"SO SPRICHT MARIA NICHT!"

Eine Widerlegung der "Amsterdamer Erscheinungen + Botschaften"
der sogenannten "Frau aller Völker"

(unter besonderer Berücksichtigung der "Rede, gehalten von
RAOUL AUCLAIR
am 19. Februar 1966 im Théâtre du Tertre in Paris)

von Paul O. Schenker
(DAS ZEICHEN MARIENS, 4. Jahrgang, Nr. 2, Juni 1970)


LEITGEDANKEN

"In Zeiten des Kampfes rettet kein Kompromiß. Nur der scharfe Schnitt. Nur die rücksichtslose Energie. Nur der Wille zum Eigenen." (Sonnenschein, Notizen 1.3.25)

"Gott wird die Macht der Irreführung über sie kommen lassen, so daß sie der Lüge glauben." (II. Thess. 2,11)

ZUR EINLEITUNG

"Darum wird aber auch Gott es sich zur besonderen Aufgabe machen, alle Ketzereien, Irrtümer, Lästerungen und Unbilden zu rächen, welche die Menschen gegen seine heiligste Mutter sich zuschulden kommen ließen. Er wird Rache dafür nehmen, daß ihn die Menschen in diesem seinem Tabernakel nicht erkannt, verherrlicht und angebetet und daß sie eine so unaussprechliche Barmherzigkeit sich nicht zunutze gemacht haben." (Die Mystische Stadt Gottes, Agreda, 1. Teil, 1. Buch, 18. Hauptstück, Nr. 265/2)

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"Kardinal Joh. Bona stellte in seiner Schrift "Über die Unterscheidung der Geister" einleitend als abschreckendes Beispiel fest, daß Tertullianus und Origenes zu ihren verschiedenen Irrmeinungen durch den "Mangel einer guten Geisterunterscheidung" kamen. Im übrigen befaßt er sich hauptsächlich mit der Wirksamkeit der Daemonen im Bereiche der Mystik und gibt dafür die wichtige Regel: "Die göttlichen Einsprechungen werden im Innersten des Herzens vernommen; die Stimme des Teufels kommt mehr von außen und mit Geräusch". D.h. die Daemonen können nur bis zur sinnengebundenen Phantasie vordringen, und sie müssen sich des sinnlichen "Geräusches" sinnlicher (imaginärer) Einsprechungen bedienen, weil sie geistige (intellektuelle) Offenbarungen mit unmittelbarer Einwirkung auf den Verstand nicht hervorzubringen vermögen. Beide Arten zu unterscheiden, erfordert aber auch bei Mystikern eine längere Erfahrung, und außerdem werden wir später sehen, daß die Daemonen als "falsche Mystiker" selbst geistige mystische Phänomene auf sinnliche Art täuschend nachzuahmen verstehen. Immer gehen sie darauf aus, sich zu tarnen, so daß einer der Grundsätze zur Unterscheidung wahrer von falscher Offenbarung heißt: wenn "unter tausenden und abertausenden der schönsten Wahrheiten" auch nur "ein einziger Irrtum" enthalten ist, der "wahrscheinlich der Hl. Schrift widerspricht", so sind diese Offenbarungen "wahrscheinlich falsch" und den Daemonen zuzusprechen. Mit einer einzigen falschen Meinung, die sie derart unter wahre Aussagen mischen, daß sie selbst "den Augen der Theologen nicht leicht offenbar" wird, suchen die Daemonen durch Hinterlist ihre bösen Absichten zu erreichen. (Amort)" (DAEMONOLOGIE, Prof. Dr. Egon v. Petersdorff, II. Bd., S. 4)

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"Die Irrlehrer selbst dürfen niemals mit Milde beurteilt und behandelt werden, sondern müssen von vornherein mit unnachsichtlicher Strenge bekämpft werden, aber nur mit geistigen Waffen." (DAEMONOLOGIE, II. Bd., S. 52)

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"So milde die hl. Kirche in der Behandlung der Nichtchristen und Irrlehrer ist und Gewalt nur zur Verteidigung zulassen will, so streng ist sie im Verhalten den Irrlehren gegenüber. Hier läßt sie nicht den geringsten Abstrich von der Wahrheit, nicht den geringsten Kompromiß, nicht die geringste Unklarheit zu. Jedes Abweichen von der Wahrheit wäre Gewinn für die Daemonen. Und wie sie selbst nicht nachgeben kann, so verlangt sie auch von jedem einzelnen Gläubigen Glaubenstreue bis in den Tod." (DAEMONOLOGIE, II. Bd. S. 56)

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"Die Überzeugung ist ein Zustand des Geistes und ist etwas jenseits von bloßen Argumenten, deren Ergebnis sie ist, und von ihnen verschieden; sie geht nicht auf und nieder mit deren Kraft oder Zahl... Irgendwie kommt früher oder später die Zeit, wo man überzeugt sein soll und wirklich überzeugt ist; und dann ist man verpflichtet, nicht weiter auf mehr Argumente zu warten, obschon sich noch mehr solche beibringen ließen." (John Henry Newman, 1849)


DIE "FRAU ALLER VÖLKER" -- AMSTERDAM

U.W. bis jetzt erschienene Literatur:

1955 "Das Blaue Büchlein", Pater J. Frehe, O.P., Alkmaar. 1957 dit. 1957 in 2 Auflagen "Die marianischen Botschaften von Amsterdam" -- Parapsychologische Erwägungen und Folgerungen, Kaplan Robert Ernst, Eupen, Markus-Verlag, Eupen (Belgien). 1959/1960 "Das Blaue Büchlein" Neuauflagen. 1958 (ohne genauere Angabe) "Apariciones de Nuestra Señora de todas las Naciones en Holanda, Broschüre. -- 1966 "Die Frau aller Völker", Rede gehalten von Raoul Auclair am 19.2.1966 im Théâtre du Tertre in Paris und veröffentlicht in "Les Cahiers Pamphyliens". 1967/März "La Dame de tous les Peuples", Raoul Auclair, Nouvelles Edition Latines, Paris. 1967/Mai "Die Botschaft der Frau aller Völker", H. A. Brouwer a.a., Comite "Vrouwe van alle Volkeren", Amsterdam, übersetzt von Georg Hermanowski. 1967/Oktober "Die Frau spricht" -- Erscheinungsgeschichte der Frau aller Völker, von Louis Knuvelder, übersetzt von Franz Graf von Magnis, Veitshöchheim, mit kirchlicher Druckerlaubnis v. Generalvikar Wittig, Würzburg. 1968/Februar ff "Die apokalyptische Frau aller Völker", von Hans Baum, Nürnberg, bis Anfang 1970 7 Hefte. 1969 "Die Kirchlichen Stellungnahmen zur Frau aller Völker -- Zeitinformation und Dokumentation", Broschüre v. Franz Graf von Magnis, Veitshöchheim, 1969 "Het Kerkelijke Standpunkt betreffende De Vrouwe van alle Volkeren", Internationale Werkgemeenschap "De Vrouwe van alle Volkeren", sectie Nederland, postbus 3823, Amsterdam-C. 1969 "Eucharistische Erlebnisse der Seherin der Öffentlichkeit vorgelegt". 1969 "Die Botschaften der Frau aller Völker", herausgegeben von Josef Franz Künzli, Rosenkranz-Aktion München 83, mit Imprimatur von Dr. Josef Zimmermann, Bischöfl. Vikar.

ZUR PERSON DER SEHERIN:

Geboren 13. August 1905, jüngste Tochter einer 7köpfigen Familie; Vater Textilkaufmann, "nüchterner Geschäftsmann", Mutter einige Jahre vor Ende des 1. Weltkrieges gestorben. Nach Volksschule einige Jahre höhere Schule, Stelle in einem Fabrikbüro, während 27 Jahren Angestellte, einige Jahre hindurch Objekt "seltsamer Quälereien" des Teufels, ledig. Name und Adresse: Ida (Isje) Peerdeman, Uiterwaardenstraat 408/III., Amsterdam Z., Holland. Durch den Verfasser persönlich besucht am 25. Februar und 20. März 1969. Frl. Peerdeman wohnt mit zwei leiblichen Schwestern zusammen.

"Seelenführer":

Zuerst Pater J. Frehe, O.P., Alkmaar/Holland, R. K. Pastorie, Nasaulaan 4, gestorben am 12. Februar 1967, war 25 Jahre Kaplan der St.-Josephs-Pfarrei in Alkmaar. "Anfänglich hatte er immer versucht, eine parapsychologische Erklärung für das Geschehen zu finden. Später hat er bei jeder Botschaft aufs neue versucht, darin einen Widerspruch oder einen Verstoß gegen die Lehre der Kirche zu entdecken."

Jetziger "Führer" (nach seinen eigenen Angaben, Brief vom 29.11.1967 an d. Verf.): Pater H.A. Brouwer a.a., Utrechtsweg 46, Zeist, Holland. Frl. Peerdeman stelle dies jedoch in Abrede.

"Synthese der 'Erscheinungen' und 'Botschaften'":

"Gott, eine Natur in drei Personen, der den Verfall der Welt sieht, sendet in diese Zeit Miriam oder Maria als "die Frau aller Völker", die einst Maria war, mit Botschaften, die mit Hilfe eines schwachen und furchtsamen Werkzeuges weitergegeben werden sollten. In einem hellen Licht hört sie (die Seherin) die Stimme einer Dame in weißem Gewande. Ihre erste Botschaft betrifft ein neues Gebet. Ihre zweite Botschaft bezieht sich auf ein neues Bildnis. Ihre dritte Botschaft handelt von einer Weltaktion zur Verbreitung von beidem. Ihre vierte Botschaft handelt von einem letzten marianischen Dogma. Diese Botschaften sind an die ganze Welt gerichtet. Zwischen diesen vier Botschaften gibt die Frau viele Warnungen, aber sie wird auch helfen. Sie gibt Verheißungen. Sie gibt Zeichen. Sie weist hin auf die Beweise. Sie wird den wahren Frieden bringen, der jetzt in der Welt verloren ist und der im Zusammenhang steht mit dem Heiligen Geist. Sie wird geistliche Einheit bringen." (Blaues Büchlein 1959/60, S. 142)

Die Botschaften:

Auf das Fest Mariä Verkündigung (25.3.) fiel der Beginn der Reihe, die mit dem 31. Mai 1959 endet. Zwischen beiden Daten liegen noch 56 Botschaften, verteilt über eine Zeit von 14 Jahren. Sie scheinen sehr unregelmäßig stattgefunden zu haben. (1951 13 Botschaften!)

Die Erscheinungen:

"Handelt es sich hier um eine Real-Erscheinung, d.h. um eine wirkliche Gegenwart der verklärten Gottesmutter? -- Wir glauben, dies verneinen zu müssen, und zwar auf Grund einer mündlichen Erklärung der Seherin, daß sie die Erscheinung noch besser sah mit geschlossenen Augen als mit offenen... Auf recht umständlliche Weise wird der Seherin etwas Prophetisches mitgeteilt... Abgehackte Sätzlein im Telegrammstil! Jeder unvoreingenommene Leser hat den Eindruck: So kann Maria nicht gesprochen haben. Und dieser intuitiven Bemerkung können wir nur beipflichten. So spricht Maria nicht! ... Aber könnte es nicht so sein, daß der Seherin von irgendwo her Ideen, Gedanken, mitgeteilt wurden, sie sie selbst in Worten formulieren musste? Telepathisch-ideenhafte Einsprechung? ... Die Ausdrucksform ist so wortarm, so abgerissen und stilistisch so minderwertig, daß man mit Recht behaupten muß: SO spricht Maria nicht! -- Fassen wir jedoch die hier vorgelegten Untersuchungen zusammen, so dürfen, bzw. müssen wir sagen, daß sie sog. Erscheinungen und Botschaften in Amsterdam telepathisch-eidetische Schauungen und telepathisch-ideenhafte Einsprechungen sind. Nun aber stellt sich die Frage: welcher ist der Anreger dieser telepathischen Phänomene, bzw. wer ist der Sender dieser telepathischen Schauungen und Einsprechungen? ... Wäre es etwa ein Dämon? -- Denn auch Dämonen sind Wirklichkeiten in der Sphäre der Parapsychologie. Es ist unzulässig, Dämonen, oder böse Geister, bzw. niedere Geister als legendäre Truggebilde abzutun. Abgesehen davon, daß alle Naturvölker, die auf dem Gebiet praktischer Parapsychologie erfahrener waren (und es auch heute noch sind!) als unsere rationalistisch-intellektualistischen Zivilisationsvölker, Dämonen angenommen haben, müssen auch moderne parapsychologische Beobachtungen und Erfahrungen zugeben, daß manchmal unberechenbare über aller menschlichen Wirksphäre hinausgehende, geistige böswillige Machtfaktoren in Menschenleben hineingreifen, oder sich in den Dienst gewisser Menschen stellen." (Robert Ernst, Die marianischen Botschaften von Amsterdam).

"Diese Offenbarungen in Worten und Schauungen sind wie ein unergründliches Apokalypsenbuch für unsere Zeit. Wer in der Welt der Symbole und der Mystik bewandert ist, staunt über die Fülle dieser Offenbarungen, die der Seherin selbst ein Rätsel waren." (Robert Ernst, Brief vom 1.12.1967 an d. Verf.)

Zur Literatur im allgemeinen:

Es fällt bei genauem Studium sofort auf, daß das sog. "Blaue Büchlein", wie auch die Kleinschrift von Kaplan Robert Ernst, die vor Beginn des II. Vatikanums herausegeben wurden, eine merklich andere Auslegung verschiedener gewichtiger Punkte der "Offenbarungen" aufweisen, als die nach Abschluß des Konzils publizierten Schriften. Der Unterschied in der Deutung gewisser Einzelheiten ist gerade so groß, daß jeder unvoreingenommene, jedoch theologisch-aszetisch in etwa versierte Leser vielleicht beim ersten, oberflächlichen, unkritischen Lesen der ersteren nichts auffällig Häretisches findet, beim Studium der letzteren jedoch so viel, daß eine Annahme dieser Deutungen, ein Beipflichten zu denselben, bereits schwerwiegendes Symptom entweder einer mehr oder weniger selbstverschuldeten Unwissenheit in religösen Belangen oder aber schlechten Willens sein muß. Obwohl tatsächlich fast all das, was wir als Häresie, bzw. als Irrtum erfunden haben und im folgenen als das zu erweisen versuchen, auch im sog. "Blauen Büchlein" von Pater Frehe und in der Kleinschrift von Kaplan Robert Ernst mindestens andeutungsweise, keimhaft und z.T. auch offen, jedoch meist ohne Betonung, vorhanden ist, wollen wir in unserer Stellungnahme einzig die 1966 nach Abschluß des Konzils von Raoul Auclair in Paris gehaltene Rede beleuchten. Wir zitieren aus der in Deutsch veröffentlichten Schrift Stellen und Sätze oder gar Abschnitte, die u.E. schwerwiegende Irrtümer oder Irrlehren enthalten und kommentieren sie daran anschließend.


-- WIR WIDERSAGEN --

Unter all diesen (liturgischen) Festen, welche Tatsachen aus der Vergangenheit feiern, erinnert nur ein einziges Fest an etwas Künftiges, nämlich das Fest der Erscheinung des Herrn (am 6. Januar). Weihnachten und die Erscheinung erinnern uns an das Kommen Christi; Weihnachten an das Kommen für den einzelnen Menschen, die Erscheinung aber an sein Kommen für die Völker, für alle Völker der Welt, die sich bekehren und als Völker das Reich Christi anerkennen müssen.

Diese Auffassungen sind vollständig falsch. Es ist eine absolut unhaltbare Behauptung zu sagen, im liturgischen Kalender gebe es nur ein einziges Fest, das an etwas Künftiges erinnere. An was erinnert denn u.a. das hochheilige Osterfest, das Fest der Himmelfahrt Christi, der Aufnahme Mariens in den Himmel, das Fest der Verklärung Christi, das Christkönigsfest, das Fest Aller Heiligen, das Gedächtnis Aller Seelen, ja die ganze Adventszeit (Lied: 'O Heiland, reiß die Himmel auf... vollendet ist der Zeiten Lauf')? (Um nur diese zu nennen.) Seit wann wäre denn das Fest der Erscheinung des Herrn auf Seine Wiederkunft oder nur auf seine Wiederkunft gemünzt? Das Fest der Erscheinung des Herrn bezieht sich doch in erster Linie (und nur deswegen wird es auch gefeiert) auf Christi erstes Erscheinen auf Erden unter uns Sündern. Der Großteil der litrurgischen Texte dieses Festes ist dem Alten Testament entnommen, und im Alten Testament war dieses Sein erstes Erscheinen eben noch ein Zukunftsding. Es bleibt zwar durchaus wahr, daß dieses Fest auch (allegorisch) auf seine Wiederkunft hindeutet, aber nicht mehr als die anderen angeführten Feste, und eingesetzt und stets gefeiert wurde es nicht deswegen, sondern ausschließlich als "Gedenkfeier des Tages, an dem die Welt den Erlöser zum ersten Male anerkannt hat." (hl. Papst Leo) "Da erstrahlte vom Aufgang der Sonne bis zum Untergange die Geburt des wahren Königs; denn die Reiche des Morgenlandes erhielten die Nachricht von diesem Ereignis durch die Weisen und auch dem Römischen Reiche konnte es nicht unbekannt bleiben." (hl. Papst Leo) "Erscheinung" Christi heißt seit uralten Zeiten das Fest, an dem die Kirche das Gedächtnis an die beschriebene Begebenheit begeht (zusammen mit Christi Taufe und seinem ersten Wunder zu Kana). Auf deutsch: "Offenbarung". Und insofern dieses Fest auch an die Wiederkunft Christi erinnert, tut es dies doch nur dahingehend, daß unter "Wiederkunft" jener Zeitpunkt gemeint, bzw. geglaubt wird, da Christus am Ende der Welt (nicht am Ende "einer" Zeit!) zum Letzten Gericht erscheinen wird. "Von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten" (Credo). Raoul Auclair unterscheidet zwischen einem Kommen Christi für den einzelnen Menschen und einem solchen für die Völker, für alle Völker der Welt, die sich bekehren und als Völker das Reich Christi anerkennen müssen. Auch dies ist ein monumentaler Fehler. Christus kann immer nur für einzelne Menschen "wirksam" gekommen sein. (Vgl. Römischer Katechismus des Konzils von Trient Pars II. Caput IV., XXIV.) "Unwirksam" ist er für die ganze Menschheit, der reinen "Kraft" nach für alle und jeden einzelnen Menschen gekommen. "Er kam in Sein Eigentum, doch die Seinigen (alle Menschen gehören Gott) nahmen Ihn nicht auf" (Letztes Evangelium). Christus wird auf Erden, in dieser Heilszeit, die bis zum Letzten Gericht, bzw. bis kurz vorher, dauert, nie ganze (politisch-zusammengefügte) Völker regieren. Er hat es nie gekonnt und wird es nie können. "Mein Reich ist nicht von dieser Welt". Nicht weil er nicht wollte, sondern weil immer nur eine verhältnismäßig geringe Zahl sich von Gott regieren läßt. Christus kann niemanden, auch nicht ganze Völker, zwingen, ihn zu anerkennen. Die uns von Gott verliehene Freiheit des Willens schließt dies aus. Gott hätte auch rein nichts von einer erzwungenen Anerkennung, und  sie wäre zudem für solche Völker ohne Verdienst. Gott, Christus, regiert nur ein Volk, und nicht einmal das Volk der "Katholiken", sondern das Volk nur der HEILIGEN! (Und -- beiläufig -- es gibt nur katholische Heilige!) --

Dies ist das Geheimnis und dies ist die Botschaft der Marienerscheinungen: der Aufgang zur großen Erscheinung von Christus König. Der Morgenstern (Maria) machte hie und da Halt und markierte verschiedene Etappen auf diesem Wege: in La Salette, Pontmain, Fatima und in Beauring -- alles eschatologische Baken. Und schließlich erscheint er leuchtend am Amsterdamer Himmel... Amsterdam markiert also weitaus die längste und die wichtigste Etappe des Morgensterns. Überdies scheint man Amsterdam als Ende und Vollendung betrachten zu müssen.

Auch diese Behauptungen sind total unfundiert und irrig. Den Marienerscheinungen liegt überhaupt kein "Plan" im menschlichen Sinne zugrunde. Gott, der Heilige Geist, und somit in Ihm Maria, plant nicht. Der Heilige Geist ist, und Er ist, der Er ist, und durch sein Sein wirkt er, und Er tut, was er tut (Schmöger, A.K. Emmerick, Bd. II. S. 287). "Gott ist sein Sein; weil er sein Sein ist, wirkt er durch sein Sein, und was wir seine Fähigkeiten oder Vermögen nennen, fällt notwendig mit seinem Sein zusammen." (Gilson, Bonaventura, S. 273) Aus allen Marienerscheinungen, gesamthaft und einzeln betrachtet, geht keineswegs hervor, daß diese in Etappen, planmäßig, progressistisch stattgefunden hätten, auch dann nicht, wenn wir einräumen, daß ein gewisser "Plan" verborgen geblieben wäre. La Salette ist wegen seiner Aussage weit bedeutungsvoller als z.B. Beauring, obwohl nun Beauring fast 100 Jahre später erst aufleuchtet! Weniger noch kann man sagen, daß alle Marienerscheinungen eschatologische Baken sind. Sie sind vielmehr heilsgeschichtliche, besonders angemessene Gnadengaben Gottes. Wenn Amsterdam echt und somit evtl. die längste und wichtigste Etappe des Morgensterns und das Ende und die Vollendung seiner "Sendung" wäre, dann bliebe Amsterdam auch logisch gefolgert die einzige Etappe, weil diese Erscheinung in Wirklichkeit allen andern widerspricht und sie annulliert.

Das Strahlenbündel, das in Paris aus Marias Händen kommt, kennzeichnet Maria in Amsterdam als drei Strahlen: der Gnade -- die vom Vater kommt --, der Erlösung, -- die vom Sohne kommt -- und des Friedens, -- der vom Heiligen Geist kommen wird --.

Man beachte besonders dieses "wird" am Schlusse dieses Satzes! Auch hier im übrigen wieder Abwesenheit der Logik. Wir fragen nur: Ist denn die Gnade, die vom Vater kommt, nicht die Erlösung, und ist es nicht und ausschließlich die Erlösung, die den Frieden bewirkt? Alles ein und dasselbe also! Warum dann die Dreiteilung?" Dieses Gut bist Du, Vater, und ist Dein Wort, das ist Dein Sohn. Er kann ja nichts anderes sein, als Du bist, noch kann im Worte etwas Größeres oder Kleineres sein als Du, der Du Dich in diesem Worte aussprichst; Dein Wort ist so wahr, wie Du wahrhaftig bist, und daher ist es, sowie Du die Wahrheit selbst, von Dir nicht unterschieden. Auch bist Du so einfach, daß aus Dir nichts anderes geboren werden kann, als was Du bist. Dasselbe Gut ist die eine Liebe, die Dir und Deinem Sohn gemeinsam ist, das ist der Heilige Geist, der von beiden ausgeht. In dieser Liebe ist kein Unterschied zwischen Dir und Deinem Sohne; denn Du liebst Dich und Ihn und so Er Dich und Sich selbst, gemäß der Fülle Deines und Seines Seins. Auch ist diese Liebe von Dir und Deinem Sohne nicht unterschieden, weil sie gleich ist in jedem; noch kann aus der höchsten Einfachheit etwas anderes hervorgehen, als das ist, woraus Hervorgang geschieht. Was aber jeder einzeln für sich ist, das ist die ganze Dreieinigkeit zugleich, Vater, Sohn und Heiliger Geist; denn jeder Einzelne ist nichts anderes als die höchst einfache Einheit und die höchst einheitliche Einfachheit, die keine Vermehrung und keinen Unterschied in sich zuläßt." (Anselm von Canterbury, Proslogion, XXIII. Kapitel)

Und schließlich wird diejenige, die fast immer schwieg, in Amsterdam sprechen. Und sie spricht lange, nachdrücklich und führt die Botschaften weiter aus, die in ihren früheren Erscheinungen implizite enthalten waren.

Gerade dies ist ein Punkt, der jeden wahren Theologen, jede gottliebende Seele aufhorchen lassen muß. Sofort muß die Frage kommen: Ist es möglich daß Maria lange spricht, so viel und solches spricht? Wir behaupten: Nein! Je heiliger eine Person ist, desto weniger spricht sie. Je heiliger sie ist, desto weniger spricht sie selbst von Gott. ("Maria wendet sich auch nicht in langatmigen gekünstelten Redensarten an ihren göttlichen Sohn, sondern sie sagt zu ihm einfach: Jesus! oder: Mein Sohn! Und er antwortet ihr gleichermaßen mit: Mutter! Und sie haben sich vollkommen verstanden. ... So wenig, wie sie selber ein überflüssiges Wort verliert, ebenso wenig will sie auch uns unnütze Worte machen lehren." (Pater Lamy erzählt ..., Graf Paul Biver, S. 144). Je reiner die Seele wird, je höher sie steigt, desto mehr spricht sie (ausschließlich) zu und mit GOTT, d.h. sie verstummt sogar vollends vor IHM und tut schließlich nur noch das eine einzige, wozu sie berufen ist: SIE LIEBT GOTT UND BETET IHN AN. Und Liebe ist kein Gespräch, sondern völlige HINGABE! Zugegeben, diese Liebe bewirkt Werktätigkeit, die Anteilnahme am Heile des Nächsten. Und diese Anteilnahme erfordert es mitunter, zu sprechen, manchmal sogar viel zu sprechen (Agreda, Baij). Aber nie war nachweislich und nie kann dieses Sprechen sein ein Gespräch solchen Inhaltes. Die Behauptung, daß das in Amsterdam Ausgeführte bereits implizite in den vorgängigen Erscheinungen enthalten sei, ist absurd. Das Gegenteil ist der Fall. Alles, was Amsterdam Wesentliches aussagt, ist in den übrigen echten Erscheinungen nicht zu finden, sogar das genaue Gegenteil ist in ihnen ausgesagt. Und insofern manches auch in den übrigen Erscheinungen zu finden ist, ist es nur eine "Nachäffung", ein "Nachplappern" des bereits Geschehenen, Ausgesagten, Geoffenbarten. Das erweist sich besonders drastisch an "Paris 1830". Alles, was in Paris geschah, ist höchst vollkommen. Das Parallele, das "Amsterdam" zu Paris aufweist, ist nur Nachäffung, sogar scheußliche Entstellung und Herabwürdigung des in Paris Ausgesagten und Ausgedrückten. Gerade unter Herbeiziehung dieses "Paris 1830" wird der frappante Unterschied zwischen einem Werk des Himmels und einem solchen der Hölle offenbar.

Ich bin, sagt sie, auf mancherlei Weise zu der Welt gekommen. Und sie schüttelt mit traurigem Gesicht das Haupt und auf die Erdkugel niederschauend, fragt sie betrübt: "Hat das etwas genützt (bewirkt)?"

Wie könnte Maria je so sprechen? Wie könnte Sie je in Frage stellen, ob Paris, La Salette, Lourdes, Fatima etc. etwas genützt haben? Sie weiß es besser als wir alle, wieviel Tausende und Abertausende durch diese Gnadenorte auf ewig gerettet wurden. Sie weiß es besser als wir alle, wieviel Tausende und Abertausende auch am Leibe durch und an diese(n) Gnadenorte(n) Heil gefunden haben und durch dieses Heil am Leibe auch das Heil an der Seele! (vide: I.M. Tauriac, Wunder in Lourdes, S. 183ff. -- Pius XII. -- und S. 206!) Amsterdam könnte, selbst wenn es echt wäre, nie soviel Heil an Leib und Seele vermitteln. Es ist aber unmöglich, daß es echt, d.h. vom Himmel ist, und somit wird es nicht einmal die (echte) Bekehrung eines einzigen Menschen bewirken, aber vielleicht Massen ins ewige Verderben stürzen.

"Wiederholt habe ich über diese Zeit im Verborgenen gesprochen. Wohlan denn, Völker, diese Zeit ist angebrochen." Und welches ist denn diese Zeit, die angebrochen ist? Es ist die Zeit, in der sich zunächst die große Einheit der Christen, dann die aller Völker der Welt (freiwillig oder gezwungen, mit Freude oder mit Schmerzen) bilden oder schmieden soll, im Hinblick auf das Universalkönigreich Christi und die Ausgießung des Hl. Geistes."

Menschen, die solches denken, glauben und verbreiten, kann man füglich mit jenen irdisch und fleischlich gesinnten Juden vergleichen, die glaubten, der Messias würde ein sichtbares Königreich auf Erden errichten. Aber es ist dieser Glaube an "ein bevorstehendes Tausendjähriges Friedensreich des Heiligen Geistes" noch weit schlimmer. Wieviele "Katholiken", Laien, Priester, Bischöfe und höchste kirchliche Würdenträger glauben heute an eine solche Utopie!! Das im XX. Kapitel der Apokalypse des hl. Apostels Johannes erwähnte Tausendjährige Reich ist doch praktisch schon zur Gänze Vergangenheit. Es war und ist die Zeit von Jesu Kreuzestod bis zum Antichrist, der, laut den Prophezeiungen der Muttergottes in La Salette und aller übrigen echten Offenbarungen nach dem uns bevorstehenden Strafgerichte Gottes und der darauffolgenden nochmaligen nur sehr kurzen Blütezeit der übriggebliebenen Glieder der Kirche auftreten wird, und unter dem die Heilszeit ihr Ende findet. (Vgl. Spirago, Genaues über den Antichrist) Aber, gesezt wir wüßten davon nicht, wäre es dennoch vernunftswidrig, an ein bevorstehendes sichtbares Universalkönigreich Christi und an eine damit verbundene Ausgießung des Heiligen Geistes zu glauben. Wie schon einmal betont, kann der Heilige Geist nicht "ausgegossen" werden, wenn da nicht aufnahmefähige und aufnahmebereite "Gefäße" vorhanden sind."Gewiß empfängt jeder (in der Kirche) den Heiligen Geist, aber je größer das Gefäß des Glaubens ist, das er zur Quelle mitbringt, desto mehr empfängt er..." (Augustinus in Jo. 32,7) (Vgl. hiezu: Agreda, 1. Teil, 1. Buch, 17. Hauptstück, Nr. 259!) Der Heilige Geist forciert die Türen nicht. Er klopft nur an. Er tritt nur da ein, wo aufgetan wird. Und auftun können immer nur Einzelmenschen, nie ganze Völker schlechthin. ("den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und ihn nicht kennt". Joh. 14,17) Und die Einheit kann sich nur in diesem Heiligen Geiste schmieden, nur unter jenen, die Ihm freiwillig, freudig auftun, niemals unter jenen, die zum Auftun gezwungen würden und dabei Schmerz fühlten. "Doch wenn es auch Unser Wunch ist, es möchten unaufhörlich die Gemeinschaftsgebete des ganzen mystischen Leibes um möglichst baldigen Eintritt aller Irrenden in die eine Hürde Jesu Christi zu Gott emporsteigen, so müssen Wir doch betonen, daß solch ein Schritt aus freiem Willensentschluß geschehen muß, da niemand glauben kann, der es nicht freiwillig tut. (Vgl. Augustinus, Tractatus in Ioannis Evangelium XXVI 2. PL 30, 1607) Sollten also Menschen, die nicht glauben, wirklich zum Eintritt in den äußerlichen Bau der Kirche, zum Hintreten an den Altar und zum Empfang der Sakramente genötigt werden, so können dies gewiß keine wahren Christgläubigen sein. Denn der Glaube, ohne den man Gott unmöglich gefallen kann, muß eine völlig freie "Hingabe des Verstandes und Willens" sein. Sollte daher einmal der Fall eintreten, daß jemand gegen die beständige Lehre dieses Apostolischen Stuhles (Vgl. Leo XIII., Rundschreiben Immortate Dei vom 1. November 1885. ASS XVIII (1885) 174-175; Cod.iur.can. c. 1351) wider seinen Willen zum katholischen Glauben gezwungen würde, so müßten Wir dies im Bewußtsein Unserer Amtspflicht unbedingt mißbilligen. Weil nämlich die Menschen einen freien Willen haben und ihre Freiheit infolge ihrer verkehrten Neigungen und Leidenschaften auch mißbrauchen können, kann nur der Vater der Erleuchtung sie durch den Geist seines geliebten Sohnes wirksam zur Wahrheit bewegen (nicht zwingen!). Wenn also bedauerlicherweise so viele Menschen noch außerhalb der Wahrheit des katholischen Glaubens stehen und dem Walten der göttlichen Gnade ihre Freiheit nicht unterwerfen (!!!), so hat dies seinen Grund nicht nur darin, daß sie selbst, sondern auch daß die Christgläubigen keine innigeren Gebete um diese Gnade an Gott richten. Stets aufs neue wiedeholen Wir darum Unsere Mahnung, daß alle in brennender Liebe zur Kiche und nach dem Beispiel des göttlichen Heilandes solche Gebete beharrlich verrichten." (Pius XII., Mystici Corporis, §87)

Die Zeit bricht an.. Der Heilige Geist muß über diese Welt kommen. Der Hl. Geist muß ja noch über die Völker kommen. DER HEILIGE GEIST WIRD JETZT ERST ÜBER DIESE ERDE KOMMEN. Durch den Willen des Vaters ist der Sohn gekommen. Nun aber soll der Geist über die Welt kommen, und deshalb will ich, daß darum gebetet wird. Wisset wohl, der Hl. Geist ist näher denn je; DER HEILIGE GEIST KOMMT JETZT ERST, wenn ihr darum betet."

Christus sagte einst scheidend zu seinen Jüngern: "Ich will den Vater bitten, und Er wird euch einen andern Tröster geben, damit er in Ewigkeit bei euch bleibe, den Geist der Wahrheit". (Jo. 14,16) Und diese Worte haben sich am Pfingsttage erfüllt und seither ist der Tröster, der Heilige Geist, "über die Welt gekommen". (Leo XIII., Divinum illud)) Er wird nie mehr kommen, als er schon gekommen ist. Er wird nie näher sein, als er schon nahe war und ist. "Wie Christus das Haupt der Kirche ist, so ist der Heilige Geist ihre Seele. 'Was in unserem Leibe die Seele, das ist der Heilige Geist im Leibe Christi, der die Kirche ist'. (Augustinus, Sermo CCLXVII de tempore, c. 4. PL 38, 1231) Angesichts dieser Tatsache darf man keine umfassendere und reichere Offenbarung und Kundgabe des göttlichen Geistes sich vorstellen noch erwarten. Jene, die jetzt in der Kirche stattfindet, ist fürwahr die allergrößte, und sie wird so lange dauern, bis es der Kirche beschieden ist, am Ende ihrer Dienstzeit auf Erden einzugehen in die Freudenchöre der triumphierenden Himmelsgemeinschaft." (Leo XIII., Divinum illud, HK 11, Schluß) "Und auch am Pfingsttage ist ja der Heilige Geist nicht herabgekommen, 'um zum erstenmal in den Heiligen Wohnung zu nehmen, sondern um sie ausgiebiger zu überfluten, indem er seine Güter häufte, nicht erst anlegte, und also kein neues Werk schuf, sondern seine Freigebigkeit steigerte'". (Leo XIII., Divinum illud, HK 13) Er wird nur mehr sichtbar und fühlbar da sein, wenn mehr Menschen Ihn aufnehmen. "Er kam in sein Eigentum, doch die Seinigen nahmen Ihn nicht auf." Doch am Heiligen Geiste, an Seinem Kommen liegt es nicht mehr. Er ist da, er ist seit bald 2000 Jahren vor unseren Türen und Toren. Er wartet und bittet um Einlaß. Das gilt auch für die Heiden und für die Nichtchristen. Die Heidenvölker sind nicht deshalb heute noch Heidenvölker, weil der Heilige Geist noch nicht "über sie gekommen" wäre, sondern, weil sie den Heiligen Geist individuell noch nicht aufgenommen haben. Er ist auch bei ihnen schon da, allerdings eben (sozusagen) unfruchtbar, durch ihr eigenes Verschulden und das Mitverschulden der schlechten Christen. "Und weil er (Gott) sein Gesetz in aller Menschen Herz gechrieben hat (Ps. 36,31), darum hat keiner eine Entschuldigung, wenn er ihn nicht als sein höchstes Gut und als den Urheber alles Erschaffenen anerkennt und liebt." (Agreda, Mystische Stadt Gottes, 1. Teil, 1. Buch, 4. Hauptstück. Nr. 48, letzter Satz.) "Zu diesem Glücke (zum Licht und zur Wahrheit des Glaubens) rufe ich zwar alle mit väterlicher Liebe, allein der Auserwählten, die meinem Rufe entsprechen wollen, sind es nur wenige (Matth. 22,14)." (Agreda, Mystische Stdt Gottes, 1. Teil, 1. Buch, 6. Hauptstück, Nr. 78, letzter Satz.) "Darum hat auch kein Mensch auf der ganzen Welt, wo immer er sich befindet, welchem Volke, welchem Geschlechte er immer angehören mag, eine gerechte Entschuldigung, wenn er es versäumt, der Gnaden Gottes (das ist des Heiligen Geistes) sich teilhaftig zu machen." (Agreda, Mystische Stadt Gottes, 1. Teil, 1. Buch, 18.Hauptstück, Nr. 274, 2. Abschnitt.) -- Wehe uns, die wir glauben, den Heiligen Geist zu besitzen, wenn wir nicht missionieren! "Warum gehen so viele Missionare von Deutschland in die Missionen?", habe die "Frau" vorwurfsvoll gefragt. Kein Wunder, denn Deutschland ist unfruchtbar, darum will der Teufel daß sie da wirken, wo keine Wirkung zu erzielen, wo kein Erfolg zu erwarten ist! -- Wir müssen und brauchen nicht zu beten, daß der Heilige Geist über die Welt komme, sondern wir müssen darum beten, daß Ihn die Welt aufnehme, und damit wir dies überhaupt tun können, müssen wir Ihn zuerst einmal selber aufnehmen. "So heftig ist der Drang des höchsten Gutes, sich in die Seelen zu ergießen, daß bloß der menschliche Wille, welcher vermöge der ihm verliehenen Wahlfreiheit den Strom der Gottheit aufnehmen sollte, ihn aufzuhalten imstande ist. (...) Würden dagegen die Geschöpfe die unendliche Güte Gottes nicht aufhalten, würden sie dieselbe in ihrer ganzen Kraft wirken lassen, dann würd der Strom der Gottheit sich in alle Seelen ergießen und dieselben in höchster Fülle teilhaftig machen der Natur und der Vollkommenheiten Gottes (2. Petr. 1,4)." (Agreda, Mystische Stadt Gottes, 3. Teil, 7. Buch, 13. Hauptstück, Nr. 240.) "In diesem seinem unaussprechlichen Verlangen war er bereit, alle Kreaturen auf einmal und eine jede einzelne für sich zu heiligen, zu rechtfertigen und mit Gaben und Vollkommenheiten zu erfüllen; ja er wünschte jedem einzelnen Geschöpfe mehr zu geben, als alle heiligen Engel und alle Seraphim zusammen besitzen, auch wenn alle Tropfen des Meeres und alle Sandkörner an dessen Ufern, wenn alle Sterne, Planeten, Elemente und alle übrigen vernunftlosen Geschöpfe Vernunft besäßen und seiner Gaben fähig wären, sofern sie nur ihrerseits sich dazu bereiteten und seinen Gnaden kein Hindernis entgegensetzten! O Furchtbarkeit, o Bosheit der Sünde, du allein reichst hin, den gewaltigen Strom so vieler ewiger Güter aufzuhalten!" (Agreda, Mystische Stadt Gottes, 1. Teil, 1. Buch, 4. Hauptstück, Nr. 37 Schluß.) Solche (wie die hier widerlegten) an sich gotteslästerlichen Aussagen sind ein Beweis dafür, daß der Heilige Geist bei denen noch keinen Einlaß gefunden hat oder keinen mehr findet (vgl. Mutter Vogel: "Fast alle Menschen haben den Heiligen Geist verloren"!), die sie für Licht, anstatt für Finsternis halten. "Jedenfalls gibt es gewiß viele, denen eine tiefere Kenntnis des Heiligen Geistes abgeht; wohl sprechen sie bei ihren religiösen Übungen öfters seinen Namen aus, aber ihr Glaube ist von dichter Finsternis umhüllt. ()...) Freilich, wenn jemand aus Schwäche oder Unverstand sündigt, so ist er vielleicht vor Gott noch entschuldbar, da der Heilige Geist der Geist der Wahrheit ist; wer jeoch aus Bosheit der Wahrheit widersteht und sich von ihr abwendet, der versündigt sich sehr schwer gegen den Heiligen Geist. Diese Haltung ist allerdings in unseren Tagen so häufig, daß jene schlimmen Zeiten angebrochen zu sein scheinen, die Paulus vorausverkündet hat, und wo die Menschen, durch Gottes Gericht verblendet, die Lüge für Wahrheit hinnehmen und dem Füsten dieser Welt, der Lügner ist und Vater der Lüge, Glauben schenken, als wäre er der Lehrer der Wahrheit:
Gott wird die Macht der Irreführung über sie kommen lassen, so daß sie der Lüge glauben (II Thess. 2,11.); in den letzten Zeiten werden manche vom Glauben abfallen und irreführenden Geistern und Teufelslehrern Gehör schenken (I Tim. 4,1.)." (Leo XIII., Divinum illud, HK 21,23). Die in Frage stehenden Sätze sind so häretisch, daß sie in Wirklichkeit darauf hinauslaufen, Gott für den Unglauben haftbar zu machen.

"Ich stehe hier und will sein 'Die Frau aller Völker', nicht eines besonderen Volkes (das ist das Christenvolk), sondern aller Völker. Ich will auch kommen unter die Völker, die vom Sohne ferngehalten werden. Ich stehe auf den Erdball, weil dies die ganze Welt angeht."

Das Christenvolk ist ein Volk, das sich aus Gliedern aller Völker zusammensetzt. Die Muttergottes ist deshalb bereits Herrin aller dieser Glieder. Gewiß will die Muttergottes auch unter die Völker gebracht werden, die vom Sohne "ferngehalten werden". Aber Sie kann nicht Herrin dieser Völker werden und sein, ohne daß sich diese Völker als Ganzes zum katholischen Glauben bekehren, und zwar zum vorkonziliaren katholischen Glauben aller Heiligen. Souveränes Herrschaftsrecht besitzt Sie allerdings über jeden Menschen und alle Völker zumal, wie es auch wahr ist, daß der Teufel und sein ganzer Anhang -- wenn er auch nicht will -- der Herrschaft Gottes untersteht, in dem Sinne, daß diese nichts tun können, bzw. unterlassen können, was Gott nicht will, bzw. zuläßt. Man könnt dies eine "Instrumental-Herrschaft" nennen. Und so muß auch der Satz verstanden werden, den Leo XIII. in seinem Rundschreiben "Annum sacrum" vom 25. Mai 1899 geschrieben hat: "Seine (Christi) Herrschft erstreckt sich nicht nur auf die katholischen Völker, auch nicht nur auf jene, die durch die Taufe von Rechts wegen der Kirche angehören, mögen auch irrige Anschauungen sie fernhalten oder Uneinigkeit sie von der Liebesgemeinschaft scheiden, sondern sie umfaßt auch jene, die den christlichen Glauben nicht besitzen; somit untersteht im vollsten Sinne die ganze Menschheit der Herrschaft Jesu Christi." (Vgl. auch Pius XI. 'Quas primas', HK 79, 80.) "Da nun aber die Macht des Sohnes und der Mutter die nämliche ist, so folgt hieraus, daß der allmächtige Sohn die Mutter allmächtig gemacht habe." (Liguori, 1,4,158 -- L. 4 de Laud. Virg. Richard) "So kommt es denn auch, schließt der hl. Antonin, daß Gott die Kirche nicht nur unter den Schutz, sondern unter die Herrschaft Mariens gestellt hat. (P. 4, tit. 15, c. 20, § 2) (Herrschaftsrecht nicht identisch mit Herrschaftsbesitz!)

Während der ersten Phase der Offenbarung manifestierte sich nur der Vater den Menschen -- und dann nur noch einem einfachen kleinen Volke, Israel, seinem Volk. In der zweiten Phase kommt der Sohn, nach dem Evangeliumswort "zum Heile vieler" und die Offenbarung verbreitet sich über den Westen. Und seht, auf der Schwelle der dritten und letzten Phse kommt der Hl. Geit, die ganze Welt zu umspannen!

Mir fehlen die Worte, um eine solche verhängnisvolle Irrmeinung gebührend zu charakterisieren. Ach, wie ist es nur möglich, daß man so Gott und seine hl. Religion -- wenn auch unbewußt -- lästern kann? Woher nimmt man sich das Recht zu behaupten, es finde eine dritte Phase der Offenbarung statt? Hat Jesus nicht gesagt: "Dieses ist der Neue und Ewige Bund"? Wie könnte die zweite Phase oder der Neue Bund ewig sein, wenn es eine dritte, noch neuere Phase, einen dritten Bund, den Bund des Heiligen Geistes gäbe? Wo bleibt hier der gesunde Menschenverstand? "So ist also das Neue Testament die Vollendung des Alten; und in beiden liegt zu Grunde die übernatürliche Vernunft des fleischgewordenen Wortes, "des Vollenders Christus Jesus", der da vermittelst des Verständnisses dieser Schriften in der heiligen Kirche alles zur endlichen Vollendung führt. -- Das Verständnis, welches die Apostel hatten, bleibt in der Kirche. Es kann nicht erweitert oder vertieft werden. Denn eben die Apostel haben bereits die Vollendung des Gesetzes in Christo verkündet und niedergeschrieben; sie eben haben das Verständnis Christi der Menschheit, soweit es deren Endzweck verlangte, vermittelt. Nach ihnen also kann diese Vollendung nur noch rein bewahrt und überliefert werden. An eine höhere Vollendung ist gar nicht zu denken, wenn nicht das Werk Christi überflüssig sein soll. Nach den Aposteln kann kein kanonischer Autor mehr kommen, wenn auch Propheten mit Privatinspiration noch sein können. Es kann desgleichen nach den Aposteln zum Verständnisse der geoffenbarten Lehre nichts mehr hinzugefügt werden. Nur wird diese Lehre von einem Jahrhunderte zum andern in einer immer mehr offen die Gesamtheit verpflichtenden Weise vorgelegt, sobald Zweifel ausbrechen." (Dr. Ceslaus Maria Schneider, Die Katholische Wahrheit, IV. Bd., S. 36)

Und nun wollen wir diese hochwichtige Frage demjenigen Kirchenlehrer und Heiligen vorlegen, von dem Papst Innozenz VI. geurteilt hat: "Die Lehre dieses Mannes steht, wenn man die Heilige Schrift ausnimmt, der Lehrweise aller übrigen voran in der Angemessenheit und charakteristichen Eigenheit der Worte, in der Methode der Erörterungen, in der Wahrheit der Aussprüche, so daß, wer ihr folgte, noch niemals vom Pfade der Wahrheit abgewichen ist, und wer sie bekämpfte, noch immer des Irrtums verdächtig war."

Der hl. Thomas von Aquin stellt in dem vierten Artikel des 106. Kapitels der 1. Abteilung des 2. Hauptteils folgende seiner Lehre (bzw. der Lehre der Kirche) entgegengesetzte Einwände dar:

I. 1. Kor. 13. heißt es: "Wenn kommen wird, was vollendet ist, wird leer gemacht werden, was nur zum Teile ist." Das Neue Gesetz aber ist nur etwas Teilweises. Denn "wir erkennen jetzt, was nur teilweise ist", sagt derselbe Apostel.

II. Joh. 16. hat der Herr seinen Jüngern für die Ankunft des Heiligen Geistes die Kenntnis aller Wahrheit verheißen. Noch nicht aber erkennt gegenwärtig die Kirche alle Wahrheit. Also ist noch ein anderes "Gesetz" zu erwarten, worin durch den Heiligen Geit alle Wahrheit geoffenbart werden wird.

III. Wie der Vater ein anderer ist als der Sohn, so ist der Heilige Geist ein anderer als der Vater und der Sohn. Nun war ein Gesetzeszustand, der des Alten Bundes, der Person des Vaters entsprechend, wo nämlich die Menschen zumal der Erzeugung sich zuwandten. Dann ist ähnlich ein anderer Gesetzeszustand der Person des Sohnes entsprechend, der des Neuen Bundes, wo die Kleriker die leitende Stellung haben, welche der Betrachtung der Weisheit sich zuwenden, der dem Sohne appropriierten Vollkommenheit. Also wird auch ein dritter solcher Zustand kommen, wo die rein geistigen Männer an der Spitze stehen.

IV. Matth. 24. heißt es: "Dieses Evangelium des Himmelsreiches wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreise; und dann wird die Vollendung kommen." Das Evangelium Christi ist aber schon längst auf dem ganzen Erdkreise gepredigt worden; und trotzdem ist die Vollendung noch nicht gekommen. Also ist es nicht das Evangelium des Himmelreiches; sondern es steht noch in der Zukunft aus ein anderes Evangelium, das des Heiligen Geistes nämlich und somit ein anderes "Gesetz".

Dem stellte Thomas gegenüber:

Auf der anderen Seite sagt der Herr (Matth. 24.): "Ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis nicht alles geschehen ist", was nach Chrysostomus (hom. 78.) auseinandersetzt von dem Geschlechte der Gläubigen Christi. Also wird der Stand des Glaubens Christi bleiben bis zum Untergang der Welt.

Und dann entkräftet er alle diese Einwände Schlag auf Schlag:

b) Ich antworte: in zweifacher Weise kann sich ein Zustand der Welt ändern: einmal auf Grund der Verschiedenheit des Gesetzes; und so wird dem gegenwärtigen kein anderer Gesetzeszustand mehr folgen. Denn dieser ist dem Alten Gesetze gefolgt wie das Vollkommenere folgt dem Unvollkommenen. Kein Zustand im gegenwärtigen Leben aber kann vollkommener sein als der des Neuen Gesetzes. Denn nichts kann dem letzten Endzwecke näher stehen als jenes, was unmittelbar in den letzten Endzweck hineinführt. Das aber tut das Neue Gesetz. Denn Hebr. 10. heißt es: "Vertrauen also setzend, Brüder, in den Eingang der Heiligen im Blute Christi, treten wir auf den neuen Weg, den Christus vor uns gegangen." Um so vollkommener aber ist etwas, je näher es dem letzten Endzwecke steht.

Dann wird der Zustand der Menschen in dem Falle ein anderer, daß sich dieselben zu ein und demselben "Gesetze" in verschiedener Weise verhalten, nämlich minder oder mehr vollkommen. Und so wurde der Stand des Alten Gesetzes oft ein anderer, insofern manchmal die Gebote desselben im höchsten Grade gut beobachtet, manchmal aber durchaus vernachlässigt wurden. Ähnlich wird der Stand des Neuen Bundes ein anderer nach Zeit, Ort und Personen, insofern die Gnade Christi mehr oder minder vollkommen von den Einzelnen besessen wird.

Es ist aber kein Stand für die Zukunft zu erwarten, wo der Heilige Geist eine wesentlich vollkommenere Gnade ausgießen wird, als dies bisher geschah, zumal die Apostel "die Erstlinge des Geistes empfingen", d.h. "der Zeit nach früher und in mehr vollendetem Maße wie die übrigen", sagt die Glosse zu Röm. 8. c) I. Ein dreifacher Gesetzeszustand besteht bei den Menschen nach Dionysius. (De coel. hier. 5.) Der eine ist der des Alten Bundes; der andere der im Neuen Bunde; der dritte im ewigen Heim. Der erste ist die Figur und das Bild für den zweiten, der zweite für den dritten, wie Paulus andeutet (1. Kor. 13.): "Jetzt schauen wir im Bilde und im Rätsel; dort aber von Angesicht zu Angesicht.".

II. Wie Augustin (de haeres. 26 et 436.) sagt, lehrten Montanus und Priscilla, die Verheißung des Heiligen Geistes sei nicht in den Aposteln erfüllt worden, sondern in ihnen. Ähnlich nannten die Manichäer den Manichäus ihren "Parakletus". Beide Parteien also nahmen nicht die Apostelgeschichte an, wo (Act. 2.) erzählt wird, wie das Wort des Heilandes: "ihr werdet getauft werden im Heiligen Geiste nicht nach vielen bevorstehenden Tagen" an den Aposteln erfüllt wurde. Aus Joh. 7. aber: "Noch nicht wurde der Geist gegeben, denn Jesus war noch nicht verherrlicht", ergibt sich die Nichtigkeit all dieser und ähnlicher Schwätzereien; denn daraus folgt, daß sogleich nach der Verherrlichung Jesu der Heilige Geist gegeben wurde. Der Heilige Geist nun lehrte den Aposteln alle Wahrheit über das, was geglaubt und getan werden müßte; jedoch nicht über alle zukünftigen Begebenheiten, weil das nicht notwendig ist zum Heile, nach Act. 1.: "Nicht euere Sache ist es, zu kennen die Zeiten und die Augenblicke, die der Vater in seine Gewalt gelegt."

III. Das Alte Gesetz ist nicht das Gesetz des Vaters allein, sondern auch Christi, dessen Figur es war, wie der Herr Joh. 5. sagt: "Würdet ihr dem Moses glauben, so möchtet ihr wohl auch mir gegenüber dies tun; denn über mich hat Moses geschrieben". Und der Neue Bund ist nicht nur das Gesetz Christi, sondern auch das des Heiligen Geistes, nach Röm. 8: "Das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus". Also ist kein anderes zu erwarten.

IV. Christus selbst sprach am Beginne seiner Predigt: "Es hat sich genaht das Reich der Himmel"; also wäre es die größte Torheit, zu meinen, sein Evangelium sei nicht das des Himmelreiches. Die Predigt des Evangeliums aber wird entweder aufgefaßt als die Verbreitung der Kenntnis Christi; und so wurde es verbreitet nach Chrysostomus (hom. 76.) auf der ganzen Erde zur Zeit der Apostel; und ist das: "Und dann wird das Ende sein" zu verstehen von der Zertstörung Jerusalems; -- oder die Predigt des Evangeliums wird aufgefaßt als mit der vollen Wirkung verbunden, so daß in jedem Volke dasselbe Wurzel gefaßt hat; und so ist das Evangelium nach Augustinus (ad Hesychium) noch nicht "gepredigt worden auf dem ganzen Erdkreise". Ist dies geschehen, so "kommt das Ende"; nämlich der Welt.

Soweit also der hl. Thomas von Aquin, der Doctor Angelicus! Damit hat er auch Joachim von Floris überführt der seinerzeit auch dem "Glauben" huldigte und ihn wider alle Sanktionen verbreitete, es werde ein 3. Zeitalter, dasjenige des Heiligen Geistes, kommen. Gerade diesbezüglich bleibe hier nicht unerwähnt, daß zur Zeit des Papstes Honorius III. und des Kaisers Friedrich II. ein Jude, welcher in der Gegend von Toledo in einem Weinberge arbeitete, einen großen Stein fand. Als er ihn zerschlug, fiel ein Buch heraus, dessen Blätter aus Baumrinde waren. In dem Buche waren in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache die drei Zeitalter beschrieben. Zu Anfang des dritten hieß es: "in der dritten Welt wird der Sohn Gottes von der Jungfrau Maria geboren werden und für das Heil der Menschen leiden." (P. A. Scherer, O.S.B., Exempel-Lexikon, III. Bd., S. 233 (1908) Freiburg i. Brsg.) (Vgl. auch die Irrlehren der "Erneuerten Kirche" des "Gegenpapstes" Clemens XV. -- Michel Collin -- und den Chiliasmus schlechthin!) Dazu zur Betrachtung: Prof. Dr. Egon v.Petersdorff, DAEMONOLOGIE, II. Band, S. 19 und 48!

Viele Menschen haben Maria als Maria gekannt. Nun aber will ich in diesem neuen Zeitabschnitt, der anbricht, 'die Frau aller Völker' sein. (Vgl. "die einst Maria war...")

Maria kann nie aufhören, Maria zu sein. Auch als Königin des Himmels und der Erde, auch als Mutter Gottes, auch als Braut des Heiligen Geistes bleibt Maria immer Maria. Und Sie ist nur deshalb Mutter Gottes und Braut des Heiligen Geistes und Königin des Himmels und der Erde, höchstes, schönstes, würdigstes Geschöpf, weil Sie MARIA ist und nur insofern Sie MARIA ist, und sie ist all dies nur als MARIA, als die demütige Magd, die sie auch im Himmel noch ist, die sie auch als Königin noch ist, die sie auch als Herrscherin ist und in alle Ewigkeit bleiben wird. Nur ihre Demut, ihre allertiefste Demut, ihre Reinheit, ihre allergrößte Reinheit, ihr FIAT, ihr allerergebenstes Fiat, macht sie zur Königin, zur Herrscherin. Sie wird nicht Herrscherin durch einen "willkürlichen" Beschluß Gottes, sozusagen durch eine "mutwillige" Beförderung. Sie ward es einzig und allein durch Ihre Gottesliebe, durch Ihre vollkommensten Tugenden, und Gott könnte MARIA gar nicht weniger sein lassen, als Sie ist, weil Gott nicht ein anderer Gott sein kann als der er ist und Maria nicht eine andere Maria sein kann als die sie ist. "Es war der Wille ihres göttlichen Sohnes, daß seine heiligste Mutter während sie noch auf Erden weilte, die Würde und die Namen, 'Königin, Mutter, Lehrmeisterin' und ähnliche in der Kirche besaß. Diese Namen aber waren nicht leere Ehrentitel, wie Menschen sie verleihen; denn das was der Titel ausspricht, was er bedeutet und was er fordert, das war, das besaß, das übte die heiligste Jungfrau in voller Wahrheit und Wirklichkeit kraft ihrer überströmenden Gnadenfülle." (Agreda, I. 8., 611)

"Und wenn ich sage 'die Völker', dann meine ich meine weißen und vor allem meine schwarzen Schafe." Und Raoul Auclair sagt: Sollte man hieraus schließen, daß mit den weißen Schafen die Völker gemeint sind, welche durch das Licht Christi erleuchtet wurden -- und mit den schwarzen Schafen diejenigen, die die Offenbarung des Evangeliums noch nicht berührt hat während der zwanzig Jahrhunderte des Heiles, das vielen, aber noch nicht der Totalität versprochen wurde? Die weißen Völker erhielten ja direkter und konkreter die Lehre des Sohnes mit dem Auftrag, diese Lehre über die ganze Welt zu verbreiten.

Es erübrigt sich beinahe, hier noch einmal darauf hinzuweisen, daß Maria nicht Herrin sein kann derjenigen Menschen, die von Christus noch nicht erfahren haben. "Freuet euch denn also, die ihr Kinder Mariens seid und wisset, daß sie alle, die nur den Wunsch haben, ihre Kinder zu sein, schon als solche anerkennt." (Liguori, A.M., 1,4., S. 48) "Gott hat nicht nur zwischen Maria und dem Dämon Feindschaft gesetzt, sondern auch zwischen den Kindern der heiligen Jungfrau und den Kindern Satans. Das heißt, Gott hat zwischen den wahren Kindern und Dienern Mariens einerseits und den Kindern und Sklaven des Teufels andererseits eine geheime Feindschaft und Abneigung, einen geheimen Haß gesetzt; sie lieben einander nicht, sie finden zueinander keine innere Beziehung. Die Kinder Baals, die Sklaven Satans, die Freunde dieser Welt (denn das ist alles das gleiche) haben immer schon jene verfolgt, die der Gottesmutter gehören, und werden sie in Zukunft mehr als je verfolgen, so wie schon Kain seinen Bruder Abel und Esau seinen Bruder Jakob verfolgt hat." (Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Die vollkommene Hingabe an Maria, 1. Kap., § 3) Und wenn die schwarzen Schafe nur deshalb 'schwarz' sind, weil sie von Christus noch nichts erfahren haben, dann müßten sie folgerichtig zuerst 'weiß' gemacht werden, und erst dann könnte MARIA auch ihre Herrin sein. Dann aber kann MARIA nie gesagt haben, sie wolle auch Herrin sein der schwarzen und vor allem der schwarzen Schafe. Sie müßte dann gesagt haben: 'Weiße Schafe, macht die schwarzen Schafe weiß, damit ich Herrin sei von ihnen! -- Dann dürfte es auch heute noch klar sein, daß das Heil von Christus und selbst im Alten Testament nie nur 'vielen' versprochen wurde, sondern immer allen, insofern es dabei um die Hinlänglichkeit der Erlösungstat Christi geht und nicht um seine tatsächliche Wirksamkeit. Richtig übersetzt lautet der entsprechende biblische Text in diesem Fall nämlich: "die vielen", d.h. alle. Und die weißen Völker erhielten mitnichten direkter und konkreter die Lehre des Sohnes, wurden doch schon die 3 Könige, die nach unserem festen Glauben die drei Hauptrassen vertraten, zu Boten dieses Lichtes, dieser Frohbotschaft. (Vgl. Kaplan Fahsel, Die heiligen 3 Könige) Und die hl. Apostel missionierten schon Indien und Afrika.

Fürchten diejenigen, die in der zweiten Periode empfangen haben nicht zuviel, daß sie besitzlos werden und alles verlieren könnten, wenn sie die Bande der Herrschaft lösen? Gewiß haben sie bestimmt Gründe dazu. Denn was jetzt wieder anfängt, ist gerade der Ärger der apostolischen Zeit, in mondialem Ausmaß vergrößert. Zu der Zeit brauchte man einen Paulus, die Kirche aus den Begrenzungen der Synagoge zu befreien und unter die Heiden auszubreiten. Die Synagoge war bis dahin in aller Strenge und mit Recht das Sonderrecht Israels. Das heutige Israel ist der Westen.

Hier wiederum die gleiche Anmaßung. Die Behauptung, das heutige Israel sei der Westen, womit ganz offensichtlich die katholische Kirche gemeint ist, die Behauptung, die vorkonziliare Kirche und die traditionalistischen Katholiken der Gegenwart seien gleich engstirnig und hartherzig wie die zu Jesu Zeit lebenden Pharisäer und Schriftgelehrten. Dabei ist doch ein himmelweier Unterschied zwischen einem verbohrten, verblendeten Juden und einem traditionstreuen Katholiken. Der Jude wollte nichts wissen von Christus wegen seiner Sündhaftigkeit. Der traditionstreue Christ will nichts wissen von einer Preisgabe der Wahrheit wegen der Heiligkeit seines Glaubens. Die katholische Kirche ist ein umzäunter Garten, in dem kein Unkraut wuchert, in dem die schönsten Blumen blühen und alle Beete bestellt sind. Rund um diesen Garten herum ist Wüste und Steppe, Dornengestrüpp und Unkraut. "Extra ecclesiam nunquam salus". Außerhalb des Gartens kein Gedeihen. Außerhalb der Arche keine Rettung! Wehe dem, der den Zaun niederreißt, der die Arche öffnet und die Fluten hereinströmen läßt! Die heutige Kirche sei der Westen. Welche Torheit, welcher Wahnwitz, dies zu sagen! Die Katholiken im Nahen und Fernen Osten, im Süden und im Norden würden sich bedanken! Wenn man heute etwas über den Westen im allgemeinen sagen kann, dann soviel, daß er nicht mehr das Reich Gottes, nicht mehr das Volk Gottes ist, sondern das Reich Satans! Damit ist nicht ausgesagt, daß alle Menschen im Westen Diener des Teufels seien, es ist nur soviel gesagt, daß die allermeisten es sind, daß nur sehr, sehr wenige es nicht sind. Wenige sind es auch im Osten, Süden und Norden, die Gott wirklich dienen. Aber der Westen kommt auf alle Fälle gegenwärtig am schlechtesten weg. Bedanken würden sich auch die Missionare der katholischen Kirche über einen solchen Ausspruch, angefangen von den Aposteln bis zu den heute noch in allen Erdteilen stationierten und tätigen Boten des Lichtes. Wo besteht, wo bestand je eine Begrenzung der Kiche, wenn nicht ausschließlich am Rande der Wahrheit und Heiligkeit, dort, wo die Wahrheit aufhört und der Irrtum anfängt, wo die Heiligkeit ein Ende nimmt und die Gottlosigkeit beginnt? Das ist und war immr die alleinige Mauer um die Kirche Christi herum. Die wahre katholische Kirche hat nachweislich nie geographische, politische, soziologische, rassische, kulturelle Grenzen gezogen!

Maria ist nicht nur in Amsterdam gekommen, um im Hinblick auf dieses oder jenes historische Geschehen zu weissagen, sondern um uns die Offenbarung der Gottespläne selbst, den Menschen gegenüber, zu vermitteln.

Es kann sich hier nicht um Gottespläne handeln, sondern -- das sieht der ernsthaft Überlegende -- um Pläne des Teufels, der überhaupt in Wirklichkeit allein plant, planen muß. Gott,  wie gesagt, plant nicht und muß nicht planen. Gott ist und durch sein SEIN wirkt er, und was er wirkt, geschieht nach unserm menschlichen Verstand und nach unserer gebrechlichen Einsicht wie ein Plan, ist aber kein Plan und nie Etappe eines Planes. Planen müssen, heißt ja im wesentlichen, auch auf andere Weise tun können, als wie man tut. Für Gott aber gibt es die Möglichkeit nicht, anders (nicht Anderes!) zu tun, als wie er tut, weil er immer vollkommen tut, weil er immer aufs beste tut. Besser als aufs beste oder ebensogut wie aufs beste kann man aber nicht tun! (Vgl. Thomas v. Aquin, Summa, I. 25,5) Amsterdam ist Plan Satans. Amsterdam ist das vom Teufel ausgebrütete Mittel, den schläfrigen, nicht wachsamen Frommen, den "Marienverehrern" den letzten Halt, nämlich den Halt an der Mutter Gottes zu nehmen und sie hoffnungslos in alle Widersprüchlichkeit zu verwickeln.

"Die Lehre (der Kirche) ist gut, doch die Gesetze können und müssen verändert werden."

Die Gesetze sind entstanden aufgrund der Lehre. Der Heilige Geist hat die Gesetze im Verlaufe der Jahrhunderte inspiriert, geformt. Die Gesetze hängen so sehr mit der Lehre zusammen, daß man die Gesetze nicht so einfachhin verändern kann, ohne die Lehre anzutasten. "Wenn die Kirche wahr ist, so ist auch alles wahr in ihr, und wer das Eine nicht glauben will, stiehlt seinen Willen dem Glauben an das Andere, und wer vieles für zufällig hält, stiehlt der Notwendigkeit ihre Folgen, um sie zufällig zu machen. Nichts ist Zeremonie, alles ist Wesen, Wirkung im notwendigen Zeichen." (Schmöger, A.K. Emmerick, Bd. II, S. 246) "Kirchengebote sind nichts anderes, als Ausführungsbestimmungen zu den Normen des Evangeliums." (Pius XI., Mit brennender Sorge) Theoretisch können die Gesetze in manchen allerdings immer nur unwesentlichen Punkten wenig abgeändert, den neuen Umständen angepaßt werden. Praktisch aber schon dies kaum, ohne die Gefahr heraufzubeschwören, die Lehre in Mitleidenschaft zu ziehen. Davon zu sprechen, daß die Gesetze gar verändert werden müssen, ist dann aber wiederum bereits so offensichtlich teuflisch, daß man nur staunen kann über die Naivität und Blindheit der Menschen, die solches verfechten.

Und sich an den Papst wendend, fügt die Frau hinzu: "Du kannst diese Welt retten... Rom hat seine Chance. Ergreife diesen Augenblick." Und dann: "Keine Kirche in der Welt ist so aufgebaut wie die Deine. Aber gehe mit deiner Zeit mit und dränge doch auf moderne Änderungen bei Ordensleuten, Priestern, Priesterstudenten... Priester sind zu wenig da, aber Laien gibt es viele."

"Die gottloseste Lüge ist die, wenn jemand gegen oder über die Religion lügt." (Thomas v. Aquin, 2,100,4.)

"Du kannst diese Welt retten..." Seit wann kann ein Papst die Welt retten? Ein Papst kann immer nur durch seine Heiligkeit mithelfen, Einzelmenschen zu retten. Selbst wenn er der Heiligste wäre, würde es ihm kaum gelingen, mehr als ein geringes Häufchen Menschen mitzuretten. Nicht einmal Christus (der doch GOTT und somit allmächtig ist) konnte und kann die Welt retten, wie sollte es ein Mensch, ein Papst tun können?

"Rom hat seine Chance". Rom hat überhaupt keine "Chance", weil, wie gesagt, auch Rom die Welt nicht retten kann, abgesehen davon, daß weder Rom die Kirche noch die Kirche Rom ist. "Keine Kirche in der Welt ist so aufgebaut wie die Deine". Es gibt strenggenommen überhaupt keine andere Kirche, als die katholische Kirche. (Vgl. Schmöger, A.K. Emmerick, I., XXXIV., 10.) Und die Kirche, die katholische Kirche, ist nicht die Kirche des Papstes, sondern die Kirche Christi, der Mystische Leib Christi! Wenn auch wahr bleibt, daß der Leib ohne auch ein sichtbares Haupt auch sichtbar tot ist.

"Aber gehe mit deiner Zeit und dränge doch auf moderne Änderungen bei Ordensleuten, Priestern, Priesterstudenten...". Wie recht satanisch! "Gehe mit Deiner Zeit". Das hat er schon allen Apostaten, allen Häretikern, allen Ketzern, allen Gottesleugnern und Gotteshassern aller Zeiten eingeflüstert, und mit Erfolg. Ich habe schon einmal dargetan, daß das Wort "modern" eines der meistgebrauchten und meistgepriesenen Worte heute ist. Und doch ist es gerade das häßlichste aller Worte, das lügenhafteste zudem. Es gibt nichts Unwahreres, als modern zu sein. Es gibt nichts Teuflischeres, als modern (im Sinne der Welt) zu sein! Wer modern ist und modern sein will, ist immer schon in dem Maße Diener des Widersachers Christi, als er modern ist oder sein will. Es gibt kein modernes Christentum, sowenig, wie es eine lügenhafte Wahrheit gibt. Wir können unmöglich modern und heilig zugleich sein. Modern und heilig schließen sich aus; denn als modern gilt in dieser Welt nur, wer mit der Welt geht. Mit der Welt gehen ist aber eine der größten Sünden des Menschen schlechthin. Mode heißt "Art", heißt "Weise". Dies oder jenes ist "Mode heute", heißt: dies oder jenes wird allgemein hochgewertet heute. Und was wird denn hochgewertet heute? Ist es Christus? Seine Lehre? Sein schmachvoller Tod am Kreuze? Nein, gewiß nicht! Was denn? Das genaue Gegenteil! Die Ausgelassenheit, das Vergnügen, die Sünde, die Gottlosigkeit, die Laster! Es ist nicht Mode heute, gekreuzigt zu werden, sondern zu kreuzigen! Ist es etwa modern, Christus nachzufolgen, à la Thomas von Kempten? Ist es modern, auf Luxus zu verzichten, einfach und schlicht zu leben? Ist es modern, fromme Bücher zu lesen und darnach zu handeln? Ist es modern, sooft wie nur möglich zur heiligen Messe zu gehen und unseren Herrn und Meister und Freund und Bruder und Gott in der hl. Kommunion zu empfangen? Ist es modern, auf einen angesehenen Posten, auf ein hohes Salär, auf eine hochtrabende Ausbildung, auf Macht und Ansehen zu verzichten, aus Liebe zu Gott, aus Demut und Weltverachtung? Ist es modern, sich sittlich zu kleiden, keusch zu sein? -- Nein, nein, nein! Nie und nimmer und nirgendwo ist dies modern! Im Gegenteil. Tut einer dies, dann gilt er höchstenfalls als "altmodisch", als hoffnungslos "veraltet", "verbohrt". Er gilt als Idiot, als Devot, als Frömmler, als Religionsfanatiker, als Psychopath! Nie aber ist er modern. Und Gott sei gedankt, Gottes Kinder können tatsächlich nie modern sein, ohne aufzuhören, Gottes Kinder zu sein. Wer da heute kommt und sagt: "Wir müssen den Katholizismus modernisieren, damit er wieder anzüglich wird, damit wir die Lauen und Abständischen wieder gewinnen", der sollte sich, ehe es zu spät ist, darüber Rechenschaft ablegen, daß er eine absolut falsche Auffassung vom katholischen Glauben hat, sei er nun hoher kirchlicher Würdenträger oder Laie. Es ist nicht die Aufgabe des Christen, nie und nimmer, sich der Welt, der Zeit anzupassen, sondern es ist unsere Aufgabe, die Welt zu bekehren, sie Christus anzupassen, sie dazu zu bringen, daß sie kehrt macht, weg von Satan und all seiner Pracht, hin zu Gott, zum Göttlichen, zum Heiligen. Nicht dadurch können wir die moderne Welt gewinnen, daß wir uns "modernisieren". Wir können sie nur gewinnen, indem wir unseren Glauben voll und ganz und kompromißlos und ohne Menschenfurcht leben! Und das heißt nun einmal, daß wir unmodern, ewig altmodisch und immer gleich weltverachtend und weltabgekehrt sein müssen. Oh, hätten wir doch gegenwärtig mitten unter uns ein paar jener ersten Christen,  wie es ein Ignatius von Antiochien und ein Laurentius waren! Doch, diese würde man heute allesamt in Irrenanstalten stecken. Und diejenigen, die dafür sorgten, daß sie in Irrenanstalten versorgt würden, wären keine Geringeren, als unsere Hohenpriester und Pharisäer; denn diese sind heute die größten Feinde eines Christentums, wie es die ersten Christen und die Heiligen aller Zeiten dargesetellt und gelebt haben.

"Priester sind zu wenig da, aber Laien gibt es viele."

Auch das ist -- konsequent gedacht -- falsch. Es sind immer genügend Priester da, auch heute noch, aber es sind zuwenig heilige Priester da! (Der Teufel zum hl. Pfarrer von Ars: "Wenn es auf Erden 10 solche gäbe wie dich, dann könnten wir (alle Teufel) zusammenpacken.) "Gnadenkanäle fehlen mir", sagt Christus einer begnadeten gottgeweihten Seele (vgl. "Rettet die Welt", Marianischer Verlag, Innsbruck, 1950), damit meine erlösenden Gnaden in Fluten sich ergießen können über die arme, von satanischer Wut erschütterte Welt; ich brauche mehr "Kanäle", das heißt, durchbohrte Herzen, die dem Strom meines erlösenden Blutes freien Durchgang gewähren und es, mit dem ihrigen vermischt, wieder zurückströmen lassen zum Vater; Herzen, die sich wie das Herz Mariä, der Schmerzensmutter, "durchbohren lassen" vom "Schwerte der miterlösenden Liebe", dem sie sich freiwillig ausliefern durch ihr Fiat vollster Zustimmung und im Magnifikat überströmender Liebe."

Ebenso wie zu Jesus' Zeiten, der das mosaische Gesetz vervollkommnete, ohne daß er die ewige Lehre beeinträchtigte, wird von uns jetzt dasselbe verlangt: die Lehre bleibt, die Gesetze aber können verändert werden.

Wenn wir, wenn die Kirche, die Gesetze so vervollkommneten, wie Jesus das Mosaische Gesetz vervollkommnet hat, dann wäre ich allerdings der erste, der bei den Änderungen dabei wäre. Aber hier wird ja überhaupt der Begriff "Gesetz" verdreht. Es gibt ja gar keine Allegorie zwischen dem Mosaischen Gesetz und den kirchlichen "Gesetzen", bzw. zwischen der Allegorie Altes Testament/Neues Testament und Mosaisches Gesetz/Kirchengesetze! Aber unter Vervollkommnung der Kirchengesetze würde ich auch nicht verstehen, daß man z.B. die Nüchternheit auf einen kläglichen Rest reduzierte oder zur Gänze abschaffte, sondern daß man sie noch eingehender forderte. Die Vervollkommnung würde bestimmt auch nicht darin bestehen, die Gesetzesbestimmungen für die Mischehe zu lockern, das Sonntagsgebot durch Samstag-für-Sonntag-Messen zu vernichten, den Antimodernisteneid um den größten, wesentlichsten und konstituierenden Teil zu beschneiden, den Index aufzuheben, etc., sondern darin, anstatt den Tabernakel vom Zentrum der Kiche zu entfernen, ihn noch viel schöner und würdiger im Zentrum auf dem Hochaltar, verbunden mit ihm, aufzustellen und zu schmücken, die Sonntagsheiligung noch viel strenger durchzusetzen, die schlechte Literatur durch ein noch strengeres Verbot und umfassendere Verzeichnisse zu verbannen, etc., etc. Dieses wäre wahrhaftige Vervollkommnung der "Gesetze". Aber das, was seit dem II. Vaticanum geschieht, ist nicht Vervollkommnung, sondern AUSVERKAUF!

"Sage dem Papst, daß er auf dem guten Wege ist. Das mußt du mitteilen, weil anders gedacht wird."

Ja, es wird tatsächlich anders gedacht, und nicht nur (im verkehrten Sinne) auf der Seite des Verderbens. Der Papst (Paul VI.) ist nicht auf dem guten Weg, bis heute war er es wenigstens nicht. Wir hoffen aber zuversichtlich, daß er kehrt macht, irgendwann in der nahen Zukunft. Trotz all dem gehört der Papst uns, deshalb nämlich, weil er dogmatisch und moralisch unfehlbar ist. Er kann deshalb die Lehren der vorkonziliaren Kirche nicht ändern und auch nicht aufheben, und er wird es -- ex cathedra -- auch nie tun. Seit wann aber spendet denn die Hl. Jungfrau Lebenden solches Lob? "Ich hörte sie nie Lobreden spenden, vielmehr mütterliche Zurechtweisungen austeilen. Was könnte sie denn auch an einem Menschen Lobenswertes finden? Der Teufel, der kann schon Schmeicheleien sagen, wie: Ihr werdet sein wie die Götter!" (Pater Lamy erzählt..., S. 143)

"Es ist höchste Zeit, schließt euch zusammen. Es muß eine große Gemeinschaft werden -- die wahre Kirche -- die Gemeinschaft. Der Herr und Meister will den Völkern dieser Welt geistliche Einheit bringen."

Müßte ich hier das ganze lange Rundschreiben "Mortalium Animos" (Über die Förderung der wahren Religionseinheit) von Papst Pius XI. und dazu dasjenige Leo's XIII. v. 29.6.1896 "De unitate Ecclesiae" zitieren? Man lese sie doch einmal genau durch. Gerade diese drei Sätze zeigen so recht deutlich, wer der Autor "Amsterdams" ist. Diese große Gemeinschaft wird kommen, diese "wahre" Kirche, diese "geistliche Einheit" aller Völker. Dies wird das Reich des Antichrists sein. "Äußerlich am meisten hervortreten wird die politische Macht des Antichristen. Er wird ja in der Apokalypse vom hl. Johannes, ähnlich wie schon vom Propheten Daniel in seinem Traumgesicht, eingeführt als ein "Tier aus dem Meere" der Völker aufsteigend, mit "10 Hörnern und 7 Köpfen, und auf seinen Hörnern 10 Kronen" von weltichen Reichen, "einem Panther" gleichend mit den Füßen eines "Bären" und mit einem "Löwenmaul" (Offb. 13. 1-2). Das sind Sinnbilder für die "universelle politische Macht" des Ahntichristen: denn "ihm ward Macht verliehen über alle Geschlechter, Stämme, Sprachen und Völker" (Offb. 13,7). Der Antichrist wird "monarcha totius mundi" (MULIER OMNIUM POPULORUM"), "Alleinherrscher der ganzen Welt" sein, wie ihn der hl. Bellarminus S.J. genannt hat, und ähnlich auch Lessius S.J. und Malvenda O.P.. Die "Weltherrschaft" also wird der Antichrist erringen, wie es dramatisch in dem lateinischen Spiel vom Antichrist" (Tegernsee, 12. Jahrh.) dargestellt ist, indem nach und nach alle Völker besiegt werden, wenn auch anfangs "der furor teutonicus, die deutsche Wildheit" zu widerstehen vermag. Und ebenso packend hat der englische Msgr. Benson geschildert, wie ein unbekannter amerikanischer Politiker, der Freimaurer Felsenburgh, "Präsident" der Welt in London wird. Wenn wir nicht über Christi Geheiß auf jede Voraussage und Vermutung verzichten müßten, könnte uns die Ähnlichkeit dieser endzeitlichen Schilderungen mit der gegenwärtigen politischen Lage am ehesten auf den Gedanken bringen, daß das Weltende nahe sei. Denn wir befinden uns ja mitten in einem Kampf um die Weltherrschaft, wie er in diesem "globalen" Ausmaß noch nie stattgehabt hat. Ost und West (und Fernost) ringen um die Vorherrschaft, und die Mitte wartet, wann und wie sie sich einschalten kann. Ost und West sind bereits weitgehend unifiziert; auch den Sprachen nach; die Mitte schickt sich an -- teils aus blinder Angst und teils in der verblendeten Meinung, daß es nur das "kleinere Übel" sei -- sich gleichfalls zu "vereinen", und zwar nicht nur in einem foederativen Staatenbund unter Wahrung der Souveränität der einzelnen Staaten, wie es etwa im "Deutschen Bund" nach 1815 der Fall war, sondern in der Form der "Vereinigten Staaten von Europa" nach dem Vorbild der "Vereinigten Staaten von Nordamerika", also unter Verzicht auf einzelstaatliche Souveränitätsrechte, zunächst der Wirtschafts-, Zoll- und Wehr-Hoheit, mit gemeinsamer Verfassung, gemeinsamem Palament, gemeinsamer Außenpolitik -- und wann mit gemeinsamer Sprache wie beim amerikanischen Vorbild? Schon fordert man für "die jetzt entstehende gemeinsame westliche Verteidungs-Armee" eine "einheitliche Kommando- und Befehlsgewalt" in der Hoffnung, daß daraus eine "internationale Welt-Hilfssprache" sich entwickeln möge. Schon beruft man eine Konferenz nach Londen, um die Schaffung einer "Weltregierung" zu diskutieren (Sept. 1952). Man glaubt wirklich bei dieser Nachricht eine Episode aus Benson zu hören: fehlt nur noch der "Präsident der Welt", mit der Eröffnungsansprache in "Esperanto", wie es ja ausdrücklich vom Antichrist heißt, daß er auch über alle "Sprachen" Macht haben werde (Offb. 13,7). Selbst wenn Gott der Herrr in weiser Vorsorge nicht das Schutzgebot der Sprachenverwirrung und Völkerzerstreuung gegeben hätte, müßte die rein natürliche staatspolitische Einsicht vor einer Unifizierung der Nationen zurückschrecken, weil sie damit das "Hemmnis" beseitigt, das bis jetzt einen Weltstaat wie den des kommenden Antichrist "noch aufhält"." (Prof. Dr. Egon v. Petersdorff, DAEMONOLOGIE, II. Bd., S. 422-424)

Raoul Auclair sagt: "Denn nur die Eucharistie kann die drohende Gefahr von der Welt abwenden; die unabwendbare, schreckliche Gefahr, die mit der Stunde der Macht der Finsternis herankommt."

Auch das ist falsch. Kann die Eucharistie die Gefahr, die Finsternis abwenden? Nein! Denn die Eucharistie gibt es schon seit ihrer Einsetzung am Abend vor dem schmählichen Tode des Herrn. Und obwohl es sie gab und immer noch gibt, konnten Gefahren und Finsternisse durch sie nicht abgewendet werden. Wodurch aber kann denn solches abgewendet werden? Einzig und allein durch den GLAUBEN an die Eucharistie, die Verehrung der Eucharistie, die ANBETUNG der Eucharistie, den würdigen Genuß der Eucharistie. Man muß genau sein. Es handelt sich hier schließlich um wichtigste Dinge. "Das am häufigsten gefeierte und gespendete Sakrament, das schon durch seinen Vollzug und die Eigenart seines Wesens ein Schrecken der Daemonen ist, vor dem sie in ohnmächtiger Wut fliehen, ist das heiligste Sakrament des Altares, die hl. Eucharisitie. Als unblutige Erneuerung des blutigen Erlösungsopfers von Golgotha erinnert es die Daemonen, zu jeder Stunde auf der ganzen Welt in vielen tausenden von hl. Messen gefeiert und in abertausenden von Tabernakeln aufbewahrt, immer wieder an ihre Niederlage und ihre Fesselung durch Christi Sieg." "Weil es ein Zeichen des Leidens Christi ist, durch das sie besiegt wurden, wehrt es alle Schadenswirkung der Daemonen ab", lehrt der hl. Thomas. Diese allgemeine Wirkung "ex opere operato", allein durch die eucharistische Gegenwart des göttlichen Heilandes auf den Altären, wird bei gültigem Vollzug der Wesensverwandlung (Transsubstantiatio) von Brot und Wein in den wahren verklärten Leib mit Blut, Seele und Gottheit Christi, an sich niemals den Daemonen gegenüber verloren gehen können. Aber die Menschen werden von solcher Wirkung nur Nutzen haben, wenn sie das hl. Sakrament nicht nur gültig, sondern je nachdem auch erlaubt und WÜRDIG vollziehen, spenden und empfangen. "Wer Mein Flesich ißt und Mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben; und Ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage", lautet die Verheißung unseres göttlichen Meisters (Joh. 6,55). Aber der hl. Paulus fügt erläuternd hinzu: "Wer unwürdig dieses Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein", "denn wer unwürdig ißt und trinkt, ißt und trinkt sich das Gericht" (1. Kor. 11,27 u. 29). Je nach der Würdigkeit der Spender und Empfänger werden die Wirkungen des hl. Altarsakramentes verschieden sein. Christus der Herr bleibt in Seiner eucharistischen Gegenwart stets derselbe und strahlt allezeit die gleiche göttliche Wirkung aus. Aber wieviel wir uns von den Früchten dieser Wirkung zueignen können und dürfen, hängt von unserer inneren Einstellung (Disposition) ab. Und da kann es geschehen, daß das gleiche Sakrament dem einen zum ewigen Leben wird, dem anderen aber zur ewigen Verdammung; und daß die gleichen Daemonen, die an sich vor der hl. Gegenwart Christi fliehen, dennoch die Unwürdigen in ihrer Gewalt behalten dürfen und nur von den Würdigen ablassen müssen." (Petersdorff, DAEMONOLOGIE, I. Bd., S. 320-321)

Sich an die Hirten der Kirchen (sic!) wendend, sagt sie: "Ihr seid doch alle die Apostel des Meisters."

Man beachte die Mehrzahlform: "Kirchen". Die Muttergottes würde demnach die "Priester" und "Bischöfe" z.B. der protestantischen, der anglikanischen, der orthodoxen nicht-unierten und aller Sekten-"Kirchen" als "Apostel des Meisters" betrachten. Welch haarsträubende Unterstellung! Kein "Bischof" einer nicht-katholischen "Kirche", kein Führer einer Sekte ist ein Apostel des Meisters. Wenn schon "Apostel", dann höchstens des Widersachers Gottes (wenn vielfach auch ausdrücklich ungewollt und nicht boshaft), insoferne sie der Wahrheit Entgegengesetztes lehren. Da hilft auch die "Vision" des großen "X" vor den nicht-katholischen "Bischöfen" nichts, das besagen soll, daß sie noch nicht in der vollen Wahrheit, nicht in der vollen Legitimität seien. Auf Gott, auf Christus bezogen, sind sie allesamt überhaupt in Illegitimität und nicht nur noch nicht in der vollen Wahrheit, sondern gänzlich im Irrtum befangen. "Und ich kam zu dem Schluß, daß es in der wahren Philosophie kein Mittelding zwischen Atheismus und Katholizismus gebe, und daß ein vollkommen konsequenter Geist unter den Umständen, in denen er hienieden lebt, sich entweder zum einen oder zum andern bekennen müsse. Und das glaube ich jetzt noch. (...) Die große Masse der Menschen freilich ist nicht konsequent, logisch oder gründlich; sie gehorchen keinem Gesetz im Velauf ihrer religiösen Ansichten. (...) Hingegen ist es das Stirnmal der Häresie, daß ihre Dogmen unfruchtbar sind; daß sie keine Theologie hat -- sofern sie Häresie ist, hat sie das nicht; bring in Abzug ihren Rest an katholischer Theologie, und was bleibt? Polemik, Erörterungen, Proteste!" (John Henry Newman, Walter Lipgens, Fischer-Bücherei, S. 47, 93 und 147) Der Prozentsatz des Wahrheitsgehaltes in den nicht-katholischen "Kirchen" ist nämlich im Vergleich zu demjenigen der katholischen Kirche nicht nur ein sehr gering minderer, sondern, wenn  je ein Zahlenvergleich gestattet sein kann, ungefähr ein so verschwindend kleiner, daß eine Schätzung von 0,1% wahrscheinlich noch eine Überbewertung ist; denn "gottgläubig ist nicht, wer das Wort "Gott" rednerisch gebraucht, sondern nur, wer mit diesem hehren Wort den wahren und würdigen Gottesbegriff verbindet. (...) Es darf also niemand sagen: Ich bin gottgläubig, das ist mir Religion genug. Des Heilands Wort hat für Ausflüchte dieser Art keinen Platz. Wer den Sohn leugnet, hat auch nicht den Vater; wer den Sohn kennt, hat auch den Vater." (Pius XI., Mit brennender Sorge)

Du bist der Bahnbrecher dieser neuen Zeit, sagt die Frau zum Papst, und gemeint ist damit, laut Raoul Auclair und H.A. Brouwer und Luis Knuvelder, Paul VI.

Fürwahr, ein häßliches Wort für einen Papst nach 2000 Jahren Christenheit, das nichts anderes bedeuten kann, als "Ausbrecher" aus eben dem Garten, von dem ich gesprochen habe. "Wer die Wahrheit besitzt, kann sich nur zum Irrtum hin "fortbewegen". ("Man reformiert die Kirche nicht") Abbé de Nantes hat treffend bemerkt: "Kindisch ist solches, wenn es sich um die Tatsache einer Reise im modernsten Flugzeug handelt oder um Fernsehansprachen, schwerwiegender wird es, wenn es sich um Versöhnung mit dem Judaismus, um Zusammenarbeit mit den kommunistischen Staaten, um die kollegiale Verwaltung der Kirche, die sexuelle Erziehung in der Nonnenschule handelt. Dann nämlich ist die Neuheit (= das Bahnbrechen!) eine Mutation, und diese Mutation bringt eine Änderung der Religion der Väter mit sich. Die Parteinahme für die Neuerung großen Stils führt notwendigerweise zur Untreue."

Wenn die Zeit des Herrn Jesus Christus kommen wird (Hier wird das Futur gebraucht!; denn diese Zeit ist noch nicht angebrochen, weil es sich nicht nur um die Herrschaft in den einzelnen Seelen handelt, sondern weil die Herrschaft über die Völker noch nicht angebrochen ist, um die die Christen unablässig beten -- wenn auch viele selbst nicht genau wissen, was sie sagen, wenn sie beten "Dein Reich komme" und auch die Herrschaft von Christus König, dessen neulich begründetes Fest das Versprechen und das Nahesein ankündigt). "Wenn die Zeit des Herrn Jesus Christus kommen wird, werdet ihr bemerken, daß falsche Propheten, Krieg, Zwietracht, Uneinigkeit verschwinden werden. Nun bricht die Zeit an." "Und der wahre Friede wird kommen. Wahrer Friede, Völker, das ist das Reich Gottes; das Reich Gottes ist näher denn je. Begreift diese Worte gut."

Die Zeit Jesu Christi auf unser Heil bezogen ist angebrochen mit Seiner Geburt, besser, mit seiner Empfängnis, d.h. Inkarnation. Es wird bis zum Jüngsten Tag keine Zeit geben, die Jesus Christus mehr gehörte, als eben dieses "Tausendjährige Reich", das noch andauert, in dem wir noch leben (oder vielleicht jetzt gerade nicht mehr?). "Die tausendjährige Fesselung Satans und das annähernd gleichzeitige tausendjährige Reich der Geheiligten werden seit dem hl. Augustinus im Sinne der Verminderung der Gewalt der Daemonen durch die Erlösungstat Christi und des Triumphes der hl. Kirche verstanden. Dabei sind die 1000 Jahre selbstverständlich nicht wörtlich zu nehmen, sondern nur als Ausdruck der langen Dauer der hl. Kirche Christi zwischen Seiner ersten und zweiten Ankunft auf Erden. Die Fesselung des "Starken", dem der göttliche Heiland die unter dessen Gewalt befindliche "Habe", die zu erlösenden Erbsünder, entrissen hat, ermögichte den Triumph und das Herrschen der Erlösten im "tausendjährigen Reiche" Christi. Dem hl. Augustinus sind in dieser Beurteilung der schwierigen, als "Chiliasmus" bekannten Frage seine Anhänger gefolgt, in Deutschland z.B. Rupert v.Deutz und dann vor allem auch der hl. Thomas, der sich ausdrücklich die Meinung des hl. Augustinus zu eigen macht und unter dem tausendjährigen Reich die Herrschaft der "Kirche Christi" versteht: "die ganze Spanne der Jetzt-Zeit in der die Heiligen mit Christo herrschen". Suarez läßt die tausendjährige Fesselung "Luzifers" gleichfalls "nach Christi Erlösung" beginnen und "in der ganzen Zeit der Gnade" bis zum Auftreten des Antichrist andauern. Von den neueren Bibelauslegern hat sich P. Allo O.P. in seinem Kommentar zur Apokalypse, der selbst von gegnerischer Seite als "der beste katholische Kommentar" anerkannt wird, dem hl. Augustinus  und seiner "entscheidenden Lösung" angeschlossen, indem er das tausendjährige Reich "von der Inkarnation ab gehen" läßt und insbesondere es für möglich hält, "daß die Erinnerung jener Worte Christi (über die Fesselung des Starken) die Vision der Apokalypse beeinflußt habe". Auch sein berühmter Ordensbruder Lagrange betont, daß in diesem Herrenwort "eine Anspielung auf die Fesselung der Daemonen" ausgesprochen ist, gemäß der "traditionellen Meinung, daß mit Beginn des Reiches Gottes die Daemonen gefesselt wurden. Kalt nimmt in seinem Biblischen Reallexikon für das Millenium ebenfalls "die Zeit von der Menschwerdung bis zur Parusie des Herrn" an. Prümm S.J. beurteilt die Lösung Allo's als die "vielleicht einzig erlaubte". (DAEMONOLOGIE, I. Bd., S. 296-297) (Vgl. auch Augustinus, De Civitate Dei)

Wenn wir beten "dein Reich komme" und wenn dies alle unsere Vorväter im Glauben beteten, dann waren sie, dann sind wir gewiß nicht so albern, dies "auf ein Kommen für alle Völker" zu beziehen. Wir wissen genau, was wir beten, wenn wir sagen: "Zu uns komme Dein Reich" (Adveniat Regnum tuum). Wir meinen Sein Reich in unserer Seele und nicht Sein Reich auf dieser Erde über die Völker. "Mein Reich ist nicht von dieser Welt". Jesus will gar nicht regieren über die Welt als "Welt". Er will regieren über die individuellen Seelen. "Zu wiederholten Malen hören wir von den Juden, ja von den Jüngern selbst die irrtümliche Meinung, der Messias werde dem Volke wieder zur Freiheit verhelfen und das Reich Israel wieder aufrichten. Christus zerschlug diese Einbildung und verachtete dieses Hoffen. Als das von Bewunderung ergriffene Volk ihn zum König ausrufen wollte, da lehnte er sowohl Titel as Ehre ab, indem er floh und sich verbarg." (Pius XI., Quas primas, HK 77) "Man könnte aber fragen: "Da das Reich Gottes immer bestanden hat, warum bitten wir denn, daß es zu uns komme?" Mit Rücksicht hierauf ist zu bemerken, daß das Wort "Reich" und die Bitte um seine Ankunft einen dreifachen Sinn haben kann. Es kann bedeuten: 1. Herrschaftsrecht, aber noch nicht Herrschaftsbesitz. -- Es kann nämlich der Fall eintreten, daß ein König das Recht der Herrschaft über ein Reich besitzt, ohne daß dieses Herrschaftsrecht bekannt und anerkannt worden, weil noch nicht alle Bewohner des Reiches sich ihm unterworfen haben. Erst dann also wird sein Herrschaftsrecht offenbar werden, wenn die Bewohner des Reiches sich ihm unterworfen haben. Gott aber ist von sich aus und seiner Natur nach Herr über alles und Christus hat als Gott wie als Mensch von Gott die Herrschaft über alles empfangen. "Und er hat ihm Gewalt und Ehre und das Reich gegeben" (Dan. 7,14) Darum muß ihm alles unterworfen sein. Das ist aber jetzt noch nicht der Fall, sondern wird erst gegen das Ende geschehen. "Er muß herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße legt" (1. Kor. 15,25). -- Und deswegen bitten wir nun: "Zukomme uns dein Reich", und zwar beten wir damit um dreierlei: vorab daß die Gerechten vollendet, dann daß die Sünder bestraft und endlich daß der Tod vernichtet werde. Denn die Menschen werden Christus auf zweifache Weise unterworfen: freiwillig oder unfreiwillig. Da nämlich der Wille Gottes so wirkt, daß er unbedingt erfüllt werden muß, und da Gott will, daß alles Christus unterworfen werde, so muß von zweien notwendig eines geschehen: entweder erfüllt der Mensch den Willen Gottes, indem er sich seinen Geboten unterwirft, und dies tun die Gerechten; oder Gott bringt seinen Willen in Erfüllung, indem er die Ungehorsamen bestraft, und dies tut er an den Sündern und Gottlosen. Letzeres wird geschehen am Ende der Welt. "Bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege" (Amos, 5,18). -- Und so kommt es vorab den Heiligen zu, zu bitten, daß das Reich Gottes komme, nämlich daß sie selber ihm vollständig unterworfen werden mögen. -- Für die Sünder aber befaßt die Bitte etwas Schreckliches in sich, da sie nichts anderes besagt, als daß sie durch den Willen Gottes gestraft werden mögen. "Wehe denen, die nach des Herrn Tag verlangen" (Amos, 5,18). Endlich wird dadurch dann auch der Tod vernichtet. Denn da Christus das Leben ist, so kann in seinem Reiche der Tod, als der Feind des Lebens, nicht herrschen, weswegen es heißt: "Der letzte Feind aber, der vernichtet wird, ist der Tod" (1. Kor. 15,26). Und dies wird bei der Auferstehung geschehen. "Er wird den Leib unserer Niedrigkeit umgestalten, daß er gleichgestaltet sei dem Leib seiner Herrlichkeit" (Philipp. 3,21). Unter Himmelreich kann dann ferner verstanden werden: 2. Die Herrlichkeit des Paradieses. -- Denn Reich bedeutet soviel als Regierung. Die beste Regierung aber ist da, wo nichts gegen den Willen des Regenten geschieht. Der Wille Gottes aber ist das Heil der Menschen: "denn er will, daß alle Menschen gerettet werden" (1. Tim., 2,4). Und dieses wird vor allem im Paradiese der Fall sein, wo nichts dem Heile der Menschen mehr entgegen sein kann. "Sie werden aus seinem Reiche alle Ärgernisse sammeln" (Matth. 13,41). In dieser Welt dagegen findet sich vieles, was dem Heile der Menschen entgegen ist. Wenn wir also beten: "Zukomme uns Dein Reich", so bitten wir, daß wir des himmlischen Reiches und der Herrlichkeit des Paradieses teilhaftig werden mögen. Und  dieses Reich ist aus drei Gründen überaus begehrenswürdig: erstens wegen der höchsten Gerechtigkeit, die in ihm herrscht. "Dein Volk werden lauter Gerechte sein" (Isai. 60,21). Hienieden sind die Schlechten mit den Guten vermischt, dort aber gibt es keine Bösen mehr und keine Sünder. -- Ferner wegen der vollkommenen Freiheit. Hienieden gibt es nämlich keine vollkommene Freiheit, obwohl alle naturgemäß nach derselben verlangen; dort aber wird eine vollständige Freiheit gegen jede Knechtschaft herrschen. "Selbst die Natur wird von jeglicher Verderbtheit befreit sein" (Röm. 8,21), und nicht nur werden dort alle frei sein, sodern Könige werden sie sein. "Du hast uns unserem Gotte zu einem Königreich gemacht" (Apoc. 5,10). Der Grund hievon liegt darin, daß alle denselben Willen mit Gott haben werden, so daß Gott will, was die Heiligen wollen, und die Heiligen, was Gott will. Und so geschieht mit dem Willen Gottes auch ihr Wille. Und es werden deshalb alle herrschen, weil der Wille aller geschehen, und der Herr die Krone aller sein wird. "An jenem Tage wird der Herr der Heerscharen eine herrliche Krone, ein Freudenkranz für die Übrigen seines Volkes" (Isai. 28,5). -- Endlich ist das Himmelreich überaus verlangeswert wegen den überschwenglichen Freuden, die es bietet. "Kein Auge hat es gesehen, außer dir, o Gott, was du denen bereitet, die auf dich harren" (Isai. 64,4). "Der dein Verlangen mit Gütern erfüllt" (Ps. 102,5). Es wird nämlich der Mensch in Gott alles in höherer Weise und in vollkommmenerem Maße finden, was man sonst in der Welt sucht. Suchst du Ergötzlichkeiten, in Gott wirst du die höchsten finden; suchst du Reichtümer, dort wirst du alles im Überflusse haben, wo die Quelle der Reichtümer; und so verhält es sich mit allen anderen Gütern. "Wenn die Seele", sagt Augustinus, "fern von dir Buhlerei treibt, so sucht sie außer dir, was sie nur rein und lauter findet, wenn sie zu dir zurückkehrt." Endlich kann dieses Reich auch gefaßt werden als: 3. Die Herrschaft über die Sünde. -- Bisweilen nämlich herrscht in dieser Welt die Sünde; das ist dann der Fall, wenn der Mensch einen solchen Hang zur Sünde hat, daß er ihren Reizungen sofort Folge leistet. "Es herrsche nun aber nicht mehr die Sünde in euerem sterblichen Leibe" (Röm. 6,12), sondern Gott soll in deinem Herzen herrschen. "Sion dein Gott wird herrschen" (Isai. 52,7). Gott aber herrscht dann in dir, wenn du ihm bereitwillig gehorchst und seine Gebote beobachtest. Wenn wir also beten: "Zukomme uns dein Reich", so bitten wir, daß in uns nicht die Sünde, sondern Gott herrschen möge. Durch diese Bitte werden wir dann zu jener Seligkeit gelangen, von der es heißt: "Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen" (Auch die "acht Seligkeiten" werden mit den sieben Bitten verbunden; wie diese als die Wirkung, als der unmittelbare Ausfluß, der sieben Gaben des Heiligen Geistes erscheinen; so werden als die Wirkung, als die Erfüllung der einzelnen Bitte, je eine der "acht Seligkeiten" hingestellt. Über diese vgl. S. theol. I. II. qu. 69). Wenn nämlich nach der ersten Auslegung, der Mensch wünscht, daß Gott der Herr über alles sei, so rächt er nicht selber das ihm zugefügte Unrecht, sondern behält Gott die Rache vor. Denn wenn du dich rächtest, würdest du nicht bitten, daß sein Reich zu dir komme. Wenn du aber nach der zweiten Auslegung sein Reich, d.i. die Herrlichkeit des Paradieses erwartest, so darfst du dich nicht wegen dem Verlust irdischer Dinge bekümmern. Ebenso mußt du, wenn du der dritten Erklärung gemäß bittest, daß Gott und Christus in dir herrschen wolle, sanftmütig sein, da Christus überaus sanftmütig gewesen. "Lernet von mir, denn ich bin sanftmütig" (Matth. 11,29). "Ihr ertruget mit Freude den Raub eurer Güter" (Hebr. 10,34). (Katechismus des hl. Thomas von Aquin, S. 98-102).

Hier in diesem eingangs erwähnten Zitat haben wir auch den Widerspruch Raoul Auclair's zu seiner eigenen am Anfang seiner Rede aufgestellten Behauptung, es gäbe nur ein einziges liturgisches Fest im Jahr, das an etwas Zukünftiges erinnere. Hier behauptet er ja selber: "auch die Herrschaft von Christus König, dessen neulich begründetes Fest das Versprechen und das Nahesein ankündigt". Wie der Heilige Geist nie näher sein kann als er heute schon nahe ist und immer schon nahe war, kann auch das Reich Gottes, was eigentlich ein und dasselbe ist, heute nicht näher sein denn je. "Das Reich Gottes ist in euch". "So ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen." (Pervenit invos regnum Dei) (Matth. 12,28) "Nachdem aber Johannes überliefert war, kam Jesus nach Galiläa, predigte das Evangelium vom Reiche Gottes (Matth. 4,12, Luc. 4,14, Joh. 4,43) und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes hat sich genaht; tut Buße und glaubt dem Evangelium!" (Mark, 1,14/15) Als er (Jesus) aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen, und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichem Gepränge -- non venit regnum Dei cum observatione, d.h. sichtbar; auch kann man nicht sagen: Siehe, hier ist es, oder, siehe dort; denn siehe, das Reich Gottes ist innerhalb von euch -- regnum Dei intra vos est." (Luk. 17,20/21) Auch die Prophezeiungen über "das kommende Reich Mariä" (vgl. Mutter Vogl's weltweite Liebe, S. 95) sind im obigen Sine zu versehen. All das vorstehend Gesagte widerlegt auch die angeblichen Offenbarungen Jesu "Das Reich des göttlichen Willens", siehe insbesondere 1. Bd., S. 118, Kap. 36 und 37. Siehe dazu auch "Röm. Katechismus", S. 383ff und 391ff. und "Das Innenleben Jesu", II. Bd., S. 665, Credo-Verlag)

Und was ist die Botschaft der Frau aller Völker an alle Völker der Welt? Nur dies: die Botschaft vom Ende, das kommen wird und angefangen hat. Was ist denn aber das 'Ende'? Das Ende ist hier bestimmt nicht das Ende der Welt, sondern das Ende dieser Welt. Und in dieser Welt herrscht noch immer der Fürst dieser Welt. Noch immer, auch heute noch, aber nicht auf immer. Christus kommt in diese Welt. Weihnachten bedeutete schon, daß der Satan aus den Seelen verjagt wurde; die Möglichkeit für jeden, den Satan aus seiner Seele zu verjagen. Die Erscheinung wird bedeuten, daß der Satan aus den Völkern verjagt wird. Aber der Fürst dieser Welt wird über die Welt herrschen, bis die Zeit der Erscheinung anbricht.

Es gibt nur ein Ende der Welt, welches stattfindet am Tage des Allgemeinen Gerichtes. Der "neue Himmel und die neue Erde" (vgl. auch 2. Petr. 3,8-13) von denen in der Apokalypse Johannis die Rede ist, sind nicht eigentlich eine neue "diesseitige" Welt, sondern sind der Himmel in Maria, die heilige und gesegnete Erde Mariä, frei von Schuld und dem Fluche Adams, eine Erde so neu, daß seit der ursprünglichen Schöpfung bis auf die allerseligste Jungfrau Maria eine ebenso neue Erde in der Welt nicht gesehen ward. (Agreda, 1,1,17) Es gibt aber -- wie es scheint -- ein Ende  "dieser Zeit", was nicht gleichbedeutend ist mit dem "Ende der Welt". Und das Ende dieser Zeit ist das Ende des Tausendjährigen Reiches, das Ende der Heilszeit. Der Fürst dieser Welt, Luzifer mit seinem Anhang, wird bis zum Jüngsten Tage regieren. Es wird nie eine Zeit geben, in der Satan die Welt nicht regierte oder regieren wird, nicht einmal das Tausendjährige Reich. Es gibt nur einzelne Seelen, die von ihm nicht regiert werden können und konnten. Und diese Seelen fassen den Drachen, die alte Schlange, und fesseln ihn für sich und andere im Namen Jesu und Mariae. Ist das Tausendjährige Reich zu Ende, d.h. kommt das Ende "dieser Zeit", dann wird aber niemand mehr sein, ihn zu fesseln, und deshalb wird er dann -- zwar auf kurze Zeit nur -- "losgelassen" sein.

Im Rahmen der heutigen Zeit sehen wir hier die Frau, die Unbefleckte, die Gott von Anfang an vorherbestimmt hatte, den Satan zu überwinden; und die jetzt endlich kommt, ihren Sieg zu vollenden. An die Vorhersagung erinnernd, sagt sie: "Sie wird, wie vorhergesagt, Satan überwinden. Sie wird ihre Füße auf Satans Kopf setzen". "Nein, Satan ist noch nicht vertrieben. Die Frau aller Völker darf jetzt kommen, den Satan zu vertreiben."

Der Sieg Mariens über die Hölle, über Satan, ist schon längst errungen, vollendet, schon längst vollbracht. Er geschah zum ersten Male nach der Rückkehr Mariä nach Nazareth, nachdem sie Elisabeth besucht hatte und zum zweiten Male nach der Zerstörung des Dianatempels zu Ephesus (Agreda, 2,3,28 und 3,8,4) und zum letzten Male siehe Agreda 3,8,7,509ff, vor allem der Satz in 510: "Der Kampf war der heftigste von allen, der gegen eine bloße Kreatur seit dem ersten Kampfe im Himmel stattfand oder bis zum Ende der Welt stattfinden wird.") "Maria besiegte ihn auf so wunderbare Weise, daß, durch sie und ihren heiligsten Sohn der Kopf des Luzifers ganz zertreten und er selbst ganz unfähig, schwach und kraftlos wurde, so daß, wenn die Menschen ihm nicht durch ihre eigene Bosheit Macht geben, sie mit Hilfe der göttlichen Gnade ihm ganz leicht widerstehen und ihn besiegen können." (Agreda, 3,3,28,370) (Vgl. auch Pius XI., Enzyklika gegen den atheistischen Kommunismus, Nr. 59, Schlußsatz!) Und gerade hier schon beim zweiten, gewaltigen Sieg Mariens über Satan war es, da Luzifer und seine Höflinge sich in Engel des Lichtes verwandelten und so Lobpreisungen und Schmeicheleien folgenden Wortlautes an Maria richteten: "Mächtig bist du, o Maria, groß und gewaltig unter den Weibern; die ganze Welt ehrt und preist dich wegen der erhabenen Tugenden, welche sie an dir sieht, und wegen der Wunderwerke, die du mittelst derselben wirkest und ausführest. Du bist dieses Ruhmes würdig; denn niemand gleicht dir an Heiligkeit. Wir erkennen dieses besser als andere und bekennen es. Wir singen das Lob deiner Großtaten." Wem käme hier nicht sogleich der Gedanke, daß auch das, was in Amsterdam (und in anderen pseudo-mystischen Fällen, von denen es heute nur so wimmelt) an sich Positives geschah, bzw. ausgesagt wurde, nichts anderes sein kann, als Schmeichelei und trügerische Lobpreisung Satans. Vergessen wir nicht, daß Satan seit rund 6000 Jahren nichts anderes tut, als verführen. Er, gewiß, hat schon viele Erfahrungen gesammelt. Er hat gelernt, daß er die Frömmsten nur dann ins Verderben stürzen kann, wenn er, Satan, als MARIA (oder als Engel des Lichtes) erscheint und die wahren, echten (Muttergottes-)Erscheinungen und -Botschaften imitiert. Viel Honig, wenig Gift! -- Ferner ist zu diesem Punkte zu sagen, daß MARIA in ihrer Glorie, in der Ewigkeit keinen Sieg für sich über Satan erringen kann; Sie kann ihm im Himmel den Kopf nicht mehr zertreten. Siegen kann man, kann Sie und können wir, über die Hölle nur, solange wir leben, solange auch für uns die Möglichkeit besteht, von der Hölle besiegt zu werden. Im Himmel ist dies letztere ja ausgeschlossen. Darum kann Maria jetzt, da Sie im Himmel ist, in Wirklichkeit ihre Füße nicht mehr auf Satans Kopf setzen. Sie hat es, wie gesagt, schon längst getan. Und doch wird Satan noch heute von MARIA und nur von MARIA besiegt. Aber dies geschieht nicht mehr durch Ihre Person direkt, unvermittelt, sondern durch Ihre Kinder, die auf Erden leben, durch Ihren Geist! So auch nur sind wiederum die Aussagen im Büchlein "Mutter Vogl's weltweite Liebe", S. 93f. zu verstehen. Pater Joh. Ed. Lamy (+1931) hatte viele Visionen, in denen zuweilen die Gottesmutter und der Teufel "seltsame Gespräche" miteinander führten; eines davon hatte folgenden Inhalt: "'Deinetwegen bin ich gefallen', rief der Teufel Maria wütend zu. 'Ich war ja noch gar nicht einmal geboren!' -- Und Satan: 'Und trotzdem hast du mich von jeher bekämpft und besiegt!' Maria entgegnete traurig: 'Leider nicht ohne Verluste'!" (P. Lamy erzählt..., p. XII-XIII). Dieses 'leider nicht ohne Verluste' zeigt eben gerade, daß Maria den Teufel nur mehr in uns, mit uns und durch uns "besiegen" kann, oder eben auch nicht, und wenn nicht, dann eben -- -- "der Verlust"!

"Nein, Satan ist noch nicht vertrieben. Die Frau aller Völker darf jetzt kommen, den Satan zu vertreiben."

Wenn ich daran denke, daß dies der als 'Frau aller Völker' verkleidete Teufel gesagt hat, dann kann ich nicht umhin, dem Teufel das vorzuhalten, was Jesus seinerzeit den Pharisäern auf ihren unsinnigen Einwand entgegenhielt: "Et si satanas satanam ejicit, adversus se divisus est: quomodo ergo stabit regnum ejus? Wenn nun Satan Satan austreibt, so ist er wider sich selbst entzweit; wie wird dann sein Reich bestehen?" Im Grunde genommen ist ja die Absicht Satans klar: Er will sagen: Der Glaube, der römisch-katholische Glaube, die Liebe zu Jesus und Maria, die Heiligkeit ist noch nicht vertrieben. Satan darf jetzt kommen, diese(n) zu vertreiben!

Und Raoul Auclair -- selbstbewußt: "Das Heer des Satans kennen wir. Das marianische Heer wird man an diesem Zeichen erkennen: an seiner Treue zu Rom und dem Papst."

Ich möchte fast behaupten, daß Raoul Auclair weder das Heer Satans noch Satan selber kennt. (Wer könnte das schon von sich behaupten!) Er ist ja sehr schlimm in seine Falle geraten. Und seiner letzteren Bemerkung möchte ich entgegenhalten, daß man das marianische Heer an diesem Zeichen erkennen wird: an seiner Treue zum ganzen 2000jährigen Rom und zu allen heiligen Päpsten und zu allen Dogmen und Sittengesetzen.

"Der Papst von Rom hat die schwerste Aufgabe von allen, die ihm vorangegangen sind."

Ein Papst kann an sich nie eine schwerere Aufgabe haben als ein anderer. Jeder hat die genau gleich schwere, genauso wie jeder Mensch, der da geboren wird, die genau gleich schwere Aufgabe hat, nämlich in erster Linie die, selig zu werden. Und selig zu werden ist für alle gleich schwer, oder gleich leicht. Gewiß, wir haben, und auch die Päpste haben unter sich, verschiedene Aufgaben, aber die Verschiedenheit liegt nicht in der Differenz der Schwere, sondern in der Differenz der Umstände. Und die Schwere ermittelt sich nicht durch bloßen Vergleich eines äußerlich erkennbaren Zieles oder Endproduktes, sondern durch den Vergleich von Ausgangspunkt, Mittel, Weg und Ziel. Gott fordert ja von niemandem mehr, ohne ihm zugleich immer auch mehr Gnaden (Talente/Mittel/Kraft) zu geben.

"Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo du  (zum Papst) über Maria sprechen sollst als Miterlöserin, Mittlerin und Fürsprecherin, unter dem Titel: Frau aller Völker". "Warum wünscht Maria dies von dir? Weil sie gesandt ist von ihrem Herrn und Schöpfer unter diesem Titel und durch dieses Gebet die Welt zu erlösen von einer großen Weltkatastrophe."
"Niemals wird Miriam oder Maria in der Gemeinschaft -- in der Kirche -- offiziell genannt 'Miterlöserin'; niemals wird Sie offiziell genannt 'Mittlerin'; niemals wird Sie offiziell genannt 'Fürsprecherin'."

Die Forderung, daß der Papst über Maria sprechen soll als Miterlöserin, Mittlerin und Fürsprecherin wäre absolut in Ordnung. So etwas könnten wir nur befürworten und unterstützen. Nicht in Ordnung ist hingegen wieder die Einleitung: "Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen..." Dieser Zeitpunkt ist schon lange da, und wir haben denn auch durch die ganze zweitausendjährige Kirchengeschichte die schönsten Zeugnisse davon, daß er immer da war. (Hymnos Akathistos!) Die heiligen, guten Päpste und so viele Heilige haben all die Jahrhunderte hindurch immer von Maria als Mittlerin und Fürsprecherin und selbst als Miterlöserin gesprochen. Die Behauptung, daß davon "niemals offiziell" die Rede sei, ist nicht nur eine pure Lüge, sondern wiederum eine schwerwiegende Lästerung des Heiligen Geistes, eine Verleumdung der vorkonziliaren Kirche. Nur ein paar wahllose Beispiele:

Der Verfasser des Salve regina ist Hermann Contractus von Böringen, Mönch des Klosters Reichenau (gest. 1054). Nun ist aber das Salve regina schon seit langer Zeit offizielles Gebet der gesamten katholischen Kirche. Und in diesem Gebet heißt es u.a.: "Wohlan denn, unsere Fürsprecherin...". Ein anderes, das älteste marianische und in der ganzen katholischen Kirche bekannte Gebet, das "Sub tuum praesidum" oder "Unter Deinen Schutz und Schirm" enthält seit langem gleich zwei der betreffenden Attribute: "... unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin..." Beides sind hochwertige Ablaßgebete, mithin offizielle, von der Kiche anerkannte und gelehrte Gebete. Zum Titel 'Miterlöserin' ist zu sgen, daß schon der hl. Bonaventura (1221-1274) festhält, "die Jungfrau habe den Preis unserer Erlösung entrichtet, indem sie zustimmte, daß Christus als Lösegeld geopfert wurde." (Hiezu: Mystische Stadt Gottes (Agreda), 1. Buch, Anmerkungen S. 266,268,269) Und der hl. Bonaventura ist ein Kirchenlehrer. Ein höchst offizieller Vertreter der 'Mater et Magistra' also. Und der Franziskaner Bernhard Robert sagt, die hlgst. Jungfrau habe auf Kalvaria "was ihr Eigen war" (Quod suum erat) augeopfert, und dies wäre der Grund, weshalb sie den Titel Miterlöserin und Retterin erhalten habe. "Mit vollem Recht hat sie also den Namen Mittlerin und Retterin empfangen, nicht allein weil sie den Erlöser der Welt brachte, noch weil sie durch ihre Fürbitten dafür eintrat, sondern weil sie ihr Eigen hingab." (Bernhard Robert, op. cit., loc. cit. 7) Neulich hat auch Mgr. Lebon diese Stellungnahme sein eigen gemacht. Er glaubt, für die Jungfrau ein striktes Recht auf das Leben ihres Sohnes annehmen zu dürfen. Allerdings nicht ein strenges Eigentumsrecht, noch jene gewisse Selbständigkeit, aus der heraus Christus über sein eignes Leben zu verfügen hatte, und doch wieder mehr als ein Quasi-Recht, auf Konvenienzbeziehungen beruhend. Daraus ergibt sich, daß Jesus und Maria auf dasselbe Opferobjekt jeweilige Rechte besitzen; beide verzichten darauf, und so wirken sie zusammen zum Erwerb des erlösenden Verdienstes, das nun, auf jeweilig verschiedene Art, in aller Wirklichkeit das Verdienst eines jeden von ihnen ist. (Lebon, art. cit., Eph. Lov., 16, 1939, 696, 700 und 674) P. Gallus seinerseits erachtet diese mütterlichen Rechte Marias schon in sich als ein Hindernis für die Opferhingabe Christi im Kalvariengeschehen. Allein der freie Verzicht der hl. Jungfrau auf diese Rechte konnte das Hindernis beheben. Er ist mithin "ein unerläßlicher Bestandteil" unserer Heilserlangung. (Gallus, ad B.M.V. in redemptionem cooperationam, Div. Th. Plac. 51, 1948, 123-133; derselbe, Mater dolorosa, principium materiale redemptionis objectivae, Marianum, 12, 1950, 244-245) Auch manche Schriftstücke des kirchlichen Lehramtes (was könnte offizieller sein?) nehmen Bezug auf den Verzicht und die Darbringung der "jura materna" Marias. (Benedikt XV., loc. cit., 182. Pius XII., Mystici corporis, Edit. Vatic, 1943, 58) Pater Tausch vor allem sagt, Christus sei, da er für uns sterben sollte, seiner eigenen Mutter gleichsam gehorsam geworden. "Gleichsam aus Kindesgehorsam unterwarf er sich ihr, und auch aus diesem hinzukommenden Beweggrund opferte er sich am Kreuz für die Menschen, und so floß unsere überreiche Genugtuung und unsere Erlösung gewissermaßen aus dem Befehl der seligsten Jungfrau, der in ihrem Mutterrecht begründet war und mehr bedeutete als nur eine schlichte Bitte." (Tausch, De SS. Matre dolorosa, Colon. Agrippin., 1645, 178) In der Enzyklika "Miserentissimus Redemptor" schreibt Pius XI.: "aus ihrer geheimnisvollen Verbindung mit Christus und seiner ganz besonderen Gnade ist sie und heißt sie frommerweise Miterlöserin." Und Pius XII. in "Ad coeli reginam": "In dem Werk unseres geistlichen Heiles war Maria nach dem Willen Gottes dem Urheber des Heiles, Jesus Christus, beigegeben, und dies auf ähnliche Weise, wie Eva dem Urheber des Todes, Adam, beigegeben war. Man kann also von unserer Erlösung sagen, daß sie sich in der Form einer gewissen "Zurückführung auf den Anfang" (recapitulatio) vollzog, dergestalt, daß das Menschengeschlecht, dem Tode unterworfen durch eine Jungfrau, durch die Vermittlung einer Jungfrau auch wieder gerettet wurde." Man könnte schließlich noch als junges Zeugnis den gelehrten Dominikaner P. Guérard des Lauriers mit seinem Werk "L'Immaculée Conception, clé des privilèges de Marie" anführen, aber das würde hier zu weit führen. Es sei hiermit lediglich darauf verwiesen, wie im übrigen auch auf die hl. Ephrem, Ambrosius, Augustinus, Epiphanius, den hl. Franz von Sales ("Ach, dieselben Nägel, die den Leib ihres göttlichen Kindes kreuzigten, kreuzigten auch das Herz der Mutter; dieselben Dornen, die sich in sein Haupt einbohrten, durchbohrten die Seele dieser ganz liebreichen Mutter. Sie litt aus Erbarmen am selben Elend wie ihr Sohn, sie erduldete die gleiche Not wie er in ihrem Mitdulden, die gleichen Leiden wie er in ihrem Mitleiden, die gleichen Schmerzen wie er in ihrer Teilnahme an seiner Passion. Die Todeslanze, die schließlich den Leib ihres geliebtesten Sohnes durchdrang, durchbohrte gleicherweise das Herz dieser liebenden Mutter. So konnte sie wohl sagen, daß er ihr ein Myrrhenbüschlein war auf ihrer Brust (HL 1,12), an ihrem Herzen." (Franz v.Sales, Gottesliebe I, V. Buch, 4. Kap.) sowie auf Agreda, Nr. 232, 274, 296 des 1. Buches. Zum Titel "Mittlerin aller Gnaden" siehe Pius IX., Bulle Ineffabilis, und Leo XIII., Enzyklika Octobri mense und Enyzklika Fidentem piumque. Zum Titel "Co-Redemptix" = Mitleröserin ist noch von Interesse: Schmöger, Emmerick, Einführung S. XVI + XXXV (40.) und Revelationes S. Brigittae 1.I. c. 35. Dann soll hier noch auf die Muttergotteserscheinungen in "Marienfried" hingewiesen sein, wo sie als "Mittlerin aller Gnaden" sich zeigte. (Vgl. auch "Spanisches im Lichte der Prophezeiung", S. 12; "Rettet die Welt", S. 87ff.; Joh. Bapt. Walz "Maria, die Mutter unseres Herrn" etc. etc.)
Nicht in Ordnung ist auch der Titel, unter dem diese Verehrung Mariens geschehen soll: "Die Frau aller Völker". Dieser Titel ist in Wirklichkeit so absurd und herabwürdigend für MARIA, daß er wiederum nur aus der Brutstätte Satans stammen kann. Ich habe schon einmal darauf hingewiesen, daß MARIA nur Herrin sein kann der Auserwählten. Alle Völker aber können nicht auserwählt sein. "Die vielen (= alle) sind berufen, nur wenige aber auserwählt"! Die weitaus meisten Menschen werden nachweisbar verdammt (vgl. "Du nombre des élus", José Ricart Torrens). Der Titel 'Frau aller Völker' könnte demnach ohne weiteres auch umgewandelt werden in 'Frau aller Verdammten'. Und siehe da, wir sind wieder gleich weit. Satan ist ja tatsächlich 'die Frau' aller Verdammten! -- Fragen wir uns aber weiter: Kann die Welt von einer großen Weltkatastrophe erlöst werden durch ein bestimmtes Gebet? Ich behaupte nein! Für unsere Erlösung, auch für die Abwendung einer Strafe, kann es sich gar nie nur um ein einziges, bestimmtes Gebet drehen. Das leuchtet doch hoffentlich jedem ein! Aber dieses hier von der 'Frau' geforderte einzige Gebet ist eben ein heimtückisch-häretisches Gebet, und deshalb verstehe ich sehr wohl diese Phrase. Auf den Gebetstext komme ich später noch zurück. Überdies wäre eine Verhinderung einer materiellen, zeitlichen Katastrophe gar keine "Erlösung", sondern im Gegenteil, erst ein eigentliches Strafgericht Gottes, eine wahrhaftige Katastrophe: "Er überließ sie ihrem gottlosen Tun..."

Raoul Auclair: "Maria aber, die einzige, vor der sich der Fürst dieser Welt fürchtet."

Auch dieses ist nicht wahr. Welche Unkenntnis der Leben und der Taten der Heiligen, der gesamten katholischen Mystik, führt dieser Satz doch zutage! Fest steht, daß Satan niemand so sehr fürchtet, wie MARIA und daß er Sie so sehr mehr fürchtet, als alle Heiligen zusammen, daß man wahrhaftig fast sagen könnte, Sie sei die einzige, die er fürchtet. Aber ich betone dieses "fast". Denn es bleibt eben trotzdem wahr, daß der Oberste der Teufel selbst ein kleines unschuldiges Kind fürchtet. Er fürchtet sogar nicht nur Personen, sondern selbst das Weihwasser, das Kreuz ("Nichts ist den bösen Geistern furchtbarer als das Kreuz"! -- Cyrill Alex. in Ps. 17,3. -- siehe auch "Saint Vicent Ferrier", page 173, "La puissance du signe de la croix"), Kreuzzeichen (siehe DAEMONOLOGIE I., S. 311 oben und Spirago, Volkskatechismus, S. 50 und z.B. Rodewyk, Daemonische Besessenheit heute), heilige Gegenstände, etc. Man lese Bücher über Besessenheitsfälle!

Raoul Auclair sagt: "Wir, die Glieder, wir, die Kirche, die jetzt endlich durch den Mund des Papstes, Maria feierlich zur Mutter der Kirche ausgerufen haben."

Papst Paul VI. ist nicht der erste, der dies tat, sondern einer der letzten Päpste, die dies getan haben werden. Ich brauche hier wohl nur ein Beispiel anzuführen, um eine solche Behauptung schon zu entkräften: Papst Leo XIII. schreibt in seiner Enzyklika "Adiutricem populi": "Hochherzig übernahm Maria das einzigartige und mühevolle Mutteramt und übte es aus, nachdem im Cönaculum unter himmlischer Weihe der Anfang gemacht worden war. Damals schon ließ sie den Erstlingen des christlichen Volkes durch die Heiligkeit ihres Beispieles, durch die Gewichtigkeit ihrer Ratschläge, durch ihren erquickenden Trost und die Macht ihres heiligen Geistes ihre bewunderungswürdige Hilfe angedeihen; in voller Wahrheit erwies sie sich als Mutter der Kirche, als Lehrerin und Königin der Apostel, denen sie aus jenem Schatz göttlicher Aussprüche spendet, den "sie in ihrem Herzen bewahrte". -- Und um wenigstens doch ein sehr altes Zeugnis anzuführen, wollen wir sehen, was Augustinus in seiner Abhandlung über die hlgst. Jungfrau schrieb (de s. virg. 6 (40: 399): "Maria ist die Mutter der Glieder Christi, unsere Mutter, denn durch ihre Liebe wirkte sie mit, daß Gläubige in der Kirche geboren werden, (Gläubige,) die Glieder jenes Hauptes (Christus) sind. Dem Leibe nach aber ist sie Mutter dieses Hauptes selbst." Und noch eines, Anselm: "Was kann für geziemender erachtet werden, als daß du, o Jungfrau, die Mutter derjenigen seist, deren Vater und Bruder Christus zu sein sich gewürdigt hat?" Nun sind aber Augustinus und Anselm von der offiziellen Kirche offiziell erklärte Kirchenlehrer. Sie sind in dieser Eigenschaft offiziellere Vertreter der offiziellen Kirche als das ganze Vatikanum II zusammen!

Raoul Auclair: "In diesem Rahmen habe ich nur darzulegen versucht, wie große Rechtfertigung der Himmel durch die Stimme der Frau aller Völker schon im voraus den erstaunlichen Neuigkeiten des Konzils gab."

Diesen Satz brauche ich nun -- zur besseren Verständlichkeit -- freimütig nur so abzuändern: "wie große Rechtfertigung die Hölle durch die Stimme der 'Frau aller Völker', d.h. durch Satan, der "Hure", schon im voraus den erstaunlichen Neuigkeiten des Konzils gab." Daß dieser Oberste aller Teufel mit seinen Voraussagungen Recht bekam, beruht nur darauf, daß er das ganze Konzil, in seinen einleitenden, vorbereitenden Phasen und während der Zeit und nach dem Abschlusse desselben, gewissermaßen "souverän" leitete. Gott hat ihm für diesmal sozusagen 'freie Hand' gewährt, und deshalb sind seine 'Prophezeiungen' auch Wirklichkeit geworden, wenigstens zum Teil. Es ist in der katholischen Mystik nichts Neues, daß auch der Teufel zutreffend prophezeien kann. (siehe DAEMONOLOGIE II, 131, 132) Deshalb ist ja auch die vorkonziliare Kirche beim Untersuch von solchen Fällen so scharf darauf aus gewesen, viele andere 'Zeichen' zu fordern, ja Wunder, um es ihr zu ermöglichen, die Anerkennung zu gewähren.

Abschließend bemerkt Raoul Auclair: "Wir müssen diese erste Einführung über die Botschaft beenden, in der wir nur einen einzigen Aspekt dieser großen marialen Amsterdamer Offenbarung erörtert haben. Eine große Offenbarung, die doch völlig in die Offenbarung hineinpaßt. Denn wenn sie nicht völlig in die Offenbarung hineinpassen sollte, bedeutete dies, daß sie nicht gegeben wäre von derjenigen, die keine andere Wahrheit hat, als die Wahrheit des Sohnes. Aber obwohl diese Wahrheit völlig gegeben wurde, wurde sie doch nicht völlig verstanden."

Ich glaube, ich habe nun vorgängig doch einigermaßen, wenn auch sicher noch sehr lückenhaft, bewiesen, daß diese "große Offenbarung" nicht in die Offenbarung hineinpaßt. Und somit gilt denn auch die Folgerung, die Raoul Auclair selber für eine solche Eventualität aufgestellt hat: sie kann nicht gegeben worden sein von Derjenigen, die keine andere Wahrheit hat als die Wahrheit des Sohnes. Sie kann auch unmöglich von einem Menschen oder mehreren stammen. Sie kann einzig und allein von der alten SCHLANGE, der Schlange herrühren, deren KOPF MARIA, als Sie auf Erden weilte, ein für alle Male zermalmt hat.

Paul Schenker


Zuhanden unserer Theologen geben wir nachstehend die ungekürzten Originaltexte der bisherigen kirchlichen Stellungnahmen:

MULIER OMNIUM POPULORUM

Durante anno MCMXLV in urbe Amstelodamo et mox extra hanc urbem fama cucurrit mulieri quidam, 47 annos natae, nomine Idae Peerdeman, quae erat de paroecia Sancti Thomae Patrum Dominicanorum in via Rhenani, S. Mariam apparuisse et "nuntios" quosdam revelasse.
Qui nuntii litteris consignati per spatium tredecim annorum divulgati sunt ita ut die vicesimo quinto martii MCMXLV inchoarentur et finirentur die tricesimo primo maii MCMLVIII. Tota res 55 nuntios complecitur.
Universi nuntii huc redeunt:
1. Institisse Mariam, ut homines se venerarentur sub titulo novo: Mulieris omnium populorum;
2. item institisse eam de promulgatione quam celerrima dogmatis Mariae ut coredemptricis, mediatricis et intercedentis;
3. flagitasse eam ut oratio quaedam cum effigie sua (ut mulieris omnium populorum) per universum mundum diffunderetur;
4. postulasse eam ut tabula pingeretur com effigie tali qualis apparuisset. Quam tabulam ponendam esse in ecclesia, quae Amstelodami in honorem suum aedificanda esset et huius devotionis esset centrum;
5. quo facto Spiritum Sanctum et se sub tutelam suam accepturos esse mundum atque defensuros a corruptione, malis et bello et in lucem eorum veram pacem daturos.
In promptu est quaestio quid Ordinarius loci Rev. et Exc. Dominus J. P. Huibers de hac re senserit. Saepe facta renuntianda sibi curavit et primores inter clerum quid senserint rogavit, inter quos erant Dr. K. Steur, theologiae professor, et Rev. et Exc. Dom. Van Lierde, episcopus (mense apr. MCMLII). E cuius responso intellegi potest facta eum non omnino abnuisse. Ipse episcopus raro sententiam suam aperuit.

TABULA PICTA

Henricus Repke, pictor Germanus, octoginta annos natus, paratus erat pingere tabulam muliere quadam divite pecuniam curante. Quae tabula ut parva imago prelo reproducta est cum oratione, quam Maria mulieri Peerdeman dictavisset. Verba huiusmodi erant: "Domine Iesu Christe, Fili Patris, emitte nunc Spiritum Tuum super terram. Spiritus Sanctus habitet in cordibus omnium populorum, ut custodirentur a corruptione, malis et bello. Mulier omnium populorum, quae fuit Maria, intercedat pro nobis. Amen."
Obtinuit oratio "imprimatur" modo ordinario. (Approb. Eccle. Harlem. no 34, C.H. Meysing, Wassenar, 20-6-1951., Censor ad hoc dep. -- Imprimatur dr. F. A. Schweigman OP, Neomagi, 1-7-1951. Libr. censor.) Volventibus annis oratio in 22 linguas versa est et anno MCMLVII in 2.238.850 exemplaribus erat divulgata. Numerus maiorum imaginum typis editarum tunc erat 6.600.
Ipsa tabula picta parocho Sancti Thomae oblata est cum precibus, ut in ecclesia eam poneret. Iam in eo erat, ut tabula loco suo poneretur, cum diversi querimonias attulerunt. Quare episcopus die undetricesimo maii MCMLIV hoc publicandum curavit:

DE IMAGINE ET ORATIONE
MULIERIS OMNIUM POPULORUM

Quin beatissimam Virginem ut coredemptricem et mediatricem omnium gratiarum venerari liceat et illa regina sit caeli et terrae ideoque etiam omnium populorum, nulus fidelis catholicus dubitare potest. Imago mulieris omnium populorum bene explicari potest et oratio quoque bene potest intellegi. Quare permissio ecclesiastica pro usu privato olim negata non est. Non autem constat, immo gravi dubio obnoxium est orationem hanc et imaginem mirabili intercessione ipsius beatissimae Virginis ortas esse. Iudicium de eis exclusive pertinet ad competentem auctoritatem ecclesiasticam. Pendente inquisitione huius rei neque imago in ulla ecclesia aut sacello ponatur neque oratio publice dicatur; clerus et secularis et regularius omnino abstineat illis rebus propagandis.

 

J. P. Huibers, Ep. Harlem


Inter alios, quorum sententiam Episcopus rogaverat erat doctoranda psychologiae, domina Perquin nomine, quae die tricesimo iulii MCMLIV, ut institueretur consilium ad hoc delectum, suasit.

CONSILIUM EPISCOPALE

Quando Consilium hac sit institutum, nusquam invenimus, verisimiliter aestate anni MCMLIV. Membra Consilii erant: Reverendissimus H. van Deursen, Seminarii maioris Praeses in Warmond, Reverendissimus doctor J. Willebrands, Philosophici rector, Rev. G. v. d. Burg, decanus Amstelodamensis, et doctorandus J. v. d. Gaag, professor iuris ecclesiastici, item ex Warmond.
Qui post studium diuturnum in conventu diei vicesimi iunii MCMLV hanc sententiam tulerunt:
"Libellus patris J. Frehe (in quo nuntii ad verbum exprimuntur) gravissime nos perturbavit. Nuntii illi coaelitus oriundi non sunt. Tali modo beatissima Virgo nunquam adhuc se revelavit. Neminem quidem mala fide esse credunt, sed revelationes quomodocumque e causis naturalibus esse ortas. Suadent tandem, ut edictum, quo clerici huic rei se immiscere vetantur, publicetur".
N.B. Relatio plena invenitur in archivo episcopali.
Die nono iulii MCMLV verbatim repetitum est quod die undetricesimo maii MCMLIV erat promulgatum. Sola alinea extrema sic mutate est: "Cum per diversa scripta in mentibus hominum infigi possit opinio imaginem in ecclesia pendentem explicari posse velut si haec approbetur eiusque origo supernaturalis agnoscatur, hisce edicimus ne pendente quaestione imaginem ad publicam venerationem exponi liceat".

 

J. P. Huibers, Ep. Harlem

 

Die septimo maii MCMLVI Consilium sententiam definitivam pronuntiavit sententiae diei vicesimo iunii MCMLV persimilem. Eodem die Episcopus haec enuntiavit:
Respicientes nuntiorum sensum ipserum, respicientes conditiones quibus res sunt factae, nihil invenire possumus, quod modo naturali explicari nequae at et iterum atque iterum confirment nos nova argumenta nullam esse rationem putandi hac in re originem supernaturalem adesse. Referentes ad ea quae in scriptis diei undevicesimi maii MCMLIV iam ediximus, consilium nostrum vindicare nunc cogimur, videlicet imaginem Mulieris omnium populorum publice venerari non licere. Item autem secundum can. 1399, 5, Iuris Canonici Codicis plena auctoritate episcopali severissime vetare astringimur omnes et clericos et laicos aut divulgandis scriptis aut faciendis conventibus aut quomodocumque imagines et nuntios proponere tamquam sint originis supernaturalis".

 

J. P. Huibers, Ep. Harlem

 

RES RELATA AD SANCTUM OFFICIUM

Adversus divesa decreta et adversus episcopi spem fore ut res oblivioni daretur, favor et studium augebantur. Oratio maxime pervulgata et in multas linguas versa erat. In diffundendis scriptis origo supernaturalis et veracitas nuntiorum certe suggerebatur, etsi addebatur "Ecclesiam rem nondum approbasse". Conventus fiebant in quibus animi fidelium magnopere movebantur quasi nuntii coelitus orti essent. Singulis hebdomedibus complures ad adorandum veniebant ubi imago per aliquod tempus posita erat (in sacello ecclesiae S.i Thomae). Sumptus omnis propagationis suscipiebantur a devota femina ditissima, quae "vatem" etiam Romae videndam curavit illustri cuidam auctoritati ecclesiasticae. Recte vel iniuste illam aucoritatem (Rev. et Exc. D. v. Lierde) appellabant nonnulli fautores tanquam benevole ea de re iudicium fecisset. Eposcopus, cum semper magis urgeretur, ut imago iterum in ecclesia poni sineret, sententiam Sancti Officii rogandum censuit.
Die secundo martii MCMLVII documenta patri Seb. Tromp S.I., consultori Congr. S.i Officii missa sunt. Post dies undecim ita respondit:

Sanctum Officium:
Suprema Sacra Congregatio
Sancti Officii.

Prot. N. 511/53.
Ex Aedibus S. Officii, die 13 martii 1957
Exc.me ac Rev.me Domine,
Haec Suprema Sacra Congregatio attente examinavit Documenta quae Excellentia Tua Reverendissima misit ad Sanctum Officium circa assertas "visiones" Dominae Idae PEERDEMAN et imaginem Beatae Mariae Virginis sub titulo "Dominae omnium populorum".
Sanctum Officium gratulatur de sollertia et prudentia qua Excellentia Tua Reverendissima, pro Suo munere et officio, statuit ea quae opportuna in casu visa sunt, Teque certiorem facit nullum recursum hac de re huc pervenisse.
Quod si in posterum aliquid hic occurreret, S. Officium non omittet id Tecum communicare; ceterum amplae informationes a Te exhibitae sufficientem normam dederunt quo haec Suprema se gerere possit. Si autem fautores pseudo-visionis adhuc institerint, ut imago dicta "Dominae omnium populorum" in Ecclesia iterum ponatur, Excellentia Tua numquam id concedat.
Interea quo par est obsequio obtestor meque profiteri gaudeo Excellentiae Tuae Reverendissimae
addictissimum

 

(sign.) Ioseph Card. Pizzardo, a Secr

Exc.mo ac Rev.mo Domino
D.no Johanni Petro Huibers,
Episcopo Harlemensi.

 

LIBER INTERDICTUS

Liber "Maria et apparitiones Amstelodami", edita a societate editoria "Pax", Jan van Nassaustraat 34, Hagae Comitis, et scripta a dr. Lud. Knuvelder pulverem multum excitavit. Reverendissimus et Excellentissimus Dominus Huibers statim dr. Ludovicum Knuvelder rogavit ut obedienter et sincere S. Congregationi se subiciat (dies ascripta non erat in epistola). Die vicesimo quinto iulii MCMLIX episcopus hoc responsum accepit:

 

Dr. Lud. Knuvelder
le v. Seindenstraat 31
Amstelodami, die 25 iulii MCMLIX.
Tel. 020 - 56094.

Rev.mo et Ex.mo Domino
J.P. Huibers,
Episcopo Harlemensi, Harlemi.

Rev.me et Ex.me Domine,
Referenti ad epistolam Tuam diei 22 iulii opus est mihi tantum, credo, repetere promissum meum dilucidum in fine secundi colloqui nostri factum: me perfecte oboediturum in omnibus punctis et respectibus, quibus et in quibus ad oboedientiam obligatus sum.
Interea qua per est reverentia obtestor
(sign.) Lud. Knuvelder.

Die 22 iulii MCMLIX episcopi Neerlandiae, petente S. Officio ad quod res relata erat, haec enuntiaverunt:
Declaratio Episcopatus de pseudo-apparitionibus Amstelodami.
Liber "Maria et apparitiones Amstelodami" doctoris Lud. Knuvelder (Hagae Comitis 1959), quod secundem can. 1385 praevia egebat approbatione ecclesastica, sed revera sine illa edita est, secundum can. 1399 putandus est inter eos libros qui ipso iure vetiti sunt. Intellegi potest post diversa dilucida decreta auctoritatum ecclesiae, quae veracitatem supernaturalem ebnuant pseudo-apparitionum, "imprimatur" dari non potuisse libro, qui a principio in finem originem supernaturalem propaget. Post decretum elucide propagare aliam sententiam. Quare S. Officium novo scripto diei 24 iunii 1959 docuit: "Ne autem opuscula per modum manuscripti edita super falso assertis revelationibus Amstelodamensibus in errorem fideles inducere pergant, necesse est ut etiam illa expresse prohibeantur", ne fideles in errorem diutius inducantur super falso assertis revelationibus Amstelodamensibus, necesse est ut etiam opuscula per modum manuscripti edita expresse prohibeantur -- quod hisce facimus.
Episcopi Neerl.

DOCTOR INCEPTUM NON DESERIT

In epistola diei decimi maii MCMLXI dr. Knuvelder ad Rev.mum et Ex.mum Dominum Dr. J. van Dodewaar, episcopum Harlemensem, scribit eum sibi praesenti promississae documenta de examine novo super "apparitionibus" Amstelodamensibus Romae eum propositurum et edisserturum et redeuntem quid Roma dixisset, sibi nuntiaturum. E responso episcopi (diei 16 maii 1961) patet dr. Knuvelder episcopum male intellexisse. Episcopus Romam adit non ut documenta de examine novo proponeret, sed ut apud S. Officium de rebus diversis ipse se certiorem faceret. Ex illis colloquiis patuit Episcopi sententiam rectam haberi, examine novo opus non esse neque optari quaestionis renovationem. Ergo omnia decreta S. Officii et enuntiatio episcopatus Neerlandici integre valida manent.

ETIAM PROFESSORUM NEERLANDICORUM PRECES REPUDIANTUR

Nihilominus fautores doctoris Knuvelder non cesserunt. Sanctum Officium male neque ab omni parte doctum fuisse perhibebant, litteras Sancti Officii non esse vera decreta neque vetitum necessarium continere, sed tantummodo bonum consilium Episcopo privatum, ceteris autem non valere. Post abdicationem Rev.mi et Ex.mi Domini Huibers (die 27 iunii 1960) iam die primo iulii ad successorem preces allatae sunt, ut nova inquisitio ab arte peritissimis super "apparitionibus" institueretur. Tales preces numero decem acceptae sunt usque ad diem secundum augusti. Postea (quando autem ignotum est) nonnulli professores theologiae beatissimum Patrem adierunt cum similis mentis precibus. E responso Sancti Officii ad Episcopum nomina eorum nobis nota facta sunt. Hinc verba accurata sequuntur:

Suprema Sacra Congregatio SANCTI OFFICII Prot. N. 511/53 (in responsione fiat mentio huius numeri).
Ex Aedibus S. Officii, die 25 augusti 1961.
Exc.me ac Rev.me Domine,
Quattuor istius Nationis Professores, nimirum A. J. van Galen, Ord. Carm., qui Theologiam Pastoralem apud Aalsmeer; F.A.A. Schweigman O.P. qui Theologiam Moralem et Jus Canonicum Noviomagi; G. Liesting S.S.S., qui Theolgiam Dogmaticam Noviomagi docet, et J. de Vreese S.J., Groningae, supplicem libellum suscripserunt et Beatissimo Patri porrexerunt, postulantes ut pro Sua Suprema Auctoritae novo examini subiciendam decernat quaestionem de revelationibus quas a Beatissima Virgine Maria facta esse Dominae Idae PEERDEMAN ipsi, aliique, contendunt.
Summus vero Pontifex libellum quidem omni cum benignitate exceptis, sed praedictis quattuor Professoribus per hanc Supremam Sacram Congregationem responderi sategit, prout sequitur:
Sanctum Officium, quod mature de hac re egit, per felicis recordationis Praedecessorem Tuum, nullam perspicit rationem cur apte discussa et coram Deo decreta retractande sint: immo vero, totam quaestionem ita clausam censet ut nullus pateat ulteriori actioni locus.
Rev.mos igitur Professores qui supplicem libellum miserunt, Summus Pontifex paterne per nos hortatur ut propositum postulandi novum examen, deserant omnino, quippe cum agatur de recipienda sententia Sanctae Sedis, debita prudentia et scientia lata.
Unde non dubitamus quin praefati Rev.mi viri, pro amore quo afficintur era Ecclesiam, huic responsioni parati sint ex corde acquiescere, quam Excellentia Tua Rev.ma eis significare non dedignabitur.
Hanc occasionem nactus impensos aestimationis meae sensus Tibi obtestor meque cum omni reverentia profiteor
Excellentiae Tuae Rev.mae
addictissimum

 

(sign.) + Petrus Parente, ass.

Exc.mo ac Rev.mo Domino
D.no Jan van Dodewaard
Episcopo
HARLEMEN.

Ut supplicantes quam rectissime et plenissime doceret, exemplar suprascriptorum verborum photographicum eis mandandum curavit. Haec verba addidit: "Confido te decretum factum accepturum ut definitivum atque auctoritate tua apud alios sustenturum". Quae spes eum non fefellit. Omnes decretum Sancti Officii sine conditione et plenissime se accepturos enuntiaverunt, unus ex eis etiam "laeto corde".
J. Ransdaal, Cancellarius Episcopi Harlemensis.

 

Sigillum + Johannis + Episcopi + Harlemensis


(DAS ZEICHEN MARIENS, CH-6015 Reussbühl/LUZERN, 4. Jahrgang, Nr. 2, Juni 1970, Seiten 894 bis 913)