Wer ist ein Christ?
Wer nicht?

Von Paul O. Schenker, Herausgeber "DAS ZEICHEN MARIENS" und "WAHRHEIT + KLAHEIT"


Die Antwort auf diese Frage ist an und für sich sehr einfach:

Christ ist, wer Jesus CHRISTUS so annimmt und in seinem und durch sein Leben bekennt, wie Sich dieser Christus Selber bezeugt hat. Christ ist, wer vorbehaltlos und uneingeschränkt an Jesus Christus, an Sein Wort, an Seine Lehre glaubt und diesen Glauben durch seine Taten (als echt) beweist.

Jesus Christus ist also die Basis, der Boden, das Fundament des christlichen Glaubens und des Christseins, das ist klar. Und zwar (natürlich nur) der wirkliche Jesus Christus, der tatsächlich gelebt hat, nicht irgendein Phantasieprodukt, einzig der geschichtliche, der von seinen (unvoreingenommenen, gerechten) Zeitgenossen, von Seinen Jüngern, Seinen Aposteln und den Apostelschülern in historischen Urkunden, - deren einwandfreie Überlieferung bis heute nachgewiesen und jederzeit nachweisbar ist -, in jeder Hinsicht glaubwürdig geschilderte Jesus von Nazareth. "Was von Anfang an war, was wir gehört und mit unsern Augen gesehen haben, was wir geschaut und mit unsern Händen betastet haben, berichten wir vom WORT des Lebens. Das Leben ist ja erschienen, und wir haben es gesehen und bezeugen und verkünden euch das Leben, das Ewige, das beim Vater war und sich uns geoffenbart hat." (l. Jo 1, 1 f.)

Christ ist somit, wer die vier (kanonischen) Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas und Johannes), die Apostelgeschichte, die Briefe des heiligen Apostels Paulus, die "Katholischen Briefe" (den Brief des Apostels Jakobus, die Briefe des Apostelfürsten Petrus, die Briefe des Apostels Johannes, den Brief des Apostels Judas Thaddäus), die Offenbarung des Apostels Johannes, d.h. die Bibel, die Heilige Schrift des Neuen Testamentes (nebst derjenigen des Alten Bundes) vor allem mit 100%iger Zustimmung annimmt.

Und nun, diese Ausgangsbasis einmal gesetzt, ergibt sich alles Weitere wie von selbst:

Christ ist nur, wer an die Gottheit Christi glaubt, wer bekennt, daß Christus wahrer GOTT, wesensgleich mit Gott dem Schöpfer aller Dinge, dem Ewigen VATER oder mit GOTT schlechthin ist. Laut dem Apostel Johannes offenbarte Christus: "Ich und der Vater sind eins." (Jo 10,30), das heißt: Christus und GOTT sind (ihrer Wesenheit nach) eins, sind ein und dasselbe, sind identisch. "Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, ehe Abraham ward, bin Ich." (Jo 8,58) "... so glaubt, daß der Vater in Mir ist und Ich im Vater. " (Jo 10, 37f.) "Im Anfang war das WORT, und das WORT war bei Gott, und Gott war das WORT." (Jo 1, 1 f.) "Das WORT ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. " (Jo 1, 1,4)

Kein Christ ist demnach, wer (auch nur schon) zweifelt an der Gottheit Christi (geschweige denn sie leugnet), wer Jesus Christus (auch nur schon ansatzweise) als einen bloßen (wenn auch höchstbegnadeten) Menschen betrachtet (vgl. den Arianismus und den heutigen Neo-Arianismus!) "Wir wollen denen keinen Glauben schenken, die da behaupten, Christus sei nichts anderes als ein Mensch, allerdings ein so gerechter, daß Er würdig sei, Sohn Gottes genannt zu werden. Die solches lehren, duldet die katholische Kirche nicht in ihrer Mitte." (Augustinus, de ag. christ. 19 (40:300) "Wer von Christus redet, ohne Seine Gottheit und Weseneinheit mit dem Vater zu bekennen, hat um Christus herumgeredet." (Kardinal Faulhaber, Zeitrufe 26) Wer also Christus zwar als "Sohn Gottes" bekennt nicht aber ausdrücklich sagt, daß er diese Sohnschaft nicht in dem Sinne versteht daß er ein Mensch wie wir alle gewesen sei nur viel vollkommener, der hat den wahren Glauben nicht und ist kein Christ. Denn "in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit wesenhaft." (Kol 2,8) ln Ihm ist alles erschaffen, was im Himmel und auf Erden ist... " (Kol. 1, 1 6f.)

Diese eine Wesensaussage über den geschichtlichen Jesus von Nazareth ist so zentral und so alles ent-scheidend, daß sich keiner an ihr vorbeischleichen kann. Keiner kann ein Christ sein, der nicht ein absolutes Ja sagt zu dieser einen "lnitial"- ("Einführungs"-)Lehre, zu diesem Fundamental-Dogma: Jesus Christus und der eine und einzige GOTT sind wesenhaft identisch"! "Seht da, euer Gott! ... Er selbst kommt und wird euch retten!" (ls 35,4) "Alles, was der Vater hat, ist Mein." (Jo 16,15) "Wer Mich gesehen hat, hat auch den Vater gesehen."(Jo 14,9) Jeder, der Christ sein will, muß also überzeugt bekennen: Christus ist mein GOTT, und muß von Herzen beten: "Jesus, mein HERR und mein GOTT!" Dieser Glaube ist konstituierend, ist so unabdingbar für das Erreichen des ewigen Ziels, für das eigene Heil, daß wer an dieser ersten Weg-Gabelung die falsche Seite wählt, auf seiner ganzen weiteren Erkenntnis- und Bekenntnisstrecke nicht mehr auf den rettenden "Ast" einmünden kann. Er ist gezwungen, an diesen Ausgangspunkt, an diesen über Wahrheit und Irrtum, über Licht und Finsternis, über Leben und Tod entscheidenden Knotenpunkt zurückzukehren und hier den (grundlegendsten) Entscheid einsichtig richtig zu fällen.

Wer aber mit ganzer Überzeugung Ja gesagt hat, befindet sich fortan auf dem Ast des Lebens. Er kann auch hier durch allerlei Abweichen auf Verästelungen noch Irrwege und Umwege gehen, aber bei Rückkehr aus ihnen gelangt er immer wieder auf die Lebensader. "Gott hat uns das Ewige Leben gegeben, und dieses Leben ist in Seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn nicht hat, der hat auch das Leben nicht. " (1 Jo 5,11 f.) "Gott hat Zeugnis abgelegt für Seinen Sohn. Wer an den Sohn Gottes glaubt, hat das Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, erklärt Ihn für einen Lügner; denn er glaubt nicht an das Zeugnis, das Gott für Seinen Sohn abgelegt hat." (1 Jo 5, 10)

Wer Jesus Christus wahrhaft als GOTT sieht, erfüllt wie von alleine die weiteren Bedingungen. Er wird nicht nur dem geschichtlichen, getreu überlieferten persönlichen Wort Christi (absoluten) Glauben schenken, sondern (mindestens relativen, also auf Christus rückbezogenen, an Ihm gemessenen) auch demjenigen Seiner (echten) Jünger und Apostel, demjenigen all Seiner (echten) Boten, Gesandten, Beauftragten aller Zeiten. Er wird Anschluß suchen bei den Gleichgesinnten, seinen Glaubensbrüdern und so Glied der Kirche sein wollen und sich nur in ihr beheimatet fühlen. Er wird ihre Ordnung respektieren und sich einfügen. Er wird ihren (wahren) Vorstehern (gerechten) Gehorsam leisten, ihre Gottesdienste mitfeiern, ihre Sakramente empfangen, etc. etc.

Was aber, wenn Einzelne und ganze Teile dieser Christengemeinschaft im Laufe der Zeit von der Lehre Christi abweichen? Wer kann sich wie lange noch (mit Recht) Christ nennen?

Jedes klare Abweichen (auch nur in einem einzigen Punkt) von dem, was Christus eindeutig bezeugt und gelehrt hat ist so schwerwiegend, daß ein Christ der solches tut, gleich welche Stellung er in der Kirche einnimmt sei er selbst Papst, d.h. Stellvertreter Christi, auch wenn er 99% des Glaubensgutes behält, das Recht auf seinen Christennamen verwirkt.

Die Häresie des Arianismus war ein solches offensichtliches (wenn auch z.T. subtiles) Abweichen. In den Grundzügen lehrte der Priester Arius das Folgende: 1) Der Vater allein ist der ungezeugte Urgrund von allem, der Sohn ist gezeugt, eben deshalb aber nicht gleich ewig mit dem Vater; es hat vielmehr eine Zeit gegeben, wo der Sohn nicht war. 2) Als in der Zeit entstanden, ist der Sohn auch nicht aus dem Wesen des Vaters, sondern geworden durch seinen Willen, aus Nichts und deshalb nur ein Geschöpf, nicht etwa Gott von Natur aus. 3) Der Zweck, warum der Sohn vom Vater hervorgebracht ward, ist die Weltschöpfung. Weil der höchste Gott ohne Mittelwesen nicht schaffen konnte, brachte er zuerst den Logos hervor. 4) Gleich bei der Schöpfung erhielt dieser die Herrlichkeit des Vaters und die Schöpferkraft, ja er erscheint als unwandelbar, als voller Gott, letzteres jedoch nur insofern, als er durch die Gnade des Vaters als Sohn angenommen wurde.

Da Arius und seine Anhänger auch nach ihrer Verurteilung durch die von Bischof Alexander von Alexandria einberufene Synode von Alexandria (Aegypten) die weitesten Volksschichten aufregten und immer größeren Anhang in den breiten Massen des Volkes (und des Klerus) fanden, so wurde zur Vermittlung des Friedens eine allgemeine Synode nach Nicäa berufen, die zugleich den sog. Osterfeststreit schlichten sollte. Nach langen Verhandlungen, in denen besonders der junge Athanasius den durchaus unchristlichen Charakter der arianischen Lehre nachwies und zugleich die Winkelzüge der Partei des Eusebius von Nikomedien, des bedeutendsten Anhängers des Arius, durchkreuzte, belegte das Konzil des letztern Lehre mit dem Anathem und stellte das bekannte Glaubensbekenntnis zusammen: ("... Und (ich glaube) an den einen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes, der als Eingeborener aus dem Vater gezeugt ist, d.h. aus des Vaters Wesenheit; Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt und nicht geschaffen, dem Vater wesenseins, durch den alles im Himmel und auf Erden geschaffen ist. ... ")

Man sieht leicht, wie das (echte) Konzil die Tendenz verfolgte, alles Ausweichen der Häresie unmöglich zu machen. Die Schriften des Arius wurden (mit Recht) zum Feuer verurteilt, er selbst zunächst mit 2 Bischöfen verbannt. Arius und seine überzeugten Anhänger waren also keine Christen mehr! Und auch die heute seuchenartig zahlenmäßig massiv zunehmenden Neu-Arianer, die Jesus Christus auch (spitzfindig) als "Sohn Gottes" "ehren", aber Ihn nicht als GOTT, wesensgleich dem Schöpfer aller Dinge, bekennen, die sich aber dennoch "Christen" und auch "Katholiken" nennen (und oft in hohen Positionen der Hierarchie angesiedelt sind), sind in Wirklichkeit selbstverständlich keine Christen mehr!

(P.O.S.)