19. September
Hll. Martyrer Bischof Januarius und seine Gefährten
Duplex
Allgemeiner Festtag S. [31].

Kirchengebet

Gott, Du erfreust uns durch die jährliche Feier Deiner heiligen Martyrer Januarius und seiner Gefährten; gib uns huldvoll die Gnade, daß wir, die wir uns über ihre Verdienste freuen, auch durch ihr Beispiel uns anregen lassen; durch unsern Herrn.

Gedächtnis des vorhergehenden Tages:
Ant. Ich erachte alles für Schaden gegenüber der alles überragenden Kenntnis meines Herrn Jesus Christus.
V. Der Herr führte den Gerechten usw. S. 24

Kirchengebet wie oben S. 795.

2. Nachtstunde

4. Lesung

Januarius, Bischof von Benevent, wurde in der Christenverfolgung des Diokletian und Maximian wegen des Bekenntnisses seines christlichen Glaubens nach Nola zu Timotheus, dem Statthalter von Campanien, geführt. Hier wurde seine Standhaftigkeit auf mannigfache Weise erprobt; er wurde in einen glühenden Ofen geworfen, kam aber unverletzt heraus; nicht einmal sein Gewand oder sein Haar hatte das Feuer versengt. Voll Wut befahl nun der Statthalter, den Leib des Martyrers so lange auseinanderzuziehen, bis die Sehnen und Muskeln sich lösten. Inzwischen wurden auch sein Diakon Festus und sein Lektor Desiderius verhaftet, gefesselt und zusammen mit dem Bischof vor dem Wagen des Statthalters her nach Pozzuoli geschleppt. Dort wurden sie in den gleichen Kerker gewofen, in dem schon Sofius aus Misene und der Diakon Prokulus aus Pozzuoli sowie die Laien Eutyches und Akutius verwahrt wurden; diese waren zu den wilden Tieren verurteilt.

R. Deine Heiligen, o Herr, haben einen wunderbaren Weg gefunden im Gehorsam gegen Deine Gebote; sie blieben unverletzt zwischen den starken Wassern; * trockenes Land zeigte sich ihnen und ein Weg im Roten Meere ohne Hindernis. V. Er schlug an den Felsen und es floß Wasser heraus und Ströme ergossen sich. Trockenes Land...

5. Lesung

Tags darauf wurden nun alle im Amphitheater den wilden Tieren vorgeworfen; doch diese vergaßen ihre natürliche Wildheit und legten sich dem Januarius zu Füßen. Timotheus schrieb dies Zauberkünsten zu. Als er daraufhin die Blutzeugen Christi zum Tode durch Enthauptung verurteilte, wurde er plötzlich blind; auf das Gebet des heiligen Januarius hin erhielt er jedoch gleich das Augenlicht wieder. Auf dieses Wunder hin nahmen ungefähr 5000 Menschen den christlichen Glauben an. Der undankbare Richter aber wurde durch diese Segenstat in keiner Weise milder gestimmt, sondern geriet durch die Bekehrung so vieler Leute nur in Wut. Vor allem aber hatte er große Angst vor den Dekreten der Kaiser und ließ darum den heiligen Bischof samt seinen Gefährten mit dem Schwerte hinrichten.

R. Die Heiligen Gottes fürchteten nicht die Schläge der Henker und starben um des Namens Christi willen, * um Erben zu werden im Haus des Herrn. V. Sie gaben ihren Leib für Gott dem Tode hin. Um Erben...

6. Lesung

Für die Bestattung ihrer Leichen sorgten die benachbarten Städte; jede von ihnen wollte nämlich einen bestimmten von ihnen sich zum Patron erwählen. Den Leib des heiligen Januarius holten sich auf Gottes Antrieb hin die Neapolitaner. Er wurde zuerst nach Benevent, dann ins Kloster Monte-Vergine und schließlich nach Neapel gebracht und dort in der Hauptkirche beigesetzt und glänzt durch viele Wunder. Besondere Erwähnung verdient, daß er einst die Feuermassen, die aus dem Vesuv herauskamen, die nicht nur die nächste, sondern auch die weitere Umgebung zu verwüsten drohten und großen Schrecken verbreiteten, zum Erlöschen brachte. Bekannt ist auch, daß sein Blut, das in geronnenem Zustande in einem Glasgefäß aufbewahrt wird, sobald es in die Nähe seines Hauptes gestellt wird, auf wunderbare Weise flüssig wird und aufwallt, als wäre es eben erst vergossen worden. Das kann man bis auf den heutigen Tag siehen.

R. Wie Gold im Feuerofen hat der Herr seine Auserwählten geläutert und sie als Opfergabe angenommen; zur rechten Zeit wird ihnen Lohn zuteil werden. * Denn Gnade und Frieden erlangen die Auserwählten Gottes. V. Die auf ihn vertrauen, werden seine Treue erfahren, und die ausharren in der Liebe, werden ruhen bei ihm. Denn Gnade... Ehre... Denn Gnade...

3. Nachtstunde

Lesung aus dem hl. Evangelium nach Matthäus

7. Lesung Kap. 24, 3-13

In jener Zeit, als Jesus sich auf dem Ölberg niedersetzte, traten seine Jünger allein zu ihm und sprachen: Sage uns doch, wann wird dies geschehen? usw.

Auslegung des hl. Bischofs Hilarius

Die Jünger fragen den Herrn, wann dies geschehen wird und was sie als Zeichen seiner Wiederkunft und des Weltenendes betrachten sollen. Nach diesen drei Dingen wird also zugleich gefragt, bei den getrennten Angaben über die Zeit und die Bedeutung werden sie jedoch genau auseinandergehalten. Zuerst erhalten sie also Bescheid über den Untergang der Stadt, und sie werden durch die Wahrheit dieser Lehre bestärkt, damit kein Betrüger sie in ihrer Unwissenheit überraschen könne. Denn auch zu ihren Zeiten schon sollten Menschen kommen, die sich Christus nannten. Damit sie also dieser Lügenpest den Glauben verweigern konnten, darum erfolgte vorher diese Warnung.

R. Wegen des Bundes mit dem Herrn und um des väterlichen Gesetzes willen, verharrten die Heiligen Gottes in brüderlicher Liebe; * denn es lebte in ihnen stets ein Geist und ein Glaube. V. Seht! Wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder beisammen wohnen. Denn es lebte...

8. Lesung

Der Herr stärkt also seine Jünger zur Ausdauer im Leiden, auf der Flucht, bei den Geißelungen, bei der Hinrichtung und beim allgemeinen Haß gegen sie um seines Namens willen. Bei diesen Drangsalen weden viele sich verwirren lassen und infolge der vielen Übel Ärgernis nehmen und sogar bis zum gegenseitigen Haß sich aufhetzen lassen. Falsche Propheten werden aufstehen (z.B. Nikolaus, einer von den sieben Diakonen) und viele durch erlogene Reden verführen; und weil die Ungerechtigkeit überhand nimmt, wird die Liebe erkalten.

R. Euch, meine Heiligen, die ihr im Fleische wandelnd gekämpft habt; * euch will ich den Lohn für alle Mühen geben. V. Kommet, ihr Gesegneten meines Vaters, besitzet das Reich. Euch will... Ehre.... Euch will...

9. Lesung

Denen aber, die ausharren bis ans Ende, ist das Heil vorbehalten. Alsdann werden die apostolischen Männer sich über alle Weltteile zerstreuen und die Wahrheit des Evangeliums wird überall verkündet werden. Und wenn die Kenntnis der geheimnisvollen himmlischen Lehre allen gebracht ist, dann wird Jerusalems Untergang und Ende erfolgen; auf den Glauben an das Evangelium soll sowohl die Bestrafung der Ungläubigen wie auch das Schreckensbild der zerstörten Stadt folgen. Das ist nun, wie es vorausgesagt war, an Jerusalem in Erfüllung gegangen; nachdem man die Apostel gesteinigt, hinausgejagt und gemordet hatte, wurde die Stadt durch Hungersnot, Krieg und Gefangennahme ihrer Einwohner verwüstet. Sie war auch nicht mehr wüdig zu bestehen, nachdem sie die Apostel Christi vertrieben und sich der Predigt Gottes unwürdig erwiesen hatte.

Tedeum.

Vesper vom Kapitel ab vom folgenden Tag.


Deutsches Brevier - Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche - Erster Band: Advent bis Pfingsten - Zweiter Band: Pfingsten bis Advent - Herausgegeben von Dr. Johann Schenk - Zweite, unveränderte Auflage - Verlag Friedrich Pustet Regensburg - Transscription: © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell, Paul O. Schenker