RUSSLAND

KÖNIGREICH MARIENS

 

Zum Fest: Maria, Königin der Welt (31. Mai)

«Das Zeichen Mariens», CH‑9050 Appenzell, 18/1, Mai 1984, Seiten 5807-5809


 

Derzavna Icon

 

In der abendländischen Kirche ist der Monat Mai in besonderer Weise Maria geweiht, und sie wird hier als die Maienkönigin da und dort noch überaus eifrig verehrt. Die russische Kirche kennt zwar diese fromme Übung nicht; aber dort wurde Maria schon immer als Königin verehrt. Stolz nennt sich Russland «Haus der allerseligsten Mutter Gottes». Wenn zum Beispiel in früheren Zeiten zur Verteidigung Moskaus aufgerufen wurde, hieß es nicht «für die Stadt», sondern «für das Haus der Mutter Gottes». Eine innige Marienverehrung ist sozusagen das Herzstück der gesunden Frömmigkeit eines Russen. Ein gläubiger Russe verrichtet keine religiöse Übung, ohne an Maria zu denken. Es ist ein großes Verdienst des russischen Christentums, daß es in sich eine tiefe Verehrung zu Maria, der Mutter des Erlösers, trägt.

 

Die Marienverehrung der Russen zeigt sich einmal in der Verehrung der Ikonen, von denen viele die Namen tragen wie: Blume, die niemals welkt; Tröstung; Freude Jesu, welche die Tränen trocknet; liebliche Jungfrau; unsere Liebe Frau von der süßen Umarmung u. a.

 

Die Verehrung dieser wunderbaren Bilder trieb den russischen Pilger an, weder Weg noch Zeit zu scheuen. Die Wallfahrt zu den marianischen Heiligtümern war immer ein charakteristischer Zug der russischen Frömmigkeit. Und die russischen Dichter haben sie oft im Lied verherrlicht.

 

Zu Tausenden stehen in Rußland die Kirchen, die Maria geweiht sind. Selbst mitten aus dem Kreml ragt die goldene Kuppel der Verkündigungskathedrale, der größten Marienkirche Russlands. Sie ist das Werk des Italieners Aristoteles Fioravanti. Papst Pius XII. erwähnte in seinem Brief an die Völker Russlands (7. Juli 1952) diese Tatsache. Er sagte, daß es höchst vertrauensvoll und trostvoll sei, daß selbst im Kreml eine Kirche zu Ehren der in den Himmel aufgenommenen allerseligsten Jungfrau Maria sich erhebe. «Dies stellt eurer und eurer Vorfahren Liebe zur erhabenen Mutter Gottes ein überaus herrliches Zeugnis aus.»

 

Dieses ganz und gar marianische Land wird heute beherrscht durch eine Regierung, die Gott, der Allerseligsten Jungfrau und der Kirche den Krieg erklärt hat. Aber wie so oft in der Vergangenheit, hat auch heute Unsere Liebe Frau Russland nicht vergessen. Im selben Jahre, in dem in Fatima Maria bei einer ihrer Erscheinungen versicherte, daß Russland sich bekehren werde, gab sie auch diesem Lande ein Zeichen ihrer Huld.

 

Eine einfache Bäuerin

 

Am 13. Februar 1917 hörte Eudokia Andrianowa, eine Bauersfrau aus dem Dorfe Potschinki, in der Nähe von Moskau, nachts im Traume eine Stimme: «In Kolomenskoje ist eine schwarze lkone. Nehmt sie, reinigt sie, und betet vor ihr!»

 

Die einfache Bäuerin, der, soweit uns überliefert ist, noch nie übernatürliche Mitteilungen irgendwelcher Art zuteil geworden sind, war ziemlich erschrocken über diesen Auftrag. Da sie nicht wußte, wie sie ihn ausführen sollte (sie konnte doch nicht ganz Kolomenskoje nach einer großen, schwarzen lkone absuchen), bat sie Gott im Gebet, er möge sie erkennen lassen, auf welche Weise die lkone zu finden sei.

 

Dreizehn Tage nach dem ersten Erlebnis, am 26. Februar, sieht sie im Traume eine weiße Kirche und in ihr majestätisch eine Frau thronen, von der sie sofort weiß, daß es die Mutter Gottes ist, obgleich sie das Gesicht der Frau nicht erkennen kann und ihr auch nichts gesagt wird.

 

Eudokia Andrianowa entschließt sich nun, hinüber nach dem Dorfe Kolomenskoje zu gehen und dem Pfarrer der dortigen Kirche (Vater Nikolaus Lichatschew) die ganze Angelegenheit vorzutragen. Es ist der 2. März. Nach abgelegter Beichte und empfangenem hl. Abendmahl begibt sie sich auf den Weg nach Kolomenskoje, wo sie am Nachmittag ankommt. Vater Nikolaus hört sich Ihren Bericht an, und da sie ihn um Rat bittet, was sie nun machen soll, nimmt er sie schweigend bei der Hand und führt sie in die Kirche. Er zeigt ihr alle lkonen und fragt sie bei jeder: «Ist es die, die du gesehen hast?» - «Nein, Väterchen, eine solche war es nicht», ist jedesmal die Antwort der Bäuerin. Nachdem sie alle lkonen betrachtet und keine gefunden haben, die der im Traum geschauten auch nur annähernd gleicht, will Eudokia Andrianowa wieder gehen. «Nein, bleibe noch einen Augenblick», sagte da Vater Nikolaus plötzlich, «vielleicht... mir fällt da etwas ein ... ». Und er bittet den Kirchendiener und einen Mann, der gerade gekommen ist, ihn zu einem Versehgang zu holen, doch in das unterirdische Kirchengewölbe hinabzusteigen und die größte lkone, die sie dort finden, heraufzubringen. Die Männer kehren zurück und bringen ein großes Bild, auf dem außer einer dicken Schmutz‑ und Staubschicht fast nichts zu erkennen ist. Vater Nikolaus ordnet an, es ins Pfarrhaus zu tragen und dort zu säubern.

 

 

«Mein Gott, sie ist es!»

 

«Hast du diese lkone im Traum gesehen?», fragt er, auf das nunmehr gereinigte Bild deutend. «Mein Gott», schluchzt Eudokia auf, «sie ist es!» Sie verbeugt sich vor der lkone dreimal bis zur Erde und küßt sie ehrfürchtig. Die übrigen folgen ihrem Beispiel. Vater Nikolaus zelebriert noch am Abend desselben Tages eine Dankandacht vor der neuerschienenen Ikone.

 

Diese aber hat folgendes, für byzantinische Kunstüberlieferungen ungewöhnliches Aussehen: Die Gottesgebärerin, in einen Purpurmantel gehüllt, sitzt auf einem byzantinischen Kaiserthron. Auf dem Kopf trägt sie eine Krone, in der rechten Hand ein Zepter, die linke hält einen Reichsapfel (russisch «dershawa»). Auf ihren Knien sitzt segnend und mit der linken Hand auf seine Mutter weisend das göttliche Kind. Der Gesichtsausdruck der «Zarin des Himmels» ist traurig und streng.

 

Mit ungewöhnlicher Schnelligkeit breitete sich der Kult der neuen lkone aus. Der ganze Fall wurde von der kirchlichen Behörde untersucht und für glaubwürdig befunden. Mit ausdrücklicher Erlaubnis des Patriarchen (damals der energische und streng antikommunistische Tychon) wurde ein Akathistos zusammengestellt (eine liturgische Andacht, bestehend aus 26 Hymnen, davon 13 mit «Alleluja» und 13 mit «Sei gegrüßt, Mutter Gottes, Du mächtige, Du eifrige Helferin der Christenheit» als Kehrreim), der von nun an als ständiger Lobpreis der «Dershawnaja» gesungen wurde.

 

«Ich muss die Regierung übernehmen!»

 

Der Name «Dershawnaja» leitet sich her vom Wort «dershawa», die Macht. Das Wort bedeutet auch gleichzeitig Reichsapfel, der ja Symbol der königlichen Macht ist. «Dershawnaja» heißt demnach so viel wie «Mächtige», «Herrscherin», «Regierende». Nach einer mündlichen Überlieferung soll die Gottesmutter bei dem zweiten Traumgesicht der Eudokia zu dieser gesagt haben: «Die Monarchie fällt. Ich muß die Regierung in Rußland übernehmen.» Gleichviel, ob diese Überlieferung den Tatsachen entspricht oder nicht, der Glaube daran, daß die Himmelskönigin nach dem Sturz der Monarchie (und vollends nach der Ermordung des Zaren und Zarewitsch) die regierende Zarin Rußlands sei, war allgemein im gläubigen Volk verbreitet. Dieser Glaube wurde durch die Tatsache verstärkt, daß die lkone gerade an dem Tag erschienen war, an dem Zar Nikolaus II. seine Abdankungsurkunde unterzeichnet hatte. Die Pilger strömten in hellen Scharen nach Kolomenskoje, um die Dershawnaja um Schutz vor den beginnenden Gottlosigkeiten und Kirchenverfolgungen anzuflehen. Zahlreiche Gebetserhörungen wurden gemeldet. Man trug das Gnadenbild in die umliegenden Dörfer und Städte, in die Klöster, Kirchen, Betriebe und Fabriken Moskaus. Überall flehte man um Hilfe, um Erbarmen, um Erlösung von dem vielen Leid, das die neue Gottlosen‑Herrschaft bereits über das Volk gebracht hatte. Viele Klöster und Kirchen und noch mehr Laien ließen sich Kopien des wundertätigen Bildes anfertigen. Der oben erwähnte Akathistos wurde in großer Auflage über ganz Rußland verbreitet. Wörtlich heißt es darin, Gott möge Seinen gerechten Zorn, mit dem Er Rußland heimsuche, doch zu Erbarmen wandeln und alle, besonders aber die Götzendiener des Goldenen Kalbes, zum Licht Seiner Erkenntnis führen. «Demütig flehen wir zu Dir, Herrin: besänftige den Schöpfer, damit Er bald Seinen gerechten Zorn in Erbarmen umwandle und sich unser erbarme. Du, der wir Dir zurufen: Sei gegrüßt, Mutter Gottes, Du Mächtige, Du eifrige Helferin des Christenvolkes!»

 

Es war, als ob Rußland von einem Sturm des Gebetes erfaßt werden sollte. Das merkten aber auch die bolschewistischen Machthaber. Sie begannen, den Kult der neuen lkone grausam zu verfolgen und verboten ihn schließlich als «konterrevolutionär». Bis zum Tode des Patriarchen Tychon (1925) wurde der Akathistos und die übrigen zu Ehren der «Dershawnaja» neu verfaßten liturgischen Gebete noch in den Kirchen gebetet. Als dann aber später die russische Kirche unter Sergius ihre bekannte Schwenkung nach links machte, ließ sie von ihren Priestern die «Dershawnaja» nicht mehr liturgisch verehren. Auch der Akathistos wurde nicht mehr gedruckt. Nur im geheimen flehten und flehen die Gläubigen vor ihrer «himmlischen Zarin», sie möge ein Ende setzen «diesen Tagen des Leids und der Trübsal». Man muß es einmal erlebt haben, wenn eine Gemeinde auf den Knien liegend den Akathistos zur «Dershawnaja» singt und mit vor Ergriffenheit bebender Stimme folgendes Gebet an die heilige Jungfrau richtet:

 

«O mächtige Herrin, allerheiligste Gottesgebärerin, die Du in Deinen Armen den hältst, der die ganze Welt erhält, den König des Himmels! Wir danken Dir für Deine unaussprechliche Barmherzigkeit, daß Du uns unwürdigen Sündern diese heilige und wundertätige lkone hast erscheinen lassen, in diesen bösen und unbarmherzigen Tagen, die wie Sturmwinde über unser Land hereingebrochen sind, in den Tagen unserer Erniedrigung und Bestrafung, in den Tagen der Zerstörung und Entweihung unserer Heiligtümer durch vernunftlose Menschen, die nicht nur im Herzen sondern auch frech mit dem Munde sprechen ‹Es ist kein Gott› und in ihren Taten ihre Gottlosigkeit beweisen. Wir danken Dir, unsere Helferin, daß Du von Deinen heiligen Höhen herabblickst auf die Trübsal und das Leid Deiner Kinder rechten Glaubens, und wie die strahlende Sonne erfreust Du unsere leiderschöpften Augen durch den Anblick Deines Mächtigen Bildes.

 

O allgebenedeite Mutter Gottes, mächtige und starke Helferin! Wir danken Dir mit Furcht und Zittern, und als unnütze Diener fallen wir ergriffen vor Dir nieder, und in der Zerknirschung unserer Herzen bitten wir Dich unter Tränen und rufen Dir zu: Rette uns, rette uns! Hilf uns, ach hilf uns! Eile, denn wir gehen zugrunde! Siehe, unser Leben hat sich dem Untergang genähert: Wir sind umlagert von der Sünde, Not und bösem Feind. Himmlische Königin! Mit Deinem machtvollen Zepter zerstreue wie Staub und Rauch die gottlosen Anschläge unserer sichtbaren und unsichtbaren Feinde; zerstöre all Ihr maßloses Ansinnen und gebiete ihnen, und als Mutter aller führe sie wieder auf den rechten und gottgefälligen Weg! Pflanze ein in unsere Herzen Gerechtigkeit, Frieden und Freude im Heiligen Geiste. Mache seßhaft In unserem Lande Ruhe, Wohlstand und ungeheuchelte Liebe zueinander. Mit Deiner gewaltigen Macht, Allreine, halte ab die Ströme der Gottlosigkeit, die das russische Land In Ihre schauderhafte Tiefe reißen wollen. Stütze uns Schwache, Kleinmütige und Niedergeschlagene, mache uns stark, richte uns auf und befreie uns: damit wir, von Deiner Macht allzeit geschützt, singen und lobpreisen Deinen allreinen und herrlichen Namen: Jetzt und immerdar und In Ewigkeitt»

 

 

Kolomenskoje – Fatima

 

In Verbindung mit den Erscheinungen von Fatima erschienen uns die Ereignisse in Kolomenskoje gewiß in einem neuen Licht.

 

Wir fragen uns: bestehen da nicht irgendwelche Zusammenhänge? Die eine Erscheinung im äußersten Westen Europas, die andere im fernsten Osten; Fatima und Kolomenskoje, kleine unansehnliche Dörfer; hier drei einfache Bauernkinder, dort eine Bäuerin; hier wie dort die Aufforderung zum Gebet, und bei beiden die geheimnisvolle Zahl 13: in Kolomenskoje die erste Vision der Andrianowa am 13. Februar, die zweite 13 Tage später, am 26. Februar. Selbst wenn man die Daten in den neuen Stil überträgt (die byzantinische Kirche folgte damals noch in ihrer Gesamtheit dem Julianischen Kalender), ändert sich das Bild nicht wesentlich, denn die Differenz zwischen altem und neuem Kalender beträgt ebenfalls 13! Es ergibt sich für die erste Vision wieder eine Dreizehnerzahl, nämlich der 26. Februar. Und in Fatima? Dort waren die Erscheinungen jeweils am 13. der Monate Mai bis Oktober desselben Jahres 1917. Es ist fast, als wollte die Gottesgebärerin, nachdem in Rußland ihre Herrschaft mit aller Macht bekämpft und unterdrückt wurde, nun in Fatima die ganze Welt aufrufen, ihr durch Gebet und Busse diese Herrschaft wieder zu errichten.

 

«Und auch Rußland wird sich bekehren!» Die Erfüllung dieser Verheißung ist das Ziel unseres Betens und Opferns, unserer Buße und Bekehrung. Rußland soll wieder zu dem werden, als was es sich in alter Zeit benannte: «Haus der allheiligen Gottesgebärerin.» In allen Gotteshäusern soll wieder das Gebet zur Wladimirischen Gottesmutter erklingen: «Wir danken Dir für alle Wohltaten, die Du dem russischen Volk von alters her auf den heutigen Tag durch Deine wundertätigen lkonen erwiesen hast.»    

Fr. Irenäus


 

Die sowjetische Regierung und die orthodoxen kirchlichen Behörden verboten, darüber zu sprechen, entrüstet über den Titel Königin, den man Maria gab und dem man zu Unrecht einen politischen Beigeschmack gab. Wer die Erscheinungen verbreitete, wurde erschossen oder verschleppt. Aber ein wunderschönes, in Rußland verfaßtes Gebet zur «Mächtigen Jungfrau» ist glücklich zu uns gekommen.

 

Auch in unseren Tagen schreibt die sowjetische und kommunistische Presse immer noch gegen die Mutter Gottes und beklagt sich über den geringen Eifer der Jugend im Kampf gegen die Religion; daß Teile dieser Jugend, obwohl sie im Atheismus erzogen worden sei, die Kirchen besuchten, ja zu den Sakramenten gingen, im Kirchenchor mitsängen und ‑ ein Hohn auf alle Wissenschaft ‑ von der Erscheinung einer weißen Frau sprächen ("Komsomolskaja Prawda» vom 20. Februar 1954, Seite 3; vgl. Medjugorje).

 

In den letzten zwei Jahren scheint die antireligiöse Propaganda ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Die atheistischen Häupter legen eine gewisse Nervosität an den Tag und wissen nicht mehr, was sie tun sollen, um das Volk in die Gottlosigkeit zu führen.

 

Stimmen aus dem Westen ziehen daraus den Schluß, daß die Bekehrung Rußlands und der Triumph der Madonna gemäß der Verheissung in Fatima in Erfüllung zu gehen beginne, nachdem schon Pius XII. und jetzt wieder unser Heiliger Vater Rußland dem Unbefleckten Herzens Mariens geweiht haben, dieser notwendigen Bedingung dafür, daß Russland sich bekehren werde. Wir wollen trotz dieser günstigen Anzeichen keinen verfrühten Optimismus hegen, aber auch nicht vergessen, daß von höchster römischer Stelle eine gleichlautende Versicherung gegeben wurde: «Wenn Mariens Schutzherrschaft eingerichtet ist, vermögen die Pforten der Hölle nichts» (Pius XII., An die Völker Rußlands).

 

RUFT ZU MARIA

VERTRAUT AUF MARIA!

 

Der berühmte Mahnruf des hl. Bernhard

 

Wer Du auch seist, wenn Du merkst, daß Du im Strudel dieses Lebens hin‑ und hergeworfen wirst, wende niemals Deine Augen ab vom Glanze dieses wunderbaren Sternes, von Maria! Wenn die Stürme der Anfechtung sich erheben und Du an den Klippen der Trübsal zu zerschellen drohst, blicke auf zu Maria! Wenn Du auf den Wellen der Hoffart, der Eifersucht dahingeschleudert wirst, schau nach dem Stern, ruf zu Maria! Wenn Zornmut, Habsucht und fleischliche Lockung das Schiff Deines Geistes erschüttern, schaue auf zu Maria! Wenn Du, verstört durch entsetzliche Frevel, daran bist, in den Abgrund der Traurigkeit und den Schlund der Verzweiflung zu stürzen, denk an Maria. In der Gefahr, in der Not, in der Ratlosigkeit ‑ denk an Maria, ruf zu Maria. Sie komme Dir nicht von den Lippen, sie komme Dir nicht aus dem Sinn. Wenn Du ihr nachfolgst, machst Du keinen Fehltritt; wenn Du sie anrufst, wirst Du nicht verzweifeln; wenn Du sie vor Deinem Geiste hast, wirst Du nicht in die Irre gehen. Wenn sie Dich hält, wirst Du nicht fallen; wenn sie Dich schützt, wirst Du nichts fürchten, wenn sie Dich führt, wirst Du nicht ermatten, wenn sie Dir gnädig ist, wirst Du zum Ziel gelangen, und so wirst Du an Dir selbst erfahren, daß Mit Recht gesagt wird: «Der Name der Jungfrau war Maria!»

 


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