Aus dem Immaculata-Archiv:


St. Iddaburg

Wallfahrtsort zur heiligen Idda

Einst und Jetzt

Verfaßt von

Anton Restle, Pfarrer,

weiland Wallfahrtspriester.

Zweite Auflage.

1908
Verlag von Joh. Kilian Bächtiger, Wallfahrtspriester
auf St. Iddaburg ob Gähwil.


"Ein Weib, das den Herrn fürchtet,
das wird gelobt werden."

Sprichw. S. 31,30.

Es strömen das Jahr über, besonders in den Sommermonaten, hunderte von Pilgern, Ausflüglern und Touristen auf die Iddaburg, teils um zu beten oder sonst für ihr Seelenheil zu sorgen, teils um die herrliche Aussicht zu genießen, oder auch, um einen geschichtlich denkwürdigen Ort zu besuchen. Viele von ihnen wissen aber von der Iddaburg, auch Iddaberg, oder von dem alten eigentlichen Namen "Toggenburg" nicht viel mehr, als was sie sehen. Sie haben aber gewiß Freude daran, von diesem zweifach berühmten Orte wenigstens das Wichtigste zu erfahren. Durch diese Blätter sollen sie Gelegenheit hiezu haben.


I. Die alte Toggenburg.

Die alte Toggenburg war da erbaut, wo jetzt das Pilgerhaus oder die Herberge steht, auf dem höchsten und breitesten Teile des aus Nagelfluh und Leber bestehenden und auf allen Seiten steil abfallenden, aber immer noch bewaldeten Felsens. Das Plateau mißt auf der westlichen Seite, da wo die Burg stand, nicht mehr als 85 Schritte, es verjüngt sich aber auf 50 Schritte zu 38, und nochmals nach 60 Schritten zu 12 bis 10 Schritte. Der ganze ebene Rücken der Höhe beträgt beiläufig 200 Schritte in die Länge. Die letzte Zugbrücke befand sich da, wo jetzt die Kapelle steht. Hundertundfünfzig Schritte östlich war ebenfalls eine solche und oberhalb stand ein Wachtturm, dessen Grundmauern jetzt noch vorhanden sind. Der Rücken des Felsens zieht sich von West nach Ost, liegt 971 Meter über Meer und ist weiter abwärts gegen Osten an manchen Stellen so schmal, daß neben den Felszacken noch knapp ein Sträßchen Platz findet. Da der Felsen von Leber durchzogen ist, findet sich in geringer Tiefe schon hinlänglich Wasser. Von der alten Toggenburg ist nur noch ein etliche Kubikmeter großes, herabgestürztes Mauerstück übrig und an zwei Stellen Grundmauern von Wachttürmen. Der größere Teil der Mauern stürzte ohne Zweifel den Berg hinab in die Tiefe und der noch übrige Teil wurde zum Baue der Kirche in dem eine halbe Stunde im Tale gelegenen Dorfe Gähwil, im vorigen Jahrhundert, und dann in den letzten sechziger Jahren zum Baue des Priesterhauses und der Herberge daselbst verwendet.

Abt Joachim aus dem Kloster Fischingen hat im Jahre 1560 ein Büchlein über die Toggenburg und die heilige Idda geschrieben. Er sagt, daß er dessen geschichtlichen Inhalt aus dem, vom Dekan des Klosters Einsiedeln, Pater Albrecht von Bonnstetten im Jahre 1481 aus verblichener, deutscher Sprache ins Lateinische, und fünf Jahe später ins Deutsche übertragenen, und dem Kloster Magdenau gewidmeten Buche über die heilige Idda geschöpft habe. Wenn die angeführte Schrift über die heilige Idda schon im Jahre 1481 eine verblichene war, so reicht ihr Ursprung wohl nahe an die heilige Idda selbst heran; denn diese habe im Jahre 1179 an den Grafen von Toggenburg sich verehelicht und lebte jedenfalls noch weit in das 12. Jahrhundert hinein. Außerdem habe Abt Joachim aus dem "Leben der heiligen Idda von dem gottseligen Pater Petrus Canisius", der 104 Jahre nach Pater Albrecht von Bonnstetten schrieb, und andern geschöpft und ebenso aus den alten Schriften des Klosters, in welchem die heilige Idda selbst später gelebt hat.

Mögen nun neuere Schriftsteller und Geschichtsschreiber das, was von der heiligen Idda gesagt wird, immerhin anzweifeln, sie haben für ihre Zweifel keine so starke und alte Beweise als die Schriftsteller über die heilige Idda für die Wahrheit dessen haben, was sie von ihr schreiben. Auch bürgt der Name des Pater Albrecht von Bonnstetten hinlänglich für die Wahrheit dessen, was er schreibt.

Zudem bekräftigen die Würde, die Autorität und der große Ruhm des seligen Pater Petrus Canisius, was dieser über den Wohnort, das Leben, Leiden und Wirken, über die Tugendhaftigkeit und Verehrung der heiligen Idda der Nachwelt hinterlassen hat.

Was sodann die Grafschaft Toggenburg anbetrifft, so sagt Abt Joachim: Es existiere eine alte, gedruckte schwäbische Chronik, aus welcher er geschöpft habe.

Aus diesem Büchlein nun von Abt Joachim, geschrieben im Jahre 1660, welcher so alte und zuverlässige Quellen zur Hand hatte, ist der nachfolgende geschichtliche Inhalt über die Toggenburg und die heilige Idda entnommen.

Um das Jahr 170 nach Christi Geburt soll ein vornehmer, christlicher Römer, namens Curius, der Christenverfolgungen wegen samt seinem Gesinde aus Rom und Italien entflohen und zuerst ins Bündnerland gekommen sein. Später sei er an den Ort gekommen, der jetzt Iddaburg heißt, und habe daselbst eine Behausung oder Burg gebaut, die er seiner Gemahlin zu Ehren, welche Dokha hieß, Toggenburg benannte. Seine Nachkommen oder Nachfolger erhielten den Titel Grafen von Toggenburg natürlich erst später in der Kaiserzeit. Ohne Zweifel haben sie sich im Heerbanne der Kaiser durch ihre Tapferkeit oder durch Brauchbarkeit in Reichsgeschäften ausgezeichnet.

Die Burg muß außerordentlich fest und wegen ihrer Lage als uneinnehmbar gegolten haben und dennoch wurde sie schon im Jahre 1289 zerstört und nicht mehr aufgebaut. Die Toggenburg ging in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts unter dem mächtigsten, aber auch rohesten Grafen Diethelm III., dem Brudermörder, kriegsrechtlich in den Besitz der Äbte von St. Gallen über. Im Jahre 1289 bekriegte Kaiser Rudolf den damaligen Abt von St. Gallen, Wilhelm von Montfort, und nahm ihm alle Besitzungen weg. Abt Wilhelm hatte sich auf der alten, uneinnehmbaren Toggenburg festgesetzt. Allein er wurde nach und nach von den Seinigen verlassen, er selbst floh und so wurde die Burg von den Kaiserlichen ohne Schwertstreich genommen und verbrannt und nie mehr aufgebaut. Der Geschichtsschreiber Pater Ildephons von Arx schreibt hierüber folgendes:

"An die unbezwingliche alte Toggenburg, in welcher Wilhelm saß, wagten sich die Feinde nicht; die habsburgischen Beamten hofften, dieselbe auf einem leichtern Wege, nämlich durch Überredung oder Bestechung zu bekommen. Sie stellten darum dem Abte vor, wie er sich leicht durch seine Abdankung aus seiner Verlegenheit ziehen könnte, und versprachen ihm, wenn er es tun würde, vieles dafür; aber Wilhelm schluges aus, und beteuerte hoch, daß die Weise, wie ihn der Kaiser behandle, wider Gott, wider Ehre und wider Recht wäre. Sie wandten sich darauf an die Edelleute, welche mit dem Abte im Schlosse lagen und verführten selbe leicht, weil sie schon lange aus der Reichsacht und in den Besitz ihrer Güter zu kommen gewünscht hatten. Da es ihnen aber wegen der Anhänglichkeit, welche die unadeligen Knechte gegen den Abt trugen, nicht würde möglich gewesen sein, den Habsburgern das Schloß zu übergeben, fingen sie geflissentlich bald mit diesem, bald mit jenem Streit an, so daß einer nach dem andern aus Verdruß das Schloß verließ, und sie so die stärkern wurden. Als sie dieses zuwegen gebracht hatten, erklärten sie dem Abte mit dürren Worten, daß, wenn er die Burg nicht geschwind verließe, er nicht wissen möchte, wann er würde ergriffen werden. Wilhelm so verraten, verließ in derselben Nacht, im Jahre 1289, das Schloß, nur von seinem Kämmerer Heinrich von Güttlingen, und einem Bedienten begleitet, begab sich nach Au, bei Grießenberg an der Thur, und von dort nach Sigmaringen in Schwaben, in das Schloß seines Bruders Heinrich. Als er aber da nicht sicher war, floh er zu seinem andern Bruder nach Bregenz; und da auch diese wegen ihm vom Kaiser bedroht wurde, räumte ihm sein dritter Bruder Heinrich das Schloß Aspermont in Bündten (Graubünden) als einen Zufluchtsort ein. Die Einnahme der alten Toggenburg sah man damals als eine sehr wichtige Eroberung an, die man in Chroniken zum Ruhme des kaiserlichen Prinzen Rudolf anmerken mußte; sie ward aber dessenungeachtet verbrannt."

Die Grafen von Toggenburg wohnten längst in anderen Schlössern, in Lütisburg, Neutoggenburg, Renggenswil etc., ihre Besitzungen waren ja groß.

II. Die Grafen von Toggenburg.

Ohne Zweifel war die Toggenburg schon von Anfang an, also seit Ende des zweiten Jahrhunderts, stetsfort bewohnt, wenngleich ihre Besitzer noch kein berühmtes Geschlecht stellten, so daß es in der Geschichte einen Namen hatte. Aus diesem Grunde kann es nicht weiter, als bis gegen Ende des elften Jahrhunderts verfolgt werden und auch hier finden sich nur spärliche Nachrichten.

1. Die ersten Namen begegnen uns in Volkhard und Diethelm. Die Reichenauer Chronik erzählt, daß Volkhard im Jahre 1081 auf der Burg Bernegg von den Soldaten Abt Ulrichs III. zu St. Gallen sei erschlagen worden. Im Jahre 1083 wollte sein Bruder Diethelm mit Hilfe des Abtes Ekhard von Reichenau sich rächen. Allein er vermochte es nicht; vielmehr wurde ihm Neutoggenburg bei Lichtensteig abgenommen und verbrannt. Auch in der fürstlichen Abtei St. Gallen finden sich die Namen dieser zwei Brüder.

2. Theodolinus und Diethelm I., regierten um 1120.

3. Graf Albrecht, um das Jahr 1160, befand sich 1165 bei einem Turnier in Zürich.

4. Wernherr, Sohn Albrechts, war Abt zu Einsiedeln von 1171 bis 1190.

5. Heinrich der Vielumstrittene, Gemahl der heiligen Idda, habe sich im Jahre 1179 bei einem Turnier in Köln befunden und in eben diesem Jahre dei heilige Idda heimgeführt.

6. Diethelm II., der ältere, habe das Johanniterhaus zu Buebikon gestiftet. Er starb 1207 und wurde dortselbst begraben.

7. Friedrich I. und Diethelm III., der jüngere. Sie waren ungleiche Söhne von Diethelm II. Friedrich war sehr gut und bereitete seinen Eltern viele Freuden. Er war noch unverheiratet. Diethelm hatte eine Frau aus Neuenburg und viele Kinder. Er war der Schrecken seiner Eltern, legte seinen eigenen Vater in Ketten und schoß auf seine Mutter einen Pfeil ab. Friedrich war der Besitzer von Wil und der Toggenburg. Diethelm hätte lieber alles allein besessen, obgleich seine Besitzungen schon sehr ausgedehnt waren. Er beschloß deshalb auf Anstiften seiner Frau, seinen Bruder Friedrich aus dem Wege zu räumen. Er lud ihn listiger Weise zu sich nach Renggerswil, woselbst er ihn durch seinen Diener ermorden ließ. Er kam in den Bann und in die Reichsacht. Toggenburg und Wil schenkte sein Vater dem Kloster St. Gallen. Zu Gericht gezogen, verübte er den einen Eid- und Treubruch um den andern gegen den Kaiser und seine Standesgenossen, wurde aber auch allgemein verabscheut. Conrad von Bußnang, der nächste Abt zu St. Gallen, nahm sich des alten Vaters kräftig an, und schützte ihn auf jegliche Art gegen die Vergewaltigung seines Sohnes. Diethelm II. starb vor Gram und ebenso seine Gemahlin Gutha.

Diethelm III. soll, vielleicht zur Buße, das Ritterhaus Tobel gegründet haben.

8. Wilhelm I. und Friedrich II., Hermann oder Hartmann und Krasto, Söhne von Diethelm III. Der Graf Krasto hat aus Rache den Abt von St. Gallen bekriegt. Er war der erste Advokat aus dem Hause Toggenburg. Er wurde 1270 von einem reisigen Knechte, dessen Bruder vorher aufgehängt worden war, aus einem Hinterhalt erstochen. Dieser Graf hatte fast alles Holz zu dem Augustinerkloster in Zürich geschenkt.

Sein Bruder Hartmann nahm 1239 dem Abte Walter von St. Gallen Wil ab, und führte auch Krieg wider Abt Berchtold, 1244.

Friedrich war besonders mit König Rudolf befreundet.

9. Friedrich III. und Diethelm IV. um 1283. Sie waren Brüder, beide Söhne von Krasto. Friedrich hat im Jahre 1277 dem Kloster Magdenau einen Hof zu Hemberg vergabt und Diethelm war der zweite Advokat des Klosters Fischingen aus dem Toggenburgischen Grafengeschlechte.

10. Ege (Eglon oder Egilmus) diente als Hauptmann unter dem ersten österreichischen Herzog gegen die Zürcher.

11. Wernherr und Eglin (Eggli, Eglolfus), dieser war Hauptmann bei den Zürchern in der Schlacht bei Winterthur, 1292.

12. Freidrich IV. um 1300. Da Wil zerstört wurde, hielt er zu König Rudolf. Sein Bruder Krasto war Probst am Großmünster in Zürich und Domherr zu Konstanz. Er kaufte mit seinem Bruder Diethelm V. das Schloß und die Vogtei Wildenhaus von den Freiherren von Sax. Seine Gemahlin, eine Freifrau von Vaz, schenkte ihm zwei Söhne, Donat und Diethelm.

Ein anderer Graf Friedrich, ebenfalls Domherr von Konstanz, machte mit dem obengenannten Grafen Krasto mehrere Schenkungen an das Kloster Magdenau um 1330. Dieser Letztere, Probst in Zürich, spendete für sein und seiner Vorfahren Seelenheil ebendaselbst 20 Mark Silber und einen Hof zu Niederuzwil; ebenso stiftete er daselbst 1337 eine Pfrund, damit die Klosterfrauen täglich eine heilige Messe anhören könnten.

13. Diethelm VI. Er war Zürcherhauptmann, wurde in einer Schlacht gefangen und in Rapperswil 1337 getötet.

14. Im Jahre 1350 wurde ein Graf von Toggenburg, dessen Name unbekannt ist, in Zürich bei einem Tumult am St. Mathisenabend von einem Fischer im See ertränkt.

15. Donat I. und Diethelm VII., Söhne von Friedrich IV. (Siehe 12.) Sie kauften von den Edlen von Straßburg die Feste Spiegelberg 1376. Erzherzog Leopold von Österreich hat ihnen anno 1384 die Stadt Winterthur samt der Grafschaft Kyburg, hernach anno 1386 auch die Stadt Bülach versetzt. Sie mußten demnach sehr reich sein. Im gleichen Jahre stifteten sie das Gotteshaus Sankt Anton zu Uznach und bestimmten, daß sie allda begraben werden. Graf Donat war auch Herr im Prätigau und Davos. Er ließ im Jahre 1383 am Mittwoch nach St. Mathisen unter der Linde zu Fischingen durch seinen tanneggischen Amtmann Gericht halten. Desgleichen anno 1389 zu Wil. Auch die Gräfin Kunigunde von Montfort, Gräfin zu Toggenburg, ließ 1409 durch Konrad Großmann am Dienstag nach St. Hilari eine Gerichtssitzung abhalten.

16. Donat II. wurde 1386 zu Sempach erschlagen.

17. Donat III. und Friedrich V., Söhne von Donat I. Sie sind die letzten Grafen von Toggenburg. Abt Kuno von St. Gallen schloß mit ihnen ein Büdnis. Graf Donat starb 1400 kinderlos. Sein Bruder Friedrich starb 1436 ebenfalls ohne Kinder und liegt zu Rüti im Kloster begraben. Er hat die Grafschaft dem Freiherrn Petermann von Rarona hinterlassen.

Noch sind einige Grafen von Toggenburg zu nennen, deren Lebensjahre aber nicht können angegeben werden.

18. Berchtold, Rudolf und Friedrich waren Brüder. Sie haben dem Gotteshaus St.Johann Schenkungen gemacht, so z.B. in der Breitenau (Stein). Eben dasselbe tat Graf Thomas.

19. Im Fischinger Totenbuch findet sich folgendes: "9. April starb Rudolf von Toggenburg ein Kind." 18. November: "Es ist verschieden die Edelfraw Wiltburg von Toggenburg, Stifterin der Kirchen in der Awe (Au)." Weil aber die Kirche in der Au 1179, also zur Zeit der heilige Idda schon da gewesen ist, so folgt, daß diese Gräfin vor der heiligen Idda gelebt hat.

Was nun den Freiherrn Petermann von Rarona (Wallis), den Erben der toggenburgischen Grafschaft anbetrifft, so hatte er wenig Frieden. Er muß aber ein streitbarer Mann gewesen sein; denn er obsiegte. Im Jahre 1446, im alten Zürcherkriege, haben Graf Jakob von Lützelstein, Graf Ludwig von Helfenstein, Hans von Rechberg etc., damals Kaiser Friedrichs III. Hauptleute über die Besatzung von Zürich, die Grafschaft Toggenburg anrennen wollen. Allein der Freiherr Petermann und die toggenburgischen Landleute haben sie zu Kirchberg, 5 Viertelstunden von der Toggenburg, überfallen und viele vom Adel und den Soldaten erschlagen. Abt Joachim ist der Ansicht, daß Kirchberg (im heutigen Bezirk Alttoggenburg) seinen Namen durch die heilige Idda erhalten habe, weil sie eine geborene Gräfin von Kirchberg bei Ulm war, -- was wohl der Fall sein wird.

Freiherr Petermann hatte die Grafschaft 30 Jahre inne. Nach ihm ging dieselbe mit allen Besitzungen an das Kloster St. Gallen über, im Jahre 1468 um St. Thomas oder am 2. Juli anno 1469.

Soweit erzählt uns Abt Joachim von Fischingen die Geschichte der Toggenburger Grafen.

Es ist sicher, daß dieselbe und die Taten dieser Grafen ein großes Buch ausmachten, wenn sie aufgezeichnet worden wären; allein in damaliger Zeit waren die Geschichtsschreiber und Chronisten seltener in deutschen Gauen und manches Aufgezeichnete und viele Urkunden gingen in den fortwährenden Fehden und in den vielen Bränden verloren, so daß das Gschichtsmaterial einzelner Geschlechter sehr sparsam ist. Ihre Geschichte muß fast nur aus Schlüssen, Mutmaßungen und Sagen zusammengesetzt werden. Daher kommt es, daß manche Geschichtswerke nicht zusammenstimmen. So scheint es, daß die Geschichtsforscher von Graf Heinrich von Toggenburg, dem Gemahle der heiligen Idda nichts fanden, und darum können sie nicht an seine Existenz glauben. Nach von Arx aber soll sein Name im Turnierbuche von Köln stehen im Jahre 1179 und das wäre eben das Jahr der Verehelichung mit der heiligen Idda.

Unter dem Volke jedoch besteht seit vielen Jahrhunderten der lebhafte Glaube an all das, was von der heiligen Idda gesagt wird. Väter und Mütter haben ihren Kindern und Enkeln den Ort immer gezeigt, wo die heilige Idda in die Tiefe gestürzt wurde, den Ort, wo sie nachher in der Einsamkeit gelebt und das Grab, wo sie geruht. Die Iddabruderschaft, die seit 1580 besteht, das Kloster Fischingen, die bischöfliche Curie zu Konstanz, viele Klöster und endlich Rom, das im Jahre 1724 die feierlicheVerehrung der heiligen Idda nach peinlich gewalteter Untersuchung gestattete -- das alles sind uns hinlängliche Beweise von der Wahrheit dessen, was von der heiligen Idda gesagt wird, wenigstens der Hauptsache nach. Auch die Bolandisten halten fest an der Existenz der heiligen Idda von Toggenburg.

III. Die Genealogie der Grafen von Kirchberg.

Die Grafen von Kirchberg hatten ihren Sitz zu Kirchberg, in der Nähe der Reichshauptstadt Ulm. Zu ihrer Herrschaft gehörte Dietenheim, Wertingen, Bellenberg etc. Aus diesem Geschlechte stammt die heilige Idda.

1. Adam, Graf zu Kirchberg lebte um 941. Er befand sich in eben diesem Jahre an einem Turniere in Rotenburg an der Tauber.

2. Emprecht, ein Graf zu Kirchberg, befand sich im Jahre 1019 bei einem Turniere zu Trier.

3. Otto I. und Hartmann I. lebten um das Jahr 1130.

4. Wilhelm I. und Hermann, Brüder. Wilhelm war im Jahre 1164 bei einem Turniere zu Zürich.

5. Otto II. und Hartmann II., ebenfalls Brüder, lebten um 1171. Diese beiden haben 1089 oder 1099 das Kloster Wiblingen gestiftet. Sie mußten es aber in ihrer frühesten Jugend getan haben und dazu sehr alt geworden sein.

6. St. Idda, Gräfin zu Kirchberg, hat den Grafen Hartmann entweder zum Vater oder Wilhelm I. zum Großvater oder Ahnherrn gehabt. Sie wurde dem Grafen Heinrich von Toggenburg im Jahre 1179 angetraut. Sie mag damals um 20 Jahre ihres Alters gewesen und somit um das Jahr 1159 geboren worden sein.

Hieher gehört auch Graf Wilhelm von Kirchberg, Wilhelm I. Enkel und St.Iddas Brudersohn, welcher um 1180 im Kloster zu Wiblingen ein gar gottseliges und heiliges Leben geführt hat.

7. Cadalocus um 1195.

8. Wilhelm II. um 1120.

9. Wilhelm III., des vorhergehenden Sohn um 1310. 1311 wohnte er einem Turniere in Ravensburg an.

10. Wilhelm IV. um 1374. Er war bei einem Turniere in Eßlingen am Nekar. Seine Gemahlin war die Herzogin Agnes von der Teck.

11. Seine Söhne Conrad I. und Eberhard I. Dieser wurde 1406 zum Bischof von Augsburg gewählt.

12. Philipp I. Er war anno 1392 bei einem Turniere in Schaffhausen, ebenso soll er 1408 bei einem Turniere in Heilbronn gewesen sein.

13. Conrad II. und Eberhard II. Söhne von Conrad I. Sie sollen nach Münsterus um 1436 gelebt und einem Turniere in Stuttgart beigewohnt haben.

14. Wilhelm V., der Sohn Conrad II. und einer Gräfin von Fürstenberg. Weil aber bei einem Turniere in Würzburg 1479 Grafen von Kirchberg sich befanden, deren Taufnamen aber fehlen, wird angenommen, daß Wilhelm V. dabei gewesen.

15. Johann und Philipp II., Söhne von Eberhard II. und eine Gräfin von Wertheim. Sie sind die letzten Grafen von Kirchberg. Von Graf Johann weiß unser Gewährsmann nichts zu sagen. Graf Philipp war anno 1481 bei einem Turniere zu Heidelberg am Nekar. Auch Graf Wilhelm, wohl V., war bei diesem Turniere.

Nach Petrus Canisius starb der letzte Kirchbergische Graf Philipp im Jahre 1510, und wurde im Gotteshause zu Wiblingen, allwo die Grafen von Kirchberg ihre Begräbnisstätte hatten, mit Schild und Helm bestattet. Abt Joachim schreibt: "Die Erzehlung von der gräflichen Kirchbergischen Genealogie, welcher wir aus Münstero und andern viel haben zusetzen müssen, beschließt: -- Lazius lib. 8, fol. 151 -- also: Dies hochadelige Geschlecht ist sehr berühmt durch Iddam, eines Grafen von Toggenburg Gemahlin, die wegen Heiligkeit des Lebens und der geschehenen Wunderwerk in die Zahl der Heiligen gesetzt worden."

Die Kirchbergische Herrschaft ging unter Karl V. und Ferdinand I. an die Fuggersche Familie über.

 

IV. Die heilige Idda, Gräfin von Toggenburg.

1. Ihre Jugend.

Die heilige Idda stammt aus dem adeligen Geschlechte der Grafen von Kirchberg bei Ulm in Schwaben. Aus ihrer Jugend ist nichts bekannt, aber man darf mit Sicherheit annehmen, daß sie brave, fromme Eltern hatte und daß sie eine ihrem Stande gemäße und durchaus christliche Erziehung genoß, und daß diese Erziehung die herrlichsten Früchte an ihr zeitigten.

Brave christliche Eltern haben und gut erzogen werden, ist für Kinder ein Glück, das sie nie genug schätzen können und ist ein Werk, das nur im Himmel kann belohnt werden. Aber auch die Erde hat ihre Früchte davon, wenn nichts wäre als das gute Beispiel.

Unter diesen günstigen Umständen wuchs und blühte Idda heran zu einer Jungfrau, die einen Mann beglücken konnte; blühend und duftend in ihrer körperlichen Schönheit und an ihrem Geiste, schön wie eine aufgehende Rose; unschuldig, bescheiden und tugendhaft an ihrer Seele, wie eine Jungfrau, die den Weg zur Heiligkeit schon betreten hat.

2. Die Vermählung der heiligen Idda.

Im Mittelalter waren die adeligen Herren sehr kriegstüchtig und kriegslustig. Sie waren die Herren des Heerwesens, sie führten den größern Herren, den Königen und dem Kaiser ihre Fähnlein, Ritter, Reiter, Knappen und Leibeigene zu, zum großen Heere. Sie lagen aber auch häufig einzeln einander gegenüber in Fehde. Die heute noch übrigen Burgruinen beweisen uns, daß jeder es auf seine eigene Sicherheit abgesehen hatte und daß es damals viel mehr adelige Herren gab als heute.

Weil sie nun so kampflustig waren und doch nicht immer im Kriege lagen, so hatten sie das Bedürfnis, auch außer der Kriegszeit zu kämpfen. Sie verantstalteten deshalb an größeren Plätzen, hauptsächlich in Städten, Kampfspiele, in welchen einzelne und bisweilen auch in Scharen mit stumpfen Lanzen und Schwertern, meist zu Pferde, später auch zu Fuß, gekämpft wurde. Da diese Waffenspiele oft tötlichen Ausgang hatten, kämpfte die Kirche stets dagegen. Sie wurden aber erst im 15. Jahrhundert harmloser und im Jahre 1559 ganz verboten, als der französische König Heinrich an einer Wunde starb, die er bei einem Turnier erhalten hatte.

Diese Turniere waren für die Ritter, ihre Angehörigen und das Volk glänzende Feste. Die Ritter erschienen zahlreich in ihren blankesten Rüstungen, vom Fuß bis über den Kopf in glänzenden Stahl gehüllt, auf den Helmen wehten farbige Federbusche. Die Edelfräulein sahen dem Spiele von einer eigenen Tribüne aus zu und teilten am Schlusse die Preise aus.

Ein solches Turnier wurde auch im Jahre 1179 in Köln gehalten, welchem Graf Heinrich von Toggenburg beiwohnte. Wahrscheinlich hat er sich im Kampfe ausgezeichnet und einen Preis erhalten, und die liebenswürdige Idda, Gräfin von Kirchberg, hat ihm denselben überreicht. Bei dieser Gelegenheit machte sie einen überwältigenden Eindruck auf ihn, daß er um ihre Hand anhielt und nachdem er sie erhalten, sich mit ihr verlobte und sie noch im gleichen Jahre als sein teures Weib heimführte.

Es läßt sich leicht denken, daß die Hochzeit in glänzendster Weise gefeiert wurde. Eine große Zahl Ritter, Edelfrauen und Edelfräulein nahmen an ihr Teil.

Ein stattlicher Zug von Rittern, Knappen und Dienern zog durch den Rabensteinerwald hinauf zur alten Toggenburg, der Uneinnehmbaren. Das Horn des Wächters auf dem Turme verkündigte in freudigen Tönen weit hinaus nach allen Windrichtungen, daß der Hochzeitszug des Schloßherrn nahe und die Toggenburg wieder eine Herrin habe, und eine der lieblichsten, schönsten und besten. Die Zugbrücken fielen rasselnd nieder und Herr und Dame samt Gästen zogen auf schnaubenden Rossen jauchzend ein in die feste Burg, die nie ein feindlicher Fuß betreten. Und der Burgherr führte seine junge Frau hinauf in den Rittersaal. Ihnen folgten die Gäste.

Nachdem man sich bequem gemacht und einen Imbiß genommen hatte, begleitete der Graf seine Gemahlin und die Gäste auf die Zinne des Hauses. Und was suchte da Idda zuerst? Die Heimat, die teure! Ihr Auge schweifte hinüber zu jener glänzenden Fläche im Nordosten, über den Bodensee und hinaus bis in die Nähe ihrer geliebten Heimat. Eine Träne entschwand ihren Augen; sie galt ihren Lieben und ihrer frohen Jugendzeit. Vielleicht preßte eine dunkle Ahnung ihr Herz, als sie hinabsah in die schwindelnde Tiefe des Rabensteines.

Aber der Graf war eifrig bemüht, ihre Gemütsbewegung zu verscheuchen. Er zeigte ihr und den Gästen die ganze Herrlichkeit, die hier oben zu schauen ist. Zuerst seine Besitzungen, Schlösser und Höfe in der Umgebung der Toggenburg bis Wil und darüber hinaus, das Kloster St. Gallen und das von Fischingen, im lieblichen Tale zu Füßen der Toggenburg gelegen. Bei diesem letzteren Anblicke glitt ein heiteres Lächeln über ihr Antlitz und ihr Auge haftete länger daselbst, gleich als hätte es einen angenehmen Ruhepunkt gefunden. Wie oft mag sie in den kommenden Jahren sinnend und vielleicht ahnend hinabgeschaut haben, auf diese ihre einstige Heimat, wo sie ganz in Gott leben sollte. Aber welche Berge von Bitterkeit und Schwierigkeiten hatte sie bis dorthin zu übersteigen.

Aber ihr Gemahl war unermüdlich im Erklären und sie mußte ihm folgen. Er wies auf die Täler und Tälchen, die er auf der Jagd durchziehe -- auf die Hügel des Toggenburges -- weiter hinaus auf Alpstein mit dem Säntis, Kamor und Hohenkasten, den Fähndrich, Gäbris und Kronberg, auf die Kurfirsten, die Vorarlberge, bis zum Hochvogel, des St. Galler Oberlandes, auf die schnee- und eisbedeckten Berge von Glarus (Vrenelis Gärtli), Schwyz, Uri und Unterwalden, auf die Firnen des Berner-Oberlandes mit Eiger, Mönch, Jungfrau, den Schreck- und Wetterhörnern etc. und dann hinaus in die Ebene Basel zu und auf den Schwarzwald, mit seinen Tannenhöhen und unzähligen Dörfern. Und dort aus der Rheinebene erheben Hohentwil und Hohenkrähen ihre dunklen Häupter. Fast konnte der Graf im Erklären kein Ende finden.

Entzückt von diesem Anblicke und fast übersättigt, kehrte man in den Burgsaal zurück, nachdem Idda nochmals einen sehnsüchtigen Blick nach ihrer Heimat und hinab auf das fromme Fischinger-Kloster geworfen hatte.

3. Beginn der trüben Tage.

Idda und Graf Heinrich lebten in den glücklichsten Verhältnissen, in wahrer, treuer, ehelicher Liebe. Wie lange, das wissen wir nicht, aber nehmen wir an, einige Jahre.

Der Graf hatte einen welschen Kammerdiener, der sich seiner besondern Gunst erfreute. Er war aber eine falsche Natter. In glücklichen Umständen wachen die Leidenschaften des Menschen am meisten auf. Die Mächte der Hölle bedienen sich derselben, ihre Siege zu feiern. Bei schwachen und gebetslosen Menschen gelingt es ihnen, wenn nicht Gott in seiner unendlichen Erbarmung eingreift, dieselben so zum Falle zu bringen, daß sie im Sturze auch andere mitreißen. Darum haben Heilige so oft um Leiden gebetet und sie wurden wahrlich mit solchen gesegnet.

Die Schönheit und Liebenswürdigkeit der heiligen Idda machte einen solchen Eindruck auf diesen Menschen, daß in seinem Herzen eine unordentliche Liebe zur Gräfin aufkeimte und der Teufel, der Freund alles Bösen und der Feind alles Guten, fachte diese Glut zur auflodernden Flamme an. Der wohllüstige Mensch hat wohl die Leutseligkeit, Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit der Gräfin mißdeutet, wie es ja verdorbene Menschen zu tun pflegen. Sobald sie aber seine Absicht erkannte, da stand sie in heiliger Waffenrüstung mit männlichem Mute auf dem Kampfplatze. Ihr Kampf war kurz, der Sieg aber entscheidend. Weiche von mir, Satan, war ihr Losungswort.

Sie hätte diesen schlechten Diener bei ihrem Gemahl anklagen können, aber ihre schonende Liebe ließ das nicht zu. Sie dachte an Besserung des Bösewichts und betete. Allein, wie es bei solchen Menschen geht; seine unordentliche Liebe ging in Haß über, er sann auf Rache, und hoffte Gelegenheit zu finden, seine Herrin bei ihrem Gemahl, bei dem er, wohl seiner Schmeicheleien wegen, soviel galt, in Ungnade bringen zu können. Wieder ein Gedanke der Hölle im Bündnisse mit menschlicher Leidenschaft.

4. Idda in großer Verlegenheit.

Dieser Feind, so gründlich aufs Haupt geschlagen, hat die Ausführung seiner Pläne nicht aufgeschoben, denn die nicht beherrschte Leidenschaft ist ungestüm und macht blind. Wenn der Graf keine Menschenkenntnisse besaß -- und er besaß sie nicht, sonst hätte er diesen falschen Menschen durchschaut, und nicht offene Augen, und er hatte sie nicht offen, sonst hätte er diese Schlange beobachten können -- dann ist es seinem größten Feinde gelungen, das Herz eines sonst edlen Grafen zu verbittern, und es von dem Herzen sogar abzubringen, das ihm so ganz zugetan war. Die heilige Idda konnte ihrem Gemahle gegenüber mit der heiligen Elisabetha, Landgräfin von Thüringen, die zur gleichen Zeit gelebt, auch sagen: "Nichts habe ich auf Erden geliebt wie Dich." Der Graf ließ der heiligen Idda die Verbitterung seines Herzens fühlen und das schmerzte sie tiefer als jedes Leid. Nur ein Trost war ihr geblieben, das war aber auch der süßeste, nämlich die Reinigkeit des Gewissens und die Lauterkeit ihrer Absicht. Mit nassen Augen und gepreßtem Herzen blickte sie oft hinaus nach ihrer Heimat, hinab zum Gotteshause Fischingen und hinauf zum Himmel, und Gott senkte süßen Trost in das Herz seines treuen Kindes, das Er seine eigenen Wege führen wollte.

Der bereits geschnürte Knoten zieht sich enger zusammen. Idda tat, was einsichtsvolle und besorgte Hausfrauen zu tun pflegen. Sie lüftete und sonnte eines hellen Tages ihre Kleider und Schmuckgegenstände auf offenem Erker der Burg. Auch ihr kostbarer Trauring war bei den Zieraten. In ihrer Abwesenheit kam ein diebischer Rabe, sah den glänzenden Ring, nahm ihn in seinen Schnabel und trug ihn in sein Nest. Das war Fügung oder Zulassung Gottes und wer weiß, ob nicht auch der leidige Satan seine Hand im Spiele hatte, denn mit Zulassung Gottes kann er auch auf Tiere wirken, und sich derselben zu seinen Werkzeugen bedienen.

Idda kam durch das Verschwinden des Ringes in die größte Verlegenheit. Sie suchte und durchsuchte alles zehnmal, wie man zu tun pflegt, wenn man etwas Wertvolles verloren hat. Aber umsonst. Der Ring ließ sich nicht finden. Was tun? Sie konnte nichts als beten. Ihrem Gemahle wollte sie unter den gegebenen Verhältnissen nichts sagen; denn sie hoffte, der Ring werde sich doch noch finden. -- und er fand sich, aber seine Auffindung veranlaßte eine überaus traurige Wendung im Geschicke von vier Personen, aber eine segensreiche Folge für viele Menschen auf Jahrhunderte hinein.

5. Das Ringlein wird gefunden.

Der dichte und weitausgedehnte Rabensteinerwald barg eine Menge Wild. Nebst dem Kriegswesen war ja die Jagd eine Hautpbeschäftigung der Ritter. Diese hatten auch ihre Leibjäger, welche sie auf die Jagd begleiteten und die Küche mit Wildpret zu versehen hatten, wenn die Ritter selbst dem Waidwerke nicht obliegen konnten.

So hatte auch der Graf von Toggenburg einen Leibjäger, der häufig die Gauen und Wälder durchstreifte. Er hörte eines Tages, wohl nicht lange nach dem Verschwinden des Ringes, bei einem solchen Streifzuge, auf einer alten hohen Tanne das Gekrächze von Raben, was er sonst oft gehört hat, aber sicherlich nicht jedesmal eine Tanne erkletterte. Diesmal hat er es getan. Warum? Es hat so sollen sein. Er griff in das Nest und zog den glänzenden Ring heraus, der ihm, ohne eine Ahnung von den Folgen zu haben, lieber war, als die jungen Raben. Er kannte den Ring nicht. Als kluger und treuer Diener hätte er den Fund seinem Herrn mitteilen sollen, es wäre dann wahrscheinlich anders gekommen. Er hat es nicht getan. Er steckte ihn vielmehr an seinen Finger; aber der Ring stand ihm, dem armen Manne, nicht gut. Warum verschwieg er den Fund seinem Herrn, warum prahlte er mit ihm? Es mußte nicht geschehen, aber es geschah. O Geheimnisse im menschlichen Leben!

6. Der Sturz der heiligen Idda.

Jubelnd über den Fund, kehrte der Jäger in die Burg zurück und zeigte der Dienerschaft und den Knappen den Ring. Niemand kannte ihn, alle verwunderten sich und -- wie es geht, -- sie fingen auch an zu "munkeln". Endlich erblickte ihn auch der welsche Kammerdiener an der Hand des Jägers. Er erkannte ihn sofort und plötzlich stieg ein teuflischer Gedanke in seinem Herzen auf und ein satanisches Grinsen legte sich auf sein Gesicht. Jetzt ist die süße Stunde der Rache gekommen. Das war die gemeine Gesinnung dieses schlechten Herzens.

Er nahm die liebenswürdigste Maske eines Heuchlers und Verderbers an, trat vor seinen Herrn, und stellte sich, als wolle er nichts als die Wahrheit und das Wohl seines Gebieters. Er stellte dem Grafen wiederum die Verdächtigung vor, die er ihm über die Gräfin schon öfters vorgebracht hatte, und an die der Graf nie recht hatte glauben können. Jetzt aber sagte er in höllischer Freude, liegen Beweise vor, gegen die nichts könne vorgebracht werden. Der verdächtige Jäger trage den Trauring der Gräfin öffentlich am Finger. Er habe ihn offenbar von der Gräfin erhalten.

Diese Mitteilung versetzte den jähzornigen Grafen in die höchste Wut. Er ist seiner nicht mehr mächtig. Wutschnaubend geht er im Gemache auf und ab, bald Leichenblässe auf seinem Antlitze, bald die rote Glut des Zornes.

Die Eifersucht verzehrt ihn. Idda hört das Wüten von ferne. Sie zittert vor Herzensangst, und in der Ahnung, daß Schlimmes im Anzuge sei, richtet sie ihren Blick aufwärts, wo sie allein Hilfe erwartet. Sie fleht knieend ihren Vater im Himmel um Hilfe an.

Der Graf hatte den Jäger rufen lassen. Er sieht und erkennt den Ring an seiner Hand. Ohne ein Wort zu sagen, stürzt der Graf wie ein Rasender in das Gemach der heiligen Idda, überhäuft sie mit den erniedrigendsten Vorwürfen. Idda fleht noch auf den Knieen, sie anzuhören, sie beteuert ihre Unschuld und ihre Liebe zu ihm. Es hilft alles nichts. Er umfaßt sie, schleppt sie auf die Zinne des Schlosses und an den Rand derselben, und schleudert sie mit einem Fluche hinab in die grauenvolle Tiefe.

7. Folgen der unseligen Tat.

Was jetzt? Der arme Jäger wußte immer noch nicht, um was es sich handle. Aufgeregt und zitternd vor Wut, kam der Mörder seiner treuen Gemahlin -- so darf man ihn nennen, denn es war nicht seine Schuld, daß Idda nicht tot war -- von der Burgzinne zurück und diktierte sofort, ohne den Jäger vernommen zu haben, das Urteil; er solle einem der wildesten Pferde an den Schweif gebunden und zu Tode geschleift werden. Nach einer Sage soll er nach Leutenrieden, einem Weiler ob Gähwil geschleift worden sein. Vermutlich war dort die Richtstätte.Und sein Befehl mußte ohne Aufschub ausgeführt werden und er wurde auch sofort ausgeführt. Der Graf trug das Bewußtsein in sich, seine Gemahlin ums Leben gebracht zu haben. Fand er wohl je Ruhe? Mußte ihm in ruhigen Stunden nicht das Gewissen vorwerfen, du bist ein Mörder deines eigenen Weibes. Strikter Beweise für ihre Schuld hatte er ja doch keine, vielmehr hatte er ja gar keine, denn er pflog keine Untersuchung. Wie, wenn die Beteuerung ihrer Unschuld Wahrheit war, wenn das ganze Benehmen der heiligen Idda nicht Heuchelei, sondern Aufrichtigkeit und Tugend war? Es mag sich nun verhalten so oder anders, die Tat ist geschehen, es ist zu spät sie zu ändern. Der Graf wollte seine Gemahlin töten, und siehe, er verdarb sich selbst sein ganzes Leben.

Mochten ihm auch allerlei Bedenken kommen, der sichtbare Teufel in seiner Nähe, dem er blindlings nun einmal sein Vertrauen geschenkt hatte, redete ihm alles aus, suchte alle Gewissensbisse zu verscheuchen. Ob es ihm gelungen?

Und die heilige Idda? Ihre erprobte Tugend und ihr ebenso vertrauensvolles, als demütiges Gebet blieb nicht unbelohnt. Der liebe Gott nahm sie gleichsam aus den Armen des jähzornigen und seiner nicht mehr mächtigen Grafen und trug sie durch ihren Engel sanft in die Tiefe des Rabensteinerwaldes. Sie kam gänzlich unverletzt unten an. Und da sie der liebe Gott in seinen Armen hielt, da sprach sie zu Ihm: ich will von nun an Dein sein, ganz allein Dein. -- Unten kniete sie nieder, dankte Gott von Herzen und verlobte sich Ihm auf ein Neues. Dann erhob sie sich eilends, verließ diesen Ort des Verbrechens und wand sich durch das Dickicht des Waldes dem "Hörnli" zu. Dort am Fuße desselben fand sie eine Höhle, die ihr zur künftigen Wohnung dienlich schien.

8. Idda in der Einsamkeit.

Wie einstens der heilige Gallus im Dorngestrüppe, sprach die heilige Idda, da sie von der Höhle Besitz genommen: "Hier ist meine Ruhe, hier will ich wohnen immerdar." Mit Gebet weihte sie ihre neue Wohnung ein, dann sammelte sie Moos und bereitete sich ein Lager. Sie schloß die Höhle gegen die rauhe Witterung, so gut sie vermochte, mit ineinander geflochtenen Baumzweigen. Sie sammelte Beeren und Wurzeln zu ihrem Lebensunterhalte und legte von den getrockneten einen Vorrat für den Winter an.

Da die Au in der Nähe war, woselbst sich eine von einer früheren Gräfin von Toggenburg gestiftete Kirche befand, und ohne Zweifel in der Umgegend sich menschliche Wohnungen befanden, so hat sie sich wohl auch ungekannt Almosen von ihnen erbeten und das Kirchlein dortselbst besucht, sei es um zu beten oder dem Gottesdienste beizuwohnen. Die übrige Zeit verwandte sie zu Gebet, Betrachtungen und zur allernötigsten Sorge für ihren Lebensunterhalt.

Welch ein hartes Leben für eine zarte Dame, die dessen nicht gewohnt war! Die Wohnung ganz einsam im Walde unter wilden Tieren! Zum Ruhelager feuchtes, kaltes Moos ohne jedes Bettzeug! Eine kalte Höhle zur Wohnung, ohne Feuer im Winter in Schnee und Eis! Zur Nahrung getrocknete, kalte Beeren und Wurzeln! Immer die eine und dieselbe Kleidung, welche sie an jenem Tage trug, da sie plötzlich in die Tiefe gestürzt wurde! Gar keine Bequemlichkeit, nichts und abermals nichts, was der Natur des Menschen angenehm ist! Und das alles 17 Jahre lang! Hätte das eine Frau oder ein Mann, selbst an Entbehrungen gewöhnt, aushalten können! Und erst eine junge, zarte Frau, von Jugend auf an alle Bequemlichkeit des Lebens gewohnt! Hätte es Idda vermocht ohne eine besondere Führung und Hilfe Gottes? Selbst der Ungläubige muß sagen: das ist aus menschlichen Kräften einfach unmöglich!

Zu allem dem kommen noch geheime Leiden, Kämpfe und schwere Versuchungen. Wird die Natur sich nicht empört haben in dieser Einsamkeit, bei diesem Nachtlager, dieser Nahrung und Kleidung, in eisiger Kälte, in der langen Finsternis? Die Natur des Menschen ist nicht die, welche sich ohne langen und harten Kampf ergibt. Wir können täglich diese Erfahrung an uns machen.

Aus weiter Ferne leuchtete die geliebte Heimat mit ihrem Überflusse herüber. Welcher Gegensatz zwischen ihr und dieser Höhle in Waldesdunkel und Waldeseinsamkeit! Welche Kämpfe wird die heilige Idda in diesen Versuchungen bestanden haben; aber auch welche Siege feierte sie!

Und die Hölle, wird die etwa müßig zugesehen haben, wie eine schwache Frau über sie triumphierte? Auch diese Kämpfe, und sie mochten hart gewesen sein, blieben ihr nicht erspart. Außerdem, daß die bösen Geister mit der sinnlichen Natur im Bündnisse stehen, griffen sie die Heilige auch sonst noch an, soweit es Gott zuließ. Aber Gott gab seiner Dienerin auch Waffen und Kraft, alle diese Angriffe siegreich zu überwinden.

Wir würden indes sehr irren, wenn wir glaubten die Heiligen hätten ohne Tost und Freude gelebt. Wenn auf unvollkommene Weltmenschen schwere Leiden eindringen, so geraten sie halb oder ganz in Verzweiflung. Die Heiligen haben wohl auch die Schwere der Leiden, Kämpfe und Entbehrungen gefühlt und empfunden, was Schmerz ist. Aber sie haben auch inneren Trost und Wonnegefühl empfunden, wovon Weltmenschen nicht einmal eine Ahnung haben. Im lautern Umgange mit Gott, genossen sie die Vorfreuden des Himmels. Der Mensch ist einmal von Gott und für Gott erschaffen und er findet außer Gott keine Ruhe. Dagegen läßt sich nichts tun. Unendlich glücklicher war die heilige Idda in ihren Entbehrungen, als der Graf auf der Toggenburg und sein Diener in ihrem Überflusse, aber mit bösem Gewissen.

"Wer Gott und seine Gnad' will finden.
Der soll Weltfreuden fliehen weit,
Gott läßt sich finden in der Still',
Er liebt so sehr die Einsamkeit."

9. Die heilige Idda wird gefunden.

Siebenzehn Jahre lebte die heilige Idda in dieser Einsamkeit und in diesen Entbehrungen und noch hatte sie kein Verlangen, es anders zu haben.

Da geschah es, daß ein Jäger des Grafen von Toggenburg einmal tiefer in den Rabenstein hineinkam, dem Wilde nach. Da entdeckte er plötzlich im weichen Waldboden frische, menschliche Fußtritte. Das fiel ihm in dieser Abgeschiedenheit auf. Sorgfältig ging er der Spur nach und seine Hunde, die ein menschliches Leben witterten, führten ihn bis zur Höhe der heiligen Idda. Da findet er eine Frau in kläglichem Zustande. Er grüßt sie, und fragt sie um die Ursache ihres Hierseins. Die Heilige erwidert den Gruß mit niedergeschlagenen Augen, und ganz betroffen, daß sie entdeckt sei, gab sie ausweichende Antwort. Indem der Jäger aber die Frau näher betrachtete, glaubte er dieses Antlitz und diese Figur schon gesehen zu haben. Er sinnt nach, erstaunt und meint wieder, er sei im Irrtum. Es ist die in das Tobel gestürzte Gräfin Idda -- aber sie kann es nicht sein, die ist schon lange tot. Ist es etwa ihr Geist. Das kann auch nicht sein! Es ist ihre Stimme, ihre Gestalt, sie hat Fleisch und Bein, und diese Kleidung und diese Hütte! Nein es muß sie sein.

Wie kommt es doch, gnädige Frau, redete sie der Weidmann endlich an, daß ich euch hier finde, da ihr doch seit vielen Jahren von dem schrecklichen Sturze in die Tiefe tot sein müßtet. Niemand hat anders geglaubt, als ihr seid tot.

Als die heilige Idda sah, daß sie entdeckt sei, sagte sie: Grausam und ohne alles Recht hat der Graf mich hinabgestürzt, sodaß ich hätte ganz zerschmettert sein müssen. Aber weil der barmherzige Gott mich durch meinen Engel beschützt und erhalten hat, so habe ich mir vorgenommen, mein Leben in der Einsamkeit Ihm ganz zu weihen.

Gnädige Frau Gräfin, erwiderte der Jäger, ich und alle, die euch kannten, haben um euch getrauert und waren von eurer Unschuld vollkommen überzeugt. Aber nun hoffe ich, daß euch diese unerhörte Unschuld reichlich vom Grafen wird ersetzt werden. Ich fühle mich glücklich, die Nachricht von eurem Leben dem Grafen bringen zu könen. Darum will ich nicht säumen, das Wunderbare zu verkünden, damit euerem Elende so rasch als möglich ein Ende bereitet werde. Gott erhalte euch unterdessen.

Der heilige Idda war es sehr unlieb, entdeckt worden zu sein. Sie überlegte, ob sie nicht diesen Ort verlassen und einen andern aufsuchen sollte. Sie wendete sich deshalb zum Gebete. Gar bald erkannte sie in höherer Erleuchtung, daß es nun Gott einmal so geleitet habe zu ihrem und ihres Gemahles Heil. Unterdessen flehte sie in heißen Gebeten, Gott möge alles zu seiner Ehre und zu ihrem Heile leiten.

Der Jäger aber eilte auf das Schloß und begehrte Audienz beim Grafen.

Freudig erregt, sagte er: gnädiger Herr Graf, ich bringe Euch eine wunderbare und wohl sehr angenehme Nachricht.

Höchst erstaunt, wollte der Graf wissen, was das für Nachrichten wären.

Der Diener erzählte nun, wie er auf der Jagd am Fuße des "Hörnli", in einer Höhle eine Klausnerin gefunden und wie er in ihr die verstoßene Gräfin erkannt habe.

Dem Grafen kam die Sache seltsam vor, er konnte nicht glauben, daß Idda noch am Leben sei und hielt immer noch die Strafe für ihre Untreue gerecht. Allein der Jäger beteuerte hoch, sogar bei seinem Leben, daß es sich so verhalte und Gott hätte sie als Sünderin nicht beschützt. Auch habe sie ihre Unschuld beteuert und jedermann, der sie gekannt, habe sie für unschuldig gehalten.

Endlich siegte nach langem Nachdenken beim Grafen der Glaube an ihre Unschuld und unverzüglich traf er Anstalten, die Wahrheit der Aussage des Jägers selbst zu erkundigen. Die Entfernung der Toggenburg bis zu besagter Höhle beträgt 2 Stunden.

Bald waren Graf und Jäger auf dem Wege gegen das "Hörnli". Schweigsam und nachdenkend, ritt der Graf voraus bis in die Au, von da an ritt der Jäger als Wegweiser voran. Als sie nahe an die Höhle gekommen waren und die heilige Idda sie bemerkte, ging sie dem Grafen ehrerbietig und mit niedergeschlagenen Augen entgegen. So stand sie da und erwartete seine Ankunft. Als der Graf sie erblickte, erkannte er sie sofort und wurde tief ergriffen ob diesem Anblicke. Ihr Antlitz war blaß und abgemagert, ihre Kleider gänzlich abgenützt und zerrissen, ihre Bescheidenheit, ihre Stimme und auch ihr Benehmen aber waren dieselben geblieben, wie ehedem.

Der Graf erkannte sein Unrecht, er schämte sich seiner Tat; er stieg vom Pferde und warf sich reuevoll der Heiligen zu Füßen, sie um Verzeihung bittend. Idda aber hob ihn gütig auf und sagte: "Nicht so mein vielgeliebter Herr, ich habe Euch längst verziehen. Meine Sündhaftigkeit hätte viel größere Strafe verdient, aber der barmherzige Gott hat mich am Leben erhalten, damit ich Ihm von Herzen diene. Aber gleichwohl ich eine Sünderin bin, so bin ich doch des Verbrechens, dessen Ihr mich beschuldiget, gänzlich unschuldig." Dann fielen sie sich um den Hals und weinten lange. Endlich sagte der reumütige Graf, daß es ihn tief schmerze, dem elenden Verleumder Glauben geschenkt und ohne Untersuch im Jähzorne gehandelt zu haben. Von nun an aber wolle er allen Argwohn aus dem Herzen verbannen und ihr noch eine größere Liebe schenken als vorher, sie möge jetzt nur wieder mit ihm in ihr Eigentum zurückkehren, er werde sich gegen sie so benehmen, daß sie alles Unrecht, das er ihr angetan, vergesse. Der gottlose Verleumder aber müsse seine Schuld nun büßen und heute noch sterben.

Die sanftmütige Idda jedoch bat den Grafen flehentlich, er möge doch nicht so rachsüchtig sein. Wie würde es um uns stehen, wenn Gott für unsere Sünden uns gleich strafen wollte! Er möge es verhüten, daß ein Mensch ihretwegen ins Unglück gestürzt werde. Sie bitte ihn flehentlich, er möge ihm um der Liebe Gottes willen verzeihen.

Nachdem der Graf, besänfigt durch ihre Bitten, ihr gewährt hatte, um was sie bat, drang er abermals in sie, jetzt mit ihm auf die Toggenburg zurückzukehren und da ganz nach ihrem Dafürhalten zu schalten und zu walten.

Allein, die heilige Idda erwiderte: "Herr Graf, das kann nicht sein! Da Ihr mich verstoßen, Gott aber mich aufgenommen und so wunderbar beschützt hat, so habe ich Ihm mein ganzes Leben, Leib und Seele geweiht und gelobt, Ihm allein zu dienen, und nie mehr der Welt oder jemanden anzugehören. Es würde deshalb Euch und mir nicht frommen, wenn ich mein Gelöbnis brechen wollte. Auch kann ich Euch versichern, daß ich in meinem Leben nie so glücklich war, und so viele himmlische Tröstungen empfangen habe, als hier in der Einsamkeit, weil Gott ein lieber Vater seiner Kinder ist. Darum bitte ich Euch, in Geduld und Entsagung, mir meine Bitte zu gewähren, daß ich in meinem einsamen Leben zur größern Ehre Gottes und zu unserem beiderseitigen Heile fortfahren darf."

Um seine Schuld einigermaßen zu sühnen, konnte der Graf nicht anders, er mußte ihr auch diese große Bitte gewähren. Es kostete ihn Opfer, aber er brachte sie großmütig. Er anerbot sich aber, ihr alles, was sie nur wünsche, zur Verfügung zu stellen, sie möge ihm nur die Ehre antun und sagen, was sie begehre. Die demütige Dienerin Christi nahm das Anerbieten des Grafen mit Dank an und sagte: "Weil Ihr denn so gut gegen mich gesinnt seid, so bitte ich, mir an einem abgelegenen Orte ein Hüttlein zu bauen, damit ich in demselben meinem himmlischen Bräutigam ungehindert dienen kann."

Mit Freuden willigte der Graf ein, seiner Gemahlin einen Dienst zu erweisen, sie möge nur bestimmen, wo das Hüttlein erbaut werden solle.

Ohne Nachdenken erwiderte die heilige Idda, es möge dies in der Au geschehen, ganz in der Nähe der Kapelle, welche eine Gräfin von Toggenburg zur Ehre der allerseligsten Jungfrau Maria hatte erbauen lassen, damit sie da, im Hause Gottes und Marias ihre Andacht verrichten könne.

Der Graf war damit wohl einverstanden und er bot ihr außerdem an, sie mit Speise und Trank und Kleidung und mit allem, was sie nur wünsche, zu versehen. Die Heilige nahm aber nur das Allernotwendigste an. Gott habe sie bisher aus dem Walde und aus Almosen erhalten, sie wolle dabei bleiben.

Nachdem sie noch lange zur gegenseitigen Erbauung geredet, nahm der Graf tiefgerührt Abschied von der heiligen Idda und kehrte auf die Toggenburg zurück. Das Häuschen aber für die heilige Idda wurde sofort in Angriff genommen.

10. Die heilige Idda in der Au.

Die Kunde von der wunderbaren Erhaltung der heiligen Idda, von ihrer Unschuld und ihrem heiligen Leben, verbreitete sich rasch und alle freuten sich höchlich darüber. Eine ganz besondere Freude wird die Verwandtschaft der heiligen Idda über diese Kunde empfunden haben. Gewiß sind viele zu ihr gepilgert und haben sich an ihrem heiligen Leben erbaut.

Sobald das Häuschen erstellt und mit dem Notwendigsten eingerichtet war, wurde die heilige Idda in ihrer Wildnis hievon benachrichtigt und eingeladen, ihre neue Behausung in Besitz zu nehmen.

Mit kindlichem Danke gegen Gott für alle Hilfe und Wohltaten, die Er ihr in 17 Jahren hatte angedeihen lassen, verließ sie diese Einöde nicht, ohne vorher den Boden mit ihren Tränen benetzt zu haben. Sie glaubte fest, es sei nun so Gottes gütige Vorsehung. -- Betend und betrachtend stieg sie herab der Au zu und ihr erster Besuch galt der Muttergottes-Kapelle. Mit heißen Gebeten empfahl sie sich dem lieben Gott und der lieben Gottesmutter auf ein Neues. Von der ganzen Hauseinrichtung aber, die ihr der Graf besorgt hatte, behielt sie nur das Unentbehrlichste. Das andere schickte sie an den Hof zurück, oder teilte es unter die Armen aus.

Hier lebte die heilige Idda wieder mehrere Jahre. Ihre Beschäftigung bestand in beten, fasten, wachen und andern guten Werken. Sie war dem armen, umliegenden Völklein eine wahre Mutter, besuchte sie, tröstete sie, unterrichtete sie und nahm gerne einiges Almosen von ihnen an, das ihr lieber war als der Überfluß des Schlosses; aber auch dieses teilte sie wieder mit den Armen. Nebenbei arbeiterte sie auch. Sie verfertigte Arbeiten für die Kapelle zur Ehre Gottes und manche notwendige Dinge für die Armen, um so durch Abwechslung wieder tauglicher zum Gebete und zur Betrachtung zu werden.

Weil sie so heilig war und gut mit den Bewohnern von Au, so liebten sie auch diese wiederum, klagten ihr ihre Nöten, ließen sich von ihr trösten und achteten sie wie eine Mutter. Der Trost aus solchem Munde und aus solchem Herzen mußte wahrlich süß sein.

11. Die heilige Idda auf ihren Wanderungen nach Fischingen.

Unweit von der Au, wo die heilige Idda wohnte, befand sich das Benediktinerkloster Fischingen. Es wurde gegründet im Jahre 1138, und zum ersten Abte der Mönch Waltramus von Petershausen vom Bischof Ulrich II. von Konstanz geweiht. Nach vielen Wechselfällen und auch Bränden wurde es von der thurgauischen Regierung im Jahre 1848 aufgehoben. Jetzt ist es eine Erziehungsanstalt für Kinder, deren sich über 200 dort befinden. Ein Direktor aus dem hochw. Priesterstande und ehrwürdige Lehrschwestern leiten dieselbe. Die prachtvolle Kirche samt der Iddakapelle wurde im Jahre 1887 sehr gelungen restauriert. Das Verdienst hievon gebührt dem jetzigen tatkräftigen hochw. Herrn Pfarrer und Dekan Kornmeier.

In dieses Kloster pilgerte die heilige Idda gar oft und gerne, um daselbst ihre Andacht zu verrichten, dem heiligen Meßopfer beizuwohnen, die heiligen Sakramente zu empfangen, das Wort Gottes zu vernehmen und ihr Lob Gottes mit dem der Mönche zu vereinigen. Sie tat dies hauptsächlich zur Nachtzeit, um den nächtlichen Metten der Mönche beizuwohnen. Wie mochte wohl das Lob Gottes, das in dunkler Nacht durch die Räume des Gotteshauses hallte, ihr, die so lange in der Wildnis gelebt, so wohl tun und ihren Geist zu Gott erhoben haben!

Wie wohlgefällig Gott diese Übung war, zeigte Er durch ein Wunder, denn es erschien der Heiligen ein Hirsch, der in den Ästen seines Geweihes zwölf Lichter trug und vor ihr hergehend den dunklen Pfad nach Fischingen beleuchtete. Hatte sie ihre Andacht dort verrichtet, so geleitete sie derselbe Hirsch wieder zurück nach Au. Darum wird die heilige Idda mit einem Hirschen abgebildet. Wie sehr wir die heilige Idda über dieses Wunder getröstet worden sein, weil sie daraus erkannte, daß ihre Übung Gott angenehm sei.

Ein ähnliches Licht soll auch im Jahre 1584 Religiosen in derselben Gegend aus Verlegenheit geholfen haben. Der ehrw. Pater Stephan, General-Kommissarius, führte zwei Kleriker von Luzern nach Konstanz zur Weihe. Auf dem "Hörnli" überfiel sie die Nacht. Sie wußten sich nicht mehr zu helfen, da sie des Weges unkundig waren. Da munterte der gute Pater Stephan seine Begleiter auf, Gott um Hilfe anzurufen. Indem sie niederknieten und beteten, kam ein heller Glanz vom Himmel, der ihnen den Weg bis Fischingen beleuchtete, woselbst sie liebevoll aufgenommen wurden.

12. Die heilige Idda in der Klause zu Fischingen.

Nahe bei dem Mönchskloster in Fischingen stand ein Frauenkloster desselben Ordens. Die heilige Idda war den Klosterfrauen gar wohl bekannt und weil sie augenfällige Zeichen von Heiligkeit an ihr wahrnahmen, hielten sie es für ein großes Glück, wenn diese heilige Frau bei ihnen wohnte.

Aus diesem Grunde ließen sie die Heilige bitten, sie möchte ihr Klösterlein nicht verschmähen, sondern zu ihnen kommen und bei ihnen wohnen. Sie wollen ihr in Rat und Tat kräftig beistehen, damit sie nach ihrem Wunsche und Verlangen ihrem Gott und Schöpfer dienen könne.

Die heilige Idda nahm die Einladung mit Dank an; denn weil sie in ihrem Alter schon vorgerückt war und ihre Kräfte durch die strenge Lebensweise und ihre harten Entbehrungen abgenommen hatten, der nächtliche Gang besonders zur Winterszeit beschwerlich wurde, so erkannte sie in dieser Einladung den Willen Gottes, der für seine Kinder immer nach ihren Bedürfnissen sorgt. Auch hoffte sie noch ungestörter und eifriger Gott dienen und sich auf den Tod vorbereiten zu können, wenn sie so nahe bei ihrem Heilande wohne und täglich durch das formme Leben der Klosterfrauen erbaut werde.

Weil sie aber so gänzlich an die Einsamkeit gewohnt war und Gott sie für diese bestimmt hatte, machte sie die Bedingung und fügte die Bitte bei, man möchte ihr eine ganz eigene, abgeschlossene Zelle einrichten, in der sie Gott im vollkommenen Stilleben, ohne eine Störung dienen könne. Nachdem ihr dieses Begehren mit Freuden war zugesagt worden, nahm sie von ihrer seitherigen Wohnung in der Au Abschied, zum großen Leid der Umwohner, die nicht anderes, als eine Mutter zu verlieren glaubten. Idda aber tröstete sie, versprach ihnen, für sie zu beten, und erlaubte ihnen, sie in ihren Anliegen zu besuchen und Rat zu holen, wenn sie ihnen raten könne.

Da die heilige Idda nicht als Ordensfrau, sondern als Klausnerin verehrt wird, so ist anzunehmen, sie sei in ihrem Alter nicht mehr in den Orden eingetreten, sondern habe ganz abgeschlossen für sich allein Gott gedient.

Die Klosterfrauen nahmen dann die heilige Idda mit Freuden auf und fühlten sich glücklich, eine so heilige Frau in ihrer Nähe zu haben. Es läßt sich auch nicht anders denken, als daß sie sich an ihrem Leben und an der Strenge, mit der sie sich behandelte, erbauten und daß ihr gottseliges Leben einen neuen Aufschwung nahm. Sie bemühten sich, der heiligen Idda dienlich zu sein, wie sie es wünschte, ohne ihr irgendwie lästig zu fallen.

13. Die heilige Idda, vom Teufel geplagt, vermehrt ihre Verdienste.

Im Leben der Heiligen begegnet uns häufig das feindselige Treiben der bösen Geister gegen sie augenfällig, natürlich nur mit Zulassung Gottes und mit bestimmten Grenzen. So, um nur einige Beispeile anzuführen, im Leben der heiligen Magdalena von Pazzis, im Leben der gottseligen Betha Bona, des gottseligen Pfarrers Vianey von Ars etc., so auch in dem der heiligen Idda.

Jahrelang hatte der Teufel der Heiligen zugesetzt, um sie von ihrem Wege abzubringen, dadurch aber ihren Eifer und ihre Verdienste und damit auch das Lob Gottes nur vermehrt. Anstatt, fortwährend betrogen, abzulassen von seinen Neckereien, wuchs sein Ingrimm und seine Angriffe nahmen zu. Nächtlicher Spuck sollte die Heilige in ihren Übungen stören. Er warf Steine auf das Dach und an die Wände ihrer Zelle, er polterte, warf ihr das Essen um, löschte ihr das Feuer und Licht aus und tieb allerlei Bubenstücke, um sie zur Ungeduld zu reizen. Allein umsonst. Die heilige Idda achtete derlei Torheiten gar nicht, sondern schritt ruhig ihren betretenen Weg weiter.

Als die Heilige einmal nächtlicherweise ihrer Andacht mit allem Eifer oblag, kam der Widersacher und löschte ihr Feuer und Licht aus. Weil sie aber in ihrer Andacht nicht wollte gestört werden, -- wahrscheinlich war sie am Lesen der heiligen Schrift, oder in einer Betrachtung -- und sie keineswegs das Licht wieder anzünden konnte, so entbrannte sie in heiligem Eifer und durch Eingebung Gottes streckte sie die Kerze zum Fenster hinaus, rief dem Toten, der ihrer Zelle zunächst begraben lag, daß er aufstehe und ihr das Licht anzünde. Da geschah ein großes Wunder. Der Tote stand auf, Idda reichte ihm die Kerze und sagte: "Im Namen und zur größern Ehre Gottes, gehe hin und zünde mir die Kerze an, welche der arglistige Teufel mir ausgelöscht hat." Der Tote nahm die Kerze, und nachdem er sie angezündet hatte, reichte er sie Idda und sagte:

"Idda, nimm dies Licht aus meiner Hand,
Von Toggenburg bin ich genannt."

Die heilige Idda nahm dem Toten die Kerze ab, und nachddem sie ihm von Herzen gewünscht, das ewige Licht möge ihm leuchten, begibt sie sich wieder zu ihrer Andacht, in der sie gestört worden, zum Trotze des leidigen Teufels und dankt Gott für diese Wohltat.

Gewiß nicht mit Unrecht nimmt der ehrw. Pater Albrecht von Bonnstetten an, der Tote, welcher der heiligen Idda die Kerze angezündet habe, sei Graf Heinrich von Toggenburg gewesen, der vor der Heiligen starb, weshal sie auch als Witwe im Brevier steht. Ebenso wahrscheinlich ist es, daß die heilige Idda ihre Zelle sich habe neben dem Grabe ihres Gemahls herrichten lassen. So hat sie ihre treue Liebe zu ihm auch nach seinem Tode gezeigt.

14. Der Seligen Sterben und Begräbnis.

"Wer wohl lebt, stirbt nicht übel." Die Kräfte der heiligen Idda nahmen ab. Sie fühlte, daß das Stündlein gekommen sei, in welchem sie mit dem Gegenstande ihrer ganzen Liebe für immer sollte vereiniget werden. In der süßen Hoffnung, ihren göttlichen Bräutigam bald von Angesicht zu schauen und ihn ganz zu besitzen, flammte ihr Herz nochmals auf. Die Schwingen ihrer Liebe holten zum letzten Fluge aus in diesem sterblichen Leben und trugen sie zu ihrem Herrn. Es gab für sie kein anderes Verlangen und keinen anderen Gedanken mehr, als Jesus ihren Herrn, den dreieinigen Gott. Nur die Liebe zum Nächsten zog sie noch für Augenblicke erdwärts, zu den umstehenden Schwestern, die ob ihrem Abscheiden in tiefe Trauer versenkt, das Sterbelager weinend umstanden. Sie dankte ihnen für ihre Liebe und Obsorge, tröstete sie und ermunterte sie zur Beharrung im Guten bis ans Ende.

Nachdem sie mit den heiligen Sterbsakramenten versehen war, verharrte sie in stiller Andacht und ohne Kampf schlummerte sie hinüber in die Ewigkeit. Ihre Seele löste sich los von den Banden des sterblichen Leibes, und sogleich nahm sie der liebe Heiland zu sich; wie Er einstens ihren Leib an sich genommen und ihn in die Tiefe des Rabenstein getragen hatte, so trug Er jetzt ihre Seele in den Himmel.

Lautes Schluchzen erfüllte die Zelle, und man begegnete im Kloster nur weinenden Schwestern. Der Leib wurde zum Begräbnisse zugerüstet.

Es läßt sich nicht anders denken, als daß ihr Hinscheiden in Fischingen, in der Au und in der Grafschaft Toggenburg tiefe Trauer hervorrief, welche nur durch das Bewußtsein gemildert wurde, daß die Trauernden jetzt eine Fürsprecherin im Himmel haben. Der Todestag der heiligen Idda ist der 3. November.

Ihr Leib wurde mit großer Feierlichkeit und unter großer Teilnahme des Volkes in der Nebenkapelle des heiligen Nikolaus zur Ruhe gebettet.

Als die heilige Idda das erste Mal auf der Zinne der Toggenburg stand, da fand ihr Auge an dem Kloster Fischingen einen süßen Ruhepunkt. Jetzt ruht ihr ganzer Leib daselbst und harrt der glorreichen Auferstehung.

15. Von den Wundern am Grabe der heiligen Idda im Allgemeinen und von ihrer Verehrung.

Weil die heilige Idda ein so vollkommenes Leben geführt und Gott schon zu ihren Lebzeiten so Wunderbares an ihr getan, so hat sie das gesamte Volk der Umgegend für eine Heilige gehalten. Daher kam es, daß diejenigen, welche zu ihren Lebzeiten ihr gutes, mütterliches Herz kennen zu lernen das Glück hatten, nach ihrem Tode ein noch viel größeres Vertrauen zu ihr hatten, weil sie billig glaubten, ihre Fürbitte werde jetzt im Angesichte Gottes viel mehr vermögen, als da sie noch in diesem Jammertale lebte.

Deshalb eilten denn viele Bedrängte zum Grabe der Dienerin Gottes, im Vertrauen und auf die Eingebung Gottes, Er werde seine treue Magd, die auf Erden so sehr gedemütigt wurde und sich selbst demütigte, jetzt auch vor der Welt erhöhen und durch Wunderzeichen berühmt machen.

Weil denn vielen am Grabe der heiligen Idda in ihren Nöten geholfen wurde und diese Gebetserhörungen bekannt wurden, so strömten Gläubige von allen Seiten herbei, um durch die Fürbitte der heiligen Idda Hilfe zu erlangen und sie beteten nicht umsonst.

Nachdem die unleugbaren Wunder weit und breit bekannt geworden, und das Volk Idda allgemein als Heilige verehrte, gestattete das Ordinariat von Konstanz, daß sie im ganzen Bistum -- und es war sehr groß -- verehrt, und im Officium und in der heiligen Messe eine Kommemoration zu ihrer Ehre eingefügt werden dürfe. Ihr Festtag wurde auf ihren Todestag den 3. November festgesetzt. Ihr Haupt auf dem Bilde wurde von jeher mit dem Heiligenscheine umgeben, wie die allerältesten Bilder zeigen.

Zürich schenkte der Iddakapelle einen sehr alten Schild. Papst Paul V. (v. 1601-21) nennt sie in seiner Bulle, in welcher der die Bruderschaft der heiligen Idda bestätiget, eine Heilige, ebenso Gregor XV. in einem Breve, Alexander VII., Klemens IX. und Klemens X. in Bullen, in denen sie Ablaß denen gewähren, welche der Litanei beiwohnen, die vor dem Altare der Heiligen jeden Samstag gebetet werde.

Schon sehr frühe wurde zur Ehre der heiligen Idda eine Kirche errichtet in Bauen, Kt. Uri, und ebenso eine Kapelle in Malters, Kt. Luzern. Die Erstere wurde zweimal vom Wasser beschädigt, aber je wieder aufgebaut; ein Beweis, daß die Verehrung der heiligen Idda in weiten Kreisen gepflegt wurde.

(Fortsetzung folgt)


Transkription P.O. Schenker, © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell (Schweiz)