Umschlagtexte zur 4-bändigen Taschenbuchausgabe des Immaculata-Verlags, CH-9050 Appenzell:

EMMERICK-VISIONEN
Das arme Leben und bittere Leiden unseres Herrn Jesus Christus
und seiner heiligsten Mutter Maria
nebst den Geheimnissen des Alten Bundes
nach den Visionen der gottseligen Anna Katharina Emmerick
aus den Tagebüchern des Clemens Brentano. Herausgegeben von P. C.E. Schmöger, C.ss.R.


Zur Person Anna Katharina Emmericks:

"Anna Katharina Emmerick, ekstatische Augustinernonne, wurde am 8. September 1774 als Tochter armer, aber frommer Eltern in der Bauernschaft Flamske bei Coesfeld geboren. Von Kindheit an war sie durch wunderbare Gnaden bevorzugt. Die Gabe des mystischen Gesichts wurde ihr schon in frühester Jugend in einer Fülle verliehen, welche nur bei wenigen Begnadigten gefunden wird. Ihr Engel war ihr sichtbar gegenwärtig; die Heiligen Gottes verkehrten mit ihr in vertraulichster Weise... Im Jahre 1798 hatte Christus der Herr ihr während eines Gesichtes die Dornenkrone aufs Haupt gesetzt; sie litt seitdem heftige Schmerzen an der Stirn und an den Schläfen; auch häufige Blutungen traten ein, die sie jedoch zu verbergen wußte. Etwa neun Jahre später wurden ihr die Schmerzen der Wundmale an Händen und Füßen mitgeteilt. Nun war die Zeit da, wo der Herr seiner treuen Braut auch die äußeren Zeichen derselben einprägen wollte. Am Feste des heiligen Augustinus bezeichnete er sie mit einem daumenbreiten Kreuze unterhalb der Brust, einige Wochen später auf der Brust mit einem doppelten blutigen Gabelkreuze. In den letzten Tagen des Jahres 1812 endlich trat die vollständige Stigmatisation ein...

Seit November 1812 war sie nicht mehr imstande, ihr Zimmer zu verlassen; um dieselbe Zeit begann auch ihre gänzliche Enthaltung von Nahrung. Außer etwas Wasser oder dem ausgesogenen Safte gekochten Obstes vermochte sie nichts zu genießen. Die wunderbarsten Gaben begleiteten diese Zustände. Sie unterschied mit Sicherheit die Reliquien der Heiligen, bestimmte deren Namen und sah ihre Geschichte.

In ihren Gesichten wurde sie geistigerweise in das Heilige Land geführt, sah die heiligen Stätten und das Leben der Heiligen des Alten und des Neuen Testamentes, insbesondere das Leben der Mutter Gottes und des göttlichen Heilandes.

Öfters war ihr innerlich bedeutet worden, daß diese Gesichte nicht für sie allein bestimmt seien; sie müsse dieselben mitteilen. Als Clemens Brentano im September 1818 sie zum erstenmal besuchte, erkannte sie in ihm den Mann, dem von Gott die Aufgabe geworden, dieselben aufzuzeichnen. Mit ausdrücklicher Gutheißung ihrer geistlichen Oberen unterzog sich Clemens Brentano dieser schwierigen Aufgabe; er ließ sich in Dülmen nieder und blieb dort, wenige Unterbrechungen abgerechnet, bis zum gottseligen Tode Anna Katharinas, der am 9. Februar 1814 erfolgte. Zweimal im Tage, am Morgen und am Abend, ging er zu ihr, um ihre Mitteilungen entgegenzunehmen. Sie pflegte ihre Gesichte in westfälischer Mundart zu erzählen und er notierte währenddessen auf Papierstreifen die Hauptpunkte, die er unmittelbar nachher, aus dem Gedächtnis ergänzend, ins reine schrieb. Diese Reinschrift las er beim nächsten Besuche Anna Katharina vor, verbesserte, ergänzte, tilgte je nach erhaltener Weisung und behielt nichts bei, was nicht von ihr bestätigt worden war..." (Kirchen-Lexikon)

P.S. Clemens Brentano hatte seine auf Anna Katharina Emmerick sich beziehenden Manuskripte seinem Freunde, dem Professor Haneberg, dem nachmaligen Bischof von Speyer, testamentarisch hinterlassen, der sie hinwieder dem Redemptoristenpater Schmöger übergab.
Der Letztere veröffentlichte "Das Leben unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus nach den Gesichten der gottseligen Anna Katharina Emmerick", 3 Bände, 1858-1860. Etwas später, im Jahre 1881, gab er in neuer Überarbeitung dieses hiermit neuaufgelegte Werk in einem starken, reich illustrierten Quartbande heraus. (Johann Seidl)


"Die Katholische Kirche hat Anna Katharina als eine Heilige den Gläubigen zum Muster und zur Verehrung nicht vorgestellt; ... wenn sie sich aber veranlaßt sieht, einen Heiligsprechungsprozeß einzuleiten, so bildet dessen Grundlage zunächst das unverdächtige Zeugnis solcher Personen, welche die heroischen Tugenden des Verstorbenen zu beobachten Gelegenheit hatten, und die allgemeine Meinung, welche die Gläubigen über die Heiligkeit des Wandels desselben hegten. Diese Grundbedingungen sind bei Anna Katharina vorhanden: viele der frömmsten und ausgezeichnetsten Männer, die sie persönlich kannten, waren von Verehrung für ihre Heiligkeit tief durchdrungen; und die Stimme des Volkes hielt sie so sehr für heilig, daß man, als sich das Gerücht verbreitete, ihr Leib sei geraubt, in Aufregung geriet und durch Ausgrabung die Anwesenheit konstatierte, wobei sich seine Unverwestheit sechs Wochen nach dem Tode herausstellte, ein Umstand, der nicht wenig beitrug, jene Meinung von Anna Katharinas Heiligkeit zu bestärken. Anna Katharina hat aber neben dieser Verehrung der Zeitgenossen noch ein anderes Zeugnis für sich. Alles Heilige in der Kirche trägt die Signatur des Kreuzes, und es wird kein Heiliger gefunden, der nicht mit dem Kreuz in jedem Sinn des Wortes bezeichnet gewesen wäre. Nun findet sich aber bei der seligen Emmerick, ganz abgesehen von den äußeren Wundmalen, die nur als Abdruck einer gekreuzigten Seele Wert haben können, eine solche Menge des bittersten mit Jesu getragenen Kreuzes und Leidens, daß niemand dies Zeichen der Echtheit wegleugnen können wird. Steht also fest, daß wir ohne Wagnis die selige Anna Katharina für eine von Gott auserwählte und heilige Seele halten dürfen, wobei niemand, wie es sich von selbst versteht, dem Spruch der Kirche vorgreifen will, so ist dies ein sehr günstiges Vorurteil für ihre Gesichte; denn eine reine und kreuztragende Dienerin wird Gott weder dem Spiel eigener Phantasie, noch den Täuschungen des bösen Feindes überlassen. ... Eine notwendige Folge dieser Gottseligkeit Anna Katharinas ist die, daß Lüge oder Wahn von ihr entfernt sein mußten, daß sie nicht trügen wollte. Aber sie konnte es auch nicht. Der sehr bescheidene Grad von Unterricht, den sie empfangen hatte, machte es ihr geradezu unmöglich, alle jene historischen, geographischen, dogmatischen und mystischen Anschauungen zu erfinden, welche wir in ihren Visionen bewundern. ... Alle jene trefflichen Männer, die sowohl Brentano als auch die Emmerick näher kannten, wie Friedrich Leopold Stolberg, Sailer, Overberg, Windischmann der Ältere und andere, hegten nie einen Zweifel an der Echtheit ihrer Visionen, und an Brentanos Treue in deren Auffassung." (Prof. Friedrich Windischmann, nachmaliger General-Vikar der Erzdiösze München-Freising)


"Das Jugendleben Anna Katharinas, der Tochter des Bernard Emmerick und der Anna Hillers, hatte eine reiche Ähnlichkeit mit der Kindheit der ehrw. Anna Garzias a St. Bartholomäo und Dominica del Paradiso und ähnlicher kontemplativen Seelen aus dem Bauernstande, welche die Herablassung Gottes zu den Menschenkindern an sich als wahr erfunden haben. Sie genoß, so weit sie zurückdenken konnte, stets einer höheren, ihr jedoch sehr vertraulichen Führung bis zu ihrem Ende. Ihr Schutzengel war ihr sichtbar; der Bräutigam ihrer Seele -- spielte mit ihr in Gestalt seiner Kindheit auf der Wiese und im Garten; der gute Hirt half als ein himmlischer Hirtenknabe dem frommen Hirtenmädchen hüten. Sie genoß des Unterrichts der heiligen Geschichte von Kindheit an in Anschauungen das ganze Jahr hindurch, und zwar auf verschiedene Weise, in historischen Ebenbildern und in symbolischen Festbildern. Die Mutter Gottes, die Königin des Himmels, war ihr eine heiligste, schönste, majestätische, gütigste Frau, welche zu ihr auf Feld und Wiese kam, ihr Liebe, Huld, Lehre und Weisung erwies, und ihr ihr göttliches Kind als Gespielen zuführte. Die lieben Heiligen taten ebenso, und holten freundlich die Kränze ab, welche sie ihnen an ihren Festtagen flocht...

Eine Gabe, welche uns in den Geschichten der hl. Sybillina von Pavia, Ida von Löwen, Ursula Benincasa und mehrerer andern frommen und heiligen Seelen einzeln begegnet, war bei ihr von früher Jugend an beinahe permanent, nämlich die Gabe, das Gute und Böse, Heilige und Unheilige, Geweihte und Ungesegnete im Geistigen und Körperlichen zu unterscheiden. Sie trug als Kind nur ihr bekannte Heilkräuter weit aus dem Felde und pflanzte sie in die Nähe ihrer Wohnung oder ihrer Aufenthalts-, Arbeits- und Gebetsorte im Garten und Feld; im Gegenteil vertilgte sie weit umher die Giftpflanzen und vorzüglich jene, welche in dem Gebrauche des Aberglaubens und der Magie offiziell sind. Sie floh oder fühlte sich zu sühnendem Gebete an Orte hingezogen, wo sie vor langer Zeiten schwere Schuld geschehen sah, die sie erkannte und dafür büßte; ebenso dankte sie Gott und fühlte sich beseligt an Orten des Segens. Wenn in bedeutender Entfernung von ihrer einsamen Hütte, oder der Gegend, wo sie das Vieh hütete, ein Priester zur Kinderlehre, oder mit dem heiligen Sakramente zu einem Kranken vorüberkam, fühlte sie sich fortgerissen, eilte zur Stelle, wo er vorüberging, und kniete schon am Wege, ehe er kam, und flehte um den Segen, oder betete das hochwürdigste Gut an. Sie fühlte sich an Orten, wo Heidengräber waren, unheimlich und zurückgestoßen, und zu den Gebeinen der Seligen auf eine wunderbare Weise, wie das Eisen zum Magnete hingezogen. Sie erkannte die Reliquien der Heiligen in dem Maße, daß sie nicht nur viele einzelne ganz unbekannte Züge aus dem Leben der Heiligen erzählte, sondern auch öfters die ganze Überlieferungsgeschichte dieses oder jenes heiligen Gebeines, und alle Verwechslungen derselben bestimmte. Den innigsten mitleidigsten Verkehr hatte sie ihr ganzes Leben hindurch mit den Armen Seelen; sie tat und opferte alles für dieselben, fühlte sich von ihnen zur Hilfe angefleht, und so sie es vergaß, auf die rührendste Weise ermahnt. Oft fühlte sie als junges Mädchen sich von Scharen von Seelen aus dem Schlafe erweckt, und ging mit ihnen in strenger Winternacht barfuß durch den Schnee den wohl ein paar Stunden langen Kreuzweg bei Coesfeld."


"Die göttliche Vorsehung hat in Anna Katharina ein Werkzeug auserwählt, welches mit den dürftigen Kenntnissen ländlicher Bildung ausgerüstet, nur mit gewöhnlichen Andachtsbüchern bekannt, in der Hl. Schrift unbelesen, einer eigentlichen geistlichen Leitung entbehrend nicht imstande war, dem göttlichen Inhalt ein menschlich wohlgeformtes Gefäß darzubieten, wie es die heilige Theresia, Maria von Agreda und andere konnten; und eben deshalb war sie noch weit weniger fähig, einen jenen erhabenen Beispielen nachgemodelten Betrug zu spielen. Es sollte vielmehr zum deutlichsten Beweis der Echtheit ihrer Gabe bei ihr die Vision des Subjektiven und mystisch Beschaulichen im gewöhnlichen Sinne des Wortes fast ganz entkleidet und auf das Objektive des wirklichen Lebens Christi hingewendet werden. Aber gerade dadurch war ihr ein Gebiet angewiesen, wo der bloßen menschlichen Phantasie und den Träumereien falscher Kontemplation gar kein Spielraum bleibt, oder wo, wenn sich diese entwickeln wollten, Irrtum und Willkür auf jedem Schritt zu Tag treten mußten. Mit einem Wort: die unnachahmliche Objektivität des Schauens ohne (wahre oder falsche) mystische Reflexionen der Schauenden ist ein schlagendes Merkzeichen der Echtheit. Darum diese manchmal fast ermüdenden Beschreibungen der Personen, ihres Aussehens, ihrer Kleidung, ihrer Wohnungen, ihrer Lebensgewohnheiten. Daher diese Schilderungen der Städte und Dörfer, der Wege und Reisen, der Gegenden, Berge, Flüsse und Seen. Daher dieses ganze archäologische Detail: es hat den providentiellen Zweck: einmal die Unmöglichkeit der Erfindung von Seiten der Seherin und ihres Schreibers unwiderleglich darzulegen (denn wie wäre der ausgezeichnetste Gelehrte imstande, ein Bild von solcher Lebendigkeit zu entwerfen?); sodann aber der hier in historischer Treue auftretenden und handelnden Person Christi einen ebenso wahren historischen Hintergrund zu geben. Wir sagten soeben, daß keine mystischen Reflexionen und subjektiven Betrachtungen der Seherin das Objektive trüben. Dies schließt aber nicht aus, daß manchmal hinter den Ereignissen und Personen ein wunderbares Licht aus der höheren Welt hervorbricht, und daß uns die Schauende, wie ein unbefangenes Kind, Blicke in die tiefsten Geheimnisse der Heiligen Schrift und der kirchlichen Lehre tun läßt." (HH Prof. Friedrich Windischmann, Generalvikar der Erzdiözese München-Freising)


Einige gewichtige Urteile:

Einer der frömmsten Bischöfe des vergangenen Jahrhunderts, der selige Michael Wittmann, hatte wenige Stunden vor seinem heiligmäßigen Ende mit ernster Bitte den Pilger (Clemens Brentano) gemahnt, die Gnadengaben der treuen Dienerin Gottes der Gesamtheit fruchtbringend zu machen. "O mein Allerliebster! o arbeiten Sie treu! arbeiten Sie treu fort für die Ehre Jesu Christi! arbeiten Sie unerschütterlich fort!" sprach der sterbende Bischof, den Pilger segnend und ihn noch vor andern rühmend, daß er die Gesichte Anna Katharina's aufgezeichnet habe, um deren Herausgabe er ihn schon bei der ersten Begegnung gebeten hatte. (Leben und Wirken des frommen Bischofs Michael Wittmann, von P. Mittermüller, O.S.B., S. 246)

"Längst hat die Erfahrung mit den früheren Ausgaben dieses Werkes gezeigt, daß jene Gesichte auch für andere seien, was sie nach dem weisen Plane der göttlichen Vorsehung für Katharina waren: ganz besondere Mittel, um, im engsten Anschlusse an die Wahrheiten des Glaubens, die Erkenntnis und Liebe unseres Herrn und seiner gebenedeiten Mutter zu mehren. Es gereicht uns daher zu großem Troste, daß gerade jetzt, da unsere heilige Kirche in so schwerer Bedrängnis und Trübsal seufzt, und Glaube und Hoffnung und Liebe ihrer Kinder so hart geprüft werden, dem katholischen Volke in der vorliegenden Gesamtausgabe der Gesichte der begnadigten Dienerin Gottes ein so schönes Werk über das Geheimnis unserer Erlösung geboten wird." (+Ignatius, Bischof von Regensburg)

"Indem Anna Katharina Emmerick die auf den Reisen des Heilandes betretenen Orte mit ausgesprochener Bestimmtheit beschreibt und benennt, nahm ich zu der Geographie und den Reisebeschreibungen Palästinas meine Zuflucht, um die Richtigkeit der Angaben zu kontrollieren; und je mehr ich Vergleiche machte, desto mehr wurde ich zu der Überzeugung gedrängt, daß K. Emmerick über das Heilige Land, über die Gebräuche der Juden usw. mehr Kenntnis hatte, als alle Geographen und Archäologen der ganzen Welt." (Domherr Anton Urbas, Laibach)

"Bibel und Wissenschaft beweisen, daß die Visionen der gottseligen deutschen Seherin, wie sie in den verschiedenen Publikationen Brentanos und des auf ihm fußenden Schmöger vorliegen, volle Wahrheiten enthalten und in viele biblische und theologische Streitfragen Aufklärung, Licht und volle Klarheit bringen, während die derzeit herrschenden Lehrmeinungen weder Fachgelehrte noch Schüler noch Volk befriedigen. Kirche und Wissenschaft beweisen, daß die Gesichte der gottseligen Anna Katharina Emmerick über die Heiligenleben nur Tatsachen, nicht Dichtungen, nicht poetische Ausschmückungen bringen." (Johann Seidl)

"Ich kann nicht umhin, alle Schriften, welche über das Leben und die Gesichte der gottsel. Anna Katharina erschienen sind, mit möglichstem Nachdruck allen zu empfehlen. Es gebührt ihnen Ruhm, weil nach meiner Überzeugung jeder Priester, der dieselben aufmerksam liest, mit solchem Seeleneifer und mit solchem Verlangen nach dem eigenen Heile entzündet werden muß, daß er wohl schwerlich verlorengehen kann. Denn er findet hier das Bild unseres Herrn mit so lebendigen Farben gezeichnet und seine unendliche Güte mit solcher Anschaulichkeit vor Augen gestellt, daß er der Liebe zur Welt gerne entsagt und, wenn er etwa straucheln sollte, schnell wieder sich erhebt, und daß er von Tag zu Tag mehr mit dem Geiste Gottes erfüllt wird; von diesem Geiste beseelt, wird er aber auch die weltlich gesinnten Herzen seiner Beichtkinder zur Buße bewegen, soweit dies überhaupt möglich ist." (Dr. A. Rohling)

"Nur das wollen wir hervorheben, daß Emmerick sich stets gleich blieb: stets derselbe Gehorsam, dieselbe Abgestorbenheit gegenüber der Schmach und Ehre, dieselbe Flucht und Scheu vor jeglichem Bekanntwerden, dieselbe unerschütterliche Geduld in ununterbrochenen Schmerzen und Leiden. ... Auf alle, die mit ihr in Berührung kamen und guten Willens waren, übte sie jenen wundersam heiligenden Einfluß aus und führte nicht wenige zum Glauben zurück. Bis ins kleinste erwies sie sich stets als gehorsames Kind der Kirche; alles unkirchliche schwärmerische Wesen verwarf sie aufs entschiedenste. In allen Beziehungen, in denen wir sie treffen, finden wir sie tadellos, einfältig, mit heiligem Ernste und mit überirdischer Weisheit nach den Grundsätzen des Christentums denken, reden und handeln. Dieses Resultat scheint uns das Buch des P. Schmöger über jeden Zweifel sicher zu stellen, und bildet diese erprobte Tugend und Frömmigkeit der Emmerick die sichere Grundlage zur Würdigung jener mystischen Erscheinungen, wovon das ganze Leben derselben erfüllt ist. ... Viel Segen ist von ihr ausgegangen und geht noch von ihr aus. Wenn der Verfasser dieser Bedeutsamkeit der Emmerick gebührend hervorhebt, so gibt er nur der Wahrheit Zeugnis und Gott die Ehre." (Dr. J.B. Heinrich)

"Gott der Herr wählt sich zu jeder Zeit Werkzeuge, durch welche Er große Gnaden der Erleuchtung, Tröstung und Stärkung an die armen Erdenpilger gelangen lassen will. Ein solches Werkzeug war die gottselige Anna Katharina Emmerick, wie ein jeder, der ihr wunderbares und heiliges Leben kennt, gerne zugeben wird. Möge der Segen, den sie durch ihre großen Tugenden, durch ihre unbeschreiblichen, in Liebe ertragenen Leiden, und insbesondere durch ihr mächtiges Gebet auf sich und ihre Mitmenschen herabgezogen hat, an recht vielen Lesern dieser Gesamtausgabe fruchtbar werden! Möge vor allem der Glaube an die heiligen Geheimnisse der Erlösung, die Hoffnung auf unseren Herrn und Heiland, sowie die Liebe zu Ihm und zu seiner heiligsten Mutter Maria durch dieses Werk in recht vielen geweckt, gefördert und erhalten werden!" (P. Gebhard Wiggermann, C.SS.R., 1891)

"Durch vieljährige Erfahrung belehrt, wie viel Gutes die Lesung der frommen und anmutigen Betrachtungen der gottseligen Klosterfrau Anna Katharina Emmerick über das Leben, Leiden und Sterben unseres göttlichen Heilandes und über die Geheimnisse des Lebens seiner hochgebenedeiten Mutter gestiftet hat, und fest überzeugt, daß dies auch in Zukunft in immer reicherem Maße der Fall sein wird, schließe ich mich hierdurch mit wahrer Freude den warmen Empfehlungen an, welche diesem Werke von dem hochwürdigsten Herrn Bischof Ignatius von Regensburg und von meinem hochsel. Amtsvorfahren Peter Joseph erteilt worden sind. Zugleich spreche ich den innigen Wunsch aus, daß diese herrliche Ausgabe allenthalben in den christlichen Familien Eingang finden und die Liebe zu Jesus und Maria, die Treue in ihrer gewissenhaften Nachfolge, die Hingebung an die unvergänglichen Wahrheiten der göttlichen Offenbarung mächtig fördern möge." (+Karl, Bischof von Limburg, 1892)

"Anna Katharina Emmerick nimmt in der visionären Mystik eine durchaus einzigartige Stellung ein: durch den tief bedeutungsvollen universellen Charakter ihrer Visionen und dadurch, daß ihre Gesichte nur zum geringsten Teil auf symbolischer, zum überwiegenden vielmehr auf historisch-realer Anschauung der heiligsten Gegenstände beruhen. Ganze Ketten von Visionsanschauungen tun sich vor ihrem Auge auf. Sie lebt und wirkt in dem geistigen Reich dieser Bilder. Aus der Mitte der Gesichte tritt die Gestalt Jesu hervor, erhaben und alles Menschliche überragend in ihrer Gottheit, und ergreifend nahe und natürlich in ihrer Menschlichkeit. Die biblische Welt beider Testamente ist ihr durch Gnade lebendig mit einer Unmittelbarkeit und dramatischen Wucht, die überwältigen. Bei all dem sind die Schauungen Anna Katharina Emmericks spontan, schlicht erfaßt und von einer nie dagewesenen Fülle der einzelnen Beobachtungen. Damit ist ihre Art des Sehens und Erfassens der Bilder zugleich charakteristisch für die weibliche Anschauungsweise überhaupt, die sich mit aller Liebe, ja mit besonderer Aufmerksamkeit auch den kleinsten Tatsachen erschließt." (Dr. Anton Brieger, 1960)

"Von besonders heilsamer Bedeutung für das innerliche Leben und ein ernstes Streben nach wahrer Frömmigkeit ist alles, was die erhabenen Gesichte der gottbegnadigten Jungfrau über die heiligste Menschwerdung, den ganzen irdischen Wandel und das bittere Leiden unseres göttlichen Heilandes, sowie über seine heiligste jungfräuliche Mutter und das Geheimnis ihrer Mitwirkung zur Erlösung der gefallenen Menschheit uns mitteilen. Es ist nicht jedem vergönnt und gegeben, täglich in einsamer Betrachtung zu Füßen unseres göttlichen Meisters zu weilen und im innerlichen Gebet in die Geheimnisse seines hochheiligen Lebens und Leidens einzudringen. Aber kein gläubiges Christenherz wird es geben, welches nicht bei frommer Lesung dieser Gesichte die Person Jesu Christi in unmittelbarster Nähe vor sich sähe und oft und oft sich gedrängt fühlen möchte, im Geiste vor Ihm anbetend niederzuknien und mit dem heiligen Apostel Thomas auszurufen: Mein Herr und mein Gott!" (+Peter Joseph Blum, Bischof von Limburg, 1881)

"Die Schriften der gottseligen Anna Katharina Emmerick atmen einen so tiefen Geist des Glaubens und eine so herzinnige Liebe zu Gott, daß deren andächtige Lesung einen reichen Schatz des Segens und der Erbauung der Gläubigen bringen muß. Ich erteile daher mit Freude der Prachtausgabe des Werkes meine bischöfliche Approbation, und wünsche demselben eine weite Verbreitung unter dem christlichen Volke." (+August Maria Toebbe, Bischof von Covington, 1882)

"Der Wohlgeruch wahrer Heiligkeit, der Geist der Kirche weht durch alle ihre Worte, und es ist wunderbar zu sehen, wie genau ihre Beschreibungen sind, wenn sie von Tatsachen spricht, und wie groß die Menge der Kenntnisse war, welche dieses ungebildete Landmädchen entfaltete. Eine solche Genauigkeit und eine solche Fülle von Kenntnissen sind ganz und gar unerklärlich, wenn man nicht eine übernatürliche Offenbarung dabei annimmt. Ihre Erzählung ist allzeit in vollkommenem Einklang mit der Lehre der Theologen und Kirchenväter, mit den Entscheidungen der Konzilien und mit den Regeln des Glaubens überhaupt. Und wenn sie die Sitten und Gebräuche verschiedener Länder und Zeitalter schildert, so gibt sie niemals Berichte, welche von der wissenschaftlichen Wahrheit oder historischen Genauigkeit abweichen würden." (P. A.M. Clarke, S.J., "The Month", London, 1885)


Siehe auch: "Gang durch die Erinnerungsstätten"