Aus dem Immaculata-Archiv:


Eine Wallfahrt nach

Notre-Dame de la Salette
Notre-Dame de Fourvière
Lyon, Dardilly, Ars und
Paray-le-Monial

zugleich Führer zu diesen Wallfahrtsorten

von

[Pfarrer] AUGUST ACKERMANN

 

Der Gottesmutter Maria, unserer Lieben Frau von La Salette und Fourvière gewidmet

Nihil obstat: Die 30 martii 1941. Jul. Desofossez, censor.
Imprimatur: Friburgi Helv., die 30 aprilis 1941. Ludwig Waeber, V.G.


VORWORT

Lyon (Frankreich) ist ein Zentrum von verschiedenen Wallfahrtsorten, die von Gläubigen mit Vorliebe besucht werden, so Lyon selbst mit Notre-Dame de Fourvière, seinen Martyrerstätten und vielen Kirchen, dann Notre-Dame de La Salette, Dardilly, dem Geburtsorte des hl. Jean Marie Vianney, Ars, dem Wirkungsorte des hl. Pfarrers J. B. Vianney und Paray-le-Monial, dem großen Heiligtum der Offenbarung der Liebe des göttlichen Herzens Jesu. Ich habe 1935 alle diese Orte zum Teil wiederholt besucht und eingehend studiert. Ich gebe hier in erzählender Form ihre Beschreibung, die als Führer dienen kann.

August Ackermann


1. Ein Besuch in Notre-Dame de La Salette

...

2. Notre-Dame de Fourvière in Lyon

Eines der schönsten Marienwallfahrtsorte der Welt ist Notre-Dame de Fourvière in Lyon (Frankreich). Es trägt seinen Namen von foro vetere, vom alten römischen Forum, das hier, 43 vor Christus, 300 Fuß oberhalb der Saône, errichtet wurde. Heute bestehen von diesem Forum nur noch einige Fundamente und Fragmente von Säulen, Kapitellen, Statuen usw. Dagegen wurde vor wenigen Jahren in unmittelbarer Nähe auf demselben Hügel das römische Theater mit seinen Stützmauern und den vom Marmor beraubten Sitzreihen entdeckt.

Bischof Pothinus, Schüler des hl. Polykarp, Bischof von Smyrna, war der erste bekannte Missionär von Lyon. Im Jahre 177 verblutete er als Martyrer im Kerker des römischen Forums, wenig unterhalb der heutigen Basilika Notre-Dame de Fourvière. 25 Jahre darauf starb als Martyrer sein Nachfolger, Bischof Irenäus, mit 19,000 Christen.

Mit dem Marmor und den Mauersteinen des römischen Forums, das 840 zusammenstürzte, baute man zu dessen Füßen die Kathedrale des hl. Johannes des Täufers, wie die römischen Inschriften auf den Mauersteinen der Abside bezeugen. Historisch bezeugt ist, daß zwischen 1176 bis 1187 auf dem alten römischen Forum eine Kapelle zu Ehren der Gottesmutter und des hl. Thomas von Canterbury vom Dekan des Kapitels von Lyon, von Olivier de Chavannes, errichtet wurde. Im 18. Jahrhundert vergrößerte der Architekt Ferdinand Delemonce die Kapelle und machte das Innere zu einem künstlerischen Kleinod. Über dem Hochaltar thront das hölzerne und bekleidete Gnadenbild der Gottesmutter mit dem Jesuskinde, ein Ersatz für die 1562 von den Hugenotten zerstörte Statue. Die Kapelle ist rauchgeschwärzt und angefüllt mit Ex voto-Bildern und -Platten, so eine Votivtafel (links vorne) des hl. J. B. M. Vianney von Ars, zum Andenken an die Weihe seiner Pfarrei an die Gottesmutter 1836. Pius VII. (1800-1823) zelebrierte hier am Hauptaltar am 19. April 1805 die heilige Messe.

Seit alter Zeit war diese Kapelle ein viel besuchter Wallfahrtsort. Wunder und Bekehrungen ohne Zahl erfolgten hier.

Im 19. Jahrhundert kamen so oft hieher der hl. J. B. M. Vianney, Pfarrer von Ars, so am 6. August 1823 mit zwei Dritteln seiner Pfarrkinder, die ehrw. Pauline Marie Jaricot (1799-1862), Gründerin der "Glaubensverbreitung", der ehrw. Johann Claude Colin (1790-1875), Gründer der Maristen, der ehrw. Josef Benedikt Champagnat (1789-1840), Gründer der "Kleinen Brüder Mariens", der hl. Peter Alois Chanel (1803-1841), erster Martyrer von Ozeanien, der sel. Peter Julian Eymard (1811 bis 1868), Gründer der Väter vom hl. Sakrament, der ehrw. Anton Chevrier (1826-1879), Gründer des "Werkes von Prado" in Lyon, die seligen Martyrer Johann Alois Bonnard und Johann Peter Néel usw. -- Ich habe die heilige Messe am Hauptaltar in dieser alten Gnadenkapelle am 20. und 28. August 1935 und am 8. und 22. September 1935 gefeiert.

Lyon nahm in allen Nöten zu Unserer Lieben Frau von Fourvière seine Zuflucht und fand Hilfe, so 1832 gegen die Cholera, 1834 bei Aufruhr, 1840 bei Überschwemmung, 1870 beim deutschen Kriegseinmarsch. 1870 machte Lyon das Gelübde, Notre-Dame de Fourvière ein würdiges Heiligtum zu errichten, wenn die Deutschen die Grenzen der Diözese nicht überschreiten. Maria half. Lyon hielt sein Gelübde. Die heutige herrliche Basilika Notre-Dame de Fourvière wurde erbaut. Peter Bossan, ein genialer Architekt, begann 1877 den Bau, der 1896 eingeweiht wurde. Es ist derselbe Baumeister, der die Basiliken von Ars und Louvesc geschaffen hat. Eine Begeisterung sondergleichen ergriff das katholische Volk von Lyon, ihr entsprechend der Opfergeist. Architekt Sainte-Marie Perrin von Lyon wurde Gehilfe von Peter Bossan.

Die alte Kapelle, auf deren Turm eine vergoldete Statue der Gottesmutter thront, blieb bestehen. Links nebenan sollte die Basilika erstehen. Außen soll sie ein Turm Davids, innen das Goldene Haus sein, 86 Meter lang, 35 Meter breit und 30 Meter hoch. Vier rundförmige Türme stehen an den vier Außenecken der Basilika. Der erste Blick auf das Äußere und auf das Innere läßt den Bau schwer, ja sehr schwer erscheinen; die oberen Partien erscheinen überladen, überhängend, unnatürlich, erdrückend. (Satyriker sagen, es sei ein auf dem Rücken liegendes Kamel, das seine vier Beine in die Höhe strecke.) Aber eine fabelhaft reiche architektonische Ornamentierung und ein märchenhafter innerer Reichtum an Zergliederungen, Figuren, Ornamenten, Mosaiken, Intarsien, Säulen, Altären, Bogen, Galerien, Reliefs usw. machen den Bau leichter. Je mehr man die Basilika besucht, studiert, betrachtet, um so mehr gefällt sie, um so mehr wird man von ihrer Großartigkeit und der vollendeten Harmonie dieses eigenartigen, orientalischen Stiles erfaßt und versöhnt sich mit der Schwere der oberen Massen. Chor und Abside, mit dem herrlichen, von einem Baldachin überragenen Altare mit der weißen, gekrönten Statue der Gottesmutter, dem Gnadnebild der Basilika, ist ein herrliches Meisterwerk für sich. Der Anblick der Abside von außen, von unten, von der Stadt aus, ist reizend.

Der ganze Bau der Basilika ist eine gewaltige Verkörperung unerschöpflicher marianischer Symbolik. Dieser Bau scheint mit dem Hügel verwachsen und ein natürlicher Wesensbestandteil der Harmonie der Landschaft zu sein.

Die ganze herrliche Fassade, die imponierenden herrlichen Broncetüren des Portals, der Treppenaufgang mit dem Löwen, das ganze Innere mit den acht schönen Kapellen, den herrlichen Mosaikbildern, den unzähligen Ornamenten, den gewaltigen Glasgemälden, den zahllosen Reliefs usw., das alles eingehend zu beschreiben, würde viel zu weit führen. -- Vom 9. Juli bis 23. September 1935 habe ich sehr oft alle diese Dinge voll Freude und mit Genuß studiert und bewundert. Je länger das Studium, um so größer die Freude und der Genuß.

Der eilige Pilger muß sich mit dem Gesamteindruck begnügen. Ihn freut es, den Gnadenort der Gottesmutter besuchen und die allerseligste Jungfrau, die fürbittende Allmacht, in allen Anliegen des Lebens um Hilfe anrufen zu können. Und ein Gnadenort seltener Art ist Notre-Dame de Fourvière.

Vom vielen in der Basilika sei nur weniges erwähnt. Die Mosaikbilder zählen zum Schönsten und Größten, was man in dieser Art finden kann, so an den Kuppeln "Gottesmutter Maria und Trinität", an den Wänden "Gottesmutter Maria und Kirche". Die Mosaikbilder an den Wänden, zehn Meter lang und fünf Meter hoch, sind von außerordentlichem Reichtum und Glanz, links (Evangelienseite) die Geschichte der allerseligsten Jungfrau Maria in der Kirche: das Konzil von Ephesus (zum Teil 1935 in Ausführung begriffen), der Sieg bei Lepanto 1571, die Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis 1854; rechts (Epistelseite) der hl. Pothinus landet als Apostel in Lyon, Jeanne d'Arc, das Gelübde König Ludwig XIII. (10. Februar 1638) mit Weihe des Reiches an die Gottesmutter. Diese Bilder sind vielleiht die schönsten Mosaiken der Welt.

Herrlich sind auch die Glasgemälde, im Chor die Königin der Jungfrauen, im Schiff die Königin der Engel, Apostel, Martyrer, Bekenner, Patriarchen und Propheten. Décôte hat die Bilder im Schiff gezeichnet.

Unter der Basilika befindet sich in fast gleicher Größe die Krypta, dem hl. Joseph, Nährvater Jesu, geweiht, einfacher als die obere Basilika, aber trotzdem reich, majestätisch, stimmungsvoll, geheimnisvoll, herrlich. Der freistehende Hochaltar mit einer Statue des hl. Joseph und mit Reliefbild seines Todes unten am Altare, sowie die Mosiken am Boden des Chores, sind überaus schön.

Das reiche Innenwerk von Notre-Dame de Fourvière ist die Arbeit von Sainte-Marie Perrin, einem genialen Architekten.

Nach Notre-Dame de Fourvière pilgern Gläubige aus der ganzen christlichen Welt.

Das Kollegialkapitel von Fourvière, 20 Kapläne, besorgt den Gottesdienst, das Chorgebet, die Pilgerbetreuung usw. Neben der alten Kapelle von Notre-Dame de Fourvière unterhält das "Werk der Basilika" ein Restaurant für die Pilger. (Etwas unangenehm berührt auch in diesem Heiligtum das sinnlose, massenhafte Verbrennen von Kerzen auf Ständern; eine willkommene Einnahme, der man eine zweckmäßigere Form geben sollte.)

Alles in allem, Notre-Dame de Fourvière in Lyon ist ein herrliches Heiligtum, an dem mit vollstem Recht kein Opfer und kein Aufwand gespart wurde, eine würdige Weihegabe an die Gottesmutter Maria.

Unterhalb der Basilika, am Abhang des Hügels ("hl. Berg" genannt) gegen die Saône hinunter, ist ein schöner Park und ein Kreuzweg mit Stationenbildern angelegt. Hier ist auch das Wohnhaus der ehrw. Pauline Marie Jaricot (1799-1862) und die Kapelle Ste. Philumena, von P. Marie Jaricot erbaut, und vom hl. Pfarrer von Ars J. B. M. Vianney zweimal besucht, sowie ein Haus der Jesuiten (Missionaires de l'Orient) angebaut.

Literatur: A. Berjat: "La Basilique de Fourvière, Lyon, 1927, und "Programme officiel horaire et Guide souvenir, du VI. congrès eucharistique national". Lyon 6-10 juillet 1927, p. 6-9.

 

3. Die Martyrer von Lyon

Der Boden von Lyon, der glücklichen Stadt an der Rhône und Saône, wurde mit dem Blute vieler Martyrer getränkt. Das Blut dieser Martyrer hat die Kirche von Lyon und ihre Fundamente fest begründet. Die erste Geschichte der Kirche von Lyon gehört zu den schönsten Edelsteinen der katholischen Kirche. Ihr Ruhm ist unsterblich und die Ehre der Martyrer von Lyon wird nie vebleichen.

Vom 9. Juli bis 23. September 1935 wohnte ich am Abhange des "hl. Berges" (Fourvière) von Lyon, von dem das Blut der Martyrer buchstäblich in Strömen geflossen ist, nur wenige Schritte von dem Orte Crux de colle entfernt, an dem nach der Überlieferung 34 Martyrer enthauptet wurden, und nur wenige Schritte entfernt von dem Kerker im heutigen Spital Antiquaille, in dem der hl. Martyrer-Bischof Pothinus und seine Gefährten und Gefährtinnen (die hl. Blandina usw.) schmachteten und verbluteten, auch nur in kurzer Entfernung von der Basilika Notre-Dame de Fourvière, nämlich im Pétit Séminaire de Saint Jean, Montée du Chemin Neuf No. 59, das hier provisorisch Unterkunft gefunden hatte. Von hier aus konnte ich mit Muße die Heiligtümer von Lyon besuchen und ihre Geschichte studieren.

Im zweiten Jahrhundert, etwa um 140, sandte der hl. Polycarp, Bischof von Smyrna, den hl. Bischof Pothinus nach Lyon, der Hauptstadt der keltischen Gallier. Vielleicht war das Chistentum hier schon bkannt durch römische Kaufleute. Pothinus feierte sein erstes Opfer in Lyon dort, wo heute die St. Nisius-Kirche steht.

Auf dem gallisch-römischen Friedhof, beim Zusammenfluß von Rhône und Saône, wurde in der Folge in Höhlen eine Katakombe hergerichtet und dem hl. Apostel Johannes geweiht, vielleicht dort, wo heute die Kirche St. Martin d'Ainey steht. Hier hatte der Bischof Pothinus den ersten Altar zu Ehren der Gottesmutter errichtet.

Bald brach eine Christenverfolgung aus. Ein Brief der Kirche von Lyon-Vienne an dieKirchen von Asien und Phrygien erzählt uns den Verlauf dieser Verfolgung und den heroischen Sieg der Martyrer. Eusebius hat einen großen Teil dieses Briefes uns erhalten. man meint, Irenäus, Bischof und Martyrer, sei der junge Verfasser. Er ist eines der schönsten und wertvollsten Denkmäler des christllichen Altertums. Nur mit Ergriffenheit liest man diesen Brief, eines der schönsten Schriftstücke der Weltgeschichte. Hier folgt es, soweit es erhalten ist, im Wortlaute nach der französischen Vorlage D. Meynis. "La Montagne Sainte, Lyon, 1830, p. 4-14, von der ich es übersetzt habe.

"Die Diener Jesu Christi von Vienne und Lyon, Städte Galliens, an die Brüder von Asien und Phrygien, die denselben Glauben haben und die an denselben Erlöser glauben, Friede, Gnade und Ehre von Gott Vater und unserem Erlöser Jesus Christus.

Die Gewalt der Verfolgung und die Wut der Völker gegen die Heiligen, die Verschiedenheit und die Grausamkeit der Marter, welche unsere seligen Martyrer erduldet haben, sind derart gewesen, daß wir unfähig sind, sie würdig zu schildern. Der Feind warf sich mit einer wilden Gewalt auf uns und die beginnenden Wutereignisse sagten uns gleich zum voraus, was wir von den Staatsdienern erwarten sollten, die er für den Krieg gegen die Diener Gottes unterrichtet hatte.

Man begann damit, Häuser, Bäder und das Forum zu betreten. Man stellte uns überall nach. Indessen stützte uns die Gnade Gottes. Sie schützte die Schwachen vor der Gefahr und behielt sich für die Kämpfe Männer vor, die durch ihren Mut wie die unerschütterlichen Säulen sein sollten. Diese großmütigen Käpfer erduldeten, in ihre Hände gefallen, jede Art Schimpf. Auch andere unerträgliche Strafen ertrugen sie leicht im Velangen, schneller mit Jesus Christus vereinigt zu werden.

So haben sie uns durch ihr Beispiel gelehrt, daß "die Leiden dieses Lebens in keinem Verhältnisse zu der Ehre sind, die eines Tages an uns offenbar werden soll" (Röm. 8,18). Alle Roheiten in Begleitung von Volksaufständen, Beschimpfungen, Lästerungen, Gewalttaten, Einkerkerungen, Steinwürfen, Beraubung, mit einem Worte alles, dessen eine würtende Volksmenge in ihrer Wut fähig ist, ihre Furcht und ihr Haß, wurde gegen die Bekenner ausgeübt, aber ihre Standhaftigkeit blieb unbesiegbar. Im Verlaufe vom Soldatentribun und den Stadtbehörden auf das Forum geschleppt, antworteten sie auf die an sie gestellten Fragen in Gegenwart einer ungeheuren Menge Volkes mit einem großmütigen Glaubensbekenntnis. Darauf wurden sie bis zur Rückehr des Statthalters in das Gefängnis geworfen.

Sobald er ankam, stellte man sie ihm vor. Und da er sie mit einer seinem Haß gegen die Christen entsprechenden Grausamkeit behandelte, empörte diese Ungerechtigkeit einen unserer Brüder, Vettius Epagathus. Er war ein junger Mann von glühender Liebe zu Gott, von so reinen Sitten und so strengem Leben, daß er schon das Lob der Hl. Schrift vom greisen Zacharias verdiente, denn er ging mit Erbauung alle Wege des Herrn, immer bereit, Gott und dem Nächsten zu dienen, immer belebt und erfüllt vom Geiste Gottes.

Da nun Vettius Epagathus seine Entrüstung nicht zurückhalten konnte, bat er um die Erlaubnis, seine Brüder zu verteidigen und zu beweisen, daß unter uns nichts Gottloses geschieht. Auf dieses Verlangen begann das Volk, welches das Gericht umgab, ihn zu beschimpfen (denn er war sehr bekannt) und der Statthalter, von seinem Velangen beleidigt, erkundigte sich bei ihm, ob er Christ sei. Vettius bekannte laut, daß er es sei und er wurde sogleich der Zahl der Martyrer zugeteilt, unter der Anschuldigung, Verteidiger der Christen zu sein. Er hatte diesen Titel gut verdient, denn wie Zacharias hatte er in sich selbst als Verteidiger und Tröster den Hl. Geist. Ein würdiger Diener Christi, folgt er heute dem Lamme, wohin es immer geht.

Diese ersten Prüfungen verurschten bald eine traurige Trennung unter jenen, die sich zum Kampfe vorbereitet und jenen, die ihn nicht vorausgesehen hatten. Die Ersten bekannten kühn und bezeugten ein brennendes Velangen, ihr Martyrium zu vollenden. Unter den anderen trübten zehn die Freude der Bekenner durch ein beklagenswertes Abfallen und verursachten Betrübnis unter allen Brüdern. Ihr Abfall vom Glauben kühlte selbst den Eifer jener, die, noch nicht verhaftet, trotz der Gefahr ständig den Martyrern in ihren Leiden beistanden. Wir waren dann alle in Schrecken und in einer grauenhaften Ungewißheit über das, was mit den Bekennern geschehen würde. Die Qualen erschreckten uns wenig, aber wir zitterten davor, es könnten andere auch vom Glauben abfallen.

Täglich erfolgten indessen neue Verhaftungen und täglich führte man in die Gefängnisse Gläubige, würdig die Gefallenen zu ersetzen. Bald umschlossen die Verließe die Wichtigsten der beiden Kirchen, jene, die sie gegründet und durch ihre Klugheit und ihre Arbeiten gebildet hatten.

Man ergriff auch einige unserer heidnischen Sklaven, denn der Statthalter hatte befohlen, daß man mit aller Gewalt Zeugen gegen uns finde. Diese Sklaven fürchteten für sich selbst die Marter, die man den heiligen zufügte.Übrigens von den Dämonen gereizt und von den Soldaten aufgefordert, die Befehl hatten, sie zu veranlassen, klagten uns diese so scheußlicher Dinge an, daß wir nicht ohne Abscheu daran denken oder sie berichtend noch glauben könnten, daß je Menschen sie begangen hätten. Diese Aussagen wurden unter dem Volke verbreitet. Dieses wurde immer mehr gegen die Christen erregt, so daß selbst jene, denen die Verwandtschaft bis jetzt einige Mäßigung auferlegt hatte, jetzt ihrer Wut freien Lauf ließen. So erfüllte sich die Verheißung des Herrn: Eine Zeit wied kommen, wo man glaubt, Gott etwas Wohlgefälliges zu tun, wenn man euch dem Tode überliefert (Jo. 16,2).

Menschliche Sprache vermag nicht die Qualen zu schildern, die man den Heiligen zufügte, in der Hoffnung, sie würden die Gottlosigkeit zugeben, die man uns vorwarf. Der Haß des Statthalters, des Volkes und der Soldaten richtete sich zuerst gegen den Diakon Sanctus von Vienne, gegen Maturus, noch Neophyt, aber schon ein großmütiger Kämpfer, gegen Attalus von Pergamo, der immer die Säule und Stütze unserer Kirche war, und gegen eine Sklavin namens Blandina, durch die es dem Herrn gefiel, zu zeigen, daß das, was bei den Menschen verächtlich ist, bei ihm oft in Ehren steht, und daß die schwächsten Werkzeuge durch seine Gnade die stärksten werden. Wir alle, und besonders ihre Herrin unter der Zahl der Martyrer, fürchteten viel für sie wegen ihrer zarten Natur, daß sie nicht den Mut habe, den Glauben zu bekennen. Indessen war ihre Standhaftigkeit so groß, daß sie die Henker ermüdete, die vom Morgen bis zum Abend abwechselnd sie marterten. Endlich mußten sie gestehen, daß sie besiegt waren und sie staunten, daß das Leben in einem so verrenkten Körper, der nur noch eine Wunde war, bestehen könne. Das Bekenntnis des christlichen Namens belebte ihre Kräfte. Ihre ganze Erleichterung waren ihre Worte: "Ich bin Christin, bei uns geschieht nichts Böses". Diese Worte schienen sie für den Schmerz unempfindlich zu machen.

Der Diakon Sanctus ertrug auch mit einer unbesiegbaren Festigkeit alle Qualen, welche die Henker für ihn erfinden konnten, in der Erwartung, aus seinem Munde eine Belastung zum Nachteil der Religion zu hören. Aber er setzte ihnen einen so großen Mut entgegen, daß er ihnen weder seinen Namen, noch sein Vaterland, noch seinen Beruf sagen wollte. Auf alle Fragen antwortete er: "Ich bin Christ". Darin verstand er seinen Namen, sein Vaterland, seinen Beruf, alles, was er war. Die Heiden vermochten ihm nie eine andere Antwort zu entlocken.

Der Statthalter konnte sich nicht beherrschen vor Wut. Die Rohheit der Henker verlangte Rache, und als sie nicht mehr wußten, welche Qualen sie anwenden sollen, röteten sie im Feuer Kupferklingen und legten sie auf die empfindsamsten Teile des Körpers. Der hl. Martyrer sah sein Fleisch verbrennen, ohne zu kagen. Jesus Christus goß auf die Wunden seines Dieners den himmlischen Tau der Gnade, die seinen Schmerz mäßigte.

Der entstellte Leib des Martyrers bewahrte schon fast nicht mehr einen menschlichen Schein, es war eine unforme Masse von Knochen und zerbrochenen Gliedern, verbranntes und zerrissenes Fleisch, das in Stücken hing. Aber der Herr, der in ihm litt, ließ durch ihn seinen Ruhm erstrahlen, beschämte den Feind und munterte die Gläubigen auf, indem er ihnen durch ein solches Beispiel zeigte, daß man nichts zu fürchten hat, wenn man in sich die Liebe des Vaters trägt, und daß man nichts leidet, wenn man die Ehre des Sohnes im Auge behält.

In der Tat, einige Tage später setzten die Gottlosen den Martyrer neuen Martern aus. Sie hofften, wenn sie Eisen und Feuer in die noch offenen Wunden legten, die derart entzündet waren, daß man sie nicht berühren konnte, ohne daß er einen unerträglichen Schmerz empfand, seine Standhaftigkeit werde endlich weichen, oder, wenn sie ihn in den Martern töteten, würde sein Schicksal die anderen erschrecken. Aber die Tatsache täuschte ihre Erwartungen, denn durch ein Wunder wurde sein Leib vollständig in der Form und in den ersten Kräften hergestellt, geeignet für neue Kämpfe und durch die Gnade Gottes wurde die zweite Prüfung für ihn mehr ein Heilmittel als eine Qual.

Biblis gehörte zur Zahl jener, die den Glauben verleugnet hatten. Die Heiden gedachten, sie auf das Anstiften Satans, der ihre Schwäche kannte, der Marter zu übergeben, in dem Gedanken, sie werde die Verbrechen zugeben, deren man die Christen anklagte. Aber die Qualen weckten Biblis wie aus einem tiefen Schlafe. Die vorübergehenden erduldeten Qualen erinnerten sie an die ewigen Qualen. Sie redete mit Macht zum Volke. Sie sagte: "Wie könnten wir Kinderfleisch essen, wir, denen es nicht einmal erlaubt ist, Blut von Tieren zu genießen". Sie bekannte darauf, daß sie Christin sei, und wurde den Martyrern beigesellt.

So machte Jesus Christus durch seine Gnade die Standhaftigkeit seiner Bekenner in ihren Qualen siegreich. Die Hölle wandte neue Mittel an, um sie zu verderben. Sie ließ sie in ein dunkles Verließ werfen. Hier wurden ihre Füße in Holzblöcke gespannt, die man mit Gewalt bis zum fünften Loch auseinander trieb und sie alle Qualen leiden ließ, welche die besiegte Wut fähig ist, auf die Gefangenen auszuüben.

Gott ließ es zur Offenbarung seiner Ehre zu, daß viele von diesen heiligen Bekennern, im Gefängnisse erstickt, starben. Andere dagegen, die so grausam gequält wurden, daß sie nicht länger ihr Leben fortsetzen zu sollen schienen inmitten der Qualen, gegen die jedes Heilmittel unnütz war, konnten in diesem schrecklichen Verließ noch leben. Menschliche Hilfe fehlte ihnen, aber der Herr ersetzte ihre Kräfte, stützte ihren Mut derart, daß sie ihrerseits ihre Brüder trösteten und ihren Eifer belebten.

Neu verhaftete Christen dagegen, wenig an Leiden gewöhnt, starben bald in einem Gefängnisse, dessen Unbequemlichkeiten ihnen unerträglich waren.

Wir können hier nicht das glorreiche Ende des seligen Pothinus, Bischof von Lyon, unerwähnt lassen. Er war 90 Jahre alt, schwach und krank, so daß er kaum atmen konnte. Sein Eifer und sein Verlangen nach dem Martyrium hielten ihn aufrecht. Er wurde inmitten der Beschimpfung des Volkes vor das Gericht geführt oder besser getragen. Das Volk geiferte Beschimpfungen, wie wenn es in ihm Jesus Christus selbst sehen würde.

Der Statthalter fragte ihn, welches der Gott der Christen sei. Er antwortete: "Ihr werdet ihn kennen, wenn ihr seiner würdig seid". Da geriet die Menge in Wut. Die bei ihm waren, schlugen ihn mit Füßen und Händen, ohne Rücksicht auf sein Alter, die weiter weg waren von ihm bewarfen ihn mit allem, was ihnen begegnete. Sie galubten so ihre Götter zu rächen. Der heilige Bischof bewahrte kaum einen Lebenshauch, als er ins Gefängnis geworfen wurde, wo er bald nachher starb.

Es gefiel Gott noch, seine wunderbare Anordnung seiner Vorsehung und seines unendlichen Erbarmens durch einen dieser Gegensätze zu zeigen, die uns dartun, welche Aufmerksamkeit Jesus Christus in seiner Liebe für die Seinen hegt. Jene, die den Glauben verleugnet hatten, wurden im selben Gefängnisse eingeschlossen und erlitten dieselben Qualen, wie die Bekenner. Nur waren jene, die sich als Christen bekannt hatten, als Christen in Eisen gefesselt, und nicht als Schuldige einiger Verbrechen. Die Apostaten dagegen waren als Mörder und Verbrecher gefangen. Sie hatten viel mehr zu leiden, als die anderen, deren Leiden versüßt waren durch die Freuden ihres Bekenntisses, durch die Erwartung des Martyriums, die Hoffnung des ewigen Glückes, die Liebe für Jesus Christus und den Geist Gottes des Vaters. Aber jene waren dermaßen durch ihre Gewissensbisse gequält, daß man sie bei ihrem Erscheinen vor dem Volke an ihrem verstörten Aussehen erkannte.

Auf dem Angesicht der einen glänzten Glück, Majestät, eine heilige Freude, Ihre Ketten gaben ihnen ebenso viel Anmut, wie die Armbänder und Goldfransen sie der Braut am Hochzeitstage geben. Sie verbreiteten um sich den himmlischen Wohlgeruch Jesu Chriusti dermaßen, daß mehrere glaubten, sie würden sich kostbarer Wohlgerüche bedienen.

Für die anderen waren das finstere Auge, das verlegene Benehmen, das mühsame Gehen Gegenstand bitteren Gelächters der Heiden, die sie als Verräter und Feiglinge beurteilten. Weil sie auf den ruhmreichen Namen Jesu verzichtet hatten, nannte man sie Mörder. Dieser traurige Anblick trug viel dazu bei, die Bekenner zu stärken, und wenn eben ein anderer Christ verhaftet wurde, so beeilten sie sich, ihren Glauben zu bekennen, um aller Versuchung der Apostasie zuvorzukommen.

Indessen sollten die Martyrer durch die Verschiedenheit ihrer Qualen wie eine von verschiedenen Blumen geflochtene Krone sein, die Jesus Christus seinem Vater gab, aus dessen Händen die großmütigen Kämpfer endlich die schuldige Belohnung ihres Mutes empfangen sollten.

Maturus, Sanctus, Blandina und Attalus wurden als erste verurteilt, von den wilden Tieren im Amphitheater verschlungen zu werden. Bei diesem Anlaß gab man dem Volke ein Schauspiel, für das unsere hl. Martyrer alle Kosten aufbringen sollten.

Maturus und Sanctus ertrugen von neuem jede Art Pein, als ob sie noch nichts gelitten hätten oder vielmehr als großmütige Kämpfer, die schon mehrmals gesiegt, um den Preis des letzten Sieges kämpften. Sie wurden zuerst der Sitte gemäß mit Ruten zerfleischt, dann den Tieren überlassen, deren Wildheit beim Anblick eines blutigen Leibes erwachte, und endlich allen Qualen überliefert, die das laute Geschrei launischer Wildheit der Versammlung verlangte. Sie wollte, daß man sie auf einen im Feuer gerösteten Stuhl setze. Von ihrem gerösteten Fleisch entstieg ein Geruch, dessen Beschwerde keineswegs die Henker zurückschreckte. Im Gelgenteil, ihre Wut erregte sich umso mehr, da sie vergebliche Anstrengungen machten, die Standhaftigkeit der Martyrer zu besiegen. Aber sie konnten von Sanctus nie andere Worte entlocken als jene, die er so oft wiedeholt hatte: "Ich bin Christ". Die unbesiegbaren Helden, der Welt zum Schauspiel gegeben, dienen einen ganzen Tag über dem Vergnügen des Volkes, und als man sie nach so vielen Qualen noch atmen sah, wurden sie endlich im Amphitheater abgeschlachtet.

Blandina wurde an einen Pfahl gebunden, um von den Tieren zerrissen zu werden. In Kreuzesform aufgehängt, richtete sie an Gott innige Gebete. Ihr Beispiel erfüllte die andern Martyrer mit Eifer. Sie glaubten in der Person ihrer Schwester denjenigen zu sehen, der für ihr Heil gekreuzigt, am Kreuze für alle seine Jünger einen Beweis erbringen wollte, daß jene, die aus Liebe zu ihm leiden, eines Tages die Gegenwart und den Ruhm des lebendigen Gottes genießen. Da die Tiere Blandina verschonten, wrude sie vom Pfahle losgelöst und in das Gefängnis abgeführt. Sie mußte es bald für neue Kämpfe verlassen, um, siegreich gegen den Feind in den zahlreichen Angriffen, die er ihr machte, die Verurteilung des höllischen Drachens sicher zu machen. Sie entflammte durch ihr Beispiel den Mut ihrer Brüder. Obwohl zart, schwach und verachtet, war sie mit der Kraft Jesu Christi gekleidet, dem König der Martyrer. Sie hatte über ihren Feind mehrere Siege davongetragen und eroberte in einem siegreichen Kampfe die unsterbliche Krone.

Unterdessen forderten die Schmähungen des Volkes Attalus, den ein großmütiges Glaubensbkenntnis berühmter machte als seine hohe Geburt. Attalus war zum kampfe vorbereitet. Das Zeugnis seines Gwissens stützte ihn. Wohl geübt in Übungen der christlichen Miliz, war er unter uns immer ein treuer Zeuge der Wahrheit. Ein Wutgeheul empfing und begleitete ihn, als man ihn im Amphitheater herumführte mit der Aufschrift: "Das ist der Christ Attalus". Aber der Statthalter ließ ihn, weil römischer Bürger, mit den anderen ins Gefängnis zurückführen.

Die heiligen Martyrer benutzten diesen Verzug, um durch ihre Sanftmut die große Erbarmung Jesu Christi leuchten zu lassen. In der Tat wurden mehrere tote Glieder des mystischen Leibes Christi durch die Hilfe der Lebenden neu belebt. Die Bekenner erhielten die Gnade für die Apostaten und in der Freude ihres Glückes umarmte die Kirche, diese jungfräuliche Mutter aller Gläubigen lebendig jene, die sie von ihrem Busen zu weisen verpflichtet war. Das Erbarmen der Martyrer hatte sie zu neuem geistlichen Leben geboren, von nun an voll von Kraft und belebt, den Glauben zu bekennen.

Zu gleicher Zeit, wo sie die Gefallenen aufrichteten, gaben die Bekenner Beispiele einer wahrhaft wunderbaren Demut nach dem Beispiele Jesu Christi, der, seinem Vater gleich, freiwillig bis zu den letzten Grenzen der Erneidrigung herabgestiegen war. Sie, die nicht nur einmal, sondern mehrmals ihn bekannt hatten, die den Tieren und feurigen Klingen ausgesetzt worden waren, gaben sich nicht nur nicht den Namen Martyrer, sondern sie konnten es nicht leiden, wenn die anderen sie mit diesem Namen nannten. "Diese Ehre", sagten sie, "kommt allein Jesus Christus zu, dem einzigen und treuen Martyrerer der Wahrheit, der der Erstgeborene unter den Toten ist und der Urheber des ewigen Lebens. Nach ihm kann man diesen Titel nur jenen geben, die nach diesem Leben mit großmütigem Bekenntnis in den Schoß Gottes aufgenommen worden sind. Für uns Schwache und Kleine ist dieses Bekenntnis nicht vollständig." Und sie beschworen die Brüder unter Tränen, für sie beim Herrn zu beten, auf daß sie bis zum Ende mit Beharrlichkeitt leiden und wirklich verdienen, gekrönt zu werden. Aber indem sie zu den Heiden sprachen, empfand ihre Sprache den Adel ihrer Seelen und sie ertrugen das Unrecht mit ebenso viel Großmut, wie sie inmitten der Qualen gezeigt hatten... Sie fanden in ihrem Herzen Worte wunderbarer Sanftmut gegenüber jenen Gefallenen, die sich nicht erhoben hatten. Ihre Sorge um sie glich einer Mutter, die über ihre kleinen Kinder wacht. Dann wandten sie sich an den allmächtigen Gott und baten ihn, diesen Unglücklichen das Lerben der Gnade wieder zu geben und der Herr gewährte es ihnen. Derart war die Liebe dieser großmütigen Bekenner, daß selbst die Krone des Martyriums und die Ehre des Himmels ihnen weniger wünschbar erschien, wenn der Geist der Finsternis der Kirche einige ihrer Glieder rauben und sie als Beute für den Sieg seiner Feinde davontragen könnte. Vor allem zeigten sie sich von einem großen Geiste des Friedens belebt und sie verpflichteten uns, mit Sorgfalt diese kostbare Tugend zu bewahren, zugleich mit der Liebe, die das Band der Einheit und Einigkeit ist.

Unter den Gefangenen befand sich ein gewisser Alcibiade, der, an ein strenges Leben gewohnt, als einzige Nahrung nur Brot, Wasser und etwas Salz nahm. Er wollte diese Lebensweise auch im Gefängnis fortsetzen, aber Attalus erfuhr nach seiner ersten Erscheinung im Amphitheater durch Offenbarung, daß das Benehmen des Alcibiade Gott nicht angenehm sei und daß er den anderen ein Anlaß des Ärgernisses sei. Dieser ergab sich sogleich und er aß von jetzt an von allem mit Danksagung.

Daraufhin kam die Antwort des Kaisers an. Er verfügte, daß man jene töte, die in ihrem Bekenntnis verharrten und daß man jene, die verleugneten, in Freiheit setze. Zu Beginn nun der Versammlung der feierlichen Spiele, die sehr zahlreich war, denn man lief von allen Provinzen herbei, stieg der Statthalter auf den Gerichsstuhl, befahl, ihm die Christen herbeizuführen, um den Anwesenden das Schauspiel ihrer Qualen zu geben. Man richtete aufs neue alle Marterwerkzeuge her. Die römischen Bürger wurden zur Enthauptung verurteilt, die anderen wurden den Tieren vorbehalten.

Die Abgefallenen ließ sich der Statthalter getrennt vorführen. Er glaubte, sie nur heimschicken zu können. Aber gegen seine Erwartung erklärten sie sich als Christen mit einem Mute, der den namen Jesu verherrlichte, die Schande ihrer Schwäche auslöschte und ihnen die Ehre verdiente, den Martyrern beigesellt zu werden. Einige Kinder des Verderbens beharrten in ihrer Gottlosigkeit, aber diese hatten nie das Gesetz der Furcht Gottes im Grunde ihrer Seele gehabt, sie hatten das Kleid der Unschuld, mit dem sie in der Taufe bekleidet worden waren, entweiht und die Religion durch ihr Benehmen entehrt.

Ein Christ, namens Alexander, ein Phrygier von Geburt, aber schon lange in Gallein ansässig, wo er die Medizin ausübte, war bis jetzt den Nachforschungen der Behörden entgangen, obwohl seine brennende Frömmigkeit und sein unerschütterlicher Eifer ihn unter den Brüdern berühmt gemacht hatte. Er benutzte seine Freiheit, um sich beim Gerichtsstuhle des Richters während des Verhörs aufzustellen, um durch seine Gesten die Bekenner zu ermutigen und sie zur Beharrlichkeit aufzumuntern. Er tat es auf so ausdrückliche Weise, daß seine Nachbaren zum Spaß sagten, er sei in Geburtswehen. Nun verzeigte ihn das Volk, wütend über das Glaubensbekenntnis jener, die ihn verleugnet hatten, als Urheber dieses vorgeblichen Abfalles. Der Statthalter, nur zum Vergnügen desVolkes da, beeilte sich, zu tun, was es verlangte. Er fragte plötzlich Alexander, wer er sei. "Ich bin Christ", antwortete dieser lebhaft und der wütende Richter verurteilte ihn, von den Tieren zerrissen zuwerden.

Am folgenden Tage erschien Alexander im Amphitheater mit Attalus, den der Gouverneur aus Gefälligkeit zum Volke und entgegen den Befehlen des Kaisers, zur selben Marter verurteilte. Aber als die Tiere sich ihnen nicht zu nahen wagten, erlitten sie aufs neue alle Marter, worauf sie in die Mitte der Arena geführt, durch das Schwert in den Tod gingen.

Inmitten der Qualen, die man ihm bereitete, ließ Alexander keine Klage entfallen. In sich gesammelt, unterhielt er sich süß mit Gott. Während man Attalus auf einem Eisenstuhle bratete und der Geruch seiner verbrannten Glieder sich weithin verbreitete, machte er lateinisch den Zuschauern diesen schweren und gerechten Vorwurf: "Was ihr jetzt tut, kann man ein Essen von Menschen nennen. Wir essen nicht nur kein Menschenfleisch, sondern wir meiden noch jede Art Verbrechen". Man fragte ihn darauf, wie Gott heiße. Er antwortete: "Gott hat keinen Namen wie wir andere Sterbliche".

Blandina und Ponticus, ein junger Mann von etwa 15 Jahren, waren gezwungen worden, den Qualen ihrer Brüder beizuwohnen. Am letzten Tage der Schauspiele kamen sie an die Reihe. Zuerst drängte man sie, bei den Götzenbildern zu schwören. Die beiden Martyrer verachten die falschen Götter. Das Volk wird wütend und auf sein Verlangen werden sie ohne Mitleid mit der Jugend des Ponticus, ohne Rücksicht für das Geschlecht der Blandina, nacheinander den ebenso schmerzhaften wie verschiedenen Martern übergeben. Man drängt sie noch zu schwören. Sie beharrren auf ihrer Weigerung, und ihre Standhaftigkeit wird neuen Qualen unterwofen. Endlich vollendete Ponticus, ermutigt von Blandina, die ihn aufmunterte und stärkte, sein Martyrium mit einem Mute, größer als sein Leiden.

Es blieb noch Blandina, gleich einer großen Mutter, die, nachdem sie Kinder zum Kampfe belebt hat, selbe siegreich vor sich zum Könige der Glorie geschickt hat, sich freut, sie im Himmel einzuholen. Sie durchlief dieselbe Marterbahn mit so strahlender Freude, daß man sie mehr zu einem Hochzeitsmahle geladen glaubte, als zu den Löwen verurteilt. Schon von den Henkern gegeißelt, von den Tieren zerfleischt, auf dem eisernen Stuhle gebrannt, wurde sie in ein Netz gehüllt und in diesem Zustande einem Stiere ausgesetzt, der sie mehrmals heftig in die Luft warf; aber ganz beschäftigt von der Hoffnung der Güter, die ihr Glaube ihr versprach, war sie nicht zerstreut durch die Qualen in ihren vertrauten Unterredungen mit Jesus Christus. Das Schwert vollendete dieses unschuldige Schlachtopfer und die Heiden mußten gestehen, daß sie noch nie eine Frau mit soviel Standhaftigkeit leiden gesehen haben.

Der Tod der Heiligen vermochte die Wut dieser wilden Völker nicht zu stillen. Der höllische Drache, der sie erregt, ließ sie nicht so leicht erlöschen. Sie verfolgten ihre Opfer bis über das Grab und erfanden gegen die leblosen Überreste eine neue Art der Verfolgung, deren die wilden Tiere allein fähig scheinen. Der Haß des Statthalters und des Volkes entbrannte gegen uns mit ebenso viel Gewalt als Gottlosigkeit.

Die Weissagung der Schrift mußte sich erfüllen: Die Bosheit des Schlechten wachse noch mehr, die Gerechtigkeit des Gerechten vermehre sich immer (Off. 22,11). Sie warfen nun die Leiber jener, die der Ansteckung und den anderen Unbequemlichkeiten des Gefängnisses erlegen waren, auf den Schindanger, und aus Furcht, jemand von uns könnte ihnen die Pflicht der Beerdigung erweisen, ließen sie selbe Tag und nacht bewachen. Sie sammelten die Haufen der Stücke der Leiber, welche die Tiere und Flammen verschont hatten, die Häupter und Leiber jener, die das Schwert geschlachtet hatte und übergaben die Siegestrophäe ihrer Barbarei Wächtern zur Bewachung. Beim Anblick dieser ehrwürdigen Überreste zitterten die einen vor Wut und bedauerten, daß sie nicht mehr belebt waren, um an ihnen neue Marter auszuüben, die anderen beschimpften sie und erhoben bis zu den Wolken den Ruhm der falschen Gottheiten, deren Macht sie den Tod der Martyrer zuschrieben. Die Gemäßigten schienen mit unserem Glauben Mitleid zu haben und wie um ihn uns zum Vorwurfe zu machen, sagten sie: "Wo ist ihr Gott? Wozu hat ihnen diese Religion gedient, die sie dem Leben vorgezogen haben?"

Wir unsererseits waren nur schmerzerfüllt, die Leiber unserer Martyrer nicht begraben zu können. Nichts vermochte unsere Wünsche zu begünstigen, noch das Dunkel der Nacht, noch unser Bitten an dieWachen, noch die Verlockung auf Belohnungen, die wir ihnen versprachen. Die süßeste Belohnugn für diese wilden Tiere war es, zu sehen, wie die ihrer Wache anvertrauten Leichen vermoderten.

Diese christlichen Leiber blieben so sechs Tage jeder Art Schimpf ausgesetzt. Endlich verbrannten sie die Heiden und warfen die Asche in die Rhone, damit keine Spur mehr von ihnen auf der Erde bleibe. Sie meinten, so den Martyrern die Hoffnung auf die Auferstehung zu nehmen und Gott die Macht, sie aufzuerwecken. Sie sagten, die Erwartung ihrer Auferstehung veranlaßt sie, bei uns diese neue Religion einzuführen und den Qualen und dem Tode mehr zu totzen, als auf ihn zu verzichten. Wir werden gut zusehen, ob ihr Gott stark genug ist, sie unseren Händen zu entreißen und ob er sie auferwecken werde..."

Der Werdegang und Verlauf der blutigen Verfolgung war der gewohnte. Falsche Anklagen, Verleumdung, Verhaftung, Qualen der verschiedensten Art, Marter mit diabolischer Wut und tierischem Ingrimm, Martyrium und Sieg der Getreuen Christi. Der oben zitierte Brief entwirft im einzelnen ein erschütterndes Bild des Martyriums und ein herrliches Bild des Sieges der 48 Martyrer. Es wurden sechs den wilden Tieren in der Arena von Lyon ausgesetzt, Sanctus (Diakon von Vienne), Maturus, Attalus von Pergamo, der phygische Arzt Alexander, der zirka fünfzehn Jahre alte Ponticus und die Sklavin Blandina, die stets wiederholte: "Ich bin Christin, bei uns geschieht nichts Böses".

18 Christen wurden im Gefängnis erstickt, nämlich der Bischof Pothinus, Aristoeus, Cornelius, Zosimus, Zoticus, Titus, Julius, Appolonius, Geminianus, Julia, Aemilia, Ausonia, Jamnica, Pompeia, Domna, Justa, Trophina und Antonia.

24 Blutzeugen wurden enthauptet. Es sind dies Vettius, Epagathus, Alcibiade, Macarius, Sylvius, Primus, Ulpius, Vitalis, Comminus, Octuber, Philomius, Geminianus, Albina, Julia, Grata, Rogata, Materna, Aemilia, Helpe, Biblis (die mit einigen anderen zuerst vom Glauben abfiel, dann aber gleich für den Glauben starb), Pontamia, Quarta, Amnas und Rhodana.

Man fand die Gebeine der 48 Martyrer wunderbar vereinigt an einem Orte, den man Athanacum (= unsterblich) nannte, und begrub sie in der Katakombe des hl. Johannes des Apostels, unter dem Altare, den der hl. Pothinus der Gottesmutter geweiht hatte. (Gregorius von Tours, Lib. I. de gloria Mart. c. 49.)

Ein Jahr später wurde der Grieche Epipodius enthauptet und der Lyoner Alexander gekreuzigt. Diese beiden wurden in einer Katakombe (ebenfalls dem Apostel Johannes geweiht) auf dem Berge begraben, dort, wo heute die Kirche des hl. Irenäus steht, die später über dieser Katakombe, einem unterirdischen Gottesdienstorte, gebaut wurde.

Der Bischof von Lyon, Irenäus, starb 25 Jahre später, am 28. Juni 202, mit 1900 anderen Christen als Martyrer, unter dem Statthalter Severus. Zu diesen Martyrern zählte das Kind Zacharias. Irenäus wurde zwischen Alexander und Epipodius in der Katakombe des hl. Johannes (Krypta der heutigen Irenäuskirche) begraben und blieb dort bis zum 30. April auf 1. Mai 1562, wo die Hugenotten (Calvinisten) die Gräber dieser Krypta erbrachen und die Gebeine entweihten.

Nach der Legende wurde auch eine Witwe Lucia Martyrin und in der Nähe der heutigen Kirche St. Justus neben dem Spital Antiquaille, wo heute ein Gedenkstein steht, Crux de colle, sollen 34 weitere Christen enthauptet worden sein.

Der genannte Bischof Irenäus ist bekannt durch seine herrlichen Schriften gegen das Heidentum. Er verteidigt das Christentum und anerkennt das Papsttum, den Bischof von Rom, als Papst.

Nach der blutigenVerfolgung zog sich die kleine Christengemeinde auf die Insel Barbara (Ile Barbre) inmitten der Saône zurück, und gründete hier das älteste Kloster in Gallien. Heute bestehen da noch zwei alte Kapellen -- wie ich am 6.9.1935 daselbst sah.

Der Nachfolger des hl. Irenäus, Bischof Zacharias, und sein Priester, der hl. Clemens, die den hl. Irenäus begraben hatten, bargen auch blutige Leiber von Martyrern derselben Verfolgung in einem Brunnen (vielleicht einst Taufbrunnen, nun leere Cisterne) inmitten dieser Katakombe in der heutigen Irenäuskirche, wie der hl. Gregor von Tours im 6. Jahrhundert berichtet. (Ich sah diese leere Cisterne, heute mit einer Metallplatte zugedeckt, am 13.8.1935, wobei der Sakristan die Platte weghob.) Über der Krypta wurde bald eine herrliche Kirche gebaut, die heute St. Irenäus-Kirche heißt. Der hl. Bischof Patiens von Lyon hatte die Krypta herrlich ausbauen und mit Marmor, Mosaik und kostbaren Steinen zieren lassen.

Nach dem Einfall der Sarazenen und ihren Verwüstungen restaurierte 868 der hl. Remigius, Bischof von Lyon, viele Kirchen von Lyon, so auch die des hl. Apostels Johannes (heute St. Irenäus-Kirche). Am 6.4.1440 wurden die Gebeine der hl. Martyrer in der Krypta feierlich durch einen päpstlichen Legaten rekognosziert.

Der Berg (Hügel), auf dem heute die Basilika Notre-Dame de Fourvière steht, bekam von den Martyrern den Namen Heiliger Berg.

Der hl. Justus wurde wohl auch in der Kirche St. Jean begraben und sicher 1083 der hl. Erzbischof von Lyon, Jubin (Gebuinus). 1084 übernahmen Augustiner die Hut der Kirche des hl. Johannes (später St. Irenäus) und ihre Verwaltung wurde von der Kirche St. Justus getrennt.

Papst Innozenz IV. (1243-1254), der sieben Jahre in Lyon weilte und da 1245 ein ökumenisches Konzil in der Kathedrale St. Jean Baptiste präsidierte, verlieh der Kirche des hl. Irenäus am 5.2.1251 für den Tag des Patronsfestes einen Ablaß von 40 Tagen.

Als die Calvinisten 1562 die Krypta der Kirche des hl. Irenäus verwüsteten, konnte nur das Haupt des hl. Irenäus gerettet werden. Es wrude am 28.6.1572 in die Kathedrale von St. Jean (hl. Johannes) gebracht, wo es bei der französischen Revolution verschwand. Die Calvinisten vermischten die Gebeine der Martyrer mit Tiergebeinen (und vielleicht (?) auch mit nicht heiligen menschlichen Gebeinen). 1635 rstaurierte der Prior Claudius Grolier die Krypta der Kirchedes hl. Irenäus, entfernte die Tiergebeine und schloß die übrigen in einer Gruft ein, die heute rechts beim Abstieg in die Krypta sichtbar ist. Sie ist mit einem Eisengitter abgeschlossen. Der Raum ist mit Gebeinen angefüllt und mißt zirka 1,5 x 6 m³ Inhalt. Die Gebeine dürfen in ihrer Gesamtheit, aber nicht im einzelnen, verehrt werden.

1863 erfolgte eine neue, bessere Restaurierung der Krypta, die leeren Altäre der hl. Irenäus, Alexander und Epipod stehen wieder an ihrem alten Orte, ebenso der des hl. Polykarp. Den Calvinisten entging ein kleiner Sarg mit den Gebeinen des Martyrerkindes Zacharias. Diese Gebeine werden heute in der Taufkapelle der Oberkirche aufbewahrt. Gegenüber rechts beim Eingange in die Oberkirche ist heute der Altar mit dem Sarg und den Gebeinen des hl. Lyoner Bischofs Gebuinus. Die Kirche ist sehr schön, dreischiffig und besitzt herrliche Glasgemälde (die hl. Martyre u.a.). Pilger von Notre-Dame de Fourvière sollten auch diese Kirche, sowie die Kathedrale St. Jean und die Kirche St. Nisius besuchen.

An Reliquien der Martyrer von Lyon sind heute noch einige vorhanden, die authentisch beglaubigt sind, so die folgenden:

  1. Ein Teil des Hauptes des hl. Irenäus in der Kathedrale St. Jean Baptiste von Lyon. -- Ich sah diese Reliquie am 31.7.1935.
  2. Teilchen vom hl. Irenäus im Hauptaltare von St. Justus in Lyon, in Bleischachtel geborgen, laut Belegen von 1591, 1667 und 1826.
  3. Ein Teil des Armes vom hl. Irenäus in der Katherale St. Jean Baptiste in Lyon, den Kardinal Fesch 1804 von Italien brachte und der am 26.3.1583 in der Kathedrale von Catanzaro in einer Mauer gefunden wurde.
  4. Teilchen von den Gebeinen des hl. Irenäus in der Kirche gleichen Namens, die von Clugny stammen. -- Ich sah sie am 13.8.1935. -- Sie sind in der Kirche St. Irenäus in der Sakristei in einem herrlichen Reliquiar, von Bossan nach dem Plane der Basilika Notre-Dame de Fourvière entworfen.
  5. Der Leib des hl. Martyrers Zacharias in der Kirche St. Iréné (Irenäus), 1670 aufgefunden und 1874 ausgestellt.
  6. Die oben geannten Reliquien der Martyrer in einer Gruft beim Abstiege in die Krypta von der Kirche St. Iréné.

Bei der französischen Revolution machte man aus der Kirche St. Iréné einen Pferdestall. 1802 wurde sie wieder in Ordnugn gestellt und 1824 vergrößert. Bei der Kirche St. Iréné wurde ein Kalvarienberg errichtet, 1562 von den Calvinisten zerstört, später wieder erneuert und 1817 der jetzige sehr schöne, zugleich mit Stationen, aufgestellt. In der Kirche St. Iréné ist eine "Bruderschaft der hl. Martyrer" lange vor 1562 errichtet worden.

Alte Erinnerungen an die Martyrer von Lyon sind heute in Lyon die archäologischen Reste des Kerkers beim Forum vetus auf dem hl. Berge im Spital Antiquaille. In diesem Kerker sollen der Bischof Pothinus und Gefährten geschmachtet und verblutet haben. Herrliche Mosaikbilder repräsentieren in diesem Kerker die Bilder der daselbst gestorbenen Martyrer. Auch steht dort eine antike Säule, an der die hl. Blandina in der Arnea angebunden gewesen sein soll. Ein Altar ziert den zu einer Kapelle umgewandelten -Raum. Ob es das wirkliche Gefängnis der Martyrer war, ist nicht erwiesen. -- Ich besuchte den Ort und das vor einigen Jahren nebenan in einem Garten entdeckte interessante römische Theater am 4.8.1935. -- Die römische Arena selbst wurde noch nicht mit Sicherheit aufgefunden.

Auf dem Hügel, wo das römische Forum und die römischen Paläste und Tempel standen, auf dem heutigen heiligen Berge, steht heute die herrliche Basilika Notre-Dame de Fourvière (von foro vetere). Auf dem ganzen Hügel bestehen über 30 religiöse Häuser, in deren Kapellen das Allerheiligste aufbewahrt wird. Auch hierin ein heiliger Berg.

Die Martyrer von Lyon haben durch ihr vergossenes Blut Lyon und seiner Diözese herrliche heilige Leuchten katholischen Glaubens verdient. Die Erzdiözse Lyon ist ein Land von Heiligen geworden. Die Bischöfe sind in der Heiligkeit vorangegangen. Folgende 33 Bischöfe von Lyon sind heilig:

Heilige Erzbischöfe waren:

Heilige und Selige der Diözese Lyon sind außer den Martyrern und Bischöfen der ersten Zeit:

Lyon ist nicht nur eine an Naturschönheiten, an Kunstschätzen und Industie reiche Stadt, sie ist vor allem ein Zentrum eifrigen religiösen Lebens, ein Schatz von religösen Heiligtümern, die formme Pilger aus der ganzen Welt so gerne besuchen.

Literatur: D. Meynis: "La Montagne Sainte. Mémorial de la Confrérie des Saint-Martyres de Lyon".


Transkription P.O. Schenker, © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell (Schweiz)