Josefa Menendez

Schwester Josefa Menendez, Laienschwester aus der Gesellschaft der Ordensfrauen vom Heiligsten Herzen Jesu, 1890-1923, war eine stille, verborgene, demütige Seele. Ihre Familie lebte in Madrid. Als ältestes von vier Kindern mußte sie vom siebzehnten Jahre an als Schneiderin den Lebensunterhalt für ihre durch Krankheit der Eltern und frühen Tod des Vaters in enge Verhältnisse geratene Familie verdienen. Dreißigjährig trat sie 1920 ins Kloster der Ordensfrauen in Poitiers (Frankreich) ein. Auch dort arbeitete sie als Schneiderin; sie fertigte die Kleider der Pensionatszöglinge an und unterwies junge Arbeiterinnen und Mitschwestern im Nähen.

Keiner ihrer Mitschwestern wurde die außergewöhnliche Begnadigung Josefas zur Zeit ihres Lebens bekannt. Oft hat sie den Herrn geschaut, mit ihm das Kreuz getragen und die Leiden seiner Passion für die Bekehrung der Sünder durchlitten. Schwere Versuchungen hat der Widersacher alles Guten ihr bereitet. Wie eine heilige Theresia hat auch Josefa die qualvollsten aller Prüfungen, die Höllenvisionen, oft und oft erlebt. Nur ihre Obern wußten um das Geheimnis. Unberufenen Augen hat Gott es auf wunderbare Weise verhüllt.

1938 erlaubte der Kardinalprotektor der Gesellschaft der Ordensfrauen vom Heiligsten Herzen Jesu, Kardinal Eugen Pacelli, der nachmals als Pius XII. die Kirche Christi leitete, die Veröffentlichung der Botschaft Jesu an Schwester Josefa für die Seelen und begleitete deren Erscheinen mit den empfehlenden Worten:

"Ich zweifle nicht daran, daß die Veröffentlichung dieser Seiten dem heiligsten Herzen Jesu wohlgefällig sein wird. Sie künden ja von der großen Liebe, die er in seiner Dienerin so gnadenvoll entfacht hat. Mögen sie wirksam dazu beitragen, in vielen Seelen ein immer größeres und liebenderes Vertrauen auf das unendliche Erbarmen dieses göttlichen Herzens gegen die armen Sünder zu erwecken, die wir ja alle sind..."

Josefas Seligsprechungsprozeß ist eingeleitet; über alles, was sie geschrieben hat, warten wir in Unterwürfigkeit das Urteil der Kirche ab.

Die charakteristischen Merkmale des Geistes Christi: Demut, Gehorsam und Liebe bürgen für die Echtheit von Josefas Berufung. Josefa war tief demütig; sie wußte aus innerer Erfahrung um ihre Schwäche und Nichtigkeit. Sie hätte den einfachen Weg eines gewöhnlichen Ordenslebens allem anderen vorgezogen. Das Ja zum Außergewöhnlichen brachte sie nur in Unterwerfung unter den göttlichen Willen zustande. Nie haben Visionen und Ekstasen einen Zwiespalt hineingetragen in Josefas Übung des klösterlichen Gehorsams. Fügsamkeit und kindliche Offenheit kamen aus ihrem tiefen Glaubensgeist. Im Gehorsam schrieb sie nieder, was sie innerlich erlebte und als Botschaft aus dem Munde des Herrn empfing. Willig lieferte sie es ihren Vorgesetzten zur Beurteilung aus.

Schwester Josefa wurde gewürdigt, in der Wunde des Herzens Jesu zu ruhen und den Pulsschlag seiner Liebe zu hören. Aus der Tiefe des göttlichen Herzens vernahm sie die Botschaft der Liebe und auch den Auftrag, sie für die Seelen niederzuschreiben:

"Denke an Meine Worte und glaube ihnen. Ich will dich in Meinem Herzen gefangenhalten und dich in Meiner Liebe besitzen, um dann deine Kleinheit und Armseligkeit zu einem Werkzeug Meines Erbarmens für viele Seelen zu machen, die druch deine Vermittlung gerettet werden. Später werde Ich dir die Geheimnisse Meines Herzens enthüllen, und sie werden vielen Seelen zum Heile gereichen. Ich will, daß du alles aufschreibst und bewahrst, was Ich dir sage. Alles wird man lesen, wenn du im Himmel bist. Nicht wegen deiner Verdienste will Ich Mich deiner bedienen, sondern damit die Seelen erkennen, wie Meine Allmacht sich armer und schwacher Werkzeuge bedient" (Der Herr zu Josefa, 11. Juni 1921).

Der Verbreitung dieser Botschaft dienen diese Seiten. Viele, viele treue, auserwählte und gottgeweihte Seelen sollen sie lesen. Tag für Tag werden sie Licht darin finden und Kraft zur Mitarbeit am Werke der Liebe Jesu durch rückhaltlose Hingabe und liebende Leidensbereitschaft zur Sühne und für die Rettung der Welt, wie der Herr es in der Botschaft von Josefa und von all den Seinen verlangt. Jede Seite entfacht in den Seelen heilige Glut. Jesu Wunsch ist, daß viele, viele Seelen davon erglühen, in heiliger Liebe brennen und die ganze Welt entflammen.


Der Aufruf an die Seelen

"Ich bin die Liebe! Mein Herz kann die Flamme, die Es unaufhörlich verzehrt, nicht zurückhalten.

Ich liebe die Menschen so sehr, daß Ich Mein Leben für sie hingegeben habe.

Aus Liebe zu ihnen wollte Ich im Tabernakel gefangen bleiben. Seit Jahrhunderten wohne Ich da, Tag und Nacht, verborgen unter der Gestalt des Brotes, und aus Liebe ertrage Ich Vergessensein, Einsamkeit, Verachtung, Lästerungen, Schmähungen und Gottesraub...

Aus Liebe zu den Menschen habe Ich ihnen das Bußsakrament hinterlassen, um ihnen Verzeihung zu schenken, nicht nur ein- oder zweimal, sondern so oft sie ihrer bedürfen, um die Gnade wieder zu erlangen. Ich erwarte sie. Ich sehne mich danach, daß sie kommen, um ihre Sünden abzuwaschen, nicht mit Wasser, sondern mit Meinem eigenen Blute. Im Laufe der Jahrhunderte habe Ich auf mancherlei Weise Meine Liebe zu den Menschen und Mein sehnliches Verlangen nach ihrem Heil geoffenbart. Ich habe sie Mein Herz erkennen lassen. Diese Andacht war wie ein Licht, das die Welt erleuchtet hat, und auch heute ist sie das Mittel, das die meisten Arbeiter in Meinem Weinberge anwenden, um die Herzen zur Umkehr zu bewegen.

Jetzt aber will Ich noch mehr. Als Antwort für Meine Liebe zu den Menschen verlange Ich ihre Gegenliebe. Ich will, daß sie an Meine Barmherzigkeit glauben, daß sie alles von Meiner Güte erhoffen und niemals an Meiner Verzeihung zweifeln.

Ich bin Gott, doch ein Gott der Liebe! Ich bin Vater, doch ein Vater, der mit Güte und nicht mit Strenge liebt. Mein Herz ist unendlich heilig, aber auch unendlich weise: Es kennt das Elend und die Gebrechlichkeit der Menschen und neigt sich mit unendlicher Barmherzigkeit zu den armen Sündern herab.

Ja, Ich liebe sie, nachdem sie ihre erste Sünde begangen haben, wenn sie zu Mir kommen und demütig um Verzeihung bitten... Ich liebe sie noch, wenn sie ihre zweite Sünde beweint haben; und wenn sich das wiederholt, Ich sage nicht milliardenmal, sondern Millionen von milliardenmal, so liebe Ich sie und verzeihe ihnen, und Ich wasche ihre letzte wie ihre erste Sünde in Meinem Blute.

Ich werde der Seelen nicht überdrüssig, und Mein Herz harrt ohne Unterlaß, daß sie kommen, sich hineinzuflüchten, um so mehr, je elender sie sind! Sorgt ein Vater sich nicht mehr um ein krankes Kind als um die gesunden? Umgibt er es nicht mit größerer Zärtlichkeit? So ergießt sich das Mitleid und die Zärtlichkeit Meines Herzens reichlicher noch über die Sünder als über die Gerechten.

Die Sünder will Ich lehren, daß das Erbarmen Meines Herzens unerschöpflich ist. Den Lauen und Gleichgültigen will Ich sagen, daß Mein Herz ein Feuer ist, das sie alle durchglühen will, weil Es sie liebt. Die Frommen und Guten sollen wissen, daß Mein Herz der Weg ist, auf dem sie zur Vollkommenheit schreiten und sicher ihr ewiges Heil erlangen werden. Von den Mir geweihten Seelen, von Priestern und Ordensleuten, von Meinen Auserwählten verlange Ich, daß sie Mir ihre Liebe schenken und nicht an Meiner Liebe zweifeln, vor allem aber, daß sie Mir ihr Vertrauen schenken und nicht an Meiner Barmherzigkeit zweifeln! Es ist so leicht, von Meinem Herzen alles zu erwarten!" (11. Juni 1923, S. 491) * Wir verweisen nach dem Datum auf die entsprechende Seite im Buch: "Die Liebe ruft - Botschaft des Herzens Jesu..."

"Ich will zeigen, daß sich Mein Werk auf Nichtigkeit und Armseligkeit gründet, und daß gerade dies der erste Ring jener Liebeskette ist, die Ich von Ewigkeit her für die Seelen bereitet habe. Ich werde Mich deiner bedienen, um zu zeigen, daß Ich das Elende und Geringe, ja das Nichts liebe.

Ich will den Seelen kundtun, wie sehr Mein Herz sie liebt und ihnen verzeiht; wie sogar ihr Versagen Mir wohlgefällig ist... ja, schreibe es... Mir wohlgefällig ist. Ich sehe ins Innerste der Seelen; Ich sehe ihr Verlangen, Mir zu gefallen, Mich zu trösten, Mich zu verherrlichen... und wenn sie nach dem Fallen ihre Schwäche einsehen und sich verdemütigen, so trösten und verherrlichen sie gerade dadurch Mein Herz.

Es liegt wenig daran, daß sie so klein sind; Ich ergänze, was ihnen mangelt.

Ich werde zeigen, wie Mein Herz sich sogar ihrer Schwäche bedient, um vielen Seelen das Leben wiederzugeben, das sie verloren haben.

Ich will kundtun, daß das Maß Meiner Liebe und Barmherzigkeit für die Sünder keine Grenzen kennt. Ich will ja verzeihen. Ich bin immer bereit, alle, die zu Mir kommen, in Liebe aufzunehmen. Niemand soll mutlos werden; sie sollen nur kommen, sich in Meine Arme werfen und nichts fürchten, denn Ich bin ihr Vater!

Viele Meiner Bräute verstehen nicht genug, was sie tun könnten, um jene für Mein Herz zu gewinnen, die in einem Abgrund von Unwissenheit leben, ohne es selber zu ahnen. Ich möchte sie an Mich ziehen, um ihnen das wahre Leben zu schenken.

Ja, Ich werde dich die Geheimnisse Meiner Liebe lehren, Josefa, und du wirst ein lebendiger Beweis für Meine Barmherzigkeit sein; denn wenn Ich schon dir, trotz deines Elendes und deiner Niedrigkeit, so viele Beweise Meiner besonderen Liebe gebe, was werde Ich erst für andere Seelen tun, die viel großmütiger sind als du!" (6. August 1922, S. 274)

"Komm, geh ein in Mein Herz! Es ist dem Nichts so leicht, sich in diesem Abgrund der Liebe zu verlieren!...

So werde Ich deine Niedrigkeit und dein Elend verzehren.

Ich will in dir wirken, durch dich sprechen und Mich durch dich zu erkennen geben. Wie viele werden in Meinen Worten das Leben finden! Wie viele werden Mut fassen, wenn sie den Wert ihrer Mühen erkennen! Ein kleiner Akt der Geduld, der Losschälung, der Großmut kann ein Schatz für sie werden und Meinem Herzen viele Seelen gewinnen..." (7. August 1922, S. 275)

"Ich schaue nicht auf die Leistung, sondern auf die Meinung. Das Kleinste, das aus Liebe getan wird, kann sehr verdienstlich sein und Mir viel Trost bereiten... Nur Liebe will Ich... Ich suche, Ich verlange nichts als Liebe!..." (8. September 1922, S. 296)

"Ist eine Seele großmütig genug, Mir alles zu geben, was Ich von ihr verlange, so häuft sie Schätze auf für sich und die Seelen und entreißt viele dem Wege des Verderbens.

Die Seelen aber, die Mein Herz auserwählt hat, sollen durch ihre Opfer und ihre Liebe der Welt Meine Gnaden vermitteln.

Ja, die Welt ist voller Gefahren... Wie viele arme Menschen, die zum Bösen neigen, brauchen stets sichtbare oder unsichtbare Hilfe! Ich wiederhole es: ob die Meinen wohl gedenken, welcher Schätze sie sich und andere berauben, wenn sie nicht großmütig sind?

Ich will nicht sagen, daß eine Seele schon deshalb von ihren Fehlern und Armseligkeiten befreit ist, weil Ich sie auserwähle. Sie kann fallen, und sie wird noch mehr als einmal fallen. Wenn sie sich aber demütigt und ihr Nichts erkennt, wenn sie versucht, ihren Fehler durch Großmut und Liebe wieder gut zu machen, wenn sie sich von neuem Meinem Herzen anvertraut und sich Ihm überläßt, so erweist sie Mir größere Ehre und kann den Seelen mehr Gutes tun, als wenn sie nicht gefallen wäre... Ihre Armseligkeit macht Mir nichts aus... Ich verlange aber ihre Liebe.

Ja, eine Seele kann Mich trotz ihrer Armseligkeiten bis zur Torheit lieben... doch versteh es wohl, daß Ich nur von Fehlern spreche, die aus Unachtsamkeit und Gebrechlichkeit entspringen, aber nicht von überlegten und freiwilligen Fehlern.

Opfere dein Leben auf, wenn es auch unvollkommen ist, damit alle Meine auserwählten Seelen die wunderbare Aufgabe recht begreifen, die sie durch ihre gewöhnlichen Handlungen und täglichen Mühen vollbringen können. Sie sollen nie vergessen, daß Ich sie so vielen anderen vorgezogen habe, nicht wegen ihrer Vollkommenheit, sondern wegen ihres Elends. Ich bin ganz Liebe, und das Feuer, das Mich entflammt, verzehrt alle ihre Schwächen.

Ich werde dir noch andere Geheimnisse Meines Herzens mitteilen. Aber Mich verzehrt immer das gleiche Verlangen, daß die Menschen mehr und mehr Mein Herz erkennen!" (20. Oktober 1922, S. 306)

"Schreibe für Meine Seelen:

Jene, die in ständiger Vereinigung mit Mir leben, verherrlichen Mich und wirken in hohem Maße zum Nutzen der Seelen. Verrichten sie eine Arbeit, die in sich nur wenig Wert hat, tauchen diese aber in Mein kostbares Blut oder vereinigen sie mit der Arbeit, die Ich selbst während Meines irdischen Lebens verrichtete, wieviel Frucht wird sie für das Heil der Seelen bringen; mehr vielleicht, als hätten sie der ganzen Welt gepredigt! Gleichviel ob sie studieren, reden oder schreiben, ob sie putzen, nähen, sich erholen; solange die Tätigkeit nicht durch Laune bestimmt, sondern durch Gehorsam oder Pflicht geregelt ist und in inniger Vereinigung mit Mir verrichet wird, ist sie fruchtbar für die Seelen...

Ich wünsche so sehr, daß die Menschen das verstehen. Nicht die Handlung in sich bestimmt ihren Wert, sondern die Absicht, in der sie verrichtet wird. Als Ich in der Werkstatt zu Nazareth arbeitete, erwies Ich Meinem himmlischen Vater ebenso viel Ehre wie in Meiner öffentlichen Lehrtätigkeit.

Viele, die in den Augen der Welt eine angesehene Stellung haben, erweisen Meinem Herzen große Ehre. Ich habe aber auch viele Seelen, die in der Verborgenheit ihres schlichten Tagewerkes sehr nützliche Arbeiter in Meinem Weinberge sind; denn die Liebe treibt sie an, und sie verstehen es, ihre geringfügigsten Handlungen in Mein Blut zu tauchen und so mit dem Gold der guten Meinung zu bedecken.

Meine Liebe geht so weit, daß die Seelen aus den kleinsten Dingen große Schätze gewinnen können. Wenn sie am Morgen in Vereinigung mit Mir ihren ganzen Tag aufopfern und innig verlangen, daß Mein Herz sich seiner zum Heile der Seelen bediene, wenn sie all ihre Pflichten aus Liebe erfüllen, Stunde für Stunde und Minute für Minute, wie viele Schätze sammeln sie an einem Tage!

Solche Seelen werde Ich Meine unerschöpfliche Liebe immer mehr offenbaren. Sie werden erkennen, wie leicht es für ein liebendes Herz ist, sich von der Liebe leiten zu lassen." (30. November 1922, S. 320)

"Schreibe für Meine Seelen:

Mein Herz ist ganz Liebe, und diese Liebe umfängt alle Menschen. Wie aber kann Ich Meinen auserwählten Seelen begreiflich machen, daß Mein Herz sie besonders liebt und sich ihrer bedienen will, um die Sünder und so viele gefährdete Seelen zu retten?

Deshalb sollen sie wissen, wie stark Mein Verlangen ist, sie zu heiligen. Die Vollkommenheit besteht im Wesentlichen darin, alle gewöhnlichen alltäglichen Handlungen in Vereinigung mit Mir zu verrichten. Wo dieser Grundsatz verstanden wird, vergeistigt sich jedes Tun.

Wenn eine Seele brennt vor Verlangen zu lieben, so fällt ihr nichts schwer; fühlt sie sich aber kalt und ohne Schwung, so wird ihr alles mühsam und hart. Dann soll sie zu Meinem Herzen kommen und wieder Mut fassen!... Sie soll Mir ihre Niedergeschlagenheit aufopfern, sie mit Meinem glühenden Eifer vereinigen und dann in ruhiger Sicherheit bleiben; denn ihr Tagewerk wird von unermeßlichem Wert für die Seelen sein. Mein Herz kennt ja alles menschliche Elend und erbarmt sich seiner.

Dazu genügt es nicht, daß man sich durch die gute Meinung einmal mit Mir vereinigt. Ich verlange nach einem vertrauten, ständigen Zusammenleben, wie es zwischen wahren Freunden besteht. Selbst wenn sie kein Wort reden, bleibt doch ihre Aufmerksamkeit aufeinander gerichtet. Das bewirkt die Liebe.

In der geistlichen Freude ist es der Seele leicht, an Mich zu denken, aber wenn Dunkel und Verlassenheit sie überkommen, soll sie sich nicht fürchten! Ein Blick genügt Mir. Ich verstehe ihn. Und wenn sie auf Mich allein schaut, wird sie in Meinem Herzen Verständnis und Hilfe finden.

Ich will, daß die Menschen aus Erfahrung wissen, wie sehr Ich sie liebe! Nur dann können sie anderen... das Verständnis Meiner Liebe vermitteln.

Ich verlange ausdrücklich, daß alle auserwählten Seelen ihren Blick beständig auf Mich gerichtet halten. Sonst werden sie der Lauheit vefallen, denn diese hat ihre Ursache darin, daß sie Meine Liebe nicht verstehen. Nein, es ist weder schwierig noch hart, Mein Herz zu lieben, sondern sanft und leicht. Man braucht nichts Außerordentliches zu tun, um einen hohen Grad von Liebe zu erreichen: Ich verlange nur die reine Meinung in kleinen wie in großen Dingen, innige Vereinigung mit Meinem Herzen, und die Liebe tut das übrige!..." (2. Dezember 1922, S. 322)

"Ja, Ich bin Jesus Christus, der die Seelen so innig liebt... Sieh dies Herz, das nicht aufhört, sie zu rufen, sie zu behüten und für sie zu sorgen ... Sieh dies Herz vor Verlangen nach Liebe brennen, besonders nach der Liebe Seiner auserwählten Seelen!

Schreibe, schreibe weiter für sie:

Mein Herz ist nicht nur ein Abgrund der Liebe, es ist auch ein Abgrund des Erbarmens! Ich kenne die menschliche Schwäche, Ich weiß, daß auch die geliebtesten Seelen nicht frei von Fehlern sind. Aber Ich will sie für das Werk der Welterlösung gebrauchen, indem Ich den geringsten ihrer Handlungen übernatürlichen Wert verleihe. Nicht alle können predigen, noch die Frohbotschaft in die Ferne zu den Heiden tragen. Aber alle, ja alle können die Liebe und Kenntnis Meines Herzens verbreiten, alle können sich gegenseitig helfen, um die Zahl der Auserwählten zu vermehren, das heißt, das ewige Verderben vieler verhindern ... und zwar durch Meine Liebe und Mein Erbarmen.

Die Liebe Meines Herzens geht noch weiter: Nicht nur, daß Ich das alltägliche Leben der Menschen und ihre geringsten Handlungen dem Heil der Seelen zugute kommen lasse; Ich ziehe sogar Nutzen aus ihren Schwächen und Fehlern. Ja, die Liebe verwandelt und verklärt alles, und die Barmherzigkeit verzeiht alles!" (5. Dezember 1925, S. 324)

"Und nun schreibe noch für Meine Seelen:

Die Liebe verwandelt ihre gewöhnlichsten Handlungen und gibt ihnen übernatürlichen Wert. Aber sie tut noch mehr: Ich liebe Meine Auserwählten so sehr, daß Ich sogar Nutzen ziehe aus ihren Schwächen und Fehlern.

Wenn eine Seele klar erkennt, wie elend sie ist, so hört sie auf, sich selbst etwas Gutes zuzuschreiben. Sie erlangt eine gewisse innere Demut, was nicht der Fall wäre, wenn sie sich weniger unvollkommen fände. Wenn euch bei der Arbeit oder im Apostolat das Bewußtsein eurer Unfähigkeit überkommt... oder das Widerstreben, anderen den Weg zu einer Vollkommenheit zu weisen, die ihr selber noch nicht erreicht habt, so ist das wiederum ein Grund zur Verdemütigung. Treibt euch die Selbsterkenntnis dazu, euch Mir zu Füßen zu werfen und in innerer Beschämung über euren geringen Fortschritt Mein Herz um Kraft und Mut anzuflehen, so werde Ich mit ungeahnter Liebe auf euch schauen und euer Wirken wunderbar befruchten.

Jene aber, die nicht großmütig genug sind, die alltäglichen Opfer zu bringen und sich wirklich zu bemühen, werden sehen, wie ihr Leben in bloßen Vorsätzen vergeht und unfruchtbar bleibt.

Hier ist eine Unterscheidung nötig. Den Menschen, die gewohnheitsmäßig etwas versprechen, ohne sich Gewalt anzutun, um die Aufrichtigkeit ihres Strebens zu beweisen, sage Ich: Nehmt euch in acht, damit all dieses Stroh, das ihr in euren Scheunen sammelt, nicht Feuer fängt oder vom Sturm verweht wird!

Das gilt aber nicht für solche, die zwar den Tag beginnen mit dem guten Willen, durch Selbstverleugnung oder Großmut bei dieser oder jener Gelegenheit Mir einen Liebesbeweis zu schenken, die aber im entscheidenden Augenblick trotz des Vorsatzes, den sie noch vor wenigen Stunden gefaßt hatten, versagen; Eigenliebe, Charakterschwierigkeiten oder unnötige Rücksicht auf die Gesundheit haben sie an der Ausführung gehindert. Wenn sie Mich demütig und voller Beschämung um Verzeihung bitten, sobald sie ihre Schwäche erkennen, und den Vorsatz erneuern, ihren begangenen Fehler durch großmütige Liebe zu sühnen, so verherrlichen sie Mein Herz und tun vielleicht mehr Gutes, als wenn sie nicht versagt hätten*." (12. Dezember 1923, S. 326)

* Der Herr unterscheidet hier sehr deutlich zwischen gewohnheitsmäßigen, freiwilligen läßlichen Sünden, die man nicht bekämpft, und Schwachheitsfehlern, die gesühnt werden.
Er erklärt mit diesen Worten, daß Er durch bewußte Wiedergutmachung mehr getröstet wird, als Er durch Schwachheit beleidigt wurde. Tatsächlich verlangt der Akt der Demut, des Vertrauens und der Großmut, den die Wiedergutmachung voraussetzt, einen bewußten und vollständigen Willensakt, während ein solcher bei den Schwachheitsfehlern nur zum Teil vorhanden war.

"Ich will verzeihen. Ich will herrschen. Ich will über die Menschen, über die Völker und über die ganze Welt herrschen. Ich will Meinen Frieden bis an die Grenzen der Erde verbreiten. Ich bin die Weisheit und das Glück. Ich bin die Liebe und die Barmherzigkeit. Ich bin der Friede; Ich werde herrschen!

Um den Undank auszulöschen, will Ich einen Strom des Erbarmens ausgießen. Um die Beleidigungen zu sühnen, will Ich Schlachtopfer erwählen, die Verzeihung erlangen werden... Ja, es gibt in der Welt viele Seelen, die Mir gefallen möchten... Es gibt noch großmütige Seelen, die Mir alles geben, was sie haben, damit Ich Mich ihrer nach Meinem Wunsch und Willen bediene.

Ich beginne Meine Herrschaft mit Erweisen der Barmherzigkeit, denn Mein Reich ist ein Reich des Friedens und der Liebe. Das ist das Ziel, das Ich erreichen möchte, das ist da Werk Meiner Liebe!...

Meine Botschaft richtet sich an alle: an Gerechte und Sünder, Gelehrte und Unwissende, Vorgesetzte und Untergebene. Allen gilt Mein Wort: Sehnt ihr euch nach Glück, so sucht es in Mir; nach Reichtum: Ich bin der unendliche Reichtum; nach Frieden: Ich bin der Friede. Ich bin die Barmherzigkeit und die Liebe! Ich will König sein!...

Ich komme, dich zu entflammen und zu verzehren... Das ist Mein einziges Verlangen: Die Seelen entflammen... die Welt entflammen. Ach, die Seelen weisen die Flamme Meiner Liebe zurück! Doch Ich werde siegen! Sie werden Mein sein, und Ich werde ihr Köng sein! Leide mit Mir, damit die Welt Mich kenne und die Seelen zu Mir kommen. Durch das Leid wird die Liebe siegen!" (12. Juni 1923, S. 493)

"Ich will, daß die Seelen sich vom wahren Licht ganz durchdringen lassen.

Ich will, daß die Kinder - diese unschuldigen Herzen, die Mich nicht kennen und in der Kälte der Gleichgültigkeit aufwachsen, unwissend um den Wert ihrer Seele - ja, Ich will, daß diese kleinen Seelen, die doch Meine Freude sind, einen Zufluchtsort finden, wo man sie Mich kennen lehrt, und sie aufwachsen in Ehrfurcht vor Meinen Geboten und in Liebe zu Meinem Herzen.

Ich will die Herzen durch die Stärke Meiner Liebe gewinnen. Ich will die Sitten erneuern, sie heben und veredeln, damit die Menschen nicht mehr bloß für die Welt leben, sondern für den Himmel. Das will nicht besagen, daß Ich gegen den Fortschritt sei. Im Gegenteil. Ich wünsche, daß die Menschen im Wissen, im Können und in der Macht über die Dinge noch weiter voranschreiten. Ich will aber, daß sie mit dem Wissen über die Dinge dieser Welt auch das Wissen um die göttlichen Dinge vereinen. Dann werden sie mit dem Erstreben der irdischen Güter zugleich auch das verwirklichen, was die Größe und das wahre Glück der Seele ausmacht.

Euch habe Ich erwählt, Mir bei diesem Werke der Liebe zu helfen.

Mein Wunsch ist, daß ihr Nahrung für das Feuer seid, das Ich über die Erde hin verbreiten will; denn was nützt es, die Flamme zu entzünden, wenn dann nichts da ist, das sie nährt...

Darum will Ich eine Reihe von Seelen formen, die immer mehr von Liebe brennen, von jener Liebe, die vertrauend sich hingibt und alles von Meinem Herzen erhofft... Dieses Feuers Gluten sollen sie dann über die ganze Erde tragen." (21., 28. September 1923)
Diese Worte richtete der Herr an Josefa für die Gesellschaft vom Heiligsten Herzen.

"Glaubt nicht, daß Ich von etwas anderem sprechen will, als von Meinem Kreuze.

Durch das Kreuz habe Ich die Menschen gerettet, durch das Kreuz will Ich sie zur Wahrheit des Glaubens und vor allem auf den Weg zur Liebe zurückführen.

Ich werde euch Meine Wünsche sagen: Ich habe die Welt durch das Kreuz, das heißt durch Leiden gerettet. Ihr wißt, daß die Sünde eine unendliche Beleidung Gottes ist und eine unendliche Sühne fordert... Deshalb verlange Ich, daß ihr eure Leiden und Mühen in Vereinigung mit den unendlichen Verdiensten Meines Herzens aufopfert. Mein Herz gehört euch. Nehmt es hin. Sühnet mit Meinem Herzen! Flößet allen Seelen, die mit euch in Berührung kommen, Vertrauen ein auf die Güte und das Erbarmen Meins Herzens. Wo immer ihr den Menschen von Mir sprechen und Mich künden könnt, sagt ihnen, daß sie sich nicht zu fürchten brauchen, denn Ich, ihr Gott, bin die Liebe!

Drei Dinge lege Ich euch besonders ans Herz:

Erstens: Die Übung der Heiligen Stunde, denn in ihr kann dem himmlischen Vater mit Christus und durch Christus, Seinen göttlichen Sohn, eine Sühne von unermeßlichem Wert dargebracht werden.

Zweitens: Die fünf Vaterunser zur Verehrung Meiner heiligen fünf Wunden, denn durch sie wurde die Welt erlöst.

Drittens: Die ständige Vereinigung... mit den Verdiensten Meines göttlichen Herzens, denn dadurch gewinnen alle eure Werke unendlichen Wert.

Nehmt beständig eure Zuflucht zu Meinem kostbaren Blute! Vertraut rückhaltlos auf Mein Herz! Wenige verstehen dieses Geheimnis. Versucht wenigstens ihr es zu erfassen und zu verwerten!" (15. Oktober 1923, S. 552)

"Die Seelen brauchen eine Sonne, die sie erleuchtet und belebt. Diese Sonne ist Meine Liebe. Die ganze Welt soll in Mir den Gott der Liebe und Barmherzigkeit erkennen. Alle Menschen sollen wissen, daß Ich Mich danach sehne, ihnen zu verzeihen und sie zu retten. Die Sünder brauchen vor Mir nicht zu fliehen, noch dieVerworfensten zu fürchten. Kommt doch alle zu Mir! Als liebender Vater nehme Ich euch mit offenen Armen auf und schenke euch Leben, Frieden und wahres Glück!

Damit die Menschen Meine Güte erkennen, brauche Ich Apostel, die ihnen Mein Herz offenbaren. Zuerst aber müssen sie selbst Es kennen, denn man kann nicht lehren, was man selbst nicht weiß.

Deshalb werde Ich in den nächsten Tagen für Meine Priester und für die gottgeweihten Männer und Frauen sprechen, und sie werden klar erkennen, was Ich verlange. Ich will unter den Meinen einen Bund der Liebe bilden, damit sie bis an die Grenzen der Erde Meine Barmherzigkeit und Meine Liebe verkünden.

Ich will, daß die getreuen und auserwählten Seelen von dem brennenden und stets wachsenden Verlangen nach Sühne erfaßt werden, denn die Welt hat gesündigt... Ja, die Welt und die Völker fordern den göttlichen Zorn heraus. Gott aber, Der durch die Liebe herrschen will, bittet Seine auserwählten Seelen, zu sühnen, auf daß sie Verzeihung erlangen und neue Gnaden herabziehen.

Ich will, daß die Welt gerettet werde, daß Friede und Einigkeit in ihr herrschen. Ich will herrschen. Ich werde herrschen durch die Sühne Meiner auserwählten Seelen, indem viele eine neue Erkenntnis Meiner Barmherzigkeit und Liebe gewinnen.

Meine Worte werden für unermeßlich viele Seelen Licht und Leben sein. Alle Worte werden veröffentlicht, gelesen und verkündigt werden, und Ich will ihnen eine besondere Gnadenkraft verleihen um die Seelen zu erleuchten und umzuwandeln." (13. November 1923, S. 560)

"Nun wende Ich Mich an die Seelen, die Mir geweiht sind... Ich habe sie berufen, Mich der Welt und den Sündern kundzutun.

Viele von ihnen sind noch nicht zum Verständnis Meiner Gesinnungen gelangt. Sie behandeln Mich wie jemanden, der weit entfernt von ihnen lebt, den sie kaum kennen und von dem sie wenig erwarten. Sie sollen ihren Glauben und ihre Liebe neu beleben, damit sie zur vertrauten Freundschaft mit Mir gelangen, Der sie liebt und Den sie lieben.

In der Familie kennt der älteste Sohn gewöhnlich am besten die Gesinnungen und Geheimnisse des Vaters. Ihm wird mehr anvertraut als den jüngeren Geschwistern. In der Gottesfamilie der Kirche habe Ich auch älteste Söhne; das sind Meine Auserwählten, die Seelen, die Mir durch das Priestertum oder druch die Ordensgelübde besonders geweiht sind. Sie leben in Meiner nächsten Nähe und empfangen die auserlesensten Gnaden. Ihnen offenbare Ich die Geheimnisse Meines Herzens. Ihnen übergebe Ich durch ihr Amt die Sorge für ihre jüngeren Brüder. Sie sollen sie unterweisen, leiten und ihnen Meinen Willen kundtun. Nur wenn Meine Auserwählten Mich wirklich kennen und lieben, wird es ihnen gelingen, auch andere zu Meiner Erkenntnis und Liebe zu führen. oder kann man den von Herzen lieben, dan man nicht kennt? Und kann man vertrauensvoll mit dem sprechen, von dem man sich fernhält?

Daran gerade möchte Ich Meine auserwählten Seelen erinnern. Es ist wahrlich nichts Neues, aber brauchen sie nicht eine Neubelebung ihres Glaubens, ihrer Liebe, ihres Vertrauens? Ich will, daß Meine Auserwählten Mir größeres Vertrauen schenken. Sie sollen Mich in der Tiefe ihres Herzens suchen. Ich wohne in der Seele, wenn sie im Stande der Gnade ist. Dort sollen sie Mich sehen, wie Ich wirklich bin: als den Gott der Liebe. Sie sollen mehr Liebe haben als Furcht; sie sollen an Meine Liebe glauben und nie daran zweifeln. Viele wissen, daß Ich sie erwählt habe, weil Ich sie liebte; aber wenn ihre Fehler und Schwächen sie niederdrücken, dann werden sie traurig, weil sie glauben, daß Ich sie nicht mehr so liebe wie zuvor." (4. Dezember 1923, S. 571)

"Ich sagte dir gestern, daß Mich diese Seelen nicht kennen. Sie haben nicht begriffen, was Mein göttliches Herz ist. Denn gerade ihre Armseligkeiten und Fehler ziehen Meine Güte zu ihnen herab. Wenn sie ihr Unvermögen und ihre Schwäche erkennen, wenn sie sich demütigen und vertrauensvoll zu Mir kommen, verherrlichen sie Mich mehr als vor ihrem Versagen.

Dasselbe gilt für ihr Beten, sei es für sich oder für andere: Wenn sie zögern oder an Mir zweifeln, ehren sie Mein Herz nicht. Aber sie verherrlichen Es, wenn sie zuversichtlich auf Erhörung ihrer Bitten hoffen, weil sie wissen, daß Ich ihnen nichts versagen kann, es sei denn, daß es ihren Seelen nicht zum Heile gereiche.

Als der römische Hauptmann Mich anflehte, seinen Diener zu heilen, sprach er zu Mir in großer Demut: 'Ich bin nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach!' Voll Glauben und Vertrauen fügte er jedoch hinzu: 'Aber sprich nur ein Wort, und mein Knecht wird gesund.' Dieser kannte Mein Herz. Er wußte, daß Ich dem Flehen einer Seele, die alles von Mir erwartet, nicht widerstehen kann. Er hat Mich sehr verherrlicht, denn mit der Demut verband er festes und vollkommenes Vertrauen... Ja, der kannte Mein Herz. Und doch hatte Ich Mich ihm nicht geoffenbart, wie Ich Mich Meinen erwählten Seelen offenbare.

Durch das Vertrauen erlangen sie unzählige Gnaden, nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere. Ich will, daß sie diese Wahrheit tief erfassen, denn sie sollen den armen Menschen, die Mich nicht kennen, die Gesinnungen Meines Herzens kundtun.

Ich wiederhole: Was Ich jetzt sage, ist nichts Neues. Aber wie die Flamme der Nahrung bedarf, um nicht zu verlöschen, so brauchen die Seelen neuen Aufschwung, der sie emporreißt, und neue Glut, die sie neu belebt.

Nur wenige von denen, die Mir geweiht sind, haben ein unerschütterliches Vertrauen zu Mir; denn es gibt nur wenige, die in inniger Vereinigung mit Mir leben. Alle sollen wissen, daß Ich die Seelen so liebe, wie sie sind. Ich weiß, daß ihre Gebrechlichkeit sie mehr als einmal zu Fall bringen wird. Ich weiß, daß sie gar oft nicht halten werden, was sie Mir versprechen. Aber ihr guter Wille und ihr demütiges Vertrauen, das sie Mir nach ihrem Fall entgegenbringen, verherrlichen Mich so sehr, daß Mein Herz ihnen unermeßlich reiche Gnaden schenkt.

Ich will, daß alle Mir geweihten Seelen es wissen: Ich rufe sie zu einem Leben inniger Vereinigung mit Mir. Sie sollen sich nicht begnügen, mit Mir zu sprechen, wenn sie in der Kirche vor dem Allerheiligsten sind. Zwar bin Ich dort gegenwärtig, aber Ich lebe auch in ihnen, und es ist Meine Freude, eins mit ihnen zu werden.

Sie sollen Mir von allem sprechen, was ihnen am Herzen liegt; Mich in allem um Rat fragen, alles von Mir erbitten!... Ich lebe in ihnen, um ihr Leben zu sein. Ich wohne in ihnen, um ihre Kraft zu sein. Ja, Ich wiederhole es: sie sollen nicht vergessen, daß es Meine Freude ist, ganz eins zu sein mit ihnen! Ich wohne in ihnen; da sehe Ich sie, da höre Ich sie, da liebe Ich sie und erwarte, daß sie Meiner Liebe entsprechen.

Viele halten jeden Morgen ihre Betrachtung, aber oft ist es mehr eine Formsache als eine Begegnung in Liebe. Dann feiern sie die heilige Messe oder nehmen daran teil, empfangen Mich in der heiligen Kommunion; aber wenn sie aus der Kirche kommen, dann lassen sie sich von ihren Angelegenheiten so in Anspruch nehmen, daß sie kaum mehr daran denken, Mir ein Wort zu sagen.

In solch einer Seele bin Ich wie in einer Wüste. Sie sagt Mir nichts und bittet Mich um nichts, und wenn sie Trost braucht, so sucht sie ihn oft bei den Geschöpfen, anstatt bei Mir, ihrem Schöpfer, Der in ihr ist und lebt!...

Ist das nicht Mangel an Vereinigung, Mangel an innerlichem Leben oder, was das gleiche ist: Mangel an Liebe?

Ich will die Mir geweihten Seelen daran erinnern, daß Ich sie auf besondere Weise auserwählt habe, damit sie in inniger Vereinigung mit Mir leben, Mich trösten und für alle jene Sühne leisten, die Mich beleidigen.

Sie sollen bedenken , daß sie verpflichtet sind, Mein Herz kennenzulernen, in Seine Gesinnnung einzudringen und Sein Verlangen zu verwirklichen, so weit es in ihrer Macht steht.

Wenn ein Bauer sein Feld bestellt, so versucht er alles Unkraut auszureißen, und scheut weder Arbeit noch Mühe, bis es ihm gelungen ist. So will Ich, daß auch die Meinen, sobald sie Meine Wünsche erkennen, mit Hingabe und Eifer für Meine Interessen arbeiten und vor keiner Mühe zurückschrecken, um Meine Ehre zu vermehren und die Sünden der Welt zu sühnen!" (5. Dez. 1923, S. 572)

"Schreibe, damit alle Mir geweihten Seelen es wissen: Ich rufe alle zu einem Leben innigster Vereinigung mit Mir.

Sie sollen Meine Wünsche kennen, Meine Freuden und Schmerzen teilen, für Meine Interessen arbeiten, ohne Mühen und Leiden zu scheuen.

Ich rufe sie, Freud und Leid mit Mir zu teilen und durch Gebet und Buße Sühne zu leisten für die Sünden der Welt. Vor allem aber sollen sie danach streben, sich immer inniger mit Mir zu vereinigen und Mich nie allein zu lassen. Viele vergessen, daß Ich bei ihnen, Meinen Vertrauten, Trost suche.

Durch das Band der Liebe sind sie mit Mir und untereinander geeint und gewinnen Gewalt über Mein Herz, um den Sündern das Licht zur Erkennntis der Wahrheit und Verzeihung zu erflehen.

Spornt der Anblick der vielen Beleidigungen, die Ich erdulde, ihren apostolischen Eifer an, sich für die Arbeit in Meinem Weinberg einzusetzen, dann sollen sie es mit unerschütterlichem Vertrauen tun; Ich werde ihrem Flehen nicht widerstehen und ihnen die Gnade geben, derer sie bedürfen. Alle sollen sich bemühen, Mein Herz kennen zu lernen, Meine Gesinnungen zu verstehen, mit Mir vereint zu leben, zu Mir zu sprechen, Mich um Rat zu fragen. Ihr ganzes Leben sei Meiner größeren Ehre und dem Heil der Seelen geweiht.

Der Blick auf sich selbst soll sie nicht eng und eigensüchtig machen: vielmehr soll ihr Herz weit werden, da sie sich mit der Macht Meines Blutes und Meiner Verdienste umkleidet sehen. Wenn sie auf ihre eigene Kraft vertrauen, können sie nicht viel erreichen. Aber sie werden stark, wenn sie mit Mir arbeiten, in Meinem Namen und zu Meiner Ehre.

Die Mir geweihten Seelen sollen ihr Verlangen nach Sühne neu beleben und vertrauensvoll bitten, daß der Tag Christi, des Königs, das heißt der Tag Meiner Weltherrschaft anbreche! Sie sollen sich nicht fürchten, sondern auf Mich hoffen und vertrauen.

Eifer und Liebe für die armen Sünder verzehre sie; sie sollen Mitleid mit ihnen haben, für sie beten und milde mit ihnen umgehen.

Der ganzen Welt sollen sie Meine Güte, Meine Liebe, Meine Barmherzigkeit künden.

Gebet, Buße und vor allem Vertrauen seien die Waffen ihres apostolischen Wirkens; nicht das Vertrauen auf ihre eigenen Kräfte, sondern Vertauen auf die Macht und Güte Meines Herzens.

Meine Apostel waren arme, ungelehrte Männer, aber sie wurden reich und weise durch den Reichtum und die Weisheit Gottes. Ihr Losungswort sei auch das eure: 'Herr, in Deinem Namen gehe ich ans Werk, in Dir vermag ich alles.'

Ein Dreifaches verlange Ich von den Mir geweihten Seelen: Sühne, Liebe, Vertrauen.

Sühne, das heißt Vereinigung mit dem göttlichen Sühnopfer; für Ihn, mit Ihm und in Ihm wirken im Geiste der Sühne und in der Vereinigung mit Seinen Gesinnungen und Wünschen.

Liebe, das heißt Vertrautheit mit Dem, Der ganz Liebe ist, und Der sich herabläßt, Seine Geschöpfe um ihre Liebe und Freundschaft zu bitten.

Vertrauen, das bedeutet: Dessen sicher sein, Der ganz Liebe, Güte und Erbarmen ist; mit Dem ich lebe Tag und Nacht; Der mich kennt und Den ich kenne; Der mich liebt und Den ich liebe; Der die Seinen in besonderer Weise aufruft, Sein Leben zu teilen, Sein Herz zu erkennen und alles von Ihm zu erwarten." (6. Dezember 1923, S. 576)


Transkription P.O. Schenker: © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell