Aus dem Immaculata-Archiv:


Die Helferin der Armen und Notleidenden

"Mich erbarmt des Volkes."

Die Worte des göttlichen Heilandes, die er seinerzeit an seine Jünger richtete, als ihm das Volk nacheilte und seit drei Tagen nichts gegessen hatte, sind mit Recht auf Maria, die barmherzige Mutter unseres gütigen Erlösers anzuwenden.

Die Not und das Elend des Volkes, vor allem die seelische Not, hat dermaßen überhand genommen und die Ungerechtigkeit und Sünde der neuheidnischen Welt schreit um Rache, daß die barmherzige Mutter all ihr Erbamen in reichstem Maße ihren Kindern zuwenden möchte, jenen Kindern, die ihr der göttliche Heiland vom Kreuz herab anvertraut hat. Durch die Erscheinungen der allerseligsten Jungfrau in Lourdes, La Salette, Pontmain, Marpingen und andere brachte sich Maria der Menschheit in Erinnerung, zeigte sich als gütige Mutter der Armen und Notleidenden. Sie forderte auf zu Gebet und Buße, zur Rückkehr zu den Geboten Gottes und der Kirche. Leider wurden diese Mahnungen zu wenig beachtet. Die Not des Volkes stieg aber immer mehr und mehr. Hilfe tut dringend not. Da greift der göttliche Heiland selbst wieder ein durch eine Erscheinung, die er einer Schwester in Südamerika zuteil werden läßt; denn "ihn erbarmt des Volkes!"

In dem von Msgr. Graf Franziskus von Campos Barreto, Bischof von Campinas, Brasilien, gegründeten Institut der Missionarinnen vom gekreuzigten Jesus lebt eine Schwester namens Amalia vom gegeißelten Jesus. Sie ist, wie unsere begnadete Therese Neumann, mit den heiligen Wundmalen Christi ausgezeichnet. Schwester Amalia gehört zu den ersten acht Schwestern und Mitbegründerinnen des Instituts, die am 8. Dezember 1927 das Ordenskleid erhielten und am 8. Dezember 1931 ihre ewigen Gelübde ablegten.

Ein Verwandter der Schwester Amalia vom gegeißelten Jesus befand sich in großer Not. Seine Frau war schwer krank. Nach den Aussprüchen verschiedener Ärzte gab es für diese kein Heilmittel mehr. Mit Tränen in den Augen erklärte der arme Gatte: "Was wird dann aus den Kinderchen?"

Die Not dieses Verwandten ging Schwester Amalia sehr zu Herzen. Sie wandte sich sofort an den göttlichen Heiland. Da fühlte sie einen inneren Antrieb, der sie zu Jesus im Tabernakel rief. Unverzüglich ging sie zur Kapelle und kniete mit ausgebreiteten Armen an den Stufen des Altares nieder und sagte zu Jesus: "Sollte es keine Rettung mehr geben für die Frau des T., so bin ich bereit, mein Leben zu opfern für die Mutter der Familie. Was willst Du, daß ich tun soll?" - Jesus antwortete: "Wenn Du diese Gnaden erlangen willst, bitte mich um der Tränen meiner Mutter willen."

Schwester Amalia fragte weiter: "Wie muß ich beten?" Darauf nannte ihr Jesu folgende Anrufungen: "O Jesus, erhöre unsere Bitten um der Tränen Deiner heiligsten Mutter willen! - O Jesus, schaue auf die Tränen jener, die Dich auf Erden am meisten geliebt und Dich am innigsten liebt im Himmel."

Jesus fügte noch hinzu: "Meine Tochter, um was die Menschen mich um der Tränen meiner Mutter willen bitten, bin ich gezwungen, ihnen in liebevoller Weise zu geben. - Später wird meine Mutter diesen Schatz unserem geliebten Institute übergeben als Magnet der Barmherzigkeit." - Dies ereignete sich am 8. November 1929.

Die Verheißung des göttlichen Erlösers an Schwester Amalia, daß die Mutter Gottes seinem geliebten Institute später einen Schatz übergeben werde, erfülle sich am 8. März 1930. Auch hierüber wollen wir Schwester Amalia sprechen lassen. Sie schreibt:

"Es war am 8. März 1930. Ich war in der Kapelle, kniete an den Stufen des Altares auf der linken Seite, als ich mich plötzlich emporgehoben fühlte. Nun sah ich, wie sich mir eine Frau von unaussprechlicher Schönheit nahte. Sie war bekleidet mit einem Gewande von violetter Farbe, blauem Mantel und einem weißen Schleier, der noch ihre Brust umschlang. Sie schwebte lächelnd auf mich zu, einen Rosenkranz in der Hand haltend, den sie selbst "Coroa" (d.h. Korone und bedeutet Rosenkranz) nannte. Seine Perlen glänzten wie die Sonne und waren weiß wie Schnee. Mir diesen Rosenkranz übergebend sagte sie zu mir: "Dieses ist der Rosenkranz meiner Tränen, der von meinem Sohne seinem geliebten Institute anvertraut wird als Anteil seines Vermächtnisses. Die Anrufungen wurden schon von meinem Sohne gegeben. Mein Sohn will mich durch diese Anrufungen besonders ehren und so wird er alle Gnaden, die man um meiner Tränen willen erbittet, gerne gewähren. Dieser Rosenkranz dient zur Bekehrung vieler Sünder, hauptsächlich der vom Teufel Besessenen. Dem Institute vom gekreuzigten Jesus ist eine besondere Ehre vorbehalten, nämlich die Bekehrung vieler Mitglieder einer verruchten Sekte zum blühenden Baume der streitenden Kirche. Durch diesen Rosenkranz wird der Teufel bezwungen und die Herrschaft der Hölle zerstört. Rüste dich zu diesem großen Kampfe." Als sie dies gesagt hatte, verschwand sie."

Sr. Exzellenz der hochwürdigste Herr Bischof Franziskus von Campinas weilte, von Rom kommend, in Deutschland gerade zu der Zeit, als wir diese Zeilen schrieben. Nach einem Besuch der stigmatisierten Therese Neumann in Konnersreuth wohnte er dem Passionsspiel in Oberammergau am 27. Mai bei. Wir hatten somit Gelegenheit, aus erster Hand alle Unterlagen für die Veröffentlichungen über die Erscheinungen in Campinas und über Schwester Amalia zu bekommen. Der hochwürdigste Herr gab uns auch die Versicherung, daß nicht nur in Brasilien, sondern auch in anderen Ländern zufolge Tragens der Medaille Unserer Lieben Frau von den Tränen, die der Schwester Amalia am 8. April 1930 in einer neuen Erscheinung von der Mutter Gottes geoffenbart wurde, ungezählte Bekehrungen gerade bei Kommunisten und den gefährlichsten Gottlosen stattgefunden haben. Mehr noch gingen Nachrichten über auffallende Erhörungen und wunderbare Heilungen ein, die zufolge des Betens des Rosenkranzes Unserer Lieben Frau von den Tränen stattgefunden haben sollen.

Ungezählte Gnadenerweise sind schon erlangt worden durch das Beten des Rosenkranzes zu Ehren der Tränen Unserer Lieben Frau. Der Grund liegt in dem Versprechen des göttlichen Heilandes, "der dem keine Bitte abschlägt, der ihn um der Tränen seiner heiligsten Mutter willen bittet." Dann auch ist ja bekannt, daß der göttliche Heiland die treue Verehrung der Schmerzen seiner heiligsten Mutter, die allein die Ursache ihrer Tränen sind, besonders belohnt. Selbst aus Deutschland, Holland und Belgien berichten viele von auffallenden Erhörungen und Gnaden. Sie beteten den Rosenkranz Unserer Lieben Frau von den Tränen 9 Tage lang täglich, gingen zu den heiligen Sakramenten und verrichteten Werke der Nächstenliebe.

Von Ordensleuten vernahmen wir, daß ihnen das Beten dieses Rosenkranzes eine sehr liebe Gewohnheit sei, der sie viele und außergeöwhlnliche Gnaden verdanken. Dieserhalb beten sie ihn täglich öfters, um Gnaden für sich und andere zu erbitten, die Bekehrung der Sünder, Irr- und Ungläubigen und den Priestern und Missionaren die erforderlichen Gnaden zu erflehen, den Sterbenden beizustehen und die armen Seelen aus dem Fegfeuer zu befreien.

Eine gläubige, fromme Seele, der das Wohl der heiligen Kirche und die Ehre Gottes am Herzen liegt, weiß ohne besondere Anleitung, was sie alles vom gütigen Erlöser um der Tränen seiner heiligsten Mutter willen erflehen kann und soll.

Das alles überdenkend verstehen wir nur zu gut, daß die zuständige kirchliche Behörde diese Art der Verehrung der Schmerzen der Mutter Gottes nicht nur wohlwollend duldet, sondern auch fördert und sogar gestattet, daß ein Fest Unserer Lieben Frau von den Tränen gefeiert wird, wie das alljährlich in den Instituten der Missionarinnen vom gekreuzigten Jesus am 20. Februar geschieht. Darüber und von den Erscheinungen und Offenbarungen der Gottesmutter an Schwester Amalia wird Exzellenz Bischof Franziskus von Campos Barreto fortlaufend in unserer Zeitschrift schreiben.


Verheißungen inbezug auf die Verehrung der Mutter Gottes in der heutigen Zeit.

Mutter Maria Rafols und Schwester Amalia.

In Spanien starb am 30. August 1853 im Rufe der Heiligkeit die Ordensfrau Mutter Maria Rafols. Sie war Gründerin der Kongregation der Barmherzigen Schwestern von der hl. Anna. Dieser begnadeten Ordensfrau gab der göttliche Heiland im Jahre 1815 neue Offenbarungen seines heiligsten Herzens nicht nur an Spanien, sondern an die ganze katholische Welt. Die Aufzeichnungen der Mutter Rafols blieben ein ganzes Jahrhundert verborgen. Am 29. Januar 1932 wurden sie von einer Schwester der Genossenschaft aufgefunden, also genau wie der göttliche Heiland der Mutter Rafols vor 100 Jahren diktierte: "Was Du jetzt schreibst, wird im Monat Januar 1932 durch eine Deiner Töchter gefunden werden."

Selbstverständlich wurden die Schriften auf ihre Echtheit geprüft. Ein Fachmann von Ruf. Msgr. Angelo Merati, Direktor des vatikanischen Archivs, gab nach eingehender Prüfung folgendes Urteil: "Mit absoluter Sicherheit und im Bewußtsein meiner Verantwortung erkläre ich, daß die mir zur Prüfung vorgelegten Schriften Autographe der Maria Rafols sind." Demzufolge erteilte der Assessor der Ritenkongregation Aloysius Traglia die Genehmigung zur Veröffentlichung. Zugleich aber hatte der Hl. Vater selbst mit tiefer Ergriffenheit in die Schriftsücke, in denen er - vor 100 Jahren schon - mit Namen genannt ist, Einblick genommen. In deutscher Sprache wurden die Verheißungen des hlst. Herzens Jesu, die sich sowohl auf die Herz-Jesu-Verehrung selbst, wie auch auf die Marien-Verehrung beziehen, im Verlag Albert Angerer, Waldsassen, veröffentlicht ("Entdeckung großer Offenbarungen des Herzens Jesu. Nachgelassene Schriften der Mutter M. Rafols. Von J. M. Höcht. 200 S. kart. 1.80, geb. 2.80 RM. Zu beziehen vom Marien-Verlag, Fürstenfeldbruck).

Wir interessieren uns hier ganz besonders für die Verheißungen, die sich auf die Verehrung der allerseligsten Jungfrau beziehen. Der Herausgeber des erwähnten deutschen Buches meint in den Offenbarungen der Mutter Rafols den Schlüssel für die Erscheinungen der Mutter Gottes in Belgien zu finden. Wir dagegen stellen nach Fühlungnahme mit maßgebenden Persönlichkeiten fest, daß die Offenbarungen sich auf die Erscheinungen der Mutter Gottes in Campinas beziehen.

Bevor wir die Aussprüche der Mutter Rafols denen der Schwester Amalia vom gegeißelten Jesus in Campinas gegenüberstellen, verweisen wir darauf, daß auch Schwester Amalia eine Spanierin ist. Sie wurde geboren in der Provinz Galicien. Mit zehn Jahren empfing sie die erste hl. Kommunion. An diesem Tage erschien ihr die Mutter Gottes das erste Mal und trug ihr auf, für eine künftige Mission und in einem weit entfernten Lande eine Opferseele zu sein. Mit 19 Jahren kam sie nach Brasilien. Sie hat die heiligen Wundmale und lebt, wie ihr Seelenführer und Bischof, der scharf prüfte und alle Vorkommnisse nach Rom berichtete, schreibt, ein vollkommenes Leben. Über die Erscheinungen, die nach den Angaben des Bischofs von Campinas der Schwester Amalia zuteil wurden, haben wir schon geschrieben; sie sind also unseren Lesern bekannt.

Der göttliche Heiland verweist mit Nachdruck die Mutter Rafols auf jene Tage, "in denen meine Kinder heftig verfolgt werden und unentschlossen und voll Sorge sein werden in den Kämpfen, in die sie der Feind verwickelt, der begierig ist, die Religion und selbst meinen Namen aus allen Winkeln der Erde zum Verschwinden zu bringen". Daran knüpft Jesus die Verheißung: "Wenn diese Epoche kommt, die offenbar im Jahre 1931 beginnen wird, will ich, daß alle meine Söhne, die Menschen, die mich soviel gekostet haben, ihre Seelen erheben und auf mich und meine hochheilige Mutter ihr ganzes Vertrauen setzen."

Ist es nicht auffallend, daß der göttliche Heiland der Schwester Amalia am 8. November 1929 erschien und die Mutter Gottes am 8. März 1930, also gewissermaßen in den Vortagen des vorausgesagten offenen Kampfbeginnes gegen die Kirche. Die Verheißungen, die der gütige Erlöser vor 100 Jahren der Mutter Rafols für die heutige Zeit in die Feder diktierte, wiederholte er fast mit denselben Worten in der Erscheinung in Campinas. In seiner Liebe zu uns Menschen geht er sogar noch weiter. Er schickt uns seine heilige Mutter, die uns dieselben Verheißungen geben muß.

Stellen wir uns das von Mutter Rafols Berichtete neben das, was uns Schwester Amalia durch den Bischof von Campinas bekanntgibt. Wir betonen ausdrücklich, daß wir unsere Angaben und Zitate Büchern und Schriften entnehmen, die die kirchliche Druckerlaubnis mehrfach erhielten:

Mutter Rafols:

"Jene, die die Bekehrung der Sünder erreichen wollen, werden sie von meinem erbarmenden Herzen erlangen, wenn sie mich durch meine hochheilige Mutter darum bitten."

Schwester Amalia:

"Wenn Du diese Gnade erlangen willst, bitte mich um der Tränen meiner Mutter willen."
"Dieser Rosenkranz dient zur Bekehrung vieler Sünder."

"Allen jenen, die durch die Fürsprache meiner heiligsten Mutter mit lebendigem Glauben und eifrigem Gebete eine Bitte an mich richten, werde ich sie gewähren." "Alles, um was die Menschen mich um der Tränen meiner Mutter willen bitten, werde ich ihnen in liebevoller Weise gewähren."
"Niemals werde ich eine Gnade verweigern, um die man mich durch die Fürsprache meiner heiligsten Mutter bitten wird." Die Mutter Gottes: "Mein Sohn... wird alle Gnaden gewähren, die um meiner Tränen willen erfleht werden."
"Meine hochheilige Mutter wird ihnen dann mitteilen, was sie zu tun haben, um meinen ewigenVater zu besänftigen und ihm eine ehrenwerte Genugtuung zu leisten." "Später wird meine liebe Mutter diesen wertvollen Schatz meiner Liebe unserem geliebten Institute übergeben als Magnet der Barmherzigkeit."
"Die Gläubigen sollen sich versammeln zu öffentlichen Gebeten und anderen Andachten mit ausgespannten Armen. Ein anderes sehr wirksames Mittel wird das Rosenkranzgebet in der Familie sein." "Die Mutter Gottes wünscht, daß man in jeder Familie und jedem Kloster es als eine Pflicht der Liebe betrachtet... um 7 Uhr abends den Tränenrosenkranz zu beten."
"Alle sollen guten Mutes sein und ihr Vertrauen nur in das Herz Jesu und die allerseligste Jungfrau setzen, die sie niemals verlassen werden, wenn sie getreulich ihre Zuflucht zu ihnen nehmen." "Wenn ich in allen Familien die Worte hören werde: "O Jesus, erhöre unsere Bitten um der Tränen Deiner heiligsten Mutter willen", wieviel Segen wird dann über die Menscheit kommen... Ich verspreche all jenen, die diesen Rosenkranz beten, daß ich meinen schützenden Mantel über sie ausbreite."

"Alle sollen großes Vertrauen haben, alles wird vorübergehen; wenn sie meinen, der Herr schlafe, er wacht ohne Unterlaß! Wenn er sagt "Genug!" dann werden alle Feinde zuschanden." (Mutter Rafols)


Wie betet man den Rosenkranz Unserer Lieben Frau von den Tränen?

Der von der Mutter Gottes der Schwester Amalia überreichte Rosenkranz besteht aus 49 kleinen weißen Perlen, die durch sieben gleichfarbige größere Perlen in sieben Gesetze eingeteilt sind, ähnlich dem Rosenkranz von den sieben Schmerzen Mariens. Ferner sind noch drei kleine Perlen und eine Medaille, nämlich die Unserer Lieben Frau von den Tränen, am Rosenkranz angebracht. Durch diese Anordnung sollen wir offenbar darauf hingewiesen werden, Maria, unsere Mutter, um ihrer Schmerzen willen, bei denen sie reichlich Tränen vergoß, zu verehren. Die Medaille Unserer Lieben Frau von den Tränen ist ein wesentlicher Bestandteil des Rosenkranzes; sie muß aber so sein, wie sie der Schwester Amalia von der Mutter Gottes am 8. April 1930 geoffenbart wurde. Diese Medaille wurde in Deutschland mit der vorgeschriebenen Umschrift in allen europäischen Sprachen angefertigt.

Es wird weder das Glaubensbekenntnis, noch das Vaterunser oder das Ave Maria gebetet. An deren Stelle verrichtet man folgende Gebete und Anrufungen.

An Stelle des Glaubensbekenntnisses betet man:

Gekreuzigter Heiland! Zu Deinen Füßen niedergeworfen, opfern wir Dir auf die Tränen jener, die Dich mit inniger, teilnehmender Liebe auf Deinem so leidensvollen Kreuzweg begleitet hat. Gib, o guter Meister, daß wir die Lehren beherzigen, die uns die Tränen Deiner heiligsten Mutter geben, damit wir Deinen heiligen Willen auf Erden so erfüllen, daß wir gewürdigt werden, Dich im Himmel die ganze Ewigkeit hindurch zu loben und zu preisen.

Statt der Vaterunser betet man:

V. O Jesus! Schaue auf die Tränen jener, die Dich auf Erden am meisten geliebt.

R. Und Dich am innigsten liebt im Himel.

Statt der Ave Maria betet man:

V. O jesus, erhöre unsere Bitten.

R. Um der Tränen Deiner heiligsten Mutter willen.

Zum Schluß wiederhole man dreimal bei den drei kleinen Perlen:

V. O jesus! Schaue auf die Tränen jener, die Dich auf Erden am meisten geliebt.

R. Und Dich am innigsten liebt im Himmel.

Nach den drei letzten Anrufen betet man das

Schlußgebet: O Maria, Mutter der Liebe,der Schmerzen und der Barmherzigkeit! Wir bitten Dich, vereinige Deine Bitten mit den unserigen, damit Jesus, Dein göttlicher Sohn, an den wir uns wenden, im Namen Deiner mütterlichen Tränen unser Flehen erhöre und uns mit den Gnaden, die wir erbitten, die Krone des ewigen Lebens gewähren möge. Amen.


Wege und Ziele

Es ist der Wille Jesu, daß die Verbreitung der Verehrung der Tränen Unserer Lieben Frau schnell vorangeht. - Innerhalb der Grenzen unserer menschlichen Klugheit werden wir also alles tun für den größeren Ruhm Unserer Lieben Frau von den Tränen. Ich selbst habe noch meine Vorbehalte, solange Schwester Amalia lebt.

Die Andacht zu Unserer Lieben Frau von den Tränen, die von der Mutter Gottes selbst verlangt wurde, ist hier schon sehr verbreitet. Tausende von Familien beten den Rosenkranz schon um 7 (19) Uhr in der Marienstunde, weil zu jener Stunde Maria allein blieb ohne Jesus, der um diese Zeit in das Grab gelegt wurde.

+ Franziskus, Bischof von Campinas.


Mariens Tränen.

Ein Bild ist mir ins Herz gegraben,
ein Bild, so zart und wundermild;
Jed' fromm Gemüt kann dran sich laben,
Es ist der Schmerzensmutter Bild.
In guten, wie in bösen Tagen
Will ich dies Bild im Herzen tragen.

O Schmerzensmutter, makelreine,
Du große Leidenskönigin!
Mit Deiner Tränen lichtem Scheine
Durchleuchte Seele, Herz und Sinn,
Daß wir uns gern im Leiden üben
Und täglich treuer Jesum lieben!

Laß Mutter Deine Tränen fließen
In jedes Herz und fromm Gemüt,
Daß überall die Opfermyrrhen sprießen,
Die Rose echter Lieb erblüht!
Einst noch im Tode das letzte Stöhnen:
Ist heißer Dank für Deine Tränen.

G. v. M.


Medaille Unserer Lieben Frau von den Tränen.

Eine neue wundertätige Medaille.

Die Medaille Unserer Lieben Frau von den Tränen wurde der stigmatisierten Schwester Amalia vom Institut der Missionarinnen vom gekreuzigten Jesus am 8. April 1930 von der Mutter Gottes in einer Erscheinung geoffenbart. Es heißt in der Offenbarung unter anderem: "Dem Triumph und dem Königreich Christi muß das Königreich Mariens, der Mutter Christi, vorangehen. Dafür wird (in den Offenbarungen) verlangt, daß besonders der Wert der Tränen der Mutter Gottes verkündet wird und man in der Hauptsache auf ihre Verdienste im Erbarmen hinweist, denn alle anderen Gnaden waren unentgeltlich gegebene Vorrechte. Vor allem sollen die Worte Jesu verkündet werden: Ich bin sanftmütig und demütig von Herzen. Die Übung der Sanftmut wird die Herzen vereinigen. Da dieses sehr schwer ist, haben wir die Hilfe Unserer Lieben Frau von den Tränen dringend nötig und so muß diese Andacht durch die ganze Welt dringen. Die Sanftmütigen (Friedfertigen) werden mittels der Andacht zu den Tränen und mittels der Liebe Mariens die Herzen besitzen (possidebunt terram). Sie werden das Reich Mariens, das dem Reich Jesu Christi vorangehen muß, errichten.

Wenn die Medaille Unserer Lieben Frau von den Tränen zunächst den eben angeführten Zweck hat, so dient sie aber in besonderer Weise zur Bekehrung der Gottlosen, Ketzer, Freigeister, Kommunisten und - wie der Tränenrosenkranz - der vom Teufel Besessenen. Die geistigen und zeitlichen Gnaden, die durch den Glauben an diese barmherzige Medaille des Missionarinnen-Institutes vom gekreuzigten Jesus bis jetzt bekannt wurden, sind so zahlreich, daß wir dringend empfehlen, alle Gläubigen mögen sie tragen.

Außer den vielen Gnaden, die ihr anhaften, ist sie, den Geist der Missionarinnen gleichsam zusammenfassend, eine wahrhafte Missionarin, die Sanftmut und Demut predigt, zwei Tugenden, die im Bilde des gefesselten Jesus versinnbildet sind, Tugenden, die mehr denn je notwendig sind in der Familie sowohl wie in der Gesellschaft und bei den Völkern, die alle heute so unglücklich seufzen unter der Herrschaft der Selbstsucht, der Zwietracht und des Hasses.

Auf daß die Sanftmut des Herzens in der Welt triumphiere, trägt die Medaille das Bild Unserer Lieben Frau von den Tränen, damit diese als erste Missionarin mit den Verdiensten ihrer Schmerzen und Peinen und ihrer Tränen für uns bitte und alle Herzen sanft und demütig mache, so wie das Herz ihres göttlichen Sohnes ist.

Die Medaille trägt, wie schon angedeutet, auf der einen Seite das Bild des gefesselten Jesus mit der Umschrift: "Durch Deine göttliche Sanftmut, o gefesselter Jesus, bewahre die Welt vor der ihr drohenden Verirrung!" Auf der anderen Seite ist das Bild Unserer Lieben Frau von den Tränen mit der Umschrift: "Schmerzhafte Mutter, Deine Tränen zerstören die Herrschaft der Hölle!" Diese beiden Anrufungen sollen die Träger der Medaille täglich wenigstens einmal verrichten. - Gar viele Gottlose und Ketzer, von denen mneschlich eine Bekehrung nicht hätte erwartet werden können, kehrten schon in kurzer Zeit reumütig zur Kirche zurück. Die übrigen zeitlichen und geistigen Gnaden, die gemeldet wurden, können nicht alle veröffentlicht werden, weil es deren sehr viele sind. Man versteht also, daß in kurzer Zeit viele hunderttausende Medaillen von den Gläubigen gefordert wurden. - Empfangene Gnadenerweise melde man dem Institut vom gekreuzigten Jesus in Campinas durch die Schriftleitung des "Echo" in Gauting bei München.

+ Franziskus, Bischof von Campinas.


(Fortsetzung folgt)


Transkription P.O. Schenker, © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell