dem König

Herr Jesus Christus, ich huldige Dir als dem König der Welt. Alles, was geschaffen ist, wurde für Dich geschaffen. Verfüge über mich, ganz wie es Dir gefällt! Ich erneuere meine Taufgelübde, ich widersage dem Teufel, seiner Pracht und seinen Werken und verspreche als guter Christ zu leben. Insbesondere verpflichte ich mich, nach Kräften mitzuhelfen, daß die Rechte Gottes und Deiner Kirche zum Siege gelangen. Göttliches Herz Jesu, Dir weihe ich das Wenige, das ich tue, damit alle Herzen Dein heiliges Königtum anerkennen und so Dein Friedensreich auf der ganzen Welt fest begründet wird. Amen.

Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen einmal im Tag (Poenit. 21. Februar 1923).

Heiligstes Herz Jesu, Du bist der Quell alles Guten. Ich bete Dich an, ich liebe Dich und bereue aufs innigste meine Sünden. Ich schenke Dir mein armes Herz. Mache es demütig, geduldig und rein und gib, daß es in allem Deinen Wünschen entspricht.

Verleihe mir, guter Jesu, daß ich lebe in Dir und für Dich! Schütze mich in Gefahren, tröste mich in der Trübsal, schenke mir Gesundheit des Leibes, Hilfe in meinen zeitlichen Nöten, Deinen Segen zu all meinem Tun und die Gnade eines seligen Todes!

500 Tage Ablaß (Päpstliches Breve vom 4. Dezember 1915; Poenit. 8. November 1934).

Gott, das Herz Deines Sohnes wurde durch unsere Sünden verwundet; in ihm schenkst Du uns in Deiner erbarmenden Güte unendliche Schätze der Liebe. Wir bitten Dich, gib, daß wir in liebender Hingabe ihm unsere Dienste weihen und zugleich die Pflicht gebührender Sühneleistung erfüllen. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.

5 Jahre Ablaß. Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen,
wenn man das Gebet einen ganzen Monat lang jeden Tag betet (Poenit. 18. April 1936).

Allmächtiger Gott, wir rühmen uns im heiligen Herzen Deines geliebten Sohnes, wir gedenken der großen Hulderweise seiner Liebe und bitten Dich, gib, daß wir jetzt uns gern daran erinnern und einst voll Freude auch deren Früchte genießen dürfen. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.

5 Jahre Ablaß. VollkommenerAblaß unter den gewöhnlichen Bedingungen,
wenn man das Gebet einen ganzen Monat jeden Tag andächtig wiederholt (Poenit. 20. Oktober 1936).

Gewissenserforschung und Partikularexamen

Nach der Gewissenserforschung betet man ein Reuegebet und macht gute praktische Vorsätze.
Vater unser. Glaube. Der Engel des Herrn.


Die Ablaß-Stoßgebete, fromme Übungen und
Gebete zum heiligsten Herzen Jesu

Geliebt sei überall das heilige Herz Jesu!

300 Tage Ablaß (Pius IX., eigenhändiges Reskript vom 20. September 1860; Poenit. 10. März 1933).

Süßes Herz meines Jesus, gib, daß ich immer mehr Dich lieb'!

300 Tage Ablaß. Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen,
wenn man das Stoßgebet einen ganzen Monat lang jeden Tag andächtig wiederholt (Ablaßkongr. 26. November 1876).

Liebreiches Herz meines Jesus, gib, daß ich immer mehr Dich lieb'!

300 Tage Ablaß. Vollkomener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen,
wenn man das Stoßgebet einen ganzen Monat lang jeden Tag andächtig wiederholt (Ablaßkongr. 26. November 1876)

Herz Jesu, glühend in Liebe zu uns, entzünde unsere Herzen in Liebe zu Dir!

500 Tage Ablaß. Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen,
wenn man die Anrufung einen ganzen Monat lang jeden Tag in frommer Gesinnung spricht (Ablaßkongr. 16. Juli 1893; Poenit. 10. März 1933)

Herz Jesu, ich vertraue auf Dich.

300 Tage Ablaß. Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn man die Anrufung einen ganzen Monat lang jeden Tag betet (Pius X., eigenhändiges Reskript vom 27. Mai 1905, vorgelegt am 19. August 1905; Audienz vom 5. Juni 1906; Ablaßkongr. 27. Juni 1906).

Jesus, sanftmütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach Deinem Herzen!

500 Tage Ablaß. Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn man die Anrufung in frommer Absicht einen ganzen Monat lang jeden Tag wiederholt (Pius X., eigenhändiges Reskript vom 13. September 1905, vorgelegt am 15. September 1905; Poenit. 10. März 1933).

Heiliges Herz Jesu, Dein Reich komme zu uns!

300 Tage Ablaß (Pius X., Audienz vom 29. Juni 1906, vorgelegt am 6. Juli 1906).

Göttliches Herz Jesu, bekehre die Sünder, rette die Sterbenden, befreie die Armen Seelen aus dem Fegfeuer!

300 Tage Ablaß (Pius X., eigenhändiges Reskript vom 13. Juli 1906, vorgelegt am 5. November 1906).

Heiliges Herz Jesu, ich glaube, daß Du mich liebst.

300 Tage Ablaß (Pius X., eigenhändiges Reskript vom 29. Juli 1907, vorgelegt am 18. Juli 1908).

Gelobt, geliebt und dankbar gepriesen sei das heilige Herz Jesu!

300 Tage Ablaß (Ablaßkongr. 8. Januar 1908; Poenit. 15. November 1927).

Herz der Liebe, auf Dich setze ich mein ganzes Vertrauen. Von meiner Schwachheit fürchte ich alles, doch von deiner Güte erhoffe ich alles. (Hl. Margareta M. Alacoque)

300 Tage Ablaß. Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn man die Anrufung in frommer Gesinnung einen ganzen Monat lang jeden Tag spricht (Pius X., eigenhändiges Reskript vom 30. Mai 1908, vorgelegt am 3. Juni 1908; Poenit. 10. März 1935).

Liebevolles Herz Jesu, erbarme Dich unser und unserer irrenden Brüder!

300 Tage Ablaß (Pius X., eigenhändiges Reskript vom 13. August 1908, vorgelegt am 13. Oktober 1908; Poenit. 7. Mai 1934).

Alles für Dich, heiliges Herz Jesu!

300 Tage Ablaß (Heiliges Offizium 26. November 1908)

Heiliges Herz Jesu, gib, daß alle Dich erkennen, Dich lieben, Dich nachahmen!

300 Tage Ablaß einmal im Tag (Pönit. 15. März 1918)

Heiliges Herz Jesu, beschütze unsere Familien!

300 Tage Ablaß einmal im Tag (Poenit. 15. März 1918, vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn man die Anrufung einen ganzen Monat lang jeden Tag andächtig wiederholt (Poenit. 7. Juni 1918 und 2. März 1932).

Liebevolles Herz Jesu, sei meine Liebe!

300 Tage Ablaß (Pönit. 13. Januar 1920)

Heiliges Herz Jesu, Dir weihe ich mich durch Maria.

300 Tage Ablaß. Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn man die Anrufung einen ganzen Monat lang jeden Tag betet (Poenit. 19. Juni 1920, 1. März 1923 und 23. April 1936).

Heiliges Herz Jesu, Du wurdest in Deiner Todesangst durch einen Engel gestärkt. Stärke auch uns in unserer Todesnot!

300 Tage Ablaß (Poenit. 26. Juni 1920 und 9. September 1936).

Herz Jesu, ich will Dich lieben und mithelfen, daß auch andere Dich lieben!

300 Tage Ablaß (Benedikt XV., eigenhändiges Reskript vom 29. Juli 1920, vorgelegt am 18. Januar 1927; Poenit. 12. März 1949).

Herz Jesu, ich liebe Dich. Bekehre die armen Menschen, die immer fluchen!

300 Tage Ablaß. Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn man die Anrufung einen ganzen Monat lang jeden Tag betet (Poenit. 20. November 1925 und 22. April 1949).

Heiliges Herz Jesu, erbarme Dich unser!

500 Tage Ablaß. Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn man die Anrufung einen ganzen Monat lang jeden Tag andächtig betet (Poenit. 22. November 1934)

Liebevolles Herz Jesu, gib, daß auf Erden der Friede, die Frucht der Gerechtigkeit und Liebe, herrsche!

300 Tage Ablaß (Pius XII., eigenhändiges Reskript vom 21. Dezember 1939, vorgelegt am 15. Januar 1940; Poenit. 16. Juli 1949).

Das kleine Offizium vom heiligsten Herzen Jesu. Den Gläubigen, die das kleine Offizium vom heiligsten Herzen Jesu andächtig beten, wird ein Ablaß von 7 Jahren gewährt; ein vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn sie es einen Monat lang jeden Tag tun (Breve vom 12. Dezember 1901 und 1. März 1940; Poenit. 18. März 1932).

Herz Jesu-Bild. Den Gläubigen, die vor einem Herz Jesu-Bild andächtig ein Vater unser, Gegrüßt seist Du, Maria und Ehre sei dem Vater beten und dazu die Anrufung: Liebreiches Herz meines Jesus, gib, daß ich immer mehr Dich lieb'!, wird ein Ablaß von 500 Tagen gewährt; ein vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn sie dies einen ganzen Monat lang jeden Tag tun (Pius VI., Audienz vom 2. Januar 1799; Poenit. 10. März 1933).

Liebeswürdiger Jesus! Um Dir Dank zu sagen und Dir Sühne zu leisten für meine Untreue, schenke ich Dir mein Herz und weihe mich Dir ganz. Mit Deiner Hilfe will ich nicht mehr sündigen.

Den Gläubigen, die obiges Weihegebetchen in frommer Gesinnung vor einem Herz Jesu-Bilde beten, wird ein Ablaß von 300 Tagen gewährt; ein vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn sie es einen ganzen Monat lang jeden Tag andächtig tun (Sekr. für Bittschriften 9. Juni 1807; Poenit. 15. März 1936).

Herz Jesu-Fest. Den Gläubigen, die in frommer Gesinnung eine Kirche oder ein öffentliches Oratorium besuchen, wo das Herz Jesu-Fest begangen wird (auch wenn es mit Zustimmung des Ortsordinarius nicht an seinem eigenen Tage gefeiert wird), wird ein vollkommener Ablaß gewährt, vorausgesetzt, daß sie auch beichten, zum Tisch des Herrn gehen und nach der Meinung des Heiligen Vaters beten (Sekr. für Bittschriften 7. Juli 1815; Poenit. 4. November 1934).

Novene zum Herzen Jesu. Den Gläubigen, die in frommer Gesinnung einer neuntägigen Andachtsübung zu Ehren des heiligsten Herzens Jesu beiwohnen, wenn diese öffentlich abgehalten wird, sei es unmittelbar vor dem Feste des göttlichen Herzens, sei es zu einer andern Zeit des Jahres, wird an jedem Tag ein Ablaß von 10 Jahren gewährt; ein vollkommener Ablaß, wenn sie wenigstens fünfmal an der Andachtsübung teilnehmen, beichten, die heilige Kommunion empfangen und nach der Meinung des Heiligen Vaters beten.

Wenn sie innerhalb der genannten Zeit privatim Gebete zum göttlichen Herzen Jesu verrichten in der Absicht, es neun Tage hintereinander zu tun, wird ihnen an jedem Tag einmal ein Ablaß von 7 Jahren gewährt; ein vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen nach Abschluß der Novene. Wo diese jedoch öffentlich abgehalten wird, kann letzterer Ablaß nur von denen gewonnen werden, die rechtmäßig verhindert sind, an der öffentlichen Andacht teilzunehmen (Ablaßkongr. 13. Januar 1818; Pius IX., Audienz vom 3. Januar 1849; Kongr. für Bischöfe und Ordensleute 28. Januar 1850; Ablaßkongr. 26. November 1876; Poenit. 22 .Februar 1935).

Herz Jesu-Abzeichen. Den Gläubigen, die in frommer Gesinnung ein Abzeichen aus weißer Wolle mit einem eingestickten oder irgendwie daran befestigten Herz Jesu-Bild und mit der Aufschrift: Sei gegrüßt, das Herz Jesu ist bei uns, oder mit einer ähnlichen Aufschrift oder auch ohne eine solche etwa nach Art eines kleinen Skapuliers, um den Hals befestigt, über der Brust tragen und ein Vater unser, Gegrüßt seist du, Maria und Ehre sei dem Vater beten, wird einmal im Tag ein Ablaß von 500 Tagen gewährt (Pius IX., eigenhändiges Reskript vom 28. Oktober 1872, vorgelegt am 18. Dezember 1872; Breve vom 28. März und 20. Juli 1873; Poenit. 8. April 1936).

Monatsfreitag. a) Den Gläubigen, die am ersten Freitag eines Monats zum Tisch des Herrn gehen und andächtig einer öffentlichen frommen Übung zu Ehren des heiligsten Herzens Jesu beiwohnen, wird ein vollkommener Ablaß gewährt, wenn sie auch beichten und nach der Meinung des Heiligen Vaters beten.

Wenn sie an einem solchen Freitag das Himmelsbrot empfangen und privatim einige Gebete zur Sühne verrichten, wird ihnen ein vollkommener Ablaß gewährt, vorausgesetzt, daß sie auch beichten, eine Kirche oder ein öffentliches Oratorium besuchen und nach der Meinung des Heiligen Vaters beten. Wo eine solche Übung jedoch öffentlich abgehalten wird, kann dieser Ablaß nur von denen gewonnen werden, die rechtmäßig verhindert sind, an der öffentlichen Andachtsübung teilzunehmen.

b) Den Gläubigen, die an den übrigen Freitagen des Jahres in der erwähnten Meinung andächtig einige Gebete verrichten, wird an jedem Freitag einmal ein Ablaß von 7 Jahren gewährt (Ablaßkongr. 7. September 1897; Poenit. 1. Juni 1934).

Herz Jesu-Monat. Den Gläubigen, die im Monat Juni (oder einem anderen Monat, je nach dem klugen Ermessen des Ordinarius) andächtig einer öffentlichen Übung zu Ehren des heiligen Herzens Jesu beiwohnen, wird an jedem Tag des Monats ein Ablaß von 10 Jahren gewährt, ein vollkommener Ablaß, wenn sie wenigstens an zehn Tagen an dieser Übung teilnehmen, Verzeihung ihrer Sünden erlangen, zum Tisch des Herrn gehen und nach der Meinung des Heiligen Vaters beten.

Wenn sie innerhalb des genannten Monats privatim Gebete oder andere Werke der Frömmigkeit zu Ehren des göttlichen Herzens Jesu verrichten, wird ihnen an jedem Tag des Monats einmal ein Ablaß von 7 Jahren gewährt; ein vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn sie dies den ganzen Monat hindurch jeden Tag tun. Wo eine solche Übung jedoch öffentlich abgehalten wird, kann dieser Ablaß nur von denen gewonnen werden, die rechtmäßig verhindert sind, an der öffentlichen Andacht teilzunehmen (Ablaßkongr. 8. Mai 1873 und 30. Mai 1902; Poenit. 1. März 1933).

Wenn in einer Kirche oder einem öffentlichen oder (so man dies rechtmäßig benützen darf) in einem halböffentlichen Oratorium der Herz Jesu-Monat feierlich begangen wird, d.h. mit einer Predigt jeden Tag oder in der Form von geistlichen Übungen acht Tage lang mit wenigstens zwei Predigten jeden Tag, dann kann man außerdem gewinnen:

1. Einen vollkommenen Ablaß am letzten Tag des Monats für jede Besuchung, wenn man wenigstens an zehn Tagen der Predigt und der Andachtsübung beigewohnt oder nach den geistlichen Übungen sich ganz beteiligt und verschiedene Werke der Frömmigkeit verrichtet hat, vorausgesetzt, daß man beichtet, das Himmelsbrot empfängt und bei jeder Besuchung sechs Vater unser, Gegrüßt seist du, Maria und Ehre sei dem Vater nach der Meinung des Heiligen Vaters betet.

2. Einen Ablaß von 500 Tagen, wenn man irgendein gutes Werk verrichtet, damit diese Übung sich immer mehr ausbreitet und Aufschwung nimmt; einen vollkommenen Ablaß, so oft man innerhalb des genannten Monats die heilige Kommunion empfängt, wenn man abgesehen von dem obengenannten guten Werk auch beichtet, eine Kirche oder ein öffentliches Oratorium besucht und nach der Meinung des Heiligen Vaters betet.

3. Die Prediger und die Rektoren der Kirchen und Oratorien, in denen diese Übung feierlich abgehalten wird, besitzen an letzten Tag des Moants das persönliche Altarprivileg (Ablaßkongr. 8. August 1906; Pius X., Privataudienz, Dokument vorgelegt am 26. Januar 1908; Poenit. 15. November 1927 und 5. Juli 1930).

Die fünf Freitage vor dem Herz Jesu-Fest. An jedem der fünf Freitage unmittelbar vor dem Herz Jesu-Fest wird den Gläubigen, wenn sie zum Tisch des Herrn gehen, ein volkommener Ablaß gewährt, vorausgesetzt, daß sie auch eine gute Beicht ablegen, eine Kirche oder ein öffentliches Oratorium besuchen und nach der Meinung des Heiligen Vaters beten (Breve vom 3. Juni 1934; Poenit. 26. April 1930)

Sühne und Weihe

Liebreicher Jesus! Deine Liebe überströmt die Menschen; aber sie findet als Antwort Undank: sie wird vergessen, verschmäht und verachtet. So schaue voll Huld auf uns herab! Im Angesichte Deines Altares (vor Deinem Angesichte) möchten wir die frevelnde Kälte der Menschen und all das Unrecht, mit dem Dein göttliches Herz überhäuft wird, in einem besonderen Ehrenerweis sühnen.

Indes, in tiefem Schmerz mahnt unser Gewissen, daß wir uns selbst mit solcher Schmach befleckten. So flehen wir zunächst um Dein Erbarmen für uns. Doch nicht nur die Sünden, die wir selbst begangen haben, möchten wir freiwillig sühnen. Wir möchten auch für andere sühnen: für die Verirrten, die den Weg des Heiles verloren, die Dir als dem Hirten und Führer zu folgen verschmähen, die im Unglauben verstockt sind, die das Taufgelöbnis zertreten und das milde Joch Deines Gesetzes abgeschüttelt haben. All diese beklagenswerten Frevel möchten wir sühnen.

Laß uns, o Herr, wieder gutmachen, was maßlos und schamlos in Lebenswandel und Lebenshaltung, was die Seelen der Unschuldigen hinterhältig ins Verderben lockt, die entheiligten Feiertage, die Schmähungen, die gegen Dich und Deine Heiligen ausgestoßen werden, den Schimpf, der gegen Deinen Statthalter und gegen den Priesterstand gerichtet wird, die Kälte und den schrecklichen Gottersraub derer, die selbst das Sakrament der göttlichen Liebe entweihen, endlich die öffentliche Schuld der Völker, die die Rechte und das Lehramt der von Dir gestifteten Kirche bekämpfen. Wir müßten diese Schuld mit unserem Blute tilgen.

Damit jedoch die verletzte Gottesordnung wirksam wieder hergestellt werde, bringen wir Dir jene wahre Genugtuung dar, die Du einst am Kreuze Deinem Vater geleistet hast, und die Du unablässig Tag für Tag auf den Altären opferst. Wir bringen Dir dar das Sühnewerk der Jungfrau und Mutter, der Heiligen derer, die sich Dir ganz geopfert haben.

Dabei geloben wir von Herzen: In der Kraft Deiner Gnade wollen wir wieder gutmachen was unsere eigene Schuld und was die Schuld der anderen gegenüber Deiner großen Liebe vernachlässigt hat. Redlich wollen wir uns bemühen, im Glauben festzustehen, im Wandel lauter voranzugehen, nach dem Gesetz des Evangeliums treu zu wirken, vor allem in der Liebe. Für die Zukunft ist der Vorsatz: Nach Kräften das Unrecht, das man Dir antun will, zu hindern, zu Deiner Nachfolge zu rufen, so viele wir vermögen.

Wir bitten Dich, guter Jesus: auf das Flehen der heiligen Jungfrau, die bei Deinem Sühneopfer mitgewirkt hat, nimm dieses unser Gelöbnis an. Laß uns in Gehorsam und in Deinem Dienste treu verharren bis zum Tode, gestärkt durch die Gnade der Beharrlichkeit. Laß endlich uns gelangen zur Heimat da droben, wo Du mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebst und herrschest in Ewigkeit. Amen.

5 Jahre Ablaß. Vollkommener Ablaß, wenn man das Sühnegebet einen ganzen Monat lang jeden Tag andächtig betet, beichtet, die heilige Kommunion empfängt und eine Kirche oder ein öffentliches Oratorium besucht.

Den Gläubigen, die am Herz Jesu-Fest in irgendeiner Kirche oder einem Oratorium, auch einem halböffentlichen (sofern sie dort ordnungsgemäß Ablässe gewinnen können), anwesend sind, während das obige Sühnegebet und die Litanei vom heiligsten Herzen Jesu vor ausgesetztem Allerheiligsten gebetet wird, wird ein Ablaß von 7 Jahren gewährt, ein vollkommener Ablaß, wenn sie eine gute Beicht ablegen und zum Tisch des Herrn gehen (Poenit. 1. Juni 1928 und 18. März 1932).

Milchreiches Herz Jesu, Du göttliches Versöhnungsopfer, Deinetwegen wird der ewige Vater, so hat er es verheißen, jederzeit unser Gebet erhören.

Ich vereinige mich mit Dir und opfere Deinem ewigen Vater mein armes, kleines Herz auf. Reue und Demut erfaßt mich vor seiner göttlichen Majestät. Ich möchte die Beleidgungen vollkommen wieder gutmachen, die ihm angetan werden, insbesondere jene, die Du in der heiligen Eucharistie immer wieder erfährst, und vor allem jene, die ich selbst mir leider schon zuschulden kommen ließ. Göttliches Herz, könnte ich doch mit meinen Tränen den Undank wieder auslöschen, mit dem wir alle Deine innige Liebe vergolten haben, könnte ich ihn tilgen mit meinem Herzblut!

Ich vereinige meinen, wenn auch geringen Schmerz, mit der Todesangst, die Dir im Ölgarten beim bloßen Gedanken an unsere Sünden den blutigen Schweiß aus den Adern preßte. Herr, opfere ihn zusammen mit Deinem liebenswürdigen Herzen Deinem ewigen Vater auf! Danke ihm ohne Unterlaß für die großen Gnaden, die er fortwährend uns erweist. Deine Liebe soll unseren Undank und unsere Nachlässigkeit ersetzen.

Gib mir die Gnade, stets mit großer Ehrfrucht vor Deine göttliche Majestät hinzutreten, um so einigermaßen die Unehrerbietigkeiten und Beleidigungen wieder gutzumachen, die ich wider Dich begangen habe.

Von heute an soll mein ganzes Streben darauf gerichtet sein, durch Wort und Beispiel viele Seelen zu gewinnen, daß sie Dich erkennen und die Liebe Deines Herzens erfahren. Von jetzt an will ich mich ganz der Ausbreitung der Verehrung Deines heiligen, liebevollen Herzens weihen. Alle meine Gefühle und Wünsche sollen Dein Herz zum Ziele haben.

In ihm will ich von heute an immerdar ruhen. Dein Herz will ich ehren, anbeten und lieben mit ganzer Seele. Es ist ja das Herz meines liebenswürdigen Jesus, meines Königs und höchsten Herrn, des Bräutigams meiner Seele, meines Hirten und Lehrers, meines wahren Freundes und gütigsten Vaters, meines zuverlässigen Führers. Es ist mein sicherer Schutz und meine Seligkeit. Amen.

500 Tage Ablaß. Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn man das Sühnegebet in frommer Gesinnung einen ganzen Monat lang jeden Tag wiederholt (Poenit. 19. April 1923 und 10. März 1933)

 

Weihegebet zum heiligsten Herzen Jesu

a) Ich N.N. weihe und übergebe mich dem heiligen Herzen unseres Herrn Jesus Christus. Ich weihe ihm mein Sein und Leben, mein Tun, mein Leiden und Dulden. Alles, was ich bin, soll mir von heute an nur dazu dienen, sein Herz zu ehren, zu lieben und zu verherrlichen.

Heute ist es mein unwiederruflicher Vorsatz. Ich will ihm ganz gehören und alles tun aus Liebe zu ihm; ich will von ganzem Herzen allem entsagen, was ihm mißfallen könnte.

Heiligstes Herz, ich erwähle Dich also zum einzigen Gegenstand meiner Liebe, zum Beschützer meines Lebens, zum Unterpfand meines Heiles, zur Stütze meiner Schwachheit und Unbeständigkeit, zum Sühneopfer für alle Sünden meines Lebens, zu meiner sicheren Zuflucht in der Stunde des Todes.

Herz der Güte, sei Du also mein Anwalt bei Gott dem Vater und wende die Strafen seines gerechten Zornes von mir ab! Herz der Liebe, auf Dich setze ich mein ganzes Vertrauen; ich fürchte alles von meiner Bosheit und Schwäche, doch ich erhoffe alles von Deiner Güte.

So tilge denn in mir alles, was Dir mißfallen oder entgegen sein könnte! Präge Deine reine Liebe meinem Herzen so tief ein, daß ich Dich nie mehr vergessen oder mich von Dir trennen kann! Bei all Deiner Güte bitte ich Dich, mein Name möge Deinem Herzen tief eingegraben sein. All mein Glück und mein Ruhm soll es sein, zu leben und zu sterben in Deinem Dienste.

(Heilige Margareta Maria Alacoque)

3. Jahre Ablaß. Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn man das Weihegebet einen ganzen Monat lang jeden Tag andächtig wiederholt (Ablaßkongr. 13. Januar 1898 und 21. April 1908; Poenit. 25. Februar 1934).

b) Liebeswürdiger Jesus, ich weihe mich heute aufs neue und ohne Vorbehalt Deinem göttlichen Herzen. Ich weihe Dir meinen Leib mit allen seinen Sinnen, meine Seele mit allen ihren Fähigkeiten, überhaupt mein ganzes Sein. Ich weihe Dir alle meine Gedanken, Worte und Werke, meine Leiden und Beschwerden, meine Hoffnungen, Tröstungen und Freuden. Vor allem weihe ich Dir mein armes Herz. Es soll nur mehr Dich lieben und wie ein Opferlamm sich verzehren in den Flammen Deiner Liebe.

Jesus, mein liebenswürdiger Bräutigam, nimm mein Verlangen gnädig auf! Dein göttliches Herz will ich trösten und Dir für immer angehören. Nimm voll und ganz Besitz von mir, daß ich in Zukunft keine andere Freiheit mehr kenne, als Dich zu lieben, nichts anderes mehr suche im Leben, als zu leiden und zu sterben für Dich. Auf Dich setze ich ein unbegrenztesVertrauen; von Deiner unermeßlichen Erbarmung erhoffe ich die Vergebung meiner Sünden. In Deine Hände lege ich alle meine Sorgen, vor allem die Sorge um mein ewiges Heil. Ich will Dich lieben und Dich ehren bis zum letzten Augenblick meines Lebens und will, so gut ich kann, die Verehrung Deines heiligsten Herzens fördern.

Lieber Jesus, verfüge über mich nach Deinem Wohlgefallen! Ich wünsche keinen anderen Lohn als Deine größere Ehre und Deine heilige Liebe. Laß mich eine Wohnstätte finden in Deinem göttlichen Herzen; hier will ich ruhen alle Tage meines Lebens, hier will ich einst meinen letzten Seufzer tun. Schlage auch Du in meinem Herzen Deine Wohnung, Deine Ruhestatt auf. So wollen wir ganz innig vereint bleiben, bis ich einst ewig Dich loben und lieben und für immer besitzen darf im Himmel. Dann werde ich ohne Unterlaß die unendlichen Erbarmungen Deines heiligen Herzens preisen.

500 Tage Ablaß einmal im Tag (Leo XIII., Audienz vom 11. Dezember 1902; Ablaßkongr. 7. Januar 1903; Poenit. 9. Juli 1935).

c) Liebenswürdiger Jesus! Um Dir Dank zu sagen und Sühne zu leisten für meine Untreue, schenke ich Dir mein Herz und weihe mich Dir ganz. Mit Deiner Hilfe will ich nicht mehr sündigen.

Den Gläubigen, die dieses Weihegebetchen in frommer Gesinnung vor einem Herz Jesu-Bilde beten, wird ein Ablaß von 300 Tagen gewährt; ein vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn sie es einen ganzen Monat lang jeden Tag andächtig tun (Sekr. für Bittschriften 9. Juni 1807; Poenit. 15. März 1936 und 20. April 1949).

Aufopferung

Ewiger Vater, ich opfere Dir auf die unendliche Genugtuung, die Jesus im Namen der Sünder am Stamme des Kreuzes Deiner Gerechtigkeit dargebracht hat und bitte Dich, laß die Verdienste seines kostbaren Blutes allen schuldbeladenen Seelen zugute kommen, denen die Sünde den Tod gebracht hat. Gib, daß sie auferstehen zum Leben der Gnade und Dich ewig preisen.

Ewiger Vater, ich opfere Dir auf die Liebesglut des göttlichen Herzens Jesu zur Sühne für die Kälte und Gleichgültikgkeit Deines auserwählten Volkes. Ich bitte Dich, um der glühenden Liebe willen, die ihn in den Tod getrieben, schenke ihren kalten Herzen neuen Eifer in Deinem Dienste und entzünde in ihnen aufs neue Deine Liebe, auf daß sie Dich ewig lieben.

Ewiger Vater, ich opfere Dir auf die Ergebung Jesu in Deinen Willen und bitte Dich, um seiner Verdienste willen, gib, daß Deine Gnade jederzeit treu benützt und Dein heiliger Wille in allem erfüllt wird.

Gott sei gepriesen!

(Heilige Margareta Maria Alacoque)

3. Jahre Ablaß. Vollkommenr Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen, wenn man das Aufopferungsgebet einen ganzen Monat lang jeden Tag andächtig betet (Poenit. 8. April 1920 und 13. Dezember 1932).


Transkription: P.O. Schenker, © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell